Windkraftanlagen sind mit dem Schutz der Natur und Umwelt und selbst mit dem Energieeffizienzgesetz unvereinbar. Bei der Herstellung von Windkraftanlagen entstehen enorme Mengen an CO2, von den Umweltschäden bei der Rohstoffgewinnung, Havarien, der Entsorgung der Rotorblätter und dem Problem des „Wind Stilling“ ganz abgesehenen.
Dennoch hält die Bundesregierung am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und den Ausbauzielen fest.
- Bis 2030 soll sich die Leistung von Windkraftanlagen auf 145 Gigawatt mehr als verdoppeln.
- Bis 2045 soll die Windkraft dann 230 Gigawatt erreichen.
Das Magazin „Forschung und Wissen“ verweist die Kritik an den Windrädern in den Bereich der Märchen: „Über Windräder existieren zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien, etwa zu Infraschall, der den Schlaf stören soll, und Schadstoffen“
Beiträge
Netzentgelte: Auf Steigflug programmiert

Oder: „Der Windtanz“
Die Entwicklung des Wetters hat entscheidenden Einfluss auf das menschliche Leben, nicht nur mit Blick auf die Landwirtschaft, sondern darüber hinaus auch auf Transport, Verkehr und – im Fall schwerer Stürme oder Überschwemmungen – auf Leib und Leben sowie Hab und Gut großer Teile der Bevölkerung. Entsprechend groß ist der Aufwand, mit dem man schon seit Jahrzehnten versucht, das Wettergeschehen mit Hilfe von aufwendigen mathematischen Modellen vorauszuberechnen. Ausgangspunkt sind die durch ein Netz von Wetterstationen, Satelliten sowie weitere Messsysteme regelmäßig erfassten Daten wie Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit, Sonnenscheindauer, Niederschlag etc. Doch wie nicht zuletzt die US-Meteorologen am Beispiel des falsch eingeschätzten Blizzards in New York zeigen, sind ihre Prognosen alles andere als fehlerfrei.
Der Wind, das himmlische Kind – führt die Meteorologen immer mal wieder an der Nase herum
Für solche Wettervorhersagen wird ein sehr großer wissenschaftlicher Aufwand getrieben. Im Bereich der Meteorologie gibt es zahlreiche Institute, in denen hochkarätige Wissenschaftler tätig sind. Diesen stehen Computersysteme der Spitzenklasse zur Verfügung, da enorme Datenmengen in kürzester Zeit verarbeitet werden müssen. Die entsprechenden Programme sind sehr aufwendig und werden ständig überarbeitet und verbessert. Dennoch gibt es immer wieder unerfreuliche Überraschungen, und Vorhersagen über Zeiträume von mehr als drei Tagen sind von eher begrenzter Brauchbarkeit. Selbst im 24-h-Bereich kommt es gar nicht so selten vor, dass die Wetterprognosen erheblich danebenliegen.
Von Bedeutung ist dies auch im Energiesektor, denn mit zunehmendem Anteil an Strom aus Wind- und Solaranlagen hat die Sicherheit, mit der ihre Produktion vorausberechnet werden kann, immer größere Bedeutung für die Planungen der Betreiber von Kraftwerken und Stromnetzen.
Bedeutung von Wetterprognosen für die Netzgebühren

Die Planbarkeit des Stromaufkommens aus „erneuerbaren“ Quellen ist deshalb von Bedeutung, da der Einsatz von Grund-, Mittel- und Spitzenlastkraftwerken im Voraus geplant werden muss. Großkraftwerke sind aufgrund ihrer Größe träge und können nicht abrupt ein- oder ausgeschaltet werden. Nur Pumpspeicherkraftwerke lassen sich innerhalb von 1-2 Minuten hochfahren, reine Gaskraftwerken benötigen dafür es schon etwa 15 Minuten. Bei Kohlekraftwerken kann dies je nachdem, ob sie schon mit vorgewärmtem Kessel im „Hot Standby“ bereitstehen oder gar aus der Kaltreserve hochgefahren werden müssen, einige Stunden bis einige Tage dauern. Vor diesem Hintergrund können sich Irrtümer der Wettervorhersage als sehr teuer erweisen.
Grundlage der Einsatzplanung der Netzbetreiber sind die Prognosen über den zu erwartenden Verlauf des Tagesbedarfs. Diesen Bedarf kann man heute mit zufriedenstellender Sicherheit prognostizieren und die Einsatzpläne der konventionellen Kraftwerke darauf abstimmen. Anders sieht es dagegen mit der schwankenden Erzeugung aus Windenergie- und Solaranlagen aus. Probleme bereiten vor allem kurzfristige Schwankungen im Bereich von 0–48 Stunden, weil in diesem Zeitbereich Abweichungen oft durch Regelenergie ausgeglichen werden müssen.
Diese Regelenergie muss separat beschafft werden und stellt daher einen zusätzlichen Kostenfaktor dar. Zudem kann es bei größeren Prognoseabweichungen zu Spannungsschwankungen kommen, durch die in Extremfällen sogar die Netzsicherheit in Gefahr geraten könnte [SOWI]. Laut der gleichen Quelle hat deshalb die Bundesnetzagentur die Verteilnetzbetreiber bereits im Januar 2011 aufgefordert, die Prognosemethoden ihrer Solarstromeinspeisung zu verbessern.
Prognosequalität bei Wind: Anspruch…
Schaut man sich das Prospektmaterial von Prognosefirmen an, die Vorhersagen für die Leistungsabgabe von Windparks feilbieten, so stehen dort Aussagen wie: „Für beliebige Standorte und Regionen in Deutschland, Europa und weltweit“ (liefern wir) „eine zuverlässige Windleistungsprognose der zu erwartenden Windleistung – und zwar bis zu 10 Tage im Voraus und mit einer zeitlichen Auflösung von bis zu 15 Minuten [WIPR]. Weiter heisst es dort: „Die Windleistungsvorhersage beruht auf der optimalen Kombination verschiedener Wettermodelle, der Einbindung der lokalen Gegebenheiten in der Umgebung der Windparks sowie der numerischen Wettervorhersage.

Auf der Grundlage ausgewählter Windparks wird die gesamte Windstromeinspeisung einer Region ermittelt. Hierbei werden die repräsentativen Standorte so gewählt, dass sie die regionale Verteilung der Windenergieanlagen sehr genau widerspiegeln. Die Genauigkeit der Vorhersage variiert mit der Wettersituation“. Letzterer Satz lässt natürlich etwas aufhorchen. Doch kann man bei Wikipedia dazu beruhigende Aussagen wie folgende finden: „Die Genauigkeit der Vorhersage für ganz Deutschland beträgt für den Zeitraum einer Vorhersage ca. 95 Prozent (normierte Standardabweichung ca. 5 %). Ein hoher Wert ist wichtig, weil somit Regelenergie und damit Kosten eingespart werden können [WIKI]. Klingt im Prinzip ganz ordentlich. Doch wie sieht das in der Realität aus?
… und Wirklichkeit

Dazu werfen wir einen Blick auf die Prognosen für das Aufkommen an Wind- und Solareinspeisung am 30.11. 2014 sowie auf die entsprechenden Ist-Zahlen. Diese Werte waren bisher leicht überprüfbar, da sie von der Strombörse EEX bereitgestellt wurden und dort über Jahre hinweg im Archiv abgerufen werden konnten(1) [EEX]. Die für den entsprechenden Tag geltenden Prognosen wurden jeweils zum Tageswechsel bereitgestellt und spiegelten den jeweils aktuellsten Stand der heute verfügbaren Prognosefähigkeiten wider. Vor allem die Werte für den Vormittag sind daher Kurzzeitprognosen über 6 bzw. 12 Stunden, so dass die erzielte Genauigkeit Rückschlüsse auf die Voraussagequalität gerade auch in diesem Kurzzeitbereich zulässt. Für das Windstromaufkommen des 30.11.2014 zeigt Bild 1 den Tagesverlauf für die Prognose im Vergleich zur tatsächlichen Produktion. Die entsprechenden Absolut- und Prozentualwerte der Abweichungen zeigt Bild 2. Man erkennt, dass der Fehler bereits bis zur Mittagszeit bei bis zu 1.250 MW bzw. 17 % liegt. Das entspricht nahezu der Leistung von zwei Kohlekraftwerken. Nach einem kurzen Einbruch um die Mittagszeit herum ging es mit der Prognoseabweichung dann jedoch nochmal so richtig nach oben, mit einem Maximum von knapp 2.700 MW bzw. 28 % etwa gegen 15.00 Uhr. Anders ausgedrückt: Allein für die Fehlprognose beim Wind mussten demnach konventionelle Kraftwerke mit der Leistung von vier Kohlekraftwerken nahezu im Alarmstart hochgejagt werden.
Prognosefehler Solar

Noch beschämender für die Qualität der Wetterprognosen stellt sich die Situation dar, wenn man sich statt der Windprognose diejenige für Solarstrom ansieht, Bild 3.
Während laut Prognose in der Mittagszeit eine Solarleistung von rund 5.600 MW zu erwarten war, speisten die Solarpaneele um die Mittagszeit leidglich 1.760 MW ein.
Die Differenz von bis zu 3.800 MW bzw. 81 % ist sogar noch größer als bei der Windenergie und entspricht der Leistung von mehr als fünf weiteren Kohlekraftwerken, Bild 4.

Zwar fiel das Maximum des Prognosefehlers zeitlich nicht mit dem der Windenergie zusammen, so dass im Endeffekt nicht noch mehr Kraftwerke zugeschaltet werden mussten, doch hätte es der Wettergott an diesem Tag ohne weiteres auch in der Hand gehabt, beide Defizite gleichzeitig auftreten zu lassen.
Düstere Zukunftsaussichten
Das, was über das deutsche Stromversorgungssystem am 30. November 2014 hereingebrochen ist, lässt für die Zukunft schlimmes befürchten.
Mit dem weiter massiv voranschreitenden Ausbau der sogenannten „erneuerbaren“ Energien muss die Kapazität der Windenergie gegenüber dem Stand vom November 2014 nochmals um den Faktor 9,16 gesteigert werden. Statt der aktuell vorhandenen 35.400 MW wären dann insgesamt 324.100 MW am Netz. Mit diesem Faktor müsste auch der Prognosefehler multipliziert werden. Statt bei maximal 2.700 MW läge dann der Prognosefehler für den Windenergieertrag bei bis zu 24.700 MW, die kurzfristig zusätzlich ans Netz gebracht werden müssten.

Das Vorhalten einer derartig massiven Reserve wäre weder technisch noch wirtschaftlich zu bewältigen. Das hier vorgestellte Beispiel zeigt jedoch vor allem eines: Trotz hochmoderner Prognoseinstrumente für das Wettergeschehen und des damit verknüpften Leistungsangebots aus Wind- und Solarenergie werden die Prognosefehler unweigerlich weiter anwachsen. Dies bedeutet wiederum eine entsprechende Zunahme des Einsatzes von Regelenergie, der vollumfänglich auf die Netzgebühren aufgeschlagen wird. Das EEG und seine Umsetzung bewirken daher Preiserhöhungen nicht nur im Bereich des EEG-Zuschlags sowie aufgrund der Netzausbaukosten, sondern zusätzliche Aufschläge für die Beschaffung der zur Stabilisierung der Netze erforderlichen Regelenergie. Zusätzlich zum EEG-Zuschlag sind deshalb auch die Netzentgelte massiv auf Steigflug vorprogrammiert.
Folgerungen für die Glaubwürdigkeit von Klimaprognosen
Die hier dargelegten Prognoseabweichungen legen zudem geradezu zwingend eine weitere wesentliche Schlussfolgerung nahe: Sie rechtfertigen erhebliche Zweifel an der Gültigkeit der uns seitens der sogenannten Klimaforschung präsentierten Langzeitprognosen über die Klimaentwicklung kommender Jahrzehnte. Laut Wikipedia basieren Klimamodelle auf Meteorologiemodellen, wie sie auch zur numerischen Wettervorhersage verwendet werden. Diese Modelle werden jedoch „für die Klimamodellierung erweitert, um alle Erhaltungsgrößen korrekt abzubilden. In der Regel wird dabei ein Ozeanmodell, ein Schnee- und Eismodell für die Kryosphäre und ein Vegetationsmodell für die Biosphäre angekoppelt“ [WIKL].
Wenn allerdings bereits die Zuverlässigkeit von Meteorologiemodellen über Zeiträume von weniger als 24 Stunden so gering ist, dass derartig massive Abweichungen auftreten wie am hier vorgestellten Beispiel nachgewiesen, dann fragt man sich, was nach zusätzlicher Befrachtung durch weitere mit Unsicherheiten belastete Modelle noch an Glaubwürdigkeit vorhanden sein dürfte. Und man fragt sich vor allem, woher Herrschaften wie Edenhofer, Schellnhuber oder Rahmstorf die geradezu missionarische Überzeugung nehmen, mit der sie ständig ihren Klimaalarmismus in die Welt trompeten.
Fred F. Mueller
(1) Wie verlogen und auf Täuschung der Öffentlichkeit unsere Energiepolitik inzwischen ist, kann man aus der Tatsache erkennen, dass EEX diese Daten – einschliesslich des Archivs – seit kurzem nicht mehr der Öffentlichkeit zugänglich macht, sondern sie hinter einer Bezahlschranke verbirgt und ausserdem potenzielle Nutzer durch Knebelverträge binden will. Die sogenannte „Transparenz“, mit der man immer noch großspurig hausieren geht, ist nur noch bewusste und verlogene Intransparenz gegenüber dem Bürger. Es wäre sinnvoll, wenn sich mal die eine oder andere Bürgerinitiative mit den rechtlichen Möglichkeiten beschäftigen würde, ob und wie man hier echte Transparenz erzwingen könnte.
Quellen:
[EEX] https://www.transparency.eex.com/de/
[EIKE] https://www.eike-Klima-energie.eu/climategate-anzeige/energiewende-land-unter-im-stromsee-nur-hohe-nutzungsgrade-machen-sinn/
[SOWI] https://de.wikipedia.org/wiki/Solarstromprognose
[WIPR] https://www.energymeteo.de/leistungen/previento.php?gclid=CIHnpMzxsMICFWXHtAodDi0AXQ
[WIKI] https://de.wikipedia.org/wiki/Windleistungsvorhersage
[WIKL] https://de.wikipedia.org/wiki/Klimamodell
Am Beispiel der Gemeinde Ottweiler wird deutlich, welche Risiken die Ratsmitglieder einer Gemeinde bei der Abstimmung zum Bau von Windkraftanlagen eingehen:
Prof. Dr. Michael Elicker / Andreas Langenbahn
Was eine Gemeinde alles falsch machen kann.
Die Windkraft-Planung von Ottweiler/Saar als Lehrbuchbeispiel
Viele Gemeinden sind dabei, ihre Flächennutzungspläne zu ändern, um Vorrangflächen für Windenergieanlagen auszuweisen. Da die Kommunen in unserem bundesstaatlichen Finanzausgleichssystem das letzte Glied bilden und die übergeordneten staatlichen Ebenen ihnen unentwegt neue Aufgaben aufbürden, aber nur unzureichend dafür zahlen, sind viele dieser Gemeinden finanziell notleidend. Das hat für die Planung schwerwiegende Konsequenzen: Einerseits sind oft keine eigenen Fachleute für die Planung mehr vorhanden. So fehlt auch in der altehrwürdigen Residenz- und Kreisstadt Ottweiler seit einiger Zeit die früher obligatorische Stelle des Verwaltungsjuristen. Andererseits erhofft sich das oberflächliche politische Personal, das viele Verwaltungen besetzt, einen Geldsegen aus Großwindanlagen – zu Unrecht, wie wir inzwischen wissen. Geld verdient wird heute mit Großwindanlagen (jedenfalls an Standorten im Binnenland) noch in Projektierung und Vertrieb, nicht im Betrieb. Die Windradaufsteller bemühen sich ja überall auffällig stark darum, Dumme – d.h. Bürger und Kommunen – zu finden, die den undankbaren Part des Betreibers übernehmen (dabei haben zuweilen falsche Darstellungen in Prospekten geholfen, die jedoch zur Haftung dieser Geschäftemacher führen).
Bürgermeister waren in der Vergangenheit oft schnell zu begeistern und haben die Subventionsgewinnler geradezu unterwürfig empfangen. In Ottweiler haben sich beide aufeinanderfolgenden Bürgermeister – Rödle und Schäfer – ausgerechnet mit den Vertretern der nach strafgerichtlichen Feststellungen in Korruption verstrickten Firma JUWI zusammen bei deren Präsentationen auf das Podium gesetzt. Obwohl Schäfer im Wahlkampf mehr Demokratie versprochen hatte, ist er zur industrieunabhängigen Informationsveranstaltung der Bürger des am schlimmsten betroffenen Stadtteils, der von zehn 200m hohen Windkrafträdern eingekesselt werden soll, nicht erschienen.
Schon im Vorfeld der Änderung von Flächennutzungsplänen wurden und werden dabei von den Kommunen häufig – ja regelmäßig – konkrete Verträge mit einzelnen Geschäftemachern abgeschlossen, so auch von der Stadt Ottweiler mit ABO-Wind und JUWI. Das hat zur Folge, dass der spätere Abwägungsvorgang im Stadtrat unter einer verbotenen einseitigen Vorfestlegung leidet, da der Stadtrat nicht mehr unvoreingenommen entscheiden konnte – was man auch aus den von der Planungsfirma übernommenen „Abwägungsvorschlägen“ bereits ersehen kann (wir kommen sogleich darauf zurück).
Dies macht die gesamte Planung nichtig durch den Abwägungsfehler der sog. „subjektiven Abwägungssperre“. Es wird also von der Kommune ein Versprechen an das private Windkraftunternehmen gegeben, das von vornherein automatisch gerade durch diese Bindung rechtswidrig ist. Ob man dies als eine Form der Korruption einstuft, mag nur nach den konkreten Umständen des Einzelfalls beurteilt werden können. Jedenfalls sind diese Verträge – in unserem Fall mit ABO-Wind und JUWI – nichtig aufgrund des Verstoßes gegen gesetzliche Verbote.
Auch im Bereich der Planung selbst können, wie man gerade an unserem Lehrbuchfall zeigen kann, zahlreiche Fehler unterlaufen.
….
Abdruck mit freundlicher Genehmigung. Bitte hier den kompletten Beitrag von Elicker/Langenbahn lesen!
Quelle:
- Prof. Michael Elicker, Andreas Langenbahn: “Was eine Gemeinde alles
falsch machen kann”, in: Deutscher Arbeitgeberverband“, 21.01.2015

Ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Schleswig sollte man sich genauer ansehen, weil es, wie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) sagt, im Ergebnis zu mehr #Windenergie, nicht zu weniger führen wird. Albig: „Es wird keinen Planungsstopp geben. Das Urteil stärkt die Investoren, denn wir haben jetzt mehr Flächen für Windkraftanlagen zur Verfügung. Wir werden das Urteil des OVG sorgfältig analysieren und die notwendigen rechtlichen und planerischen Schlussfolgerungen ziehen.“
Dieses Urteil zeigt aber auch, dass die Argumentation von Kommunen, durch Ausweisung von Flächen dem Bauwahn zuvorkommen zu wollen, im Grunde nichts anderes als vorauseilender Gehorsam ist. Die Privilegierung privater Wirtschaftsunternehmen zu Lasten anderer ist ein Kernproblem des demokratischen Verständnisses kommunaler Souverätität, zu deren Gewährleistung sich die Staaten in der Europäischen Union 1985 in der Europäischen Charta der kommunalen Selbstverwaltung verpflichtet haben. Wäre es nicht die Pflicht der Kommunen, den Erhalt der kommunalen Souveränität von der Regierung einzufordern?
► http://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Oberverwaltungsgericht-kippt-Windkraftplanung-,windkraft530.html
► Der Wind, der Bund, das Land und die Kommunen: http://ruhrkultour.de/der-wind-der-bund-das-land-und-die-kommunen/
► Oberverwaltungsgericht für das Land Schleswig-Holstein, Aktenzeichen: 1 KN 6/13 u.a., 1 KN 74/13, 1 KN 75/13

Im Sauerland hat der Tourismus großen Stellenwert. Es ist deshalb auch nicht überraschend, dass 700 Bürger an dem Stadtgespräch des WDR zur Windenergie in der Schützenhalle Schmallenberg-Bödefeld am 14.01.2015 teilnahmen.
Den sauerländer Kommunen sind durch den Regierungsbezirk Arnsberg Vorrangflächen aufgezwungen worden, ohne dass die Vorarbeiten und Vorschläge der Kommunen berücksichtigt wurden. Die Kommunen fühlen sich übergangen und befürchten, den Bürgern das Thema nicht mehr glaubwürdig vermitteln zu können, wie Schmallenbergs Bürgermeister Bernhard Halbe sagte. An dem Gespräch nahmen außerdem teil: Johannes Remmel, Umweltminister NRW, Jan Dobertin, Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien, Josef Tumbrinck, NABU NRW, und Michael Guse, Bürgerinitiative Gegenwind in Siegen.
70 Prozent der Bürger hatten sich auf eine eingangs gestellte Frage gegen die Energiewende geäußert.
Windkraftanlagen gehörten aus ihrer Sicht nicht auf die Höhen der Mittelgebirge. Sie hätten außerdem Angst vor dem Lärm, der sich häufe, und vor dem Schattenwurf der Anlagen.
Der Umweltminister
Auf die Frage, wie ernst er diese Befürchtungen nehme, antwortete der Umweltminister, er nehme sie sehr ernst, deshalb fänden überall Planungsprozesse statt, „um die Ängst mit den Planungen abzustimmen.“ „Sind Windräder auch gesundheitsgefährdend“? wurde er gefragt. Er würde das etwas anders sagen, antwortete Herr Remmel. Eine Windkraftanlage sei eine Anlage, die natürliche Auswirkungen habe, und die müsse man je nach Standort überprüfen.
Der Umweltminister griff die Bürger scharf an: 70 % der Teilnehmer hatten sich bei einer eingangs gestellten Frage des WDR gegen die Energiewende ausgesprochen. Remmel: „70 Prozent sind nicht für die Energiewende, dann nehme ich mal an, sie sind auch nicht für den Klimaschutz. 70 % sind für Atomenergie und Kohlekraft. Sie sind damit einverstanden, dass die Kernkraftwerke weiter laufen.“
Dazu schrieb der WDR: „Der Umweltminister zog sich den Zorn vieler Zuhörer zu, als er ihnen unterstellte, für Atomkraft zu sein, weil sie gegen die Windenergie Stellung beziehen. „Polemik, Polemik“ tönte es aus der voll besetzten Schützenhalle und viele Gäste griffen zu den zuvor verteilten Mini-Vufuzelas“. Remmel widersprach der Moderatorin, die eine faire Diskussion anmahnte und die Bürger reden lassen wollte: Man müsse am Anfang einer solchen Diskussion die „Geschäftsgrundlagen“ klären. Die Mehrheit, 80 Prozent, wollten die Energiewende und den Klimaschutz. Das heißt, es müsse zu 80 bis 90 Prozent Erneuerbare Energien geben, um diese Ziele zu erreichen. „Das ist die Geschäftsgrundlage.“
Sauerlandtourismus
„Der Chef-Touristiker im Sauerland, Thomas Weber vom Sauerlandtourismus, steht zwiegespalten zum Thema Windkraft und Energiewende. Auf der einen Seite stehe die Abhängigkeit von Energieimporten beispielsweise aus Russland. Dann aber auch: „Da blutet mir das Herz, wenn ich sehe wie eine der schönsten Landschaften Deutschlands berührt wird, und zwar so, dass wir uns wahrscheinlich nachher alle die Augen reiben“, berichtet der WDR.
Landesverband Erneuerbare Energien
Der Geschäftsführer des Landesverbandes Erneuerbare Energien Jan Dobertin fegte Befürchtungen wegen des Tourismus vom Tisch. WDR: „Er geht nicht davon aus, dass auch nur ein Urlauber nicht wiederkomme, wenn Windräder gebaut werden. Dies hätten Umfragen an der Küste gezeigt. Warum solle das nicht auch für das Sauerland gelten?“
Eine Antwort auf die Frage scheint niemand zu erwarten.
Windkraftanlagen würden geprüft, wie andere Industrieanlagen auch. Unter starkem Protest des Publikums erklärte Dobertin, es gebe es keine wissenschaftlichen Belege, dass von Infraschall eine Gesundheitsgefahr ausgehe.
Bürgerinitiative Bödefeld
Michael Schift, Bürgerinitiative Bödefeld, erklärte, es sei zunächst um den Infraschall gegangen. „Wir leben von der Natur. Unsere Kernkompetenz ist der Tourismus.“ Jetzt wolle man Industrieanlagen in die Natur stellen. Je weiter man komme, mache man sich Gedanken über den Sinn, ob Windkraftanlagen gegen Atomkraft und gegen Stromerzeugung aus Kohle helfen können, im Grunde seien sie aber keine Alternative. Und an Herrn Remmel gewandt: „Damit ist nicht automatisch jemand für Atomkraft, wenn er gegen die Windenergie ist.“
Bürgerinitiative Gegenwind
Michael Guse von der Bürgerinitiative Gegenwind in Siegen berichtet aus seinen Erfahrungen: Die schon existierenden Windkraft-Flächen seien zwar von der Bezirksregierung zur Kenntnis genommen worden. „Aber es wurde gesagt, dass man die ja dann noch dazu rechnen könnte.“
Herr Guse erhielt starken Beifall für seinen Hinweis, dass gesundheitliche Schädigungen durch Windkraftanlagen zweifelsfrei seien, ebenso wie Lärmbelästigungen. Würden die Bürger ernst genommen, dann würde die Abstandsregelung in NRW so wie in Bayern festgelegt, und damit wäre viel gewonnen. Herr Remmel intervenierte vehement: „Das ist ein Totschlagargument. Dann findet Windkraft in NRW nicht statt.“
Bürger
Ein Bürger berichtete über eigene Erfahrungen mit Windkraftanlagen, die 900 Meter entfernt von seiner Wohnung stehen: Wer heute Windräder näher als 400 Meter an Wohnbebauungen baue, begehe fahrlässige Körperverletzung. Wer wie Herr Remmel polemisch argumentiere, zeige „politische Handlungsfähigkeit und sehr viel Inkompetenz in Sachen Energiefragen.“
NABU NRW
Der Vorsitzende der Naturschutz-Organisation NABU, Josef Tumbrinck, kam Johannes Remmel zu Hilfe: Er betonte, bei der Energiewende gehe es um Klimaschutz und damit die Zukunft der Erde. Deshalb sei die Energiewende notwendig.
Er sagte außerdem, die Energiewende müsse man „gut machen, gut diskutieren“, „die Menschen mitnehmen“ und „die Menschen“ vor den Auswirkungen schützen, „und wir müssen auch unsere Natur in den Blick nehmen.“ Er spielte auf das seiner Meinung nach hohe Durchschnittsalter der Teilnehmer an, ohne zu klären, was dies mit seinem Appell, den Energieverbrauch zu senken, weil wir die Welt unseren Kindern in einem guten Zustand übergeben sollten, zu tun hat. Er kritisierte: „Die Abwägungsfrage geht hier in dieser Region verloren.“
Ein kleiner Rückblick auf die Argumentation des NABU NRW in Aachen, Februar 2014:
Der NABU NRW engagiert sich in Einzelfällen gegen Windkraftprojekte, beispielsweise in Aachen, so dass eine geplante Abholzaktion zugunsten eines Windparks im Februar 2014 vorläufig zurück gestellt wurde. Er hatte mit Klage gedroht, weil die notwendigen Genehmigungen dafür nicht vorlagen. In diesem Zusammenhang gab der NABU NRW eine allgemeinpolitische Erklärung zu Windkraftanlagen ab: „Das Signal wäre überregional verheerend gewesen und würde die notwendige Akzeptanz für die Energiewende und den damit auch aus Sicht des Nabu erforderlichen Ausbau von Windkraftanlagen an Land verschlechtern“, betonte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des Nabu NRW. Er griff bei einer Frage zum Verwaltungsablauf korrigierend ein, um das gesamte Ausbauziel durch Akzeptanzverlust in der Bevölkerung nicht zu gefährden.
Fazit:
Die Veranstaltung in Schmallenberg im WDR 5 zeigt die Entschlossenheit der Bürger, sich nicht mit dem politischen Diktat abzufinden. Sie ist auch ein Lehrstück, wie ein politisch geschulter Minister mit Schützenhilfe der Windindustrie und einer Naturschutzorganisation versucht, einer kritischen Versammlung mit 700 Teilnehmern einerseits durch aggressives Auftreten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Andererseits signalisiert er durch eine beschwichtigende, unbedeutende Geste (Kritik gegenüber der Bezirksregierung) Gesprächsbereitschaft, um nicht die Kontrolle über die zornigen Zuhörer.zu verlieren. Es lohnt sich, den Einstieg des Umweltministers in die Debatte anzuhören. Die Moderatorin Judith Schulte-Loh hat den rhetorisch-demagogischen Versuch erkannt, aber er hat, zumindest an dem Abend, seine Wirkung nicht verfehlt.
Der NABU NRW sieht sich offenbar in der Funktion eines Mediators bei der Durchsetzung politischer Interessen zum Bau von Windkraftanlagen.
F.F.
Fünfundsechzig der weltweit führenden Biologen fordern von der grünen Lobby ein Ende des „historischen Antagonismus“ zur Kernenergie.
Der vollständige Text des offenen Briefes wird erst im nächsten Monat im „Conservation Biology Journal“ nachzulesen sein, einige Auszüge wurden aber bereits veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass die Gruppe der Auffassung ist, es sei zu riskant, fossile Brennstoffe durch Windkraftanlagen zu ersetzen. Die Biologen fordern, die Kernenergie in den „Energiemix“ einzubeziehen, weil sie die „grünste Technologie von allen“ sei.
► http://www.breitbart.com/london/2015/01/05/nuclear-is-greenest-technology-claim-65-top-biologists/
► http://www.independent.co.uk/news/science/nuclear-power-is-the-greenest-option-say-top-scientists-9955997.html
Titelfoto: ejaugsburg, pixabay

In einfachen Worten und in einer auch für Laien verständlichen Form erklärt Dr.-Ing. Detlef Ahlborn in knapp 30 Minuten, warum #Windkraft keine Säule einer zukünftigen Energieversorgung unseres Landes sein kann.
Er kommt zu dem Ergebnis, dass die „Energiewendeaktion“ sinnlos sei. Es sei unmöglich, fossile Energien durch Windkraft zu ersetzen. Dennoch werde der Ausbau von Windkraftanlagen weiter vorangetrieben, so dass über Deutschland verteilt alle 7 km ein Windpark mit je 10 Windrädern entstehen würde.
Veröffentlicht am 24.11.2014
Detlef Ahlborn ist stellvertretender Vorsitzender der Bundesinitiative Vernunftkraft. Der Vortrag wurde grafisch und akustisch von Jürgen Falkenberg überarbeitet.
Nicht nur die Hersteller von Windkraftanlagen schwärmen von ihren Produkten, sie erhalten an manchen Orten auch Unterstützung durch Vereine. Der Verein „Pro Windkraft Niedernhausen“ beispielsweise stellt sich auf seiner Homepage als ein bürgernaher, neutraler Zusammenschluss von Einwohnern dar. Er strebe „eine objektive Diskussion der Möglichkeiten, Grenzen und berechtigten Einwände“ an. Allerdings legt er von vornherein fest: „Im Ergebnis soll eine Akzeptanz bei den Bürgern für einen sozial- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie erreicht werden.“
Risiken durch Windkraftanlagen passen nicht zu diesem Ziel. Pro Windkraft Niedernhausen: „Die Nutzung der Windenergie birgt im Gegensatz zur Nutzung der Atomkraft keine elementaren Gefahren für den Menschen und für die Umwelt. Auch verursacht sie keine Gesundheitsgefährdung oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch den Ausstoß von Stäuben und Gasen wie die Nutzung fossiler Energieträger. Eine schädliche Veränderung der Erdatmosphäre durch Windenergie findet nicht statt.“ [0]
Eine Liste von Unfällen an Windkraftanlagen in Deutschland und Österreich zeigt, dass diese Behauptung nicht den Tatsachen entspricht. Es gibt außerdem genügend Hinweise auf Umwelt- und Gesundheitsschäden, wie zum Beispiel beim Abbau von Neodym, bei der Beseitigung des Sondermülls, mögliche Auswirkungen auf Mikroorganismen, auf die Erhöhung der Temperaturen im Umkreis von Windkraftanlagen, gesundheitliche Schäden durch Infraschall, Tötung von Vögeln und Fledermäusen usw., um sie ernst zu nehmen, aber sie wurden bisher noch nicht systematisch untersucht.
Im laufenden Jahr wurden bei Wikipedia drei Unfälle in Deutschland registriert: 06.02.14 Hohen Pritz (Brand), 21.02.2014 Möhnesee-Echtrop (Brand) und am 13.12.2014 Koßdorf (50Tonnen Windrad umgefallen).
Drei weitere Unfälle wurden jedoch nicht erfasst: 03.01.14 Donnersbergkreis (Rotor abgerissen) [2], 03.02.14 Großenkneten (Absturz einer Gondel) [3], 13. Juli Seehausen (Brand) [4]
Die Unfälle an Windkraftanlagen werden, so weit sie überhaupt bekannt werden, von Windkraftgegnern statistisch erfasst. Eine Linksammlung zu diversen WKA-Unfällen [5] gibt einen genaueren Überblick über die Unfallrisiken von Windkraftanlagen. Die Zahl der Störfälle ist letztlich nicht sicher bekannt, und es fehlt an einer wissenschaftlich fundierten Störungsforschung. Es bestehe keine Meldepflicht für Schadensfälle, weder nach Baurecht noch nach Produktsicherheitsgesetz, gestand der Umweltminister Niedersachsens ein. [6]
„Tausende Windräder überall im Land dürfen sich derweil weiterdrehen, obwohl schon bei ersten Untersuchungen an der beschädigten Anlage gravierende Materialfehler entdeckt wurden. Bei auch nur annähernd vergleichbaren Gefährdungen durch fehlerhafte Teile in Kraftfahrzeugen oder an Haushaltsgeräten kommt es zu spektakulären Rückrufaktionen“, kritisieren Windkraftgegner. [7]
Die bis zu 200 m hohen Windkraftanlagen stehen in der Nähe von Häusern, an Wanderwegen, Straßen, Autobahnen, überall dort, wo sich Menschen aufhalten. Die Gleichgültigkeit der Politik gegenüber den Risiken von Windkraftanlagen ist für ein Land, das Vorreiter in Sachen Erneuerbarer Energien sein will, eigentlich unvorstellbar. Sie schadet nicht nur dem Ruf der Gewissenhaftigkeit deutscher Ingenieure, sondern auch dem Ansehen des Wissenschaftsstandortes Deutschland.
Bei dem zuletzt bekannt gewordenen Unfall, im Windpark Koßdorf, ist am 10.12.14 ein Windrad in etwa 30 Meter Höhe abgebrochen. [8]
[0] http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/umwelt/unfallgefahr-brandschutz
[1] Wikipedia
[2] http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Rotor-abgerissen-Vorzeige-Windrad-loest-jetzt-Schrecken-aus-_arid,1088734.html#.VI_AaCuG82A
[3] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[4] http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Seehausen-Feuerwehr-bei-Brand-einer-Windkraftanlage-&ereignis=25864
[5] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/[6] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[6] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/
[7] http://www.vernunftkraft.de/windkraftanlagen-bergen-handfeste-gefahren/
[8] http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Windrad-gebrochen-viele-Fragen;art1059,4842666
Es sind insbesondere das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung sowie das Potsdamer Institut für Nachhaltigkeitsstudien IASS (der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer ist Exekutivdirektor des IASS), die die Debatte über den demografischen Wandel im ländlichen Raum und über die Zukunft der Dörfer vorantreiben und Handlungen empfehlen. (mehr …)
Wieviel Gegenwind verträgt ein Wirtschaftsminister? Nachdem der Skandal um unrechtmäßige Rodungen im Regierungsbezirk Gießen und bei der Gemeinde Freiensteinau (Vogelsberg) jetzt öffentlich bekannt wurde und sich etwa 1000 Teilnehmer zur hessenweiten Demo in Freiensteinau angemeldet haben, verzichtet der hessische Wirtschaftsminister Al-Wazir auf die Teilnahme an der Windparkeröffnung in Freiensteinau. Wird sich der Bürgermeister, der das illegale Abholzen eines großen Waldgebietes verharmlosen wollte, nun alleine dem Gegenwind stellen?
Die Intitiatoren rufen zur Teilnahme auf: „Jetzt erst recht!“
„Unsere Botschaften und unsere ROTE KARTE haben durch den aktuell aufgedeckten Waldrodungsskandal erst noch an Bedeutung gewonnen. Sorgt dafür, dass die Windkraft-Täter eine eindrucksvolle Demo in Freiensteinau als Zeichen der landesweiten Solidarität aller Bürgerinitiativen in Erinnerung behalten werden – ob die Täter nun am „Tatort“ erscheinen oder nicht.“
Eine Studie, die im Auftrag des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein vom Kieler Institut für Tourismus- und Bäderforschung in Nordeuropa (NIT) erstellt wurde, um den Einfluss der Erneuerbaren Energien auf den Tourismus zu ermitteln, geht ausschließlich von optischen Beeinträchtigungen aus. Vermietern und Einheimischen (!) wird geraten, nicht schlecht über gebaute oder geplante Anlagen zu sprechen, denn eine große Mehrheit der Befragten gebe sogar an, die Anlagen gar nicht wahrzunehmen.
Empfehlungen dieser Art sind keine Hilfe, sondern eine Art „Maulkorberlass“, mit dem Vermieter und Kommunen genötigt werden, der Zerstörung ihrer Wirtschaft schweigend zuzusehen. Selbst wenn es den Vermietern gelingen sollte, die Windkraftindustrieanlagen schönzureden, gegen den tieffrequenten Schall und Infraschall, den Windkraftanlagen erzeugen, gibt es keine Argumente. Er wird von vielen Menschen auch dann wahrgenommen, wenn die Windkraftanlagen nicht zu sehen oder weiter entfernt sind.
Stress statt Erholung? Wer kehrt gerne an einen Ort zurück, den er mit gesundheitlichen Beinträchtigungen in Verbindung bringt?
Ein großer Teil der Bevölkerung reagiert auf tieffrequenten Schall und Infraschall mit Kopfschmerzen, Verspannungen, Verärgerung, geistige und körperliche Erschöpfung, Unzufriedenheit und Depressivität, Konzentrations-, Schlaf- und Ruhestörungen. Es muss von einer Störung der nächtlichen Cortisolrhythmik ausgegangen werden, die als Indikator für chronischen Stress angesehen wird. Auf entsprechende Literatur zu diesem Thema wurde im Statusbericht des Robert Koch-Instituts 2007 verwiesen.
Statusbericht des Robert Koch-Instituts zum Thema „Infraschall“, 2007
Der Bundesregierung waren die gesundheitlichen Probleme durch tieffrequenten Schall und Infraschall, einschließlich durch Windkraftanlagen, 2007 bekannt. Ihr lag zu diesem Zeitpunkt der Statusbericht des Robert Koch-Instituts zum Thema „Infraschall“ vor, der den Infraschall auf seine Relevanz für den vorsorgenden Gesundheitsschutz überprüft, den damaligen Wissensstand evaluiert und Forschungsbedarf aufgezeigt hat. In einem Nebensatz hatte das Robert-Koch-Institut sogar noch darauf hingewiesen, dass Windkraftanlagen „teilweise sehr nah an Wohnbereichen aufgestellt sind“. Dies hätte höchste Vorsicht und Zurückhaltung beim Ausbau von Windkraftanlagen gefordert, bevor nicht entsprechende Forschungsergebnisse vorlagen.
Außerdem weist die Studie darauf hin, dass die Zahl der Beschwerden hinsichtlich tieffrequenter Geräuschbelästigungen zugenommen hatte und der „Leidensdruck der Betroffenen häufig groß“ war. Das Robert Koch-Institut stellte 2007 einen deutlichen Mangel an umweltmedizinisch orientierten wissenschaftlichen Studien zu tieffrequentem Schall fest und sah „einen großen Handlungs- und Forschungsbedarf“ in verschiedenen Bereichen.
Machbarkeitsstudie Umweltbundesamt (UBA) zu Wirkungen von Infraschall, 2014
Sieben Jahre später, im Juni 2014, legt das Umweltbundesamt eine seit über einem Jahr erwartete Studie vor, die im Kern sogar noch hinter den Stand von 2007 zurück weicht. Das Umweltbundesamt kommt zu folgendem Ergebnis: „Aus der Literaturrecherche kann kein einheitliches Bild zur Ermittlung und Beurteilung von tieffrequenten Schallen abgeleitet werden. Insbesondere in Deutschland existieren nur wenige Untersuchungen, die sich mit Infraschall beschäftigen. Für weitere Vorhaben wurde eine Datenbank erstellt.“
Dass offenbar der Ausbau von Wnkraftanlagen geschützt werden soll, kann an dem abschließenden Satz nachvollzogen werden: „Pauschale Ansätze, die eine Prognosesituation mit dem Ziel einer Konfliktbewältigung einseitig überschätzen, wie zum Beispiel die Festlegung von Mindestabständen, erscheinen ohne fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse über die Wirkmechanismen der Geräuschquellen nicht sachgerecht.“
Zum Wohle des Deutschen Volkes?
Nicht nur der Bundespräsident, der Bundeskanzler und die Bundesminister leisten den Eid, ihre Kraft dem Wohle des deutschen Volkes zu widmen, seinen Nutzen zu mehren und Schaden von ihm zu wenden, auch Stadträte müssen schwören, zum Wohle der Stadt und ihrer Bürger zu handeln. Gegner des massiven Ausbaus von Windkraftanlagen rebellieren immer heftiger gegen die Bebauungspläne, weil Windkraftindustrieanlagen aus ihrer Sicht nicht mit der Verantwortung gegenüber der Bevölkerung vereinbar sind.
Der Schaden für die Tourismuswirtschaft könnte erheblich sein: Fast jeder achte Arbeitsplatz in Deutschland steht mit dem Tourismus in Verbindung, rund 2,9 Millionen Menschen, und damit rund sieben Prozent aller Erwerbstätigen, fanden im Jahr 2010 dank des Tourismus in Deutschland einen Arbeitsplatz. Der Tourismus trägt durch die sogenannten „direkten Effekte“ wie z.B. Flug und Bahntickets oder Hotelbuchungen mit fast 100 Milliarden Euro und damit 4,4 Prozent maßgeblich zur Bruttowertschöpfung unserer Volkswirtschaft bei. Die gesamten Konsumausgaben der Touristen in Deutschland beliefen sich 2010 auf 278,3 Milliarden Euro.
Der Ausbau der Windkraftindusttrieanlagen droht nicht nur die Strukturen der Tourismusbranche zum Kollabieren zu bringen, sondern damit die Wirtschaftsstruktur Deutschlands insgesamt .
Unterschiedliche Auslegungen der Studie
Die Ergebnisse der Studie werden sehr unterschiedlich ausgelegt.
- SHZ: „Energiewende als Tourismusbremse? Studie: Windräder als Störfaktor für Urlauber“
- Nordkurier: „Mehr Windkraft – weniger Touristen“?
- NDR: „Studie: Windräder sind Gefahr für Tourismus“
- KN-online/dpa: „Urlauber tolerieren Windräder nur bedingt“.
- Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung (AHGZ): „Touristen tolerieren Windkraft und Biogas. Nur sechs Prozent der Urlauber in Schleswig-Holstein stören sich an Windrädern und Biogasanlagen.“
- Bundesverband Windenergie: „Erneuerbare Energien und Tourismus: Gäste weniger kritisch als befürchtet“
- taz: „Ästhetischer Störfaktor Windrad“
Quellen:
- Infraschall und tieffrequenter Schall – ein Thema für den umweltbezogenen Gesundheitsschutz in Deutschland? Empfehlung des Robert Koch-Instituts. Mitteilung der Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“. Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2007 · 50:1582–1589 DOI 10.1007/s00103-007-0407-3, Online publiziert: 30. November 2007. http://edoc.rki.de/documents/rki_ab/re67flHRghoUo/PDF/22wFEQ7q9U2VE.pdf
- Machbarkeitsstudie zu Wirkungen von Infraschall. Entwicklung von Untersuchungsdesigns für die Ermittlung der Auswirkungen von Infraschall auf den Menschen durch unterschiedliche Quellen. UBA, 40/14
- http://www.dehoga-bundesverband.de/daten-fakten-trends/wirtschaftsfaktor-tourismus
- http://www.nit-kiel.de
- http://www.nordkurier.de/mueritz/mehr-windkraft-weniger-touristen-228536807.html
Den Windwahn bezahlen die Kommunen – wenn sie nicht aufpassen. Kommunen, die sich mit der Windkraft kritisch auseinandersetzen möchten, finden in einem Flyer der Gemeinde Weisenheim am Berg Anregungen und eine Art Leitfaden, um schönen Versprechungen der Windindustrie auf den Grund zu gehen.
Ausbauziele der Windindustrie
Der Ausbau der Windkraft verläuft in NRW langsamer als in Schleswig-Holstein, Hessen, Baden-Württemberg oder Rheinland-Pfalz. Gibt es einen Grund zur Hoffnung, dass NRW sich von der chaotischen Energiewende verabschiedet?

Nein, den gibt es nicht. Nordrhein-Westfalen sei „noch nicht da, wo andere schon stehen“, sagte NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) am 28.01.2014 in einem Gespräch mit dem WDR5. Er erinnerte an die Zielsetzung im Koalitionsvertrag, SPD und Grüne seien sich da „völlig einig.“
Klimaschutzstrategie NRW
Die Grundlage des Koalitionsvertrags ist die „Klimaschutzstrategie“, die am 11. Juli 2011 in einem neuen Erlass für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen („Windenergieerlass„) manifestiert wurde. Nach dem Willen der Landesregierung NRW soll der Anteil der Windenergie in Nordrhein-Westfalen von 3 % (2011) an der Stromerzeugung auf mindestens 15 % im Jahre 2020 ausgebaut werden. Hürden für die Planung seien abgebaut worden. „Starre Vorschriften, die bisher viele Investoren abschreckten, fallen weg.“
In Nordrhein-Westfalen bestünden noch Potenziale, heißt es im Windenergie-Erlass. Dies zeige die im März 2011 erschienene Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik „Potenzial der Windenergienutzung an Land“. Die Studie wurde vom Bundesverband WindEnergie e.V. herausgegeben.
Vier Punkte umreißen das Programm:
- Klimaschutzziele,
- Ankurbelung der Zuliefererindustrie sowie Forschung, Entwicklung und Lehre rund um den Maschinenbau, Werkstoffe, die Elektrotechnik und die Energiewirtschaft,
- wirtschaftliche Vorteile für Kommunen und
- Windfarmen, „an denen sich die ortsansässigen Bürgerinnen und Bürger konzeptionell und finanziell beteiligen können. Die hiermit einhergehenden Mitsprache- und Profitmöglichkeiten sind häufig geeignet, anfängliche Skepsis gegenüber der örtlichen Windenergienutzung abzubauen und die Akzeptanz der Windenergienutzung allgemein zu erhöhen“. (Nebenbei: Dies hört sich nicht nach einer bürgerfreundlichen Idee an, sondern eher danach, als wolle man Wachhunden Nahrungsbrocken hinwerfen, damit sie nicht beißen.)
Der angebliche wirtschaftliche Vorteil für die Kommunen erweist sich in vielen Bundesländern als der eigentliche Treibsatz für den aggressiven Ausbau der Windkraftanlagen. Im NRW-Windenergieerlass ist ihm unter „kommunale Wertschöpfung“ eine längere Passage gewidmet.
Sollten sich private Investoren aus dem Geschäft mit der Windkraft zurückziehen, weil entweder die Renditen nicht mehr stimmen, Subventionen gestrichen werden oder die Widerstände in der Bevölkerung zu groß werden, sind die Gemeinden gefordert, ihre Flächen zur Verfügung zu stellen, wenn das Ziel der Landesregierung erreicht werden soll.
Kommunale Wertschöpfung
Der Windenergieerlasses NRW verwendet in dem Absatz „Kommunale Wertschöpfung“ fast ausschließlich Möglichkeitsformen. Er stellt den Kommunen wirtschaftliche Vorteile in Aussicht. Gleichzeitig halst er ihnen die Lösung von Problemen und die Übernahme von Risiken auf.
Kommunen, die keine sorgfältige Kalkulation durchführen und eine hohe Bereitschaft haben, dem Drängen der Landesregierung nachzugeben, drohen erhebliche finanzielle Nachteile und ein Dauerstreit mit der eigenen Bevölkerung.
Windenergieerlass, 1.3: Kommunale Wertschöpfung (Auszug)
„Auch Kommunen und deren Einwohner können wirtschaftliche Vorteile aus dem Ausbau der Windenergie ziehen. Im Einzelnen kann die Ansiedlung von Windenergieanlagen zu Gewinnen von in der Kommune ansässigen Unternehmen, gesteigerten Einkünften Beteiligter, Zunahme des kommunalen Steueraufkommens sowie zusätzlichen Pachteinnahmen für die jeweilige Gemeinde oder deren Einwohner führen.
Serviceleistungen
Bei der Vergabe von Aufträgen für die Errichtung von Windenergieanlagen können die Kommunen Klauseln in die Nutzungsverträge mit den Betreibern von Windenergieanlagen aufnehmen, nach denen angemessene Zusatzleistungen festgelegt werden, wie z.B. die Erbringung besonderer Serviceleistungen und die Ermöglichung jederzeitiger zügiger Wartungsarbeiten. Dies ermöglicht es vor allem mittelständischen Unternehmen mit starker regionaler Verankerung, sich mit Erfolg an diesbezüglichen Ausschreibungen zu beteiligen. Im Interesse der Vertragssicherheit sollte hier allerdings darauf geachtet werden, eine unangemessene Benachteiligung der Betreiber zu vermeiden. Eine solche könnte insbesondere vorliegen, wenn sich der Betreiber bereits selbst an bestimmte Unternehmen gebunden hat. Soweit kein Vergabeverfahren erforderlich ist, muss sichergestellt werden, dass die Vergütung des beauftragten Unternehmens zu Marktkonditionen erfolgt.
Direktvermarktung
Ferner kann auch vereinbart werden, dass der Betreiber einer Windenergieanlage andere Gegenleistungen erbringt, welche den Einwohnern der betreffenden Kommune direkt zugute kommen würden. Denkbar wäre hier in erster Linie eine Direktvermarktung des erzeugten Stroms vor Ort nach § 17 EEG zu einem Preis, der unter dem der großen überregionalen Stromanbieter liegt. In einem solchen Fall sollte durch langfristige Bezugsverträge zwischen den Einwohnern und dem Betreiber ein gleichbleibend niedriges Preisniveau sichergestellt werden. Entsprechende Modelle werden in einigen Kommunen bereits erfolgreich praktiziert, etwa in der Gemeinde Lichtenau-Asseln. Dort garantiert die Betreibergesellschaft des örtlichen Windparks ihren Kunden für zehn Jahre einen Strompreis, der deutlich unter dem Standardtarif eines überregionalen Versorgers liegt (www.windparklichtenau.de).
Kulturelle oder ökologische Belange
Ebenso könnte die Förderung von sozialen, kulturellen oder ökologischen Belangen in der Kommune durch den Betreiber erwogen und mittels eines öffentlich-rechtlichen Vertrags abgesichert werden. Durch eine solche Vorgehensweise könnte die Akzeptanz der Windenergieanlagen vor Ort voraussichtlich erheblich gesteigert werden und so ein über rein monetäre Gesichtspunkte hinausgehender Mehrwert geschaffen werden, der durch die Vereinigung von ökologischen, ökonomischen und sozialen Aspekten dem Leitbild der nachhaltigen kommunalen Entwicklung entsprechen würde. Im Rahmen einer solchen Vorgehensweise ist allerdings darauf zu achten, dass das Koppelungsverbot nicht verletzt wird. Aus diesem Grunde scheiden direkte Zahlungen seitens der Betreiber regelmäßig aus. Empfehlenswert ist stattdessen eine indirekte Förderung über die Gründung einer Bürgerstiftung, welche mit Vertretern verschiedener lokaler Vereine, Verbände und Gremien besetzt ist. Die Stiftung könnte vom Betreiber mit Finanzmitteln ausgestattet werden.
Pachtzins
Am weitreichendsten ist die kommunale Wertschöpfung, wenn die Windenergienutzung auf Flächen stattfindet, die im Eigentum einer Kommune stehen oder auf denen die Kommune ein Nutzungsrecht hat. Dadurch wird die Erhebung eines Pachtzinses für die Nutzung der Flächen ermöglicht. Die Höhe der jährlichen Pacht wird sich in der Regel an der Anzahl und der Leistungsfähigkeit der auf dem betreffenden Grundstück errichteten Windenergieanlagen orientieren. Auf diese Weise können Kommunen an den Erträgen und Potentialen des Repowering von Altanlagen teilhaben. Soweit die Verpachtung von Grundstücken durch die Kommune mit einer Verpflichtung des Investors zur Errichtung von Windenergieanlagen auf dem Grundstück verbunden wird, ist in dieser eine öffentliche Baukonzession zu sehen, was die Anwendbarkeit des Vergaberechts zur Folge hat (OLG Bremen, Beschl. v. 13.03.2008 – Verg 5/07).
Weisenheim geht Versprechungen auf den Grund
Die Ortsgemeinde Weisenheim am Berg, Rheinland-Pfalz, hat sich mit den Chancen und Risiken der Ortsgemeinde am Bau und Betrieb eines Windparks auseinandergesetzt. Dabei ist sie auf einen erstaunlichen Zusammenhang gestoßen. In einem Flyer erklärt die Kommune:
„Rheinland-Pfalz hat wenig Wind. Deshalb zögern kommerzielle Investoren und bauen Windräder lieber in Bundesländern mit viel Wind. Ganz offensichtlich sollen die Kommunen diese Lücke füllen und „Kommunale Windparks“ bauen. Und wir müssten uns weiter verschulden, um in einen Windpark investieren zu können.“
Macht das Sinn? – fragte sich die Ortsgemeinde. Um „genügend Informationen für sachgerechte Entscheidungen zu bekommen“ hat die Gemeinde Ende September 2013 eine Arbeitsgruppe eingerichtet. Das Ergebnis hat sie Ende November 2013 den Fraktionen übergeben. In dem einem Flyer stellt sie dar, was es für sie bedeuten würde, in einen Windpark auf ihrem Gemeindeland zu investieren:
- Kann eine Ortsgemeinde mit einem Windpark im Gemeindewald eigentlich Geld in ihre Kasse bekommen?
- Gibt es Investoren, die hier in unserem Wald ein Industriegebiet zur Erzeugung von Windstrom planen, erschließen, bauen und betreiben wollen?
- Was kostet der Grüne Strom aus Windrädern wirklich?
- Waren Windräder nicht für den Klimaschutz gedacht und nicht als Einnahmequelle für Gemeinden?
- Windparks – Eine neue Einnahmequelle für die Ortsgemeinde?
Kommunen, die sich mit der Windkraft kritisch auseinandersetzen möchten, finden hier genügend Anregungen und eine Art Leitfaden, um schönen Versprechungen auf den Grund zu gehen.
Die Erfahrungen in Weisenheim und in einer ständig wachsenden Zahl von Kommunen zeigen, wie wichtig es ist, auch die im März 2011 erschienene Studie des Fraunhofer Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik „Potenzial der Windenergienutzung an Land“ .
Das Fazit der Ortsgemeinde
An Stelle eines Schlusswortes zitiert die Ortsgemeinde Weisenheim am Berg den Sachverständigenrat der Bundesregierung. In seinem Jahresgutachten 2013, Seite 415, schreibt er:
„Vor etwas mehr als zwei Jahren wurde von der Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP die beschleunigte Energiewende ausgerufen. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens, das letztlich auf einen kompletten Umbau des gesamten Systems der Energieversorgung abzielt, steht die Versorgung mit Elektrizität nach wie vor im Mittelpunkt: Insbesondere soll die Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien spätestens im Jahr 2050 mit mindestens 80 % den dominierenden Anteil darstellen. Dieses Großprojekt wird derzeit ohne ein schlüssiges Gesamtkonzept umgesetzt. Die zentrale nationale Großbaustelle ist, neben dem erforderlichen Netzausbau und -umbau, die Frage, wie die Kosten des Zubaus erneuerbarer Energien minimiert und das zukünftige Strommarktdesign so definiert werden können, dass gleichermaßen der Kapazitätsaufbau und -erhalt konventioneller Kraftwerke sichergestellt werden kann und der subventionsfreie Aufbau erneuerbarer Energien ermöglicht wird. Die klimapolitische Zielsetzung der Energiewende ist im nationalen Rahmen ohnehin nicht erreichbar.“
Quellen:
- http://ruhrkultour.de/wp-content/uploads/2015/12/Flyer_Weisenheim.pdf
- Erlass für die Planung und Genehmigung von Windenergieanlagen (Windenergieerlass NRW)
- Potenzial der Windenergienutzung an Land (Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) Abteilung Energiewirtschaft und Netzbetrieb)
Das Antiwindkraftlied
(T. u M.: Martin Caba) (mehr …)
Es sollte eigentlich selbstverständlich sein, dass bei der Genehmigung von Windkraftanlagen das im Bundes Immisionsschutzgesetzt (BImSchG) verankerte Vorsorgeprinzip beachtet wird. Aber dies ist nicht der Fall. Ist der Bau von Windkraftanlagen erst einmal der Staatsraison unterworfen, werden die Aussichten für objektive, wissenschaftliche Untersuchungen schwieriger. Die Windkraft ist nach dem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie zur Staatsraison geworden.

In dem Windenergie-Erlass des Landes Bayern vom 20.12.2011 heißt es zum Thema Infraschall bei Windkraftanlagen (WKA) beispielsweise:
“Messungen zeigen, dass eine WKA nur einen Bruchteil des in der Umgebung messbaren Infraschalls erzeugt. Der Hauptanteil kommt vom Wind selbst und zwar unabhängig von der WKA. Schädliche Umwelteinwirkungen durch Infraschall von WKA konnten bisher nicht durch wissenschaftliche Untersuchungen belegt werden. Bereits ab einem Abstand von 250 m von einer WKA sind im Allgemeinen keine erheblichen Belästigungen durch Infraschall mehr zu erwarten. In diesen Fällen ist keine weitere Prüfung zum Infraschall geboten.Auch Infraschall unterliegt den Gesetzen der Akustik (VG Würzburg Urteil vom 7. Juni 2011, AZ W 4 K 10.754). Bei komplexen Einwirkungen, über die noch keine hinreichenden wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen, gebietet die staatliche Schutzpflicht aus Art. 2 Abs. 1 GG nicht, alle nur denkbaren Schutzmaßnahmen zu treffen. Deshalb ist der Verordnungsgeber nicht verpflichtet, Grenzwerte zum Schutz von Immissionen zu verschärfen (oder erstmals festzuschreiben), über deren gesundheitsschädliche Wirkungen keine verlässlichen wissenschaftlichen Erkenntnisse vorliegen (BVerfG, Nichtannahmebeschluss vom 28. Februar 2002, AZ 1 BvR 1676/01).”
Ist der Bau von Windkraftanlagen erst einmal der Staatsraison unterworfen, werden die Aussichten für objektive, wissenschaftliche Untersuchungen schwieriger. Die Windkraft hat diesen Status nach dem schnellen Ausstieg aus der Kernenergie zweifellos erhalten. Oder, wie die BUND-Chefin Brigitte Dahlbender sagte: „Eine sofortige Energiewende ist alternativlos und sowohl umweltschonend als auch wirtschaftlich und sozialverträglich möglich.“ (Stuttgarter-Zeitung, 25.05.2012).
Entsprechen die Behauptungen dem aktuellen Erkenntnisstand?
Ausgerechnet Vertreter von BUND und Nabu, die aufklärend tätig sein wollen, bezeichneten die Bedenken von Wissenschaftlern gegen Windkraftanlagen wegen ihrer gesundheitsschädlichen Auswirkungen als „Argumente von vorgestern“. (siehe: “Brauchen wir Stromtrassen?“)
Die Basis der deutschen Verwaltungsgerichte sind zwei Studien. Bei der einen handelt es sich um die dreißig Jahre alte Studie von Ising, „Infraschallwirkung auf den Menschen“, 1982, bei der anderen um die “Studie zum Einfluss hoher Schallquellen auf die Schallausbreitung”. Sie wurde vom Landesumweltamt NRW in Auftrag gegeben. Es wurde eine Monopol-Schallquelle in einer Höhe von 140 Meter über Grund für die Simulation zukünftiger Windenergieanlagen verwendet.
Quellen:
- Windenergie-Erlass des Landes Bayern vom 20.12.2011
- LIM – Institut für Meteorologie, Universität Leipzig: Studie zum Einfluss hoher Schallquellen auf die Schallausbreitung, 2006
- Wissenschaftliche Mitteilungen aus dem Institut für Meteorologie der Universität Leipzig, Meteorologische Arbeiten (XI) und Jahresbericht 2005 des Instituts für Meteorologie der Universität Leipzig, 2006, S. 81-88, S.83)
- Ising „Infraschallwirkung auf den Menschen“, 1982
(Auszug aus: Infraschall bei Windkraftanlagen: Gefährlich oder nicht – wer hat Recht?)
„Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. sieht durch die 2011 beschlossene Energiewende und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Windkraft- und Photovoltaikanlagen die historischen Kulturlandschaften Deutschlands erheblich bedroht.“ Im Greifswalder Appell plädiert der Verband dafür, weitere gravierende Beeinträchtigungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.
Der Appell des Verbandes Deutscher Kunsthistoriker zeugt vom letzten Rest an Umweltbewusstsein, wie man ihn eigentlich von Parteien, insbesondere von den Grünen, und von den Natur- und Umweltschutzorganisationen erwartet hätte. Die Zerstörung der Landschaft wird jedoch bewusst vorangetrieben, ist politisch gewollt und von Umweltschützern gebilligt.
Von Umwelt- und Naturschützern fehlt ein Bekenntnis zu identitätsstiftenden Merkmalen der Landschaft. Der BUND und viele andere versagen vor einer historischen Aufgabe, ducken sich in Demut oder treiben, wie beispielsweise der Bund Naturschutz in Bayern, Kreisgruppe Ansbach, den Ausbau der Windkraftindustrieanlagen sogar noch voran. Die Naturschutzorganisationen haben den Blick für die Natur verloren.
Der Kunsthistoriker-Verband beklagt die Landschaftszerstörung: „Besonders deutlich ist der Landschaftswandel bereits jetzt in Norddeutschland zu bemerken, wo der weite, unverstellte Blick auf den Horizont zu den identitätsstiftenden Merkmalen der Landschaft zählt. Die Kunsthistoriker sehen, was Umwelt- und Naturschützer nicht sehen wollen, dass mit dem Bau einer neuen Generation von Windkraftanlagen begonnen wurde, „deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar. Die Anzahl der Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein betrug im vergangenen Jahr 185 Anlagen je 1000 Quadratkilometer.“
Der Kunsthistoriker-Verband sieht die Landschaft in Deutschland „in hohem Maße kulturbestimmt“, als eine Kulturlandschaft, die sich in vielen Regionen zu einer Denkmallandschaft verdichtet habe, „deren Erforschung, Interpretation und Schutz zu den Kernaufgaben der Kunstgeschichte gehören.“ Aus dieser Sicht schöpfen die Kunsthistoriker ihre Legitimation, auf die Zerstörung der Landschaft hinzuweisen. In vielen Landesteilen sehen sie die Grenze der Belastbarkeit der überlieferten Kulturlandschaft erreicht, manchmal bereits überschritten. „In Mecklenburg-Vorpommern waren es im vergangenen Jahr 1419 einzelne Anlagen und damit 62 je 1000 Quadratkilometer. Mit einer weiteren massiven Verdichtung der Anlagen ist durch die beschleunigte Umsetzung der Energiewende zu rechnen.“
Der Verband Deutscher Kunsthistoriker plädiert im Greifswalder Appell dafür, die Bedenken von Denkmalpflegern und engagierten Bürgern ernst zu nehmen, um weitere gravierende Beeinträchtigungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.
Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmalwerte in der Landschaft bei der Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen
verabschiedet von der Mitgliederversammlung auf dem 32. Deutschen Kunsthistorikertag in Greifswald am 22.03.2013
Bedrohte Kulturlandschaft
Greifswalder Appell zur Beachtung der Denkmalwerte in der Landschaftbei der Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen
Die Landschaft in Deutschland ist in hohem Maße kulturbestimmt. In vielen Regionen hat sich die Kulturlandschaft zu einer Denkmallandschaft verdichtet, deren Erforschung, Interpretation und Schutz zu den Kernaufgaben der Kunstgeschichte gehören. Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. sieht durch die 2011 beschlossene Energiewende und den damit verbundenen Ausbau der erneuerbaren Energien mit neuen Windkraft- und Photovoltaikanlagen die historischen Kulturlandschaften Deutschlands erheblich bedroht. Besonders deutlich ist der Landschaftswandel bereits jetzt in Norddeutschland zu bemerken, wo der weite, unverstellte Blick auf den Horizont zu den identitätsstiftenden Merkmalen der Landschaft zählt.
Inzwischen wurde mit dem Bau einer neuen Generation von Windkraftanlagen begonnen, deren Höhe nicht mehr wie früher um die 60 Meter, sondern bis zu 200 Metern beträgt. Sie werden damit deutlich höher als der Kölner Dom. Solche Anlagen sind in der norddeutschen Tiefebene über viele Kilometer sichtbar. Die Anzahl der Windenergieanlagen in Schleswig-Holstein betrug im vergangenen Jahr 185 Anlagen je 1000 Quadratkilometer. In vielen Landesteilen sehen wir die Grenze der Belastbarkeit der überlieferten Kulturlandschaft damit erreicht, manchmal bereits überschritten. In Mecklenburg-Vorpommern waren es im vergangenen Jahr 1419 einzelne Anlagen und damit 62 je 1000 Quadratkilometer. Mit einer weiteren massiven Verdichtung der Anlagen ist durch die beschleunigte Umsetzung der Energiewende zu rechnen.
Zehntausende Denkmale werden im gesamten Bundesgebiet durch die Errichtung neuer Photovoltaik- und Windkraftanlagen in ihrem Wirkungsraum beeinträchtigt. Um nur ein einziges Beispiel zu nennen: Bereits heute ist die Silhouettenwirkung der Stadt Prenzlau in der Uckermark durch die umliegenden Windkraftanlagen nachhaltig gestört. Ausgerechnet hier, wo der berühmte, weithin sichtbare Schaugiebel und die Türme der Marienkirche das Stadtbild seit Jahrhunderten prägen, werden die historisch gewachsenen Dimensionen durch Windkraftanlagen an der Stadtperipherie ignoriert. Diese Nutzbauten erreichen die Höhe der stadtbildprägenden historischen Denkmäler, ja übertreffen sie an manchen Stellen. Dass damit eine massive Beeinträchtigung von Denkmalwerten verbunden ist, steht außer Frage. Dem Schweigen sämtlicher politischer Parteien zu diesem Problem – auch solcher, denen der Landschafts- bzw. Kulturlandschaftsschutz ureigenste Sorge sein müsste – setzen wir unsere Stellungnahme entgegen.
Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. wendet sich nicht gegen die Energiewende, plädiert aber dafür, die Bedenken von Denkmalpflegern und engagierten Bürgern ernst zu nehmen, um weitere gravierende Beeinträchtigungen der historischen Kulturlandschaften zu verhindern.
Der Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. fordert daher:
- die grundsätzliche Beachtung der kulturellen Werte als identitätsstiftende Bausteine der Kulturlandschaften in Deutschland,
- das vollständige Freihalten der wertvollen historischen Kulturlandschaften von den genannten Anlagen,
- die Einhaltung von Mindestabständen zwischen den Windkraftanlagen und den Denkmalen,
- die Einbeziehung der Denkmalpflege als zuständiger Fachbehörde bereits im Vorfeld aller Planungsverfahren und ihre zureichende Ausstattung mit Personal.
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Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V.
Der Berufsverband Verband Deutscher Kunsthistoriker e.V. wurde 1948 gegründet. Er vertritt die Interessen der in Deutschland bzw. in deutschen Institutionen tätigen Kunsthistoriker jeder Nationalität. Derzeit hat er knapp 3.000 Mitglieder. Er nimmt öffentlich Stellung zu aktuellen Fragen der Denkmalpflege, der Museumspolitik und der kunsthistorischen Ausbildung. Alle zwei Jahre organisiert der Verband den Deutschen Kunsthistorikertag, die zentrale, national und international orientierte Fachtagung der Kunsthistoriker in Deutschland.
Die Kunstgeschichte befasst sich als Fach innerhalb der Geisteswissenschaften mit der Kunst vom frühen Mittelalter bis heute. Kunstgeschichte und Kunstwissenschaft umfassen die künstlerischen Gattungen Architektur, Skulptur, Malerei, Graphik, das sogenannte Kunstgewerbe, Fotografie, Film, Performance, Environment, Videokunst, Netzkunst und viele mehr.
Kunsthistoriker erfüllen den Auftrag, die aus der Vergangenheit überkommenen Werke und Werkkomplexe vom isolierten Einzelstück bis hin zum gewachsenen Ensemble zu erhalten, zu sammeln, in der Erforschung möglichst umfassend zu deuten und damit gegenwärtig und für die Zukunft lebendig zu erhalten. Analoges gilt für die Werke zeitgenössischer Kunst.
(aus: http://www.kunsthistoriker.org/wirueberuns.html) [bg_faq_end]
Titelfoto: www.mainova.de
Sondermüll – Eine Schattenseite der Windkraft
„Windräder erzeugen umweltfreundlichen Strom, können jederzeit wieder demontiert werden ohne strahlende Erde zu hinterlassen und sie helfen die CO 2 Problematik zu entschärfen.“ So oder ähnlich werben die Hersteller von Windkraftindustrieanlagen, aber auch die Anhänger der Erneuerbaren Energien. Ein Problem mit den Windrädern gibt es für sie nicht. Abgerechnet sieht die Realität der Energiewende jedoch anders aus: Windkraftanlagen sind SONDERMÜLL!
Bis 2005 landeten die toxischen, kleingeschnittenen Flügel auf Deponien. Diese Möglichkeit der Entsorgung fiel erst durch ein Gesetz aus dem Jahr 2005 weg. Seitdem bleibt nur die thermische Beseitigung und Verwertung, vorrangig in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken oder der Export oder die Deponierung. Nach dem Recycling, falls es denn stattfindet, bleiben dennoch schätzungsweise an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls zurück.
Windkraftindustrieanlagen – Ein wachsendes Problem

Zurzeit drehen sich in Deutschland etwa 22.000 Windräder. Windkraftanlagen nach Herstellerangaben eine durchschnittliche Lebensdauer von etwa 20 Jahren. Das bedeutet, dass in absehbarer Zeit viele Windkraftanlagen der ersten Generation, die eine durchschnittliche Lebensdauer von 20 Jahren haben, ausgewechselt werden müssen. Hinzu kommt die Zahl der technisch noch einwandfrei funktionierenden Windkraftanlagen, die aufgrund des Fortschritts der Branche aus ökonomischen und ökologischen Gründen teilweise bereits vorzeitig durch neuere Anlagentypen ersetzt werden. Dieser Austausch wird als „Repowering“ bezeichnet. Außerdem ist damit zu rechnen, dass der Austausch von Anlagen sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch weiter beschleunigen wird, „weil geeignete Standorte für Windenergieanlagen in Deutschland immer knapper werden“, so die Einschätzung von Holcim Deutschland, einem Schweizer Zementhersteller. Wohin also mit dem Windkraft-Müll?
Die Wiederverwertung des Fundaments
Der Beton aus dem Fundament, die Stahltürme und das Kupfer aus den Generatoren können relativ einfach verwertet werden, zum Beispiel im Straßenbau sowie in Stahlwerken. Wenn aber die Kosten der Verwertung zu hoch sind, bleiben die Windräder stehen und verrotten vor sich hin.
Die Wiederverwertung der Rotorblätter und Gondeln
Entsorgungsprobleme bereiten dagegen die Werkstoffe der Rotorblätter sowie Gondeln. Die Rotorblätter bestehen aus Glasfasern und Epoxidharz, die schwer voneinander zu trennen sind. Deshalb landeten die toxischen, kleingeschnittenen Flügel bis zur Regelung durch ein Gesetz aus dem Jahr 2005 auf Deponien. Seitdem bleibt neben der Ansammlung unbrauchbarer Rotorblätter oder deren Versand ins Ausland nur die thermische Beseitigung und Verwertung, vorrangig in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken. Nach dem Recycling bleiben schätzungsweise an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls zurück.
Die Rotorblätter bestehen aus mehreren Schichten Glas- oder Kohlefasern. Sie werden manuell mit Kunstharz verklebt und später im Verbund mit anderen Elementen zum fertigen Rotor integriert. Wird das Harz verbrannt, entstehen toxische Gase, die aufwändig gefiltert werden müssen. Die Glasfasern können zudem beim Schmelzen die Müllverbrennungsanlagen verstopfen und als lungengängiger Feinstaub in die Umwelt gelangen.
Beim sogenannten Downcycling werden die Faserwerkstoffe energieaufwändig zu Schnipseln geschreddert, um in minderwertigen Produkten, etwa Parkbänken oder Verkleidungsteilen, mit hohem Energieaufwand wieder verarbeitet zu werden. Dies ist keine sinnvolle Option: „Brauchen wir so viele Parkbänke?“, fragt Ralf Schledjewski vom Institut für Verbundswerkstoffe an der Universität Kaiserslautern.
Die teuerste Art, Beton herzustellen
Ein niedersächsisches Entsorgungsunternehmen verarbeitet ausgemusterte Rotorblätter und macht daraus, wie es auf der Internetseite „Innovatives Niedersachsen“ heißt, einen „erstklassigen Rohstoff für die Zementindustrie“. Auf seiner Homepage betont das Unternehmen: „Dieses System ist absolut restefrei und garantiert die 100%ige Verwertung von ausgedienten Rotorblättern.“
Die Rotorblätter werden mit einer mobilen Schneideanlage vor Ort zerlegt, auf dem Firmengelände weiter zerkleinert, geschreddert und gemahlen: „So werden die Flügel in zweifacher Form genutzt: als Brenn- und als Rohstoff.“ Der Kleber werde rückstandslos verbrannt, in der Asche blieben wertvolle Mineralien zurück. Darunter Siliziumoxid – eine Verbindung aus dem Halbmetall Silizium und Sauerstoff. In einem trockenmechanischen Verfahren werden die zerkleinerten Flügel zu einem „hochwertigen Ersatzstoff“ für die Zementindustrie verarbeitet. Sie werden unter sehr hohem Energieaufwand auf 2000 Grad Celsius erhitzt, und die Stoffe werden rückstandslos verwertet. Das in den Glasfaserschnipseln enthaltene Silizium ersetzt Teile des Sands, der dem Prozess bisher zugeführt werden musste.
Nicht erwähnt wird, dass dies riesige Energiemengen erfordert und weiterhin den Einsatz von Steinkohle erfordert, denn die Wärmeenergie des verbrennenden Rotorblattes vermindert den Einsatz des fossilen Rohstoffes nur zur Hälfte. Dies ist die teuerste Art, Beton herzustellen.
Das Rücknahmesystem ist freiwillig
Das Rücknahmesystem ist freiwillig und wird von den Herstellern oder Betreibern der Windkraftindustrieanlagen kaum in Anspruch genommen. Die Wunschvorstellung von einem geschlossenenen Stoffkreislauf“ wird durch die rechnerischen Fähigkeiten der Windparkbetreiber zunichte gemacht; denn mehrere Tausend Euro je Flügel, die das Recycling kostet, sind ihnen schlicht zu teuer. Deshalb fordern Recycling-Unternehmen gesetzlich vorgeschriebene Recyclingquoten für Windanlagen. Diese Verpflichtungen würden letztendlich die Stromkunden bezahlen müssen. Ein Gesetz gibt es noch nicht, weil für Investoren die Branche noch weiter an Attraktivität verlieren würde und die Akzeptanz für weiter steigende Strompreise in der Bevölkerung fehlt.
Was passiert also mit den ausgedienten oder irreparabel beschädigten Rotorblättern?
Ab 2020 wird das Problem akut werden, weil dann jährlich mehr als 15 000 Tonnen Flügelmaterial entsorgt werden müssen. Bisher werden abmontierte Windräder nach Osteuropa, dem Baltikum sowie nach Afrika und in die USA exportiert, wie ein Sprecher des Bundesverbands Windenergie sagt. Wird der Export auch weiterhin möglich sein? Oder werden in den bisherigen Exportländern Neuanlagen bevorzugt werden? Was geschieht dort mit den unbrauchbar gewordenen Rotorflügeln? Ein Unternehmer im Repowering-Geschäft sieht wegen der großen Anzahl Windanlagen, die anfallen werden, kaum eine Chance, die alle weiterzuverkaufen. Der Export könnte auch an den wachsenden Transportkosten scheitern. Dann würden die meisten Rotorblätter wahrscheinlich hier im Land irgendwo deponiert.
Da war doch noch was …
Im Internet berichtet ein Arbeiter über gesundheitliche Probleme bei der Herstellung von Rotorblättern. „Ich habe als Leiharbeiter einige Zeit die Flügel für diese Anlagen gefertigt. Viele Arbeitnehmer leiden an Allergien. Der anfallende Müll ist Sondermüll. Wird die Anlage verschrottet, ist sie verständlicherweise ebenfalls Sondermüll. Nachdem ich mir andere Arbeit suchte, und diese auch fand, ging es mir merklich besser. Vor dem Job war ich ebenfalls glühender Anhänger der Windenergie. Nun nicht mehr!“
„Bei der konventionellen Müllverbrennung entwickelt das Harz toxische Gase, die aufwendig gefiltert werden müssen. Bei der Herstellung werdne die diversen Bestandteile verklebt. Dieses geschieht mit dem Kunstharz. Nach kurzer Zeit erwärmt sich das Harz und dunstet natürlich auch aus. Kein schöner Geruch. Alleine bis zur Herstellung eines kompletten Flügels entstehen mehrere Container Sondermüll. Dann kann man sich natürlich auch noch ausmalen, was geschieht, wenn so eine Anlage einmal komplett entsorgt werden muß. Und, nein, ich arbeite nun weder n einem sicheren AKW oder einem sauberen KKW. Aber ist es nicht besser, wenn ich nun ohne Kopfschmerzen und Hautausschlag lebe? Von der besseren Atmung ganz zu schweigen. Mir geht es nun bedeutend besser! Einzelfall? Nein!“
Fazit:
In Kenntnis unserer marktwirtschaftlichen Verhaltensweisen werden wir die gesundheitlichen Risiken der Erneuerbaren Energien ignorieren, uns an den Anblick vieler abgeschalteter, vor sich hin verrottender Windmühlen in Feld, Wald und Wiese gewöhnen müssen, in der Gewissheit, dass es den Windrädern eines Tages gelingen wird, durch ein letztmaliges Aufbäumen gegen den Wind, sich selbst in seine Bestandteile zu zerlegen und gleichmäßig in die Umgebung zu verteilen. Wehe dem, der in der Nähe einer Windkraftanlage wohnt.
Zum Nachlesen:
- https://meta.tagesschau.de/id/79068/union-und-spd-besiegeln-kuerzungen-bei-windkraft
- http://www.oz-online.de/-news/artikel/110342/Alte-Windkraft-Anlagen-sollen-bis-zum-Sommer-weg
- http://www.erneuerbareenergien.de/der-kreislauf-schliesst-sich/150/475/28812/
- http://www.zeit.de/wirtschaft/2011-09/windrad-recycling
- http://ruhrkultour.de/wp-content/uploads/2019/04/Kreislaufwirtschaft-in-der-Windkraft-⋆-CleanEnergy-Project.pdf
- http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/maschinenbau/pdf/beitrag1.pdf
- http://www.vernunftkraft.de/problem-rotorblatt-schwierige-trennung/
- http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/technik-wie-entsorgt-man-windkraftfluegel-63335.html
Ergänzt:
- 03.02.1015: http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/das-ungewisse-schicksal-ausgedienter-windraeder-a-1016301.html
Foto: Didgeman, pixabay
Nepp, Fallen und windige Versprechungen
Solardachbetrug und Bürgerwindpleite
In Deutschland läuft eine Geldbeschaffungsmasche von epochalem Ausmaβ. Ziel sind die Spargroschen vieler gutgläubiger Bürger. Man lockt sie mit Versprechungen von sicheren Geldanlagen, mit denen gleichzeitig ein Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz geleistet werde. Landauf, landab bemühen sich zahllose groβe und kleine Firmen und Vertretungen darum, Solarplantagen oder Bürgerwindparks an den Mann zu bringen. Doch Vorsicht: In dieser Billionen-Euro-Branche haben sich längst mafiöse Strukturen herausgebildet, sind Lug und Betrug gang und gäbe geworden.
Zunächst einmal: Mit Hilfe des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) kann man tatsächlich reich werden, sehr reich sogar. Einige Spitzenvertreter der Branche sind inzwischen im exklusiven Klub der deutschen Milliardäre zu finden, und auch manch anderer Windbauer oder Solarplantagenbesitzer hat es zu durchaus respektablem Reichtum in mehrstelliger Millionenhöhe gebracht. Doch neben diesen Vorzeige-Gewinnlern gibt es auch Verlierer, die sich von angeblich sicheren Gewinnen verlocken lieβen, ihre oft mühsam erarbeiteten Ersparnisse in solche Projekte zu investieren, um hinterher festzustellen, dass die tatsächlichen Erträge nicht dem entsprachen, was ursprünglich versprochen wurde [WIND1, WIND2]. Man hört auch von Fällen, wo die Anleger draufzahlen müssen, statt zu verdienen. Davon liest man natürlich nichts in den bunten Prospekten oder den professoral klingenden Gutachten, mit denen arglose Bürger dazu verleitet werden sollen, ihre Ersparnisse zur Verfügung zu stellen. Und in der einschlägigen Fachpresse sowie den zahllosen Internetportalen, die von den Anzeigen der entsprechenden Industrie leben, sucht man entsprechende Negativmeldungen natürlich vergeblich.

Ertragsrisiken – Wind
Wer sich mit Prospekten über Windkraftprojekte beschäftigt, wundert sich häufig über erstaunlich optimistische Angaben über die bei diesen Vorhaben zu erwartenden Stromerträge. Da Laien keine Möglichkeit haben, Windverhältnisse für einen Standort zu ermitteln, werden hierfür Expertisen eingeholt. Diese verwenden wiederum häufig Computermodelle, die zuverlässig sein können – oder eben auch nicht, wie ja auch die Erfahrung mit Wetterberichten immer wieder zeigt. So kann man beispielsweise für deutsche Offshore-Windparks in der Nordsee Prognosen finden, die von 40-46 % Nutzungsgrad im Jahr ausgehen [TRIA]. Das sind fantastische Werte – so sie denn stimmen sollten. Da es für dieses Seegebiet bisher kaum Langzeit-Erfahrungen gibt, empfiehlt sich ein Blick auf reale Betriebswerte beispielsweise in Groβbritannien. Dort hat man im Offshorebereich schon seit langem umfassende Erfahrungen mit zahlreichen Windfarmen gesammelt – und geht von lediglich 29,7 % Nutzungsgrad aus [UKWE].

Auch bei landgestützten Anlagen ist anzuraten, sich die in Prospekten präsentierten Zahlen kritisch anzusehen. So gibt es Meldungen, dass Banken bei Finanzierungen davon ausgehen, dass die Angaben von Windgutachten systematisch um 17,5 % zu hoch liegen. Tatsächlich sind Nutzungsgrade oberhalb von 20 % nur an wenigen Standorten zu erwarten. Der langzeitige Mittelwert für Deutschland liegt bei lediglich 16,8 %. Die geographische Lage hat dabei entscheidenden Einfluss, wie die Aufstellung der Nutzungsgrade nach Bundesländern für das Jahr 2010 zeigt. Schlusslicht ist Baden-Württemberg. Dort waren die Winderträge in den ersten Monaten des Jahres 2013 bei einer Anlagenauslastung von lediglich 4,9 % geradezu katastrophal schlecht [WIBW]. In einer kürzlich erstellten Studie über die Wirtschaftlichkeit von Windparks findet sich folgender Satz: „Rund die Hälfte aller kommerziellen onshore-Windparks laufen so schlecht, daß deren Anleger froh sein können, wenn sie nach 20 Jahren ihr Kommanditkapital zurückbekommen haben“ [ERFA].
Ertragsrisiken – Fotovoltaik

Auch bei Fotovoltaikanlagen ist nicht alles Gold, was glänzt. Was zählt, sind Südlagen mit viel Sonnenschein bei klarem Himmel. Aussagen wie die, Solarzellen würden auch bei bedecktem Himmel noch Strom liefern, sind bestenfalls akademischer Schnickschnack. Wohnt man in einem Talkessel mit Abschattung oder häufiger Inversionswetterlage, so sitzt man schon auf der Verliererseite. Falsche Dachneigung, unzureichende Südorientierung oder Schatten von Nachbars Baum können die Erträge dramatisch mindern. Was viele nicht wissen: Selbst Teilabschattungen können den Ertrag eines betroffenen Paneelstrangs deutlich verringern. Weitere Faktoren, die sich nachteilig auf den Ertrag auswirken, sind Verschmutzung durch Staub sowie Abschattung durch Pflanzenwuchs bei niedrig aufgeständerten Plantagen oder – in diesem Winter häufiger zu beobachten
– durch Schnee und Eis. Für Deutschland ist von einem durchschnittlichen Langzeit-Nutzungsgrad von etwa 7,5 % auszugehen. Bei Angaben, die wesentlich darüber liegen, sollte man Vorsicht walten lassen.
Betriebs- und Lebensdauerrisiken – Wind
Windenergieanlagen sind hochkomplexe technische Produkte und unterliegen enormen Beanspruchungen, zudem sind sie der Witterung ausgesetzt. Deshalb sind Schäden früher oder später unausweichlich. Reparaturen in Höhen von 100 m Höhe sind teuer, vor allem, wenn beim Austausch groβer Teile ein Kran eingesetzt werden muss. Die Schummeleien bezüglich der Verfügbarkeiten von WKA beginnen schon bei den Angaben zur Lebensdauer, die vielfach mit 25 Jahren angegeben wird [TRIA]. Interessanterweise gibt der weltgröβte Hersteller Vestas in eigenen Lebensdaueranalysen Auslegungslebensdauern von lediglich 20 Jahren an [VEST1]. Zu den von anderen Herstellern angegebenen 25 Jahren ist das immerhin ein Unterschied von 25 %. Zu den Schwachpunkten von Windenergieanlagen gehören insbesondere auch die Getriebe, deren Ersatz äuβerst aufwendig ist. Hier rechnet die erwähnte Analyse damit, dass innerhalb der Lebensdauer der Anlage einmal ein Austausch fällig werden dürfte.

Nachdenklich stimmen sollte insbesondere das Ergebnis detaillierter Untersuchungen der britischen Renewable Energy Foundation über die Entwicklung der Produktivität von Windenergieanlagen in Groβbritannien und Dänemark [HUGH]. In dieser Langzeitstudie wurde festgestellt, dass die Nutzungsgrade britischer Windfarmen von ursprünglich ca. 24 % innerhalb von 10 Jahren auf 15 % abfallen und nach 15 Jahren lediglich noch 11 % erreichen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass wenige Windkraftanlagen länger als 12-15 Jahre arbeiten werden.
Ein in Zukunft vermutlich wachsendes Risiko könnte auf Landbesitzer zukommen, die ihre Grundstücke an Windenergieanlagenbetreiber verpachtet haben. Sollten diese Betreiber pleitegehen, so liegt die Verantwortung für den umweltgerechten Rückbau der Windenergieanlage beim Grundstückseigentümer. Die entsprechenden Kosten können in die hunderttausende Euro pro Anlage gehen.
Betriebs- und Lebensdauerrisiken – Solar
Da die meisten Fotovoltaikanlagen aus Elektronikkomponenten ohne bewegliche Teile aufgebaut sind, wird häufig angenommen, sie hätten eine sehr hohe Lebensdauer. Oft ist zu lesen, sie würden zwar im Laufe der Zeit allmählich etwas nachlassen, lieferten aber auch nach 25 Jahren noch 75 % ihrer ursprünglichen Leistung und seien auch danach noch für viele weitere Jahre verwendbar. Wer jedoch die Wahrheit wissen will, sollte nicht in Prospekten der Hersteller oder auf den Webseiten der vielen Lobbygruppen nachsehen, sondern bei Internet-Suchmaschinen Begriffe wie z.B. „Solaranlage defekt“ eingeben. Das sich hieraus ergebende Bild weicht recht erheblich von der heilen Welt der Anbieter ab.

Es ist erstaunlich, wieviele Firmen und Ingenieurbüros offensichtlich gut davon leben, dass sie sich um die Funktions- und Leistungsdefizite von Solaranlagen kümmern [ADLE]. Auf manchen Websites finden sich Aussagen über bis zu zweistellige Prozentsätze von Zellen, die entweder nicht die volle Leistung bringen oder gar ganz defekt sind. Auch in den Blogs von Heimwerker- und Selbsthilfeportalen finden sich zahlreiche Leidensgeschichten als Hinweis darauf, dass es offensichtlich nicht immer damit getan ist, sich eine Anlage aufs Dach zu schrauben, um dann jahrzehntelang bequem Geld einnehmen zu können [SOLA1]. Hinzu kommt eine nicht zu unterschätzende Feuergefahr: Feuerwehren fürchten das Risiko von elektrischen Stromschlägen durch Löschwasser, wenn Häuser mit Solaranlagen brennen. Dringend gewarnt wird auch vor dem Feuerrisiko durch Speicherbatterien für Solaranlagen [NAEB].
Wohin mit dem Sondermüll?

Das Recyclingrisiko besteht, weil sowohl Windkraftanlagen als auch Fotovoltaikpaneele nach Ablauf der 20jährigen Betriebsdauer umweltverträglich demontiert und entsorgt werden müssen. Bei Windkraftanlagen können allein für Abriss und Abtransport sechsstellige Beträge fällig werden. Und der Aussage, dass man auf den alten Mast einfach wieder eine neue Anlage setzen könne, sollte man mit Skepsis begegnen: Mast und Gondel bilden ein aufeinander abgestimmtes System, und auch für den Mast gilt die Auslegungsberechnung nur für eine Betriebsperiode. Wenn danach etwas passieren sollte, dürften interessante juristische Auseinandersetzungen mit der Versicherung zu erwarten sein.
Auch bezüglich der Entsorgung von Fotovoltaikanlagen können auf den Eigner erhebliche Kosten zukommen, da es sich bei vielen Technologien um Sondermüll handelt, der giftige Schwermetalle wie Blei, Cadmium und Tellur enthält [RECY]. Die sachgerechte Entsorgung dieses Materials erfordert hoch spezialisierte Anlagen und ist entsprechend teuer. Zwar geben manche Hersteller deshalb für die von ihnen gelieferten Module eine Entsorgungszusicherung, jedoch ist angesichts der desolaten Lage der meisten dieser Firmen kaum davon auszugehen, dass nach Ablauf der Betriebsdauer noch irgendjemand da sein wird, der diese Versprechungen auch einlösen wird.
Politische Risiken
Eine der entscheidenden Säulen der Energiewende ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das dem Investor, der Geld in Anlagen zur Erzeugung von Strom aus „erneuerbarer“ Energie steckt, eine zwanzigjährige Abnahmegarantie für den erzeugten Strom zu festgelegten Preisen zusichert. Zu zahlen hat dafür der Stromverbraucher im Wege eines EEG-Zuschlags auf seine Stromrechnung. Von der Einhaltung dieser Zusage hängt die Wirtschaftlichkeit der Investition ab, denn die garantierten Preise liegen weit über den Kosten von 2,5 bis 3,5 ct/ kWh, zu denen konventionelle Kraftwerke Strom produzieren können. Fällt diese Garantie, so bricht die gesamte Kostenkalkulation in sich zusammen und eine Pleite ist vorprogrammiert.
Daher stellt sich die Frage, wie glaubwürdig die staatlichen Garantien des EEG sind. Die Antwort ist einfach: Ungefähr so glaubwürdig wie deutsche Rentenversprechungen oder so sicher wie zyprische Bankguthaben. Wenn es der Politik opportun erscheint, wird sie auch bezüglich des EEG den Stöpsel ziehen, wie sich ja bereits jetzt an der Diskussion über die von Bundesumweltminister Altmeier ins Spiel gebrachte Strompreisbremse zeigt. Wenn genügend Wählerstimmen winken, wird die Politik jedes Versprechen brechen. Erinnern wir uns an die Situation bei den Kernkraftwerken: Man hatte ihnen gerade Zusagen bezüglich längerer Laufzeiten gemacht und sie gleichzeitig via Brennelementsteuer kräftig zur Kasse gebeten. Als dann Fukushima die politische Stimmung kippen lieβ, waren die Laufzeitzusagen plötzlich wertlos, die bereits gezahlte Brennelementesteuer wollte der Staat aber trotzdem behalten. Es wäre naiv zu glauben, dass man Windmöller und Solarplantagenbesitzer anders behandelt wird, wenn es erst einmal so weit kommt, dass explodierende Strompreise das Volk auf die Straβe treiben. Aus Ländern wie Spanien hört man inzwischen bereits Meldungen, dass EE-Anlagenbetreiber vor der Pleite stehen, weil der Staat seine Zusagen nicht mehr einhalten kann.
Politik: Winkeladvokaten-Tricks

Schon die Grundlage des ganzen Geschäfts mit den „erneuerbaren“ Energien beruht auf Betrug der Politik am Bürger. So versprach das Bundesumweltministerium unter Jürgen Trittin im Jahre 2005, dass der Anstieg der EEG-Umlage in Zukunft abnehmen und einen Durchschnittshaushalt selbst bei sehr dynamischem Ausbau nicht mehr als 3 Euro pro Monat kosten werde [BMU]. Erst vor kurzem musste dann sein Nachfolger Altmeier zugeben, dass die Kostenbelastungen aus dem EEG die Billion € überschreiten dürften – mit dem interessanten Kniff, dass er vom Ende der 2030er Jahre statt von 2050 sprach. Anders ausgedrückt, da für die Energiewende von 2040 bis 2050 nochmals mindestens weitere 15 % „Erneuerbare“ zur Erreichung des Ziels von 80 % draufgesattelt werden müssen, dürfte die Realität nochmals um einen ordentlichen Batzen darüber liegen. Von einer Politik, die dem Bürger mit solchen Winkeladvokaten-Tricks kommt, haben betrogene Sparer hinterher höchstens salbungsvolle Sprüche zu erwarten.
Fred F. Mueller
Quellen:
[ADLE] http://www.zeit.de/2013/19/defekte-solaranlagen abgerufen am 12.5.2013
[ALTM] http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/energiepolitik/umweltminister-altmaier-energiewende-koennte-bis-zu-einer-billion-euro-kosten-12086525.html
[BANK] http://de.scribd.com/doc/127848137/Windpark-Hessen-und-Kostendampfung abgerufen am 5.3.2013
[BMU] Was Strom aus erneuerbaren Energien wirklich kostet. Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU). Referat Öffentlichkeitsarbeit. Juni 2005
[ERFA] Daldorf, W.: Praxiserfahrungen mit der Wirtschaftlichkeit von Bürgerwindparks in Deutschland. 02-2013 http://www.energieagentur-goettingen.de/fileadmin/files/downloads/130213_Daldorf_Praxiserfahrungen_mit_BA__1_4rgerwindparks.pdf abgerufen am 12.6.2013
[NAEB] http://naeb-eeg.de/PRessetexte/PM-2013-20-NAEB-58.pdf abgerufen am 8.6.2013
[RECY] http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/recycling-von-modulen-solar-konzerne-kaempfen-um-ihr-gruenes-image-a-688779.html abgerufen am 26.4.2010
[SOLA1] http://cr4.globalspec.com/thread/25552/Service-life-of-solar-panels abgerufen am 3.2.2012
[TIPP1] Arbeitskreis Alternative Energien Odenwald, Email: ak-altenerg@gmx.de
[TIPP2] http://de.scribd.com/doc/126560132/Bewertung-von-Windkraft-Beteiligungsangeboten
[TIPP3] Markus Estermeier. Investitionsrisiko Solarstrom. http://www.eike-Klima-energie.eu/climategate-anzeige/investitionsrisiko-solarstrom/ abgerufen am 6.12.2011
[TRIA] http://www.trianel-borkum.de/de/windpark/daten-und-fakten.html abgerufen am 31.12.2011
[UKWE] UKWED. UK Wind Energy Database http://www.bwea.com/ukwed/
[VEST1] Life Cycle Assessment 1N1800 Life Cycle Assessment of a Wind Turbine. Group 7: Barbara Batumbya Nalukowe, Jianguo Liu, Wiedmer Damien, Tomasz Lukawski. May 22, 2006. Vestas.
[WIBW] http://wilfriedheck.tripod.com/ abgerufen am 6.6.2013
[WIND1] http://ralos.de/blog/2008/12/windpark-jahresabschlusse.html
[WIND2] http://www.badische-zeitung.de/freiburg/windraeder-liegen-weiter-unter-plan–63827138.html abgerufen am 18.11.2012
Titelfoto: G. Janβen

Am Beispiel der Stadt Dortmund lässt sich aufzeigen, dass die Versorgung einer Großstadt in Deutschland mit erneuerbaren Energien eine Utopie ist.
Dortmund zählt aktuell (31.05.2013) 571.143 Einwohner. Innerhalb der Europäischen Union liegt Dortmund auf Rang 38 unter den größten Städten, innerhalb Deutschlands auf Rang 8 und in Nordrhein-Westfalen als bevölkerungsreichste Stadt des Ruhrgebiets auf Rang 3 hinter Köln und Düsseldorf. Das Stadtgebiet Dortmunds umfasst 280 km² und liegt damit auf dem neunten Platz unter den Großstädten Deutschlands.
Windkrafträder für Dortmund? Eine Luftnummer!
Für die von den Verfechtern der erneuerbaren Energien geforderte dezentrale Versorgung müssten in Dortmund etwa 123 Windkraftanlagen gebaut werden, um allein die privaten Haushalte zu versorgen! Dafür reichen keine kleinen Windmühlen, sondern große Windkraftanlagen, wie die Enercon E101, mit einer Nabenhöhe von 135 m bzw. 149 m, einem Rotordurchmesser von 101 m und einer Nennleistung von 3 MW. Um sich die dafür benötigte Fläche vorstellen zu können: Sie würde 20,3 km² umfassen und damit mehr als 7% des gesamten Stadtgebietes betragen!*
Diese 123 gewaltigen Windkraftanlagen würden wegen der ungünstigen Windverhältnisse kaum mehr als 37 Prozent des notwendigen Stroms produzieren – nur für die Dortmunder Privathaushalte! Der überwiegende Teil des Stroms für die Privathaushalte und die Industrie müsste aus anderen Quellen gespeist werden.
Welche Energiewandler könnten Dortmund mit Strom versorgen?
Als hauptsächliche Kraftwerke, die Dortmund mit Strom versorgen könnten, kommen nur Kohle-, Braunkohle- und Gaskraftwerke in Frage. Aber diese Kraftwerke sind schon bei dem jetzigen geringen Anteil an eingespeistem Strom aus erneuerbaren Energien nicht mehr rentabel zu bewirtschaften. Die Betreiber haben bereits deren Stillegung angekündigt. Selbst die Atomkraftwerke, die bisher den preisgünstigsten Strom liefern konnten, sollen wegen Unwirtschaftlichkeit vom Netz genommen werden.
Schlechte Aussichten für Dortmund
Die offenen und verdeckten Subventionen für die Hersteller, Betreiber und Finanzierer („Bürgerbeteiligung“) von Windkraftwerken werden die Fehlentwicklung, die durch die Energiewende eingeleitet wurde, beschleunigen. Immer weniger Menschen werden die wachsenden Stromkosten bezahlen können. Im Juli 2012 betrug die Arbeitslosenquote für das Stadtgebiet Dortmund 13,2% (Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Agentur für Arbeit Dortmund). Mit dem Klimaschutzgesetz von Rot-Grün in NRW wird die Lage für Dortmund weiter verschärft. In keinem anderen Bundesland außer NRW gibt es diesen Hebel, der darüber entscheidet, ob sich ein Unternehmen überhaupt ansiedeln darf oder nicht.
Die Meinung der Bürger zur erneuerbaren Energie
Bereits 2012 war deutlich, dass die Mehrheit der Bürger mit dieser Energiewende nicht einverstanden ist. Die Mehrheit der wahlberechtigten Bevölkerung in Deutschland wollte den Atomausstieg verschieben, damit die Preise nicht so stark steigen. Die Preise sind weiter gestiegen. Eine nüchterne Bestandaufnahme hätte dem kollektiven Wahn der Parteien ein Ende bereiten können, statt dessen wetteifern die großen Parteien und selbst große Industrieunternehmen immer noch darum, wer der Grünste im ganzen Land ist.
Fazit
Den Wortführern der erneuerbaren Energien geht es nicht um die Energieversorgung, sondern um „einen gesellschaftlichen Wandel zu einem nachhaltigen Wirtschaftsmodell“. Die „Modernisierung der Energieversorgung“ ist nur der Hebel. Der Umwandlungsprozess hat spätestens mit der Energiewende begonnen und wurde dadurch beschleunigt, dass in Verbindung mit Fukushima Emotionen bewusst und mit Erfolg geschürt wurden, um die Energiewende schnell herbei zu führen.
Es geht nicht um die Energieversorgung, Umweltschutz oder CO2-Emissionen. Alle Zahlen widerlegen die Behauptungen. Die CO2-Emissionen in Deutschland sind seit der Energiewende sogar gewachsen. Der Anteil des CO2-Ausstoßes in Deutschland lag 2010 weltweit übrigens nur bei 2,76%, weshalb das Erzeugen eines schlechten Gewissens in der Bevölkerung ebenfalls zur Strategie gezählt werden kann. Die Energieversorgung ist ein Vehikel zur Etablierung neuer Machtstrukturen. Teilweise entstehen neue Firmen, ohne dass sich dadurch etwas an den Eigentumsverhältnissen ändert, es werden die Namen ausgetauscht oder um „green“ ergänzt. Ein grundlegender gesellschaftlicher Wandel ist nicht geplant. Deshalb verhallen bei den meisten Politikern auch alle Argumente gegen die erneuerbaren Energien. So hat die CDU der Energiewende 2011 sicher nicht nur unter Berücksichtigung der Landtagswahlen zugestimmt.
„Dezentrale Energieversorgung in Bürgerhand„, lautet die verlockende Parole. Was aber dabei herauskommen wird, ist eine neue Herrschaftsform, die eine wesentlich mächtigere Kontrolle und Reglementierung aller gesellschaftlichen Vorgänge durch wenige Großkonzerne erlaubt als heute. Für dieses Ziel riskieren die Wende-Prediger in Deutschland sogar die Deindustrialisierung unseres Landes und wachsende soziale Konflikte in unserer Gesellschaft.
Zum Nachlesen:
- http://www.welt.de/wirtschaft/article119000950/RWE-und-E-on-schalten-reihenweise-Kraftwerke-ab.html
- http://www.welt.de/wirtschaft/article119026760/Warum-die-Regierung-bald-Atomkraftwerke-rettet.html
- http://www.derwesten.de/wirtschaft/nrw-minister-duin-bringt-neuen-kraftwerks-cent-ins-gespraech-id8308786.html#113923160
- http://www.derwesten.de/staedte/bochum/stadtwerke-bochum-leiden-massiv-unter-energiewende-id7864335.html
* Die Berechnungen basieren auf Angaben aus folgenden Quellen:
- http://www.energieportal-mittelhessen.de/energieuhr-mittelhessen/mittelhessen.html
- http://www.die-stromsparinitiative.de/stromkosten/stromverbrauch-pro-haushalt/
- http://www.landwirtschaftskammer.de/dueren/vortraege/2012-03-blome.pdf
- http://de.wikipedia.org/wiki/Liste der flächengrößten Städte und Gemeinden Deutschlands
- http://www.dortmund.de/de/leben_in_dortmund/nachrichtenportal/nachricht.jsp?nid=248960
Weitere Literatur:
Witten wird ab Herbst 2013 Strom von der Nordsee für rund 5000 Wittener Haushalte beziehen. Die Stadtwerke Witten GmbH beteiligen sich mit einer 5-Megawatt-Windkraftanlage am Trianel-Windpark Borkum West II, 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum. Damit „leisten wir einen Beitrag zur Förderung einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Darauf sind wir stolz“ erklärt Uwe Träris, Geschäftsführer der Stadtwerke Witten.
Offshore Windparks erweisen sich inzwischen jedoch eher als ein Problem und nicht als Fortschritt. Der Energie-Experte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel fordert wegen der Risiken und hohen Kosten sogar einen Offshore-Ausstieg und einen Verzicht auf einen weiteren Ausbau. Die Offshore Anlagen seien „Ökonomische und technologische Irrläufer“. (heise.de, 11.07.2013)
Wenn also die Wittener Stadtwerke ihren Privatkunden zurzeit ausschließlich teuren Ökostrom aus norwegischer Wasserkraft liefern, wie sie behaupten, dürfte dies der teuerste Strom an der Strombörse sein.
Allein optisch sind sie schon ein Problem, die Spargelstangen, die uns die Energiewende verheißen. Aber was bringen sie uns wirklich? Der Biologe Dr. Friedrich Buer hat recherchiert und berichtet in einem aktualisierten Beitrag für den Wissenschaftsblog von EIKE (Europäisches Institut für Klima und Energie e.V.), dass die Windkrafträder Vögel und Fledermäuse töten, Storchen- und Kranichhäcksler sind. Vogelfreunde behaupten, sie verschießen lebensgefährliche Eisbomben und bezeichnen sie als Symbole des Versagens der Naturschutzverbände. Stimmt das?
>>> Friedrich Buer, „Windräder töten Vögel und Fledermäuse! Update“, 08.02.2012


