Viele Windkraftanlagen auf kleiner Fläche nehmen sich gegenseitig den Wind

Der Stromerzeugung aus Wind sind physikalische Grenzen gesetzt, das heißt, dass es eine Obergrenze für die Anzahl von Windkraftanlagen geben muss. Jedenfalls aus Gründen der Rationalität und Effektivität. Insbesondere “Energiegenossenschaften” sind von der Insolvenz bedroht, wenn sie nicht korrekt beraten und ermuntert werden, sogar in windschwachen Gebieten “Windparks” zu bauen.

 

Natürliche Grenzen von Erneuerbaren Energien

Eine neue Studie von Wissen­schaft­lern des Max-Planck-Instituts (MPI) für Bio­geo­chemie in Jena senkt die Erwartung für die groß­flächige Energie­gewinnung mit Wind­parks erheb­lich. Das physikalische Phänomen, dass Windkraftanlagen, die im Verbund (Windparks) gebaut wurden, den Ertrag der nachfolgenden Anlagen erheblich mindern und einen negativen Einfluss sowohl auf den Stromertrag als auch auf die Lebensdauer der Anlagen (Turbulenzen, Wirbelschleppen) haben, ist für Projektierer nicht relevant; sie beziehen sich auf die Prospekte der Hersteller, in denen jedoch stets nur die Eigenschaften von Einzelanlagen aufgeführt werden. In der Praxis werden die Einzelanlagen jedoch so weit wie möglich zusammen gerückt, damit sie einen möglichst großen Ertrag bei minimierten Anlagenkosten bringen. Im Verbund bringen 10 Anlagen jedoch nicht den zehnfachen Ertrag.

Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen.

Theorie und Modellierung der Biosphäre. Energieumwandlungen im Erdsystem sind von zentraler Bedeutung für eine Reihe von Themen, die von Grundsatzfragen über die Treiber von geochemischen Kreisläufen zur Rolle des Lebens und den Grenzen erneuerbarer Energien reichen. Max-Planck-Institut für Biogeochemie, Jena

Einer der wichtigsten Gründe, dass Erträge der nachfolgenden Anlagen erheblich vermindert sind, hängt mit einem physikalischen Gesetz zusammen:

Windkraftanlagen wandeln die kinetische Energie des Windes, also die Bewegungsenergie, in elektrische Energie um. Die Umwandlung erfolgt mit Hilfe von Rotoren, die durch den Wind in Drehung versetzt werden. Die entstehende Bewegungsenergie wird in einem angeschlossenen Generator zu elektrischem Strom umgewandelt. Jede Wind­kraft­anlage ent­zieht dem Wind Energie, so dass sich die Windgeschwindigkeit für die im Verbund weiter zurück stehenden Anlagen verringert und sie folglich weniger Strom produzieren. Der Slogan “Erneuerbare Energien” beruht auf einer tiefen Unkenntnis physikalischer Vorgänge: Wind ist nicht erneuerbar. Das ist physikalisch unmöglich (Energieerhaltungssatz).

Bei den vielfältigen Umwandlungen und Übertragungen von Energie, die in Natur, Technik und Alltag vor sich gehen, bleibt die Gesamtenergie immer gleich groß. Sie kann zwar in verschiedenen Formen auftreten, bleibt aber insgesamt immer erhalten, auch wenn sie sich räumlich anders verteilt. Für beliebige Vorgänge in Natur, Technik und Alltag gilt das Gesetz von der Erhaltung der Energie, kurz auch als Energieerhaltungssatz oder als allgemeiner Energieerhaltungssatz bezeichnet. Er lautet: In einem abgeschlossenen System ist die Summe aller Energien konstant. Die Gesamtenergie bleibt erhalten. www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/physik/artikel/energieerhaltungssatz

 

 

Bei vielen Anlagen ändern sich die Wind­ge­schwin­dig­keiten

Die groß­skaligen Klima­modelle und die Beob­achtungen lokaler Wind­geschwin­dig­keiten und kleiner Wind­parks stimmen nicht überein, sagen die Forscher aus Jena. Sie haben einen Verlangsamungseffekt  nachgewiesen, der sich durch detaillierte Klimamodellsimulationen und eine relativ einfache Methode erklären lasse, sagen die Wissenschaftler. Der Verlangsamungseffekt sei kritisch zu betrachten, da durch ihn jede Turbine weniger produktiv werde. Dies erkläre die starke Diskre­panz zwischen theore­tisch model­lierten und daten­basierten Abschät­zungen der Wind­energie. Die Forscher vom MPI für Bio­geo­chemie berech­neten, dass dadurch die Energie­erzeu­gung jeder einzelnen Anlage um bis zu achtzig Prozent redu­ziert sein kann.

Die Wissenschaftler berechneten mit einem Klimamodell in einer Reihe von Szena­rien, wieviel Wind­energie maxi­mal über allen Konti­nenten genutzt werden kann. Die Ergeb­nisse zeigen, dass auf nur drei bis vier Prozent der Land­ober­fläche mehr als 1 Watt Strom pro Quadrat­meter erzeugt werden kann, mit typi­schen Raten von 0,5 Watt oder weniger.

Zum Vergleich: Leichtwasserreaktoren erzeugen eine durchschnittliche Flächenleistung von 7,5 Watt pro Quadratmeter, der Schnelle Brüter (Integral Fast Reactor, IFR) sogar 1200 Watt pro Quadratmeter.

Axel Kleidon, Gruppenleiter am MPI für Biogeochemie, betont, dass es sich bei den Messungen um hypo­the­tische Szena­rien der Wind­energie­nutzung handelt. Aller­dings weist er darauf hin, dass die Ergeb­nisse hoch rele­vant für den zukünf­tigen Ausbau der Wind­energie seien: „Wir finden diese drama­tischen Effekte bei Ab­ständen zwischen ein­zel­nen Wind­kraft­anlagen, wie man sie heut­zu­tage häufig in Wind­parks auf Land an­trifft.“ Kleidon plant, seine Berech­nungen mit Mes­sungen heutiger Wind­parks abzu­gleichen, um zu testen, ob der Brems­effekt schon sicht­bar sei.

Für den weiteren Aus­bau der Wind­energie würde das be­deuten, dass man wahr­schein­lich auf deut­lich größere Abstände zwischen den Wind­kraft­anlagen setzen sollte, um die heutige Effi­zienz von Wind­energie­erzeu­gung auch in Zukunft zu erreichen.

 

Das Privileg der Bürgerenergiegesellschaften nach dem Erneuerbaren Energiengesetz 2017

Der Einwand gegen zu dicht nebeneinander gebaute Windkraftanlagen wird wie auch andere fundamentale Einwände gegen die Windenergie ungehört bleiben. Dazu gehören zum Beispiel die Landschaftszerstörung, der Infraschall, die Massentötung von Vögeln und Fledermäusen, die Grundwassergefährdung und, man mag es kaum glauben, fehlender Wind.

Schlechte, windschwache Bauplätze im Binnenland sollen im Sinne der Bundesregierung sogar mit einem Zuschlag belohnt werden, damit ihn nicht nur windstarke, küstennahe Standorte bekommen. Damit werden besonders jene Standorte stark gefördert, an denen wenig Wind weht. Dies ist kein geistiger Aussetzer der Erfinder der Energiewende, sondern dieses Bonbon gehört zu ihrer Philosophie. Dank einer skurrilen Begründung von Fairness und Gerechtigkeit bekämen Windanlagen an diesen schlechten Standorten also mehr Förderung, als es heute im Schnitt üblich ist. Je mehr Windkraftanlagen in Gebieten mit wenig Wind und je dichter sie nebeneinander stehen, desto fairer sind sie. Und natürlich effektiver – für die Grundstückseigentümer, Projektierer und Betreiber.

Das aktualisierte Erneuerbare Energiengesetz 2017 (EEG 2017) räumt lokalen Bürgerenergiegesellschaften bei der Windenergie an Land gezielte Erleichterungen innerhalb der Ausschreibung ein. Sie müssen nicht am vorgeschriebenen Ausschreibungsverfahren teilnehmen, für sie gelten weiterhin die gesetzlich festgelegten Vergütungen. Bürgerenergiegenossenschaften werden laut Gesetz bei den Ausschreibungen ganz bewusst bessergestellt als große Unternehmen. “Für sie gelten erleichterte Teilnahmebedingungen: Zum Beispiel können sie im Gegensatz zu größeren Akteuren vorzeitig ein Gebot für eine Windkraftanlage abgeben. Immissionsschutzrechtliche Genehmigungen dagegen müssen sie erst dann vorlegen, wenn sie bereits den Zuschlag für die Förderung erhalten haben. Dadurch sparen sie im Vorfeld der Ausschreibung hohe Kosten, die für sie im Gegensatz zu großen Unternehmen schwer zu stemmen sind.”

Generell für alle Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen gilt, dass sie für netzbedingte Produktionsausfälle eine Entschädigung bekommen. “Der Betreiber des Windparks erhält also trotz Abschaltung eine staatliche Förderung für die Menge an Strom, die er eigentlich hätte produzieren können.” Diese Entschädigung ist nach Ansicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) insbesondere deshalb erforderlich, damit der Betreiber möglichst genau seine Einnahmenseite kalkulieren kann. Dass dieses Privileg der Sicherheit nur Beamten und außer Industrien aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien keinem anderen nicht staatlichen Wirtschaftsunternehmen gewährt wird, gehört zur Klientelpolitik der Bundesregierung.

Die Energiepolitik der Bundesregierung ist im Kern eine Klientelpolitik. Das BMWi räumt indirekt ein, dass die Förderung zurzeit keinen Sinn ergibt. Ab 2017 soll eine Rechtsverordnung Gebiete festlegen, in denen der Ausbau der Windenergie auf 58 Prozent des durchschnittlichen Ausbaus in den letzten drei Jahren begrenzt wird. Generell gestrichen wird die Zugabe nicht. Die Begrenzung soll auch nur solange gelten, bis die Netze ausreichend ausgebaut sind. Dazu sagt das BMWi: “Das muss sein, weil es ja keinen Sinn macht, Strom zu produzieren, der anschließend nicht zu den Kunden transportiert werden kann.” Dies Erkenntnis kommt spät, denn sie trifft bereits seit längerer Zeit auf einen großen Teil des Stroms aus Windkraftindustrieanlagen zu. Viele Anlagen stehen daher auch bei gutem Wind still.

Möglicherweise werden zahlreiche “Bürgerenergiegenossenschaften” in den nächsten Jahren Pleite gehen oder, im treuen Glauben an ihren sinnvollen Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung, auch ihr letztes Hemd hergeben. Und dann kommen, wie wir es aus anderen Industrien kennen, die Großkonzerne, übernehmen die unrentablen Anlagen für einen symbolischen Euro, ohne selbst Verpflichtungen einzugehen, und legen sie still. Und wer übernimmt dann die Kosten für den teuren Rückbau?

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Quellen:

Beispiele:
Hegau-Bodensee: Die wissenschaftlichen Windmessungen des Forums Hegau-Bodensee in Hohenfels haben gezeigt, dass es keinen ausreichenden Wind im Hegau gibt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) und das Landesumweltamt weisen den Hegau als Schwachwindgebiet aus. Der Faktor “Wirtschaftlichkeit” zeigt, ob ein Windrad unter Berücksichtigung des eignen Stromverbrauchs (ein Windrad braucht rund 15.000 kwh Strom pro Jahr für die Technik, Drehungen und Flügelverstellungen) wirtschaftlich sei. “Auch das wurde in den Propaganda-Veranstaltungen der Windkraft-Lobbyisten wissentlich unterschlagen!”


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Neue Finnische Studie: Windkraftanlagen zerstören die Gesundheit

TV-KY_imageIn Finnland wurden erstmalig Messungen über den von Windkraftanlagen ausgehenden Infraschall durchgeführt. Tuulivoima-kansalaisyhdistys (TV-KY), der finnische “Nationale Verband von Bürgern gegen riesige Windmühlen”, hat vor kurzem einen ausführlichen Bericht über die Infraschallemissionen von Windenergieanlagen und deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen veröffentlicht. Windkraft-Unternehmen sowie einige Forscher behaupten, dass Infraschall nicht zu Gesundheitsschäden führen könne, weil er nicht hörbar sei. Würde jemand ernsthaft behaupten, dass die Strahlung nicht schädlich ist, weil sie jenseits der Sinneswahrnehmung sei, fragt der Verband? Die Messergebnisse aus Finnland bestätigen den Zusammenhang zwischen Gesundheitsschäden und dem Infraschall von Windkraftanlagen, so dass das offenkundige Desinteresse an einer unabhängigen medizinischen Forschung Grund für Besorgnis ist.

In Finnland wurden innerhalb kurzer Zeit Windindustriegebiete mit bis zu 230 m hohen Windkraftanlagen gebaut. Die finnischen Windenergieanlagen, die in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten stehen, sind die größten in Europa. Ihre rotierenden Blätter erzeugen Niederfrequenzrauschen und Infraschall, das heißt häufige und kontinuierliche Luftdruckimpulse, die sehr lange Strecken zurücklegen können.

Die Notwendigkeit, Messungen durchzuführen, ergab sich nach einer Umfrage der TV-KY Association, als sich eine wachsende Zahl von Einwohnern, die in der Nähe von Windparks leben, über Gesundheitsprobleme beklagten, von denen einige ernsthafter Natur waren. Im Inneren finnischer Häuser konnten das sich rasch verändernde Niederfrequenzrauschen und der Infraschall, der von Windkraftanlagen verursacht wird, gemessen werden. Niedrige Frequenzen durchdringen die Strukturen von Gebäuden. Die Entstehung und das Ausmaß der Probleme hängen von der Stärke und Dauer der Exposition ab.

Der Bericht wurde ohne externe Finanzierung erarbeitet, stützt sich ausschließlich auf freiwillige Beiträge und auf internationalen Experten. Fast alle anderen Untersuchungen und Erhebungen über die Probleme, die durch Schallemissionen von Windenergieanlagen in Finnland verursacht werden, sind ganz oder teilweise von der Industrie finanziert, stellt der Verband fest. Er zeigt sich besorgt über die geringe Anzahl der Windenergieforschungen, die unabhängig von der Finanzierung aus der Industrie durchgeführt werden. Der Verband fordert, dass bei einer Vermutung, Windparks könnten die Verursacher von Gesundheitsproblemen sein, unabhängige medizinische Forscher mit der Untersuchung beauftragt werden müssen, statt einfach die Existenz von Problemen zu leugnen.

Die “Nationale Verband von Bürgern gegen riesige Windmühlen” ist eine unparteiische und freiwillige Vereinigung “zum Wohle der Menschen und der Umwelt”.

Der Bericht Tuulivoimaloiden infraäänen aiheuttama terveysongelma Suomessa (Gesundheitliche Probleme in Finnland durch Infraschall, verursacht durch Windkraftanlagen) steht auf der Internetseite des Vereins zur Verfügung: tvky.info/tiedostot/infra_aani.pdf

http://en.friends-against-wind.org/health/infrasound-emissions-from-wind-turbines-have-adverse-health-effects

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Gerichtshof der Europäischen Union nimmt Beschwerde gegen Windparks an

Ein spektakulärer Erfolg der 608 Verbände, die der europäischen Plattform gegen Windkraftanlagen (EPAW) angehören: Der Gerichtshof der Europäischen Union hat eine von der (EPAW) eingereichte Beschwerde gegen die Europäische Kommission angenommen und wird darüber verhandeln.
Die Europäer hätten vollumfänglich über die Vorteile des EU-Programms zu “erneuerbaren” Energien, sowie zu den Kosten und unerwünschten Auswirkungen desselben informiert werden müssen. Stattdessen habe die Kommission die “Behauptungen der Windindustrie ohne Überprüfung nachgeplappert”, argumentiert Mark Duchamp, Naturschützer und geschäftsführendes Vorstandsmitglied (CEO) der EPAW. Die Aarhus-Konvention verlange, dass Programme, welche die Umwelt in Mitleidenschaft ziehen, in transparenter Weise mit der Beteiligung der Öffentlichkeit entwickelt werden.
Die Kommission sei die Verantwortliche für die katastrophalen Ergebnisse ihrer Energiepolitik.
EPAW
EPAW Pressemitteilung

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Der BUND Rheinland-Pfalz im Dienste der Windindustrie?

Fürfeld ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz, mit etwa 1.500 Einwohnern. In Windeseile schlossen sich im März 2014 Einwohner zur “Bürgerinitiative Gegenwind” zusammen, um den Bau eines geplanten Windparks zu verhindern. Ihr Hauptargument ist die fehlende Eignung des Standorts für eine effektive und rentable Windstromproduktion; angesichts der zu erwartenden schwachen Windausbeute seien die Eingriffe in die Natur und die Belastungen für die Anwohner nicht zu rechtfertigen.

Der BUND zieht sein Versprechen, gegen die Baupläne zu klagen, zurück

Der BUND-Landesverband Rheinland-Pfalz, 2010 rund 9.000 Mitglieder, hatte der Bürgerinitiative seine Unterstützung für eine Klage gegen die Bebauungspläne zugesagt und dafür von ihr eine Spende in Höhe von 9.000 Euro erhalten. Mehrheitlich hat der BUND-Landesvorstandes – gegen die Expertise seines Vorsitzenden sowie einzelner Kreisgruppen getroffen und ohne Einbezug des Arbeitskreises Naturschutz – jedoch beschlossen, keine weiteren Rechtsmittel gegen die Realisierung des Windparkprojektes einzulegen. Er weigert sich jedoch, dem Verein die Spendengelder zurück zu geben. Unter anderem wurde der Bürgerinitiative mitgeteilt, man habe Vieles zu Gunsten des Vogelzuges erreichen können, indem ein Monitoring des Zuggeschehens erfolgen soll.

Wirtschaftliche Interessen kontra Naturschutz

In einer Pressemitteilung weist die Bürgerinitiative auf einen besonderen Aspekt der Entscheidung des BUND-Landesvorstandes hin. Ein maßgebliches Vorstandsmitglied, der Schatzmeister Matthias Boller, sei gleichzeitig stellvertretender Landesvorsitzender des „Bundesverbandes Windenergie“. Weiterhin sei er wirtschaftlich in der Windstromerzeugung selbst aktiv. Schon im Frühjahr 2014 habe Herr Boller gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Windparks Matthias Pravetz versucht, bei einem unangekündigten und mit dem Landesvorsitzenden nicht abgestimmten Besuch in Fürfeld den BI-Sprecher dazu zu überreden, die BUND-Klage gegen den Windpark nicht mehr zu unterstützen.

Auch das BUND-Mitglied Torsten Zielasko betreibe seit Beginn der rechtlichen Auseinandersetzung um die Genehmigung des Windparks Fürfeld eine massive Kampagne. In einer Email vom 13.11.2014 habe  er an einen BUND-internen Verteiler geschrieben:
„Auf der gestrigen außerordentlichen Jahreshauptversammlung in Mainz wurde dem Antrag mehrerer Ortsgruppen des BUND zugestimmt, dass Harry Neumann (Anm.: Landesvorsitzender des BUND und Windkraftkritiker) auf der außerordentlichen Delegiertenversammlung am 13.12. um 10.00 Uhr im Mainz-Lerchenberger Bürgerhaus abgewählt wird. … Ich denke die Chancen stehen 70:30, dass Harry Neumann dann abgewählt wird. Bitte unbedingt weiter mobilisieren!“
Herr Torsten Zielasko ist nicht nur BUND-Mitglied, sondern auch Geschäftsführer von G.A.I.A., der Gesellschaft, die u.a. den Windpark Fürfeld projektiert und erstellt. Seine Präferenz im Streit zwischen Artenschutz und Windkraft dürfte damit hinreichend erklärt sein.

 

Es geht auf einer außerordentlichen Delegiertenversammlung am 13. Dezember in Mainz darum, ob die Gruppe derjenigen, die der Windkraft Priorität einräumen, oder der Naturschützer den Konflikt für sich entscheiden werden. Dabei geht es auch um das Amt des Vorsitzenden Harry Neumann, der ein kompromissloser Kämpfer für den Erhalt der Natur und gegen die Industrialisierung der Landschaft ist.

Eine sicher nur zufälliges Zusammentreffen der Leitthemen der “Allgemeine Zeitung” zur Stichwortsuche “Fürfeld Bund” (printscreen)

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Die Industrialisierung der Landschaft ist ein politisches Programm

Es sind insbesondere das Berlin Institut für Bevölkerung und Entwicklung sowie das Potsdamer Institut für Nachhaltigkeitsstudien IASS (der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer ist Exekutivdirektor des IASS), die die Debatte über den demografischen Wandel im ländlichen Raum und über die Zukunft der Dörfer  vorantreiben und Handlungen empfehlen. weiterlesen

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Jahresabschlüsse von Windkraftanlagen könnten den Verdacht auf Bauernfängerei bestätigen

Aus einer neuen Auswertung des Bundesverbands WindEnergie, die der FAZ vorliegt, geht hervor, dass vielen Anlegern mit zu hohen Windprognosen falsche Hoffnungen gemacht wurden. weiterlesen

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Offshore-Windpark Bard 1: Viel Geld für wenig Strom

Per Knopfdruck hat Bundeswirtschaftsminister Rösler im August den Windpark Offshore Bard 1 eröffnet, den größten deutschen Offshore-Windpark, der rund 60 Quadratkilometer umfasst, etwa 100 Kilometer nördlich von Borkum. Zu diesem Zeitpunkt war bereits bekannt, dass Bard Offshore 1 kein Auftakt für weitere Projekte auf See sein würde. Das Pilotprojekt hatte unter anderem mit technischen Schwierigkeiten und schlechten Wetterverhältnissen zu kämpfen und war daher wesentlich teurer geworden als geplant.

Was leistet der Offshore-Windpark?

Das Projekt Offshore Bard 1 besteht aus 80 Windkraftanlagen. Deren Leistung von 400 Megawatt entspricht rechnerisch dem Jahresstrombedarf von mehr als 400 000 Haushalten.

Zum Vergleich: Die beiden Kernkraftwerke in Baden Württemberg, Neckarwestheim und Philippsburg, verfügen insgesamt über eine installierte elektrische Leistung von 2.868 Megawatt und haben im Jahr 2012 knapp 22 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Das entspricht rund einem Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg und deckt rechnerisch mehr als den gesamten Strombedarf der rund 5 Millionen baden-württembergischen Privathaushalte. (EnBW)

Jede der 80 Offshore-Anlagen hat mehr als 25 Millionen Euro gekostet. Um die gleiche Leistung wie die beiden Kernkraftwerke in Baden-Württemberg zu erbringen, müssten 1.000 Anlagen gebaut werden. Die Kosten für den Bau der Offshore-Windanlagen betrügen 25 Milliarden Euro, wenn man die Angaben für Bard 1 auf 2 Milliarden Euro und nicht höher ansetzt. Und dann bleibt unabhängig von den Kosten dieser “kleine” Unterschied: Die Kernkraftwerke produzieren den Strom 24 Stunden täglich, unabhängig davon, ob und wie stark der Wind weht.

Teure Offshore Windparks

Generell sind Offshore-Anlagen wesentlich teurer als Anlagen an Land. Anlagen an Land, die mit 15 bis 20 Millionen geplant werden, kosten im Meer bis zu einer halbe Milliarde Euro, sagt Jörg Kuhbier, Vorstandsvorsitzender der industrienahen Stiftung Offshore Windenergie gegenüber dem NRD.  Von Deutscher Seite werden die im Vergleich zu den Offshore-Windanlagen der europäischen Nachbarn höheren Kosten mit den aufwändigeren Konzeptionen, der größeren Entfernung zur Küste begründet. Dies bedeutet für die deutschen Windräder natürlich nicht nur einen höheren Aufwand beim Bau, sondern auch bei der Wartung.

Wie fatal ist die Lage bei Offshore-Windparks auch für die Kosten, die auf die Verbraucher zukommen, aber wirklich, wenn selbst Großbritannien nicht mehr alles auf die Karte Offshore-Windkraft setzt und den Bau neuer Kernkraftwerke beschlossen hat?

Die noch vor kurzem bejubelten Offshore Windparks erweisen sich immer mehr als spekulative Großabenteuer.

Ein gefundenes Fressen für Investoren

Nicht nur Bard 1, die Offshore-Branche steckt insgesamt in der Krise. Viele Investoren zögern oder ziehen sich sogar ganz von Windpark-Projekten zurück. Der deutsche Windkraft-Branchenriese Enercon aus Aurich beispielsweise hat längst beschlossen, keinen Cent in Offshore zu stecken, berichtet der NDR. Das ganze Unterfangen dieser jungen Technik berge viel zu viel Risiken – und sei an etlichen Stellen schlicht zu teuer, heiße es bei Enercon.

Von bundesweit 18.000 Stellen, die in dieser Branche künstlich geschaffen wurden, sei mehr als jede vierte in Gefahr, so eine frühere Einschätzung der Arbeitsagentur

Nach Expertenansicht könnten Windräder auf hoher See mit der neuen Vergütung jedoch Renditen von rund zehn Prozent erzielen, berichtet der NDR. “Damit werden die deutschen Windparks auch für Finanzinvestoren interessant.” Bard war 2003 vom russisch-deutschen Ingenieur und Millionär Arngolt Bekker gegründet worden. Übernommen werden die Anlagen nun von der Gesellschaft Offshore Wind Solutions (OWS) in Emden, teilte Bard mit. OWS ist eine Neugründung. Die Gesellschaft soll Betrieb und Servicevon Bard 1 und zudem auch Dienstleistungen im Bereich Wartung, Service und Reparaturen von Windanlagen für Dritte übernehmen. 

Anstatt Abschied von einer verfehlten Energiepolitik zu nehmen, sieht die neueste EEG-Novelle für die Anlagen auf See eine Anfangsvergütung bis 2015 von 15 Cent pro Kilowattstunde vor, die in den Folgejahren stufenweise abgesenkt wird. Zum Vergleich: An Land gibt es laut der zum 1. Januar 2009 in Kraft getretenen Novelle “nur” eine Anfangsvergütung von 9,2 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten für Vergütungen, Wartung, Service und Reparaturen von Windanlagen werden in den nächsten Jahren die Strompreise weiter massiv nach oben treiben, es sei denn, man folgt rechtzeitig dem britischen Beispiel.

Zum Nachlesen:

Foto: Bard
“At the end of July 2013, the installation phase of the BARD Offshore 1 wind farm is finalised: 80 wind turbines, each with a nominal capacity of 5 megawatts, were completed one month ahead of the planned target date.”

Ergänzung: 21.11.2013, 18:11 Uhr
Soeben in den Nachrichten: ” In ihren Koalitionsverhandlungen haben sich Union und SPD darauf verständigt, die hohe finanzielle Starthilfe für Windparks in Nord- und Ostsee zu verlängern – wenn die Große Koalition tatsächlich zustande kommt. Man werde das entsprechende Modell der Finanzierung bis Ende 2019 verlängern, sagte der geschäftsführende Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) am Donnerstag. Damit sieht er die Investitionssicherheit gegeben…  Für Strom von Meer-Windparks, die bis Ende 2019 angeschlossen sind, gibt es 19 Cent pro Kilowattstunde – und zwar für einen Zeitraum von acht Jahren. Bisher sollte das nur für bis 2017 angeschlossene Anlagen gelten. Die Möglichkeit einer höheren Anfangsvergütung soll die Finanzierung durch Banken erleichtern.” 
http://www.ndr.de/regional/offshore433.html

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Prokon-Genussrechte: 68tausendmal berührt, 68tausendmal ist nix passiert …

“Tausend und eine Nacht, und es hat ZOOM gemacht!!”

Das ZOOM wird für die 68.000 Anleger, die ihr Geld in Prokon-Genussrechte investiert haben, möglicherweise kein Happyend bedeuten. Zwei Monate sind verstrichen, seitdem Prokon die Veröffentlichung eines testierten Konzernabschluss angekündigt hatte. Nur daraus hätten Analysten und Anleger auf die Finanzsituation der Firma schließen können. Und nur so hätten Sparer Aufschluss darüber gewinnen können, ob ihr Geld gut angelegt ist oder nicht. Nachfragen der “Welt am Sonntag” bei Prokon, wie die Verzögerung zu erklären sei und wann der testierte Konzernabschluss denn tatsächlich veröffentlicht werde, wurden nicht beantwortet.

Eine Bilanzskzizze (Entwurf Erstkonsolidierung, PDF 123 KB), die Prokon am 31. Mai mit ein paar Geschäftszahlen auf seine Homepage gestellt hatte, wirft nach Auffassung von Bilanzexperten zahlreiche Fragen auf. Eine Gewinn- und Verlustrechnung fehlt, so dass sich nicht erkennen lässt, ob der Konzern im vergangenen Jahr schwarze oder rote Zahlen geschrieben hat.

Es ist nicht geklärt, wann die Anleger ihr Kapital zurückfordern können. Prokon-Anleger sind im Vertrauen auf Versprechungen ein hohes Risiko eingegangen. Sie sind keine Aktionäre, haben also kein Stimmrecht. Bei Firmenpleiten werden sie als Genussrechtsinhaber die letzten Gläubiger sein, die bedient werden. Finanzamt, Krankenkassen, Banken, Zulieferer, Geschäftspartner oder Mitarbeiter haben Vorrang.

Wenn also keine “Schieflage” besteht, der Süddeutschen Verlag onpact hatte sich wegen dieser Behauptung eine einstweilige Verfügung von Prokon eingehandelt, bleibt die Frage, warum der Konzern den Konzernabschluss nicht veröffentlicht.

Inzwischen haben nach Angaben von Prokon gut 68.000 Anleger insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Euro investiert. Das Ziel von Prokon ist größer: “Vorläufiges Zeichnungsziel: 12 Milliarden Euro.”

Prokon: “Die Branche der Erneuerbaren Energien zeichnet sich durch stetige Veränderungen aus. Energiemarkt und Politik halten regelmäßig neue Herausforderungen bereit. In diesem innovativen Umfeld sind Vielseitigkeit und Flexibilität gefragt”. Dies könnte man durchaus auch als Aufforderung an die Risikobereitschaft von Anlegern verstehen: Pioniergeist muss man sich eben etwas kosten lassen, oder?

Siehe auch: » Schon Bürgeranleihen gekauft? Totalverlust eingeplant?

PS: Die Grafik stellt das Verhältnis zwischen Genussrechtsinhabern und Zeichnungsziel verzerrt dar. In Bezug auf das vorläufige Zeichnungsziel von 12 Mrd. Euro sind erst 10,28 Prozent der Genussscheine ausgegeben worden und nicht fast 50 Prozent, wie die Grafik suggeriert.
Auf jeden Anteilseigner entfallen im Schnitt 17.947,- Euro.

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Offshore Windparks: “Ökonomische und technologische Irrläufer”

Witten wird ab Herbst 2013 Strom von der Nordsee für rund 5000 Wittener Haushalte beziehen. Die Stadtwerke Witten GmbH beteiligen sich mit einer 5-Megawatt-Windkraftanlage am Trianel-Windpark Borkum West II, 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum. Damit “leisten wir einen Beitrag zur Förderung einer umweltfreundlichen und nachhaltigen Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien. Darauf sind wir stolz“ erklärt Uwe Träris, Geschäftsführer der Stadtwerke Witten.

Offshore Windparks erweisen sich inzwischen jedoch eher als ein Problem und nicht als Fortschritt. Der Energie-Experte der Verbraucherzentrale Bundesverband, Holger Krawinkel fordert wegen der Risiken und hohen Kosten sogar einen Offshore-Ausstieg und einen Verzicht auf einen weiteren Ausbau. Die Offshore Anlagen seien “Ökonomische und technologische Irrläufer”. (heise.de, 11.07.2013)
Wenn also die Wittener Stadtwerke ihren Privatkunden zurzeit ausschließlich teuren Ökostrom aus norwegischer Wasserkraft liefern, wie sie behaupten, dürfte dies der teuerste Strom an der Strombörse sein.

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