Tödliche Folgen der Klimadiktatur

Klimaretter wollen das Klima retten, nicht die Menschen, denn sonst würden sie “Menschenretter” sagen. Eine Wortspielerei? Nein, die brutale Wahrheit, wenn man den Zahlen des IPCC traut.

Fred F. Müller, dessen Beiträge wir wegen seiner gründlichen Recherchen und fachlichen Kompetenz sehr schätzen, hat wieder einen lesenswerten Artikel verfasst. Es geht um die Klimadiktatur, die Millionen von Menschen das Leben kosten wird.

Fred F. Müller

Decarbonisierung: Ein tödlicher Cocktail aus Dummheit und ideologischer Verblendung

Massenmord mit gutem grünem Gewissen

Die G7 machen es, die USA machen es, und der Papst macht inzwischen auch mit: Die zivilisierte Welt macht sich auf, um das Klima vor dem Anstieg des CO2 zu retten, das uns mit Hitzewellen, Meeresanstieg und anderen Naturkatastrophen bedrohen soll. Um das zu erreichen, sollen wir innerhalb weniger Jahrzehnte nahezu vollständig auf die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl verzichten. Energie soll dann weitestgehend nur noch aus „erneuerbaren“ Quellen wie Sonne, Wind und Wasser kommen. Dies wird allerdings nicht ohne erhebliche Einschränkungen des gewohnten Lebensstandards möglich sein. Um das zu erkennen, genügt ein kurzer Blick in eine noch gar nicht allzu lange zurückliegende Vergangenheit.

„Die Mutter und ihre beiden Kinder lagen gemeinsam im Grab mit der Nummer R11 des kleinen jungsteinzeitlichen Friedhofs von Lokomotiv, mitten in der heutigen Stadt Irkutsk in Sibirien“, berichtete die Archäologin Angelika Franz am 18.03.2015 im Spiegel Online [SPIE]. Aus der Lage der Knochen konnten die Archäologen das Drama, das sich hier abgespielt hatte, exakt ablesen. Die Frau war mit geschätzten 20 bis 25 Jahren im besten Alter, es hätte eine glückliche Familie werden können. Doch der eine Zwilling hatte in Steißlage gelegen, sein Kopf verhakte sich möglicherweise mit dem des Geschwisters, und so starben Mutter und Kinder einen elenden Tod.
Helfen konnte ihnen damals niemand. Nur die moderne Medizin, über die wir heute verfügen, hätte dieses Drama verhindern können.

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Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland von 1871 bis 2004 (Grafik: Statistisches Bundesamt) Zum Vergrößern bitte die Abbildung anklicken.

Ohne Energie keine Zivilisation

Dieses Ereignis wirft ein grelles Schlaglicht darauf, dass unsere moderne Zivilisation nicht nur Annehmlichkeiten und sogar Luxus, sondern vor allem auch einen effektiven Schutz vor Krankheit, Schmerzen und frühem Tod bietet. Und das ist noch gar nicht so lange her, wie manche zu glauben scheinen, die heute mit Schlagworten wie „Fossilkapitalismus“ um sich werfen. Noch um das Jahr 1875 kamen Männer im Deutschen Reich nicht über eine Lebenserwartung von etwa 35 Jahren hinaus, bei Frauen waren es 38 Jahre [LEBE]. Entscheidende Verbesserungen bezüglich Lebenserwartung, Ernährung, medizinischer Versorgung und der Verringerung der Arbeitszeit setzten erst im 20. Jahrhundert ein. Zu verdanken haben wir dies weit überwiegend einem einzigen Umstand: Der Verfügbarkeit reichlicher und billiger Energie durch Dampfmaschinen, Benzinmotoren und Elektrizität sowie durch die Beheizung von Wohnungen und Waschwasser mit Kohle, Gas und Öl statt Holz. Die sich damit entwickelnde Industrie befreite die Menschen auch von der bisher oft knochenbrechenden Arbeit in der Landwirtschaft, in der noch bis 1750 rund 80 bis 90 % der Bevölkerung tätig waren. Dank Mechanisierung und Chemie (Düngemittel) konnte ein Landwirt im deutschen Kaiserreich Anfang des 20. Jahrhunderts dann bereits Nahrungsmittel für vier weitere Personen erzeugen, 1950 waren es bereits zehn und 2004 sogar schon 143. Die Steigerung der Produktion von Lebensmitteln ermöglichte wiederum die Freisetzung immenser Ressourcen an Arbeitskraft und Intelligenz für Forschung und Entwicklung und damit schnelle Fortschritte auf allen möglichen Gebieten von Naturwissenschaften und Technik.

Energieverbrauch in Industrienationen

In modernen Industrienationen erreicht der ständige Energiebedarf der Bevölkerung inzwischen eine Bandbreite zwischen etwa 4.100 Watt (Italien) und 12.500 Watt (Luxemburg). Um sich klarzumachen, wie entscheidend wir hiervon abhängen, braucht man sich nur in Erinnerung zu rufen, dass dem Menschen bis vor einigen 1.000 Jahren nur die durch seine eigenen Muskeln erzeugbare Dauerleistung zur Verfügung stand. Und die liegt für einen gesunden Erwachsenen bei lediglich etwa 80 bis 100 Watt. Das sind nur winzige Bruchteile dessen, was uns heute auf Knopfdruck jederzeit zur Verfügung steht. Erst die heutige Verfügbarkeit reichlicher und billiger Energie hat es den Industrienationen ermöglicht, unsere technische Zivilisation mit Stahl und Aluminium, mit moderner Medizin und ausreichender Versorgung mit Lebensmitteln selbst für die Ärmsten unter uns aufzubauen.

In der dritten Welt leiden Milliarden

Für uns ist dieses Lebensniveau inzwischen so selbstverständlich geworden, dass den meisten Zeitgenossen gar nicht klar ist, wie viel schlechter es auch heute noch Milliarden Menschen in den ärmeren Ländern der Welt geht, weil ihnen keine ausreichenden Energieressourcen zur Verfügung stehen. „Die Welt kocht nicht in Edelstahl auf Induktion, sondern in Blech und Gift“ schrieb die Professorin Sabine Hark vor wenigen Monaten in einem Artikel in der FAZ [FAZ]. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu „Household Air Pollution“, so die Autorin, „kochen mehr als 3 Milliarden Menschen, also fast die Hälfte der Weltbevölkerung, ihre täglichen Mahlzeiten auf Herden, die den Namen kaum verdienen: Kochstellen aus wenigen geschichteten Steinen um ein offenes Feuer, für das oft genug nicht einmal Holz, sondern nur Plastikmüll, Kuhdung oder Küchenabfälle als Brennstoff zur Verfügung stehen. Wie giftig das ist, kann ahnen, wer einmal im Rauch eines Lagerfeuers saß, in dem industrielle Holzabfälle statt pures Buchenholz brannte. Ein Cocktail aus Feinstaub, Karbonmonoxyd, Stickstoffoxiden, Formaldehyd, Benzol. In 2012, so die Berechnungen der WHO, starben nicht weniger als 4.3 Millionen Menschen, die meisten davon Frauen und Kinder, an durch household air pollution verursachten oder mindestens damit in Zusammenhang stehenden Krankheiten“.
Unabhängig davon, wie man zu den sonstigen Ansichten der Autorin – einer der bekanntesten deutschen Feministinnen – steht, macht dieser Bericht klar, worauf es hinausliefe, wenn man diesen Menschen unter dem Vorwand, durch Decarbonisierung das Klima retten zu müssen, auch in Zukunft die Versorgung mit preisgünstigen fossilen Brennstoffen verwehrt. Darüber sollten diejenigen, die heute großspurig von „Klimagerechtigkeit“ herumtönen, wirklich ernsthaft nachdenken.

Der Feldzug der „Menschheitsretter“ –

Denn genau auf die Verweigerung des Rechts auf billige Energie läuft die Politik, die seitens der hiesigen Regierungen und zahlloser Verbände von Greenpeace bis Brot für die Welt betrieben wird, inzwischen hinaus. Die Methoden sind teils subtil, teils brutal und laufen in Form einer systematisch und langfristig betriebenen Kampagne ab. Aufgrund der Druckmittel, welche dieser unseligen Koalition aus Politik und „Umweltschutz“-Verbänden inzwischen zur Verfügung stehen, wird die 3. Welt inzwischen systematisch von der Zufuhr an billiger fossiler Energie abgeschnitten. So meldete beispielsweise die französische „Le Monde“ am 8.4. 2015, dass sich die drei französischen Großbanken BNP Paribas, Crédit Agricole und Société Générale der Erpressung französischer und australischer Umweltverbände gebeugt und sich aus der Finanzierung des weltweit bedeutendsten Kohleprojekts im Osten Australiens zurückgezogen haben. Die tatsächliche Tragweite dieser Entwicklung erkennt man erst, wenn man weiß, dass Frankreich bzw. französische Banken bisher den weltweit 4. Rang bei der Finanzierung von Kohleprojekten innehatten. Der jetzt erzielte „Erfolg“ dürfte daher noch weitere Projekteinstellungen nach sich ziehen.
Vergleichbar massive Eingriffe seitens der US-Administration unter Obama vermeldete die „Times of India“. Dem Bericht zufolge setzte die US-Administration bereits 2010 die Weltbank unter Druck, wenn es um die Finanzierung von Kohleprojekten ging [IND]. Darunter leiden dann vor allem Kohle- und Teerprojekte in finanziell weniger stabilen Ländern wie Pakistan oder Südafrika. Auch der weltgrößte, mit rund 900 Mrd. $ ausgestattete Pensionsfonds des norwegischen Staates hat auf Drängen der Politik beschlossen, Finanzierungen im Bereich der Kohle zu kappen. Gleichgelagerte Entscheidungen gab es in letzter Zeit auch seitens der Church of England, des Weltkirchenrats, der Fonds der Universitäten von Stanford und Harvard, der British Medical Association, des Fonds der Gebrüder Rockefeller sowie des AXA-Konzerns. Die Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen.

– und seine Konsequenzen

Dabei geht es den Verantwortlichen dieser Aktivitäten nur vordergründig um die Rettung des Klimas. In Wirklichkeit läuft ihr Tun auf etwas ganz anderes hinaus: Die Zementierung von Armut und Rückständigkeit gerade in den weniger entwickelten Ländern. Hierauf arbeitet insbesondere auch die deutsche Bundesregierung in ihrem Sendungsbewusstsein in Klimafragen mit aller Macht hin. Rechtzeitig vor Beginn der aus Sicht westlicher Länder entscheidenden Klimakonferenz in Paris spendierte Deutschland dem wirtschaftlich und politisch angeschlagenen Brasilien mehr als eine halbe Milliarde € – knapp mehr als 1 Promille dessen, was Europa inzwischen ins marode Griechenland gepumpt hat –, um dem Land ein „Klimaschutzabkommen“ abzunötigen, in dem es sich der G7-Gruppe unterwirft und zusichert, bis Ende des Jahrhunderts aus der Nutzung von Kohle, Öl und Gas auszusteigen. Damit ist es Deutschland gelungen, ein Land aus der sogenannten BRICS-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) herauszubrechen und so deren Widerstand gegen die vom Westen geplante Klimadiktatur zu schwächen. Die Bevölkerung gerade der ärmsten Länder wird so keine Chance erhalten, sich aus dem Teufelskreis der Energiearmut zu befreien.

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Als Konsequenz können wir in den nächsten Jahren mit einem Zustrom von Armutsflüchtlingen rechnen, der das jetzige Geschehen an Europas Südgrenzen um Größenordnungen in den Schatten stellen dürfte. Aber auch für uns hier in Europa werden die Konsequenzen brutal sein, denn ohne ausreichende Energieverfügbarkeit wird hier die Zivilisation regelrecht implodieren.

Da helfen auch keine Fantasien (pardon, lies Visionen) über „urbane 2.000-Watt-Gesellschaften“. Statt schöner energieautarker Wohnblocks mit „urban gardening“ und Bienenvölkern auf dem Balkon könnte es möglicherweise eher auf verfallende Favelas und Straßengangs hinauslaufen. Entsprechende Symptome werden inzwischen nicht nur aus französischen Bidonvilles, sondern auch aus deutschen Großstädten gemeldet [MARX].
Fred F. Mueller

Quellen:
[FAZ] http://blogs.faz.net/10vor8/2015/04/01/toedliches-kochen-4263/
[IND] http://timesofindia.indiatimes.com/india/US-to-World-Bank-Dont-fund-coal-fired-plants/articleshow/5493089.cms
[LAND] https://de.wikipedia.org/wiki/Landwirtschaft
[LEBE] http://www.bpb.de/politik/grundfragen/deutsche-verhaeltnisse-eine-sozialkunde/138003/historischer-rueckblick?p=all
[MARX] http://www.focus.de/politik/deutschland/no-go-area-duisburg-marxloh-wo-kinder-auf-autos-trampeln-f_id_4889030.html
[MOND] http://www.lemonde.fr/planete/article/2015/04/08/les-banques-francaises-se-retirent-du-plus-grand-projet-charbonnier-au-monde_4612071_3244.html#jhseF6mOeljIq5r0.99
[SPIE] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/tod-waehrend-der-geburt-aeltester-fall-aus-sibirien-a-1024204.html

 

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