Wohin mit dem Atommüll?

“Kerntechnik” ist für viele Deutsche eine Hoch-Risikotechnik. Allein schon die Frage nach dem “Warum?” löst Unbehagen aus. Warum?
“Das ist eine Folge von Demagogie“, sagt Lutz Niemann, und „Glauben fängt da an, wo das Wissen aufhört“.

Vier Wochen nach Fukushima bestand eine Aufgeregtheit in Deutschland, die im Vergleich zu anderen Ländern besonders groß war. Ist dem hoch entwickelten technologischen Verstand der Deutschen die Erkenntnis zu verdanken, Atomkraft sei eine Risikotechnologie und gehöre deshalb abgeschafft? Wohl kaum. Wenn dieses Wissen über die Kernenergie aber nicht vorhanden ist, was ja an Hand von Forumsbeiträgen und Zeitungskommentaren gegen die Kernenergie ebenso wie in politischen Schriftstücken leicht nachgeprüft werden kann, was ist es dann, was unsere Landsleute derart in Rage gebracht hat?

Wir müssen zu einer sachlichen Auseinandersetzung über die Kerntechnologie finden. Daran geht kein Weg vorbei, weil in allen Diskussionen nicht die Kerntechnologie selbst, sondern politische Intentionen bzw. die politisch begründete Abwehr dieser Intentionen die Debatte bestimmt haben.

Eine der wenigen Einrichtungen, die es in Deutschland heute noch wagen, sich mit dem Thema Kernenergie der öffentlichen Diskussion zu stellen, ist das Klima- und Energie Institut “Eike”. Auf politischer Ebene riskieren zurzeit ausschließlich die Piraten der “AG Nuklearia” heftigen Gegenwind bei dem Versuch, sich öffentlich für die wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik stark zu machen. Sie setzen bei dem Problem des Atommülls an.

Beim sogenannten “Atommüll”, der eine politische Kampfparole, aber kein wissenschaftlich haltbarer Begriff ist, wird deutlich, wie widersinnig die Ablehnung gegenüber einer wissenschaftlichen Erforschung der Kernenergie ist. Denn der “Atommüll” existiert und braucht eine Lösung.

Auch das Problem der steigenden Energiekosten für Privathaushalte und Industrie sollte Grund genug sein, sich bei der Frage der Wahl der Energiewandler nicht in eine politische Richtung hineinziehen zu lassen.

Eine interessante Antwort auf die Frage, ob ein halbes Jahr nach Fukushima die Deutschen immer noch Angst vor der Kerntechnik haben, hatte Adam Soboczynski:  “Zur alternden Gesellschaft gehört die Angst vor riskanten Techniken.” (Adam Soboczynski, Zeit Online, 14.04.2011)

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