Hierro

El Hierro, eine Umweltberaterin und “Sex zwischen Himmel und Erde”

Die Ureinwohner nannten ihre Insel Esero oder Ero, was so viel wie stark, fest oder hart bedeutet, womit der riesige Felsblock im Meer, El Hierro, nach Ansicht von Wikipedia anschaulich beschrieben wäre. Die Perle der Kanaren, wie sie oft genannt wird, wird von rund 10.000 Menschen bewohnt. Für den pauschalen Massentourismus ist El Hierro unattraktiv, wodurch die Insel für Individualurlauber “mit ihren vielen verschiedenen Landschaftsbildern” besonders reizvoll ist.

Den Inselbewohnern wurde versprochen, dass sie ihren Strom zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien erhalten könnten. Auf dem Gipfel eines erloschenen Vulkans wurde eine Gruppe von fünf Windenergieanlagen installiert, die mit Hilfe der hier ziemlich kräftig und stetig wehenden Atlantikwinde kostenlosen Strom erzeugen sollten.

 

“El Hierro- Alles Öko, oder Riesenbetrug?”

“El Hierro- Alles Öko, oder Riesenbetrug?” – fragt Hermann Dirr. Anhand einer aktuellen Grafik vom 13.10.2017 zeigt er auf seiner Facebookseite, dass sich die überschwänglichen Ankündigungen, El Hierro werde sich ausschließlich mit Erneuerbaren Energien selbst versorgen können, nicht bewahrheiten. “Am 13. Oktober 2017, um 7:20 Uhr, wurde die Stromversorgung zu 100 % durch ein Mineralölkraftwerk erledigt.”

 

Eingeständnis der Fehleinschätzung? Fehlanzeige!

Ein Eingeständnis der Fehleinschätzung ist von keinem der Verfechter der Erneuerbaren Energien, die sich auf den Klimaschutz berufen, und Lobbyisten zu erwarten. Das unterscheidet sie, ihre Politiker und Medien maßgeblich von seriösen Klimawissenschaftlern. Woher beziehen Anhänger der Erneuerbaren Energien eigentlich ihre Informationen?

Eine Spur führt zum Beispiel zu Esther Weinz, die 2014 in “Sonnenenergie, Zeitschrift für Erneuerbare Energien und Energieeffizienz” einen Beitrag über die kanarische Insel El Hierro veröffentlichte. Die Sonnenenergie ist seit 1976 das offizielle Fachorgan der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. (DGS). Esther Weinz wird von der DGS als “Umweltberaterin, DGS/Kassel” tituliert. Sie schrieb: “Die fünf Windräder sollen künftig 11,5 MW produzieren. Das ist deutlich mehr als der momentane Spitzenverbrauch von 7 MW. Es gibt hier also noch Luft nach oben, auch zum Betreiben vielfältigster Elektromobilität. Die finanziellen Ressourcen durch die Einsparung von Dieseltreibstoff können in neue Ökoprojekte und in die Infrastruktur investiert werden.”

Herrmann Dirr kommentiert: “Die fünf Windräder sollen also in Zukunft 11,5 MW produzieren. Na, ja, von installierter Windkraftleistung hat sie anscheinend keine Ahnung. Warum schreiben solche Menschen nicht einfach über die Bibel oder so etwas?” Er liegt mit seinem Vorschlag gar nicht so falsch.

 

Ein Link

Als Kontaktadresse für Esther Weinz wird in dem Artikel info@AccaKassel.de angegeben. Folgt man dem Link, trifft man auf die Homepage einer “Paar- und Sexualtherapeutin” und reibt sich verwundert die Augen. Auf dieses Thema habe sie sich fokussiert, sagt Esther Weinz, weil ein großer Bedarf bestehe. Sie empfiehlt dort ihr Buch „Sex zwischen Himmel und Erde, Band 1“.

Dass Himmel und Erde etwas mit Umwelt zu tun haben, sofern man das Umweltthema nicht allzu wörtlich nimmt, mag der Grund sein, dass die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e. V. die Sexualtherapeutin Esther Weinz als “Umweltberaterin” bezeichnet. Welcher enst zu nehmende Geograph, Geologe, Meteorologe, Klimaforscher oder Physiker hat gegenüber so viel Sexualkompetenz noch etwas zu melden?

Die DGS-Sektion Kassel befindet sich im Umwelthaus in der Wilhelmsstraße 2 – zusammen mit
– Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)
– Frauen nach Tschernobyl
– Greenpeace
– Robin Wood
– Verkehrsclub Deutschland (VCD)
– Weltladen

Für das umfassende körperliche und Seelenheil der Mitglieder im Netzwerk ist jedenfalls bestens gesorgt.

 

Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V.

Das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenenergie (DGS) sitzt in Berlin. Der Verein ist nach eigenen Angaben der älteste Fachverband für Erneuerbare Energien (gegründet 1975) und die  mitgliederstärkste, technisch-wissenschaftliche Fachorganisation. Die DGS ist die deutsche Sektion der International Solar Energy Society (ISES). Sie finanziert sich durch Zuwendungen.
Außerdem ist die DGS ein als gemeinnützig anerkannter Verbraucherschutzverband nach § 22 AGBG (jetzt § 3 UKlaG). Dass der Verein auf seiner Homepage auch für die Deutsche Umwelthilfe (DUH) wirbt (rotierende Werbung), überrascht nicht.

Die DGS unterstützt laut Wikipedia außerdem die Fachmesse Intersolar des gemeinnützigen Vereins Eurosolar, der 1988 auf Initiative des SPD-Politikers Hermann Scheer gegründet wurde. Eurosolar wirkt auf internationaler Ebene mit 13 Sektionen, hat ca. 2800 Mitglieder, ca. 180 Fördermitglieder und ca. 400 juristische Mitglieder (Vereine, Institutionen, Bundesländer, Landkreise, Kommunen, Städte und Firmen). Der Verein betreibt intensive Lobbyarbeit in den nationalen Parlamenten Europas sowie auf EU-Ebene, initiierte 2001 die Gründung des Weltrats für Erneuerbare Energien (World Council for Renewable Energy – WCRE) als weltweite Dachorganisation und stand gemeinsam mit dem WCRE Pate bei Initiierung und Gründung der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA), der inzwischen 136 Staaten beigetreten sind (Stand Juni 2009).

Die Frage, woher die Medien ihre Informationen über El Hierro beziehen, ist mit dem Hinweis auf die Lobbyverbände der Erneuerbaren Energien natürlich nicht beantwortet. Der Dschungel der Verflechtungen und des Wissenstransfers ist undurchschaubar. Eine Parallelgesellschaft lässt sich aufgrund übereinstimmender Informationen nur vermuten.

Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit” nannten Peter Berger und Thomas Luckmann ihr Buch. Sie gehen der Frage nach, durch welche Prozesse sich für die Mitglieder von Gesellschaften eine zwischen den Subjekten geteilte, gemeinsame Wirklichkeit herausbildet. Sie wird von den Subjekten vorgefunden und gestaltet. Die gesellschaftliche Ordnung in der Menschen leben, “ist keine notwendige, objektiv entstandene Geschichte”, erläutert Susanne Weiß, sondern vielmehr ein “von Menschen selbst hergestellter Prozess. Daran wird erkennbar, wie sowohl das kommunikative Gedächtnis als auch das kulturelle Gedächtnis, als Sediment der Geschichte, durch Sprache und Schrift vermögen, in wechselseitiger Beeinflussung zur Verzerrung bzw. Manipulation der Tradierung kultureller Wissensbestände beizutragen.”

Wer hätte ahnen können, dass die Verzerrung bzw. Manipulation der Tradierung kultureller Wissensbestände durch Lobbyverbände so weit reichen würde, dass trotz vielfältiger Informationsmöglichkeiten, guter Bildung und sozialer Kompetenz Grundkenntnisse in der Physik über den Haufen geworfen und aus dem Wissensfundus ausgeblendet werden?

Foto: lapalma1.net

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Wirkung des Infraschalls

Neue Studie zur biologischen Wirkung des Infraschalls von Windkraftindustrieanlagen

Markus Weichenberger und Forscher der Charité (Berlin), der PTB (Braunschweig) und des UKE (Hamburg) fanden heraus, dass Ärzte und Akustiker, die vor den negativen Auswirkungen des Infraschalls auf die Gesundheit warnen, gute Gründe haben. Die Forscher haben erstmalig Veränderungen der Hirnaktivität über mehrere Regionen als Reaktion auf Infraschall (IS) im erweiterten tieffrequenten Bereich mit Hilfe einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) dokumentiert. Die Studie wurde am die am 12. April 2017 veröffentlicht.

 

Die biologische Wirkung des Infraschalls

Die biologische Wirkung des Infraschalls erklärt Prof. Dr. med. Johannes Mayer in diesem Videobeitrag leicht verständlich und zitiert weitere Studien. Johannes Mayer ist designierter Professor für Osteopathie an der Hochschule für Gesundheitsorientierte Medizin und Bewegungswissenschaft i.G. in Mannheim.

Johannes Mayer: “Infraschall erzeugt eine pathologische Stressreaktion. Ein hörbarer Schall niedriger Intensität wird normal im Gehirn verarbeitet und löst keinen Stress aus. Ein hörbarer schall hoher Intensität löst auch Stress aus. Das heimtückische am Infraschall ist, dass er, selbst wenn er unter der Hörschwelle ist und eine niedrige Intensität hat, trotzdem das Gehirn nachweislich verändert und eine chronische Stressreaktion auslöst.”

 

Akustischer Angriff

Es ist bekannt, dass Infraschall nicht ungefährlich ist und gezielt auch als eine Waffe eingesetzt werden kann. Dies zeigen Vermutungen der USA, die davon ausgehen, dass Botschaftsmitarbeiter auf Kuba Opfer eines akustischen Angriffs geworden sind. Der Verband der Mitarbeiter des US-Außenamtes (AFSA) hatte Anfang September mitgeteilt, bei den betroffenen Botschaftsangehörigen seien “dauerhafter Hörverlust” sowie “leichte traumatische Gehirnschäden” festgestellt worden. Es seien Gleichgewichtsstörungen, Sehprobleme, Müdigkeitsanfälle und Schlafstörungen oder Kopfschmerzen diagnostiziert worden.

Diese Symptome sind auch vielen Patienten bekannt, die in der Nähe von Windkraftanlagen leben. Ihnen fehlt im Unterschied zu den Botschaftsangehörigen allerdings eine Lobby.

Quellen:

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Polen

Polen will den Dual Fluid Reaktor (DFR) bauen

Das polnische Bergbauunternehmen KGHM Polska Miedź will in den Hochtemperaturreaktor DFR investieren. Der DFR (Dual Fluid Reaktor) produziert Strom, Wärme und Wasserstoff. Forsal.pl berichtet, dass Polen den DFR auf eine Liste gesetzt hat, die dem sogenannten Juncker Plan vorgelegt wurde. Forsal räumt allerdings ein, nicht zu wissen, wie ernst die Ideen aus dieser Liste zu nehmen sind.

 

Polen hat den DFR auf die Junker-Liste gesetzt

Über die Idee des DFR sei in jüngster Zeit berichtet worden, sagt Forsal. Das Ministerium für Entwicklung setzte ihn auf die Liste vom 10. Juli. Den DFR hält Forsal für die intellektuell die anspruchsvollste aller Ideen, die von der Entwicklungsabteilung an die Europäische Investitionsbank gemeldet wurden. Der Dual Fluid Reaktor sei ein neuer Reaktortyp mit sogenannten schnellen Neutronen. Er gehöre zur Familie der Hochtemperaturreaktoren (wie der HTR), die dem Ministerium für Energie zugeordnet seien, vor allem dem stellvertretenden Minister Andrzej Piotrowski, der für die Energietechnik verantwortlich ist.

Das Ministerium für Entwicklung beschreibt laut Forsal das Projekt wie folgt: „Ziel des Projekts ist die Entwicklung der Technologie des Dual Fluid Reaktors mit einer Temperatur von etwa 1000° C, der sehr billig Strom, Prozesswärme für die chemische Industrie, Wasserstoff und schwere Kohlenwasserstoffe produziert, z. B. in dem Kohlevergasungsprozess, so dass eine preiswerte Herstellung von flüssigen Brennstoffen möglich ist. Der DFR können in Bezug auf die Verbindung mit ​​großen Mengen an erneuerbaren Energiequellen ein perfekter Teil der Stromversorgung des Landes sein. Im Rahmen des Projekts werden für den ersten Testreaktor eine thermische Leistung von 100 MW geplant, um seine Eignung auch zur Herstellung von Wasserstoff im industriellen Maßstab aufzuzeigen.”

Der Prototyp-Reaktor mit einer Kapazität von 100 MW werde voraussichtlich 370 Millionen PLN (86.920.807 Euro, Kursdatum 31.7.2017) kosten.

 

Die Vorteile des DFR

Weitere Informationen über das Projekt habe die KGHM Pressestelle nicht zur Verfügung gestellt, berichtet Forsal. Mehr konnten sie jedoch von dem wichtigsten Förderer der Idee des DFR in Polen, Professor Zbigniew Czerski, in Erfahrung bringen. Zbigniew Czerski ist Kernphysiker und Dekan der Fakultät für Mathematik und Physik an der Universität Stettin.

Professor Czerski ist Mitbegründer des Instituts für Festkörper Kernphysik (IFK), Berlin, eine private wissenschaftliche Einrichtung, die den Dual Fluid Reaktor konzipiert hat und untersucht. Damit verbunden sei in der Tat eine lustige Geschichte, sagt Forsal. Das Institut habe mit seinem DFR den renommierten Wettbewerb Greentec Awards in Deutschland gewonnen. Das Projekt erhielt bei einer öffentlichen Umfrage die meisten Stimmen. Es sei jedoch von dem Wettbewerb ausgeschlossen worden, weil es als nicht „grün“ genug eingestuft worden sei.

Professor Czerski habe in einem Interview mit dem Portal WysokieNapiecie.pl die Vorteile des DFR aufgezählt. Zunächst einmal könne der DFR perfekt auf die Zusammenarbeit mit erneuerbaren Energiequellen abgestimmt werden. Der DFR sei sehr flexibel, er könne auf 7% Energieleistung abgesenkt werden. Dies sei ein bedeutender Vorteil gegenüber den bestehenden Strukturen der sogenannten 3 plus Generation, die nicht flexibel genug und daher mit instabilen erneuerbaren Energiequellen schlecht kompatibel seien.

Der DFR produziere Wärme zur Stromerzeugung und Prozesswärme, was ihn besonders attraktiv für Unternehmen mache, die wie KGHM technologische Wärme benötigen. KGHM habe vor ein paar Jahren in ein Gas-Kraftwerk investiert.

Der Reaktor verwende bereits gebrauchten Brennstoff aus Betriebsreaktoren. Es sei reichlich davon vorhanden. In Deutschland, das seine Atomkraftwerke in fünf Jahren abschalten will, reiche der Vorrat jahrzehntelang aus.

Solche Reaktoren könnten außerdem verwendet werden, um Kraftstoff für wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen zu produzieren.

Professor Czerski habe versucht, die Erforschung des DFR durch mehrere polnische Staatsbetriebe fördern zu lassen, weil es in Deutschland kein Klima für die Entwicklung der Kernenergie gibt. Czerski habe durch Forsal erfahren, dass das DFR-Projekt von KGHM dem Juncker-Plan vorgelegt wird. Er sei erfreut gewesen, obwohl ein wenig überrascht, dass KGHM einen 100 MW Reaktor vorgeschlagen hat. Seiner Meinung nach würde es sinnvoller sein, an einer Einheit von 300 MW zu arbeiten. Leider könnten die Auswirkungen der Arbeit an dem DFR erst in etwa 10 Jahren gesehen werden.

 

Polnisch-deutsche Zusammenarbeit

Mittlerweile seien Projekte aus dem Juncker-Plan nicht auf die wissenschaftliche Forschung ausgerichtet, sondern auf eine schnelle Umsetzung, sagt Forsal. Das bedeute aber nicht, dass der DFR nicht unterstützt werde, vor allem weil er die polnisch-deutsche Zusammenarbeit fördere.

Der Juncker-Plan, auch bekannt als der European Strategic Investment Fund, ist die Reaktion der Europäischen Union auf den wirtschaftlichen Abschwung. Die Europäische Kommission und die EU behandeln Investitionen in moderne Infrastrukturen als Motor der Wirtschaft.

Quellen:

 

* KGHM Polska Miedź ist ein börsennotiertes polnisches Bergbauunternehmen mit Sitz in Lubin (Niederschlesien). Dem polnischen Schatzministerium gehörten 2010 31,79 % der KGHM-Anteile.
KGHM baut Kupfer (571.000 t im Jahr 2011) und Silber (1260 t im Jahr 2011), aber auch Gold, Blei und Steinsalz ab. Das Unternehmen erzielte 2011 mit 18.615 Mitarbeitern einen Umsatz von 20,1 Mrd. Złoty. Die Erze werden in einer eigenen Kupferhütte in Legnica verhüttet. KGHM ist mit einer Jahresförderung von über 1.200 Tonnen der bedeutendste Silberproduzent der EU und liegt an 3. Stelle weltweit. Das Unternehmen ist an 19 Gesellschaften beteiligt; insgesamt gehören 30 Gesellschaften zur Kapitalgruppe. (Wikipedia) http://kghm.com/en

** Die polnische Website Forsal.pl hat sich auf Volkswirtschaft, Finanzen und Wirtschaft spezialisiert. Sie gehörte nach einer Rangliste des Instituts für Medienbeobachtung 2011 und 2012 zu den zehn am meisten meinungsbildenden Medien in Polen und zu den wichtigsten polnischen Informationsquellen im Internet für Aktienanleger. http://www.axelspringer.de/presse/Axel-Springer-Polen-und-Wirtschaftsverlag-Infor-PL-gruenden-Joint-Venture_848594.html

Titelfoto: KGHM

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (5 votes cast)
Windenergieanlagen

Matt Ridley: Windenergieanlagen sind weder sauber noch grün

Kein Beitrag zur Energieversorgung.

Matt Ridley, ein britischer Peer, Politiker (Conservative Party), Unternehmer, Zoologe und Autor, legt in einem Artikel in The Spectator “Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy” den Lesern vier Argumente nahe:

  • Windenergieanlagen sind weder sauber noch grün.
  • Ihr Beitrag zur globalen Energieversorgung ist Null Prozent
  • Die ökologische Zurschaustellung muss dringend gestoppt werden
  • Erforderlich sind Investitionen in Gas und Kernenergie

Original: Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy

Zahlentricks zugunsten Erneuerbarer Energien

Der Weltklimarat (IPCC – Intergovernmental Panel on Climate Change) hat vor kurzem seinen jüngsten Bericht veröffentlicht und sich erfreut gezeigt, dass “die Einspeisung von Windenergie in den globalen Strommarkt in einem rasanten Tempo fortgesetzt wird, nachdem festgestellt wurde, dass im vergangenen Jahr weltweit mehr als 54 Gigawatt sauberer, erneuerbarer Windenergie installiert wurden”.

Ankündigungen wie diese und die obligatorischen Bilder von Windkraftanlagen in jeder BBC-Geschichte oder Flughafenwerbung über Energie vermitteln den Eindruck, dass Windkraft heute einen großen Beitrag zur Welt Energie leiste, sagt Matt Ridley. Dieser Eindruck trügt, sagt er. Der Beitrag sei auch nach Jahrzehnten – wenn nicht Jahrhunderten – der Entwicklung immer noch trivial, wenn nicht bedeutungslos.

Der Anteil der Windkraft am weltweiten Energieverbrauch betrug 2014 weniger als ein Prozent und lässt sich als ganze Zahl mit 0 Prozent darstellen – anders formuliert: es gibt noch keine Windkraft auf dem Planeten Erde.

Selbst wenn man Windkraft und Photovoltaik zusammen rechnet, liefern sie weniger als 1 Prozent des weltweiten Energiebedarfs. Den Tabellen der Internationalen Energieagentur von 2016 sei zu entnehmen, dass die Windkraft im Jahr 2014 nur 0,46 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs und Solar- und Tidenkraftwerke nur 0,35 Prozent erreichten. Es geht allerdings nicht nur um den Strom, sondern um die Gesamtenergie.

Die Mogelpackung mit Biomasse

Der Strom hat weniger als ein Fünftel Anteil an der Endenergie, der Rest besteht aus festen, gasförmigen und flüssigen Brennstoffen, für die Versorgung mit Wärme, für den Transport und die Industrie.

Solche Zahlen sind nicht schwer zu finden, sagt Ridley, aber sie werden gewöhnlich in den Berichten der unzuverlässigen Lobby (Solar und Wind) nicht erwähnt. Ihr Trick ist, sich hinter der Aussage zu verstecken, dass nahezu 14 Prozent der weltweiten Energie erneuerbar ist. Sie erwecken den Eindruck, dass sich die Angabe auf Wind und Solar bezieht. Tatsächlich besteht aber die große Mehrheit davon, nämlich drei Viertel, aus Biomasse (hauptsächlich Holz), und ein sehr großer Teil davon ist “traditionelle Biomasse”, Stöcke, Stämme und Mist, die von den Armen in ihren Häusern zum Kochen verbrannt werden. Diese Leute brauchen diese Energie, zahlen aber einen großen Preis durch gesundheitliche Probleme, die durch Rauchinhalation verursacht werden.

Weltweit steigender Energiebedarf

Aber auch in reichen Ländern, “die mit subventioniertem Wind und Solar herumspielen”, wie Matt Ridley sagt, stammt ein großer Teil ihrer Erneuerbaren Energien aus Holz und Wasser, die zuverlässigen Erneuerbaren Energien. Mittlerweile wächst der weltweite Energiebedarf seit fast 40 Jahren um etwa 2 Prozent pro Jahr. Zwischen 2013 und 2014, belegt durch die Daten der Internationalen Energieagentur, wuchs sie um knapp 2.000 Terawattstunden.

Wenn Windenergieanlagen nur diesen Zuwachs decken sollten, müssten, wenn man davon ausgeht, dass eine Zwei-Megawatt-Turbine etwa 0,005 Terawattstunden pro Jahr produzieren kann, jedes Jahr 350.000 Anlagen hinzu gebaut werden. Das wären eineinhalbmal so viele Windkraftanlagen wie in der Welt gebaut wurden, seit die Regierungen in den frühen 2000er Jahren begannen, Gelder der Konsumenten in diese so genannte Industrie zu pumpen.

Landfraß

Bei einer Dichte von grob gerechnet 20 Hektar pro Megawatt, typisch für Windparks, würden diese Turbinen eine Landfläche benötigen, die größer ist als die britischen Inseln, einschließlich Irland. Jedes Jahr. Auf 50 Jahre hochgerechnet, hätten wir jede Quadratmeile einer Landfläche von der Größe Russlands mit Windparks abgedeckt. Damit wäre aber nur der hinzu kommende Energiebedarf gedeckt. der Zubau würde aber nicht dazu dienen, die riesige vorhandenen Energieversorgung aus fossilen Brennstoffen zu ersetzen, die derzeit 80 Prozent des weltweiten Energiebedarfs liefert.

Grenzen der Optimierung

Machen Sie sich keine falschen Hoffnungen, sagt Matt Ridley, dass Windkraftanlagen effizienter werden könnten. Es gibt eine Grenze für die Energie, die man aus einer bewegten Flüssigkeit herausziehen kann, die Betz-Grenze. Windkraftanlagen liegen schon nahe daran. Ihre Effektivität (der Ladungsfaktor, um den Ingenieurbegriff zu verwenden) wird durch den verfügbaren Wind bestimmt, und der variiert unberechenbar von Sekunde zu Sekunde, Tag zu Tag, Jahr zu Jahr.

Die Windenergieanlagen sind als Maschinen schon ziemlich gut. Das Problem ist die Windquelle selbst, und daran können wir nichts ändern. Sie ist ein Energiestrom niedriger Dichte. Die Menschheit hat vor langer Zeit aus guten Gründen aufgehört, sie für den Transport und die Mechanik zu benutzen. Sie war einfach nicht zuverlässig genug.

Ressourcenverbrauch und Umweltauswirkungen

Was den Ressourcenverbrauch und die Umweltauswirkungen betrifft, so sind die direkten Effekte von Windenergieanlagen – das Töten von Vögeln und Fledermäusen, der Bau von Betonfundamenten in der Natur – schlecht genug. Aber aus den Augen und aus dem Sinn ist die Umweltverschmutzung durch den Abbau seltener Erden in der Inneren Mongolei für die Magnete in den Turbinen. Dadurch entstehen giftige und radioaktive Abfälle in einem historischen Ausmaß, weshalb der Ausdruck “saubere Energie” so ein kranker Witz ist und die Minister sich jedes Mal schämen sollten, wenn er über ihre Lippen kommt.

Windkraftanlagen vergeuden Ressourcen

Es kommt noch schlimmer. Windturbinen sind, abgesehen von den Glasfaser-Rotorblättern, meist aus Stahl, mit Betonfundamenten. Sie benötigen etwa 200 mal so viel Material pro Einheit wie eine moderne kombinierte Gasturbine. Stahl wird mit Kohle hergestellt, die nicht nur die Hitze zum Schmelzen von Erz liefert, sondern auch um den Kohlenstoff in der Legierung zu liefern. Zement wird auch oft mit Kohle hergestellt. Die Maschinen der “sauberen” Erneuerbaren Energien verdanken ihre Existenz der fossilen Energiewirtschaft und weitgehend der Kohlewirtschaft.

Eine Zwei-Megawatt-Windkraftanlage wiegt etwa 250 Tonnen (“250 tonnes”)*, einschließlich Turm, Gondel, Rotor und Rotorblätter. Überall in der Welt werden etwa eine halbe Tonne Kohle benötigt, um eine Tonne Stahl herzustellen. Rechnet man weitere 25 Tonnen Kohle für die Herstellung des Zements hinzu, kommen bereits 150 Tonnen Kohle auf jede Turbine. Wenn wir jährlich 350.000 Windenergieanlagen bauen wollten (oder eine kleinere Anzahl größerer Anlagen), benötigen wir, nur um mit dem steigenden Energiebedarf Schritt zu halten, jährlich 50 Millionen Tonnen Kohle. Dies entspricht etwa der Hälfte der EU-Steinkohle-Bergbau-Produktion. Eine ideale Voraussetzung für alle, die ein kommerzielles Interesse an Kohle und an “sauberer”, grüner Windkraft haben.

Windkraft kann keinen wesentlichen Beitrag zur Weltenergieversorgung beitragen

Der entscheidende Punkt seiner Argumente ist für Matt Ridley zu zeigen, dass es von vornherein sinnlos ist, auch nur darüber nachzudenken, dass Windkraft einen wesentlichen Beitrag zur Weltenergieversorgung beitragen kann, geschweige denn zu Emissionsminderungen, ohne den Planeten zu ruinieren. Wie der verstorbene David MacKay vor Jahren darauf hingewiesen hat, spricht die Mathematik gegen die unzuverlässigen Erneuerbaren Energien.

Zukünftige Energieversorgung

Die Wahrheit ist, wer die Zivilisation mit Energie und weniger Treibhausgasemissionen versorgen will, muss sich auf die Verlagerung der Stromerzeugung, Wärme und Transport hin zu zu Erdgas konzentrieren. Dessen wirtschaftlich förderbare Reserven sind – dank der Horizontalbohrungen und Hydraulic Fracturing – größer, als wir je geträumt haben. Erdgas hat von allen fossilen Brennstoffen die niedrigsten Emissionswerte, so dass die Emissionsintensität bei der Schaffung unseres Wohlstands tatsächlich fallen kann, während er tatsächlich steigt. So weit, so gut.

Und lassen Sie uns etwas von diesem aufkeimenden Reichtum in die Atom-, Kernspaltung und Kernfusion ivestieren, damit es in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts das Gas ablösen kann. Das ist eine konstruktive, saubere Zukunft. Alles andere ist eine politische Verdrängungsaktivität, die eigentlich als Klimapolitik kontraproduktiv ist und, was am schlimmsten ist, auf schändliche weise die Armen beraubt, um die Reichen noch reicher zu machen.

Die Übersetzung folgt weitestgehend dem englischsprachigen Text, erhebt aber keinen Anspruch auf eine vollständige Übersetzung.

Original: Wind turbines are neither clean nor green and they provide zero global energy

  • Das Gesamtgewicht einer Nordex N 117 (Nennleistung 2.400 kW, Nabenhöhe 120 m) beträgt:
    2.283,2 Tonnen.

 

Foto: https://mothersdirt.wordpress.com/tag/neodym/

WindenergieanlagenMothersdirt: “Am Beispiel der Millionenstadt Baotou wird deutlich, dass Smartphones nicht „smart“ sind und die grüne Energie zum ökologischen Sargnagel werden könnte. Der weltweite Hunger nach Fortschritt mündete dort in einen radioaktiv verseuchten Schlackensee unglaublichen Ausmaßes.”
“Die traurige Ironie um den riskanten Abbau und der einhergehenden großen Verschmutzung besteht darin, dass die Seltenerdmetalle nicht nur in den Unterhaltungsmedien wie Flat Screens und Smartphones Verwendung finden, sondern vor allem in der hochgelobten grünen Technologie, wie in Antrieben für Elektroautos, Solarzellen und Windturbinen. Da stellt sich sogar die Frage, wie „gefährlich“ oder unter welchen Aspekt von „Gefahr“ die Atomenergie im Vergleich dazu zu sehen ist! Allein in China muss in Anbetracht der Ausbaupläne von grüner Energie, der Abbau entweder sauberer und dadurch auch teurer werden, oder noch weitere hochgiftige Schlackenseen entstehen.”

Das schmutzige Geheimnis sauberer Windräder:

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
SH

Wie man mit Hilfe eines einzigen Verbs die Welt belügt

Der NRD berichtete am 11.05.2017 unter “Rückblick: 30 Jahre Windkraft in SH” im Schleswig-Holstein Magazin:

“Mittlerweile kann Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien beziehen.”

“Bezieht” ist ein normales Verb. “Kann” ist ein Modalverb. Es modifiziert die Bedeutung des anderen Verbs im Satz: “… kann … beziehen.”

Was heißt das in diesem Fall für den oben zitierten Satz des NDR? Er ist mehrdeutig:

  • SH bezieht seinen Strom tatsächlich zu 100 Prozent aus EE (Diese Behauptung wäre allerdings widerlegbar).
  • SH hat unter bestimmten Umständen die Möglichkeit, seinen Strom zu 100 Prozent aus EE zu beziehen.
  • Vielleicht kommt es unter Umständen in Betracht, dass SH seinen Strom zu 100 Prozent aus EE bezieht.
  • Von Zeit zu Zeit ist SH in der Lage, seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu beziehen.

Die Mehrheit der Bevölkerung versteht den Satz falsch, weil sie ebenso wie die Mehrheit der Journalisten nicht zwischen Leistung (Nennleistung, installierte Leistung) und Arbeit (tatsächliche Leistung über der Zeit) unterscheiden. Ob sie es nicht können oder nicht wollen, sei dahingestellt.

Aus einem guten Grund vermeiden Politiker und Journalisten die Formulierung: “Mittlerweile bezieht Schleswig-Holstein seinen Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien.” Die Lüge wäre schnell nachzuweisen.

Richtig müsste der Satz lauten:

“Schleswig-Holstein kann seinen Strom nur in Abhängigkeit von den Windverhältnissen aus Erneuerbaren Energien beziehen.”

Im Norden weht der Wind häufiger und kräftiger als im Süden, aber dennoch kommen die gewaltigen Windkraftanlagen nach Angaben des Bundesverband Windenergie (BWE) in Schleswig-Holstein nur auf 2.605 Volllaststunden (30 Prozent) im Jahr. Windstandorte mit 1.600 äquivalenten Volllaststunden gelten bereits als gut. Der Wind weht jedoch unregelmäßig und nicht an 8.760 Stunden im Jahr. Aus diesem Grund sind sämtliche Angaben über die errechnete oder tatsächliche Jahresleistung für den Stromverbraucher unbedeutend, denn der von Windkraftanlagen nutzbare Wind kann sie nicht kontinuierlich und zuverlässig mit Strom versorgen. Er kann es nicht, denn es ist aus physikalischen Gründen unmöglich.

Die Wahrheit ist einfach: Obwohl SH zu bestimmten Stunden dreimal mehr Strom aus Erneuerbaren Energien produziert als es selbst verbraucht, kann Schleswig-Holstein niemals zu 100 Prozent Strom aus Erneuerbaren Energien beziehen, weil die Stromproduktion grundsätzlich davon abhängt, ob genügend Wind weht. Die gesicherte Leistung ist Null Prozent. Kein Wind, kein Strom.

 

Foto: fsHH, pixabay

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (2 votes cast)
SolarCity

SolarCity & Co. – Ende der Glückssträhne?

SolarCity: Solaranlagen stürzen auf fast 40% ihres Vorjahreswertes ab

Tesla SolarCity meldete einen Rückgang von fast 40 Prozent bei Solaranlagen für das erste Quartal, berichtet Business Insider. Dies sei als jüngstes Zeichen für eine Umkehr des Glücks für die einmal hoch-fliegende Haus-Solar-Industrie zu werten.

Nicht nur Tesla

Tesla teilte mit, dass das Unternehmen im ersten Quartal 2017 lediglich 150 Megawatt Solarenergie im Vergleich zu 245 MW im ersten Quartal des vergangenen Jahres installiert habe. Der drastische Umsatzrückgang bei einem Unternehmen, das zuvor konsequent zweistelliges Wachstum erzielt hatte, verleihe ihm einen breiten Trend, der die gesamte Dach-Solarindustrie betreffe.

Die Klagen der Installateure

Die Installateure berichten, dass es schwieriger sei, Kunden zu finden, berichtet Business Insider. Die Subventionen seien in einigen Staaten geschrumpft oder beendet worden, und viele der bequemsten Kunden – umweltbewusste Hausbesitzer mit verfügbarem Einkommen – haben bereits Dach-Systeme gekauft. “Die Trendsetter sind irgendwie weg”, habe Tammy Goad, Vizepräsident der Unternehmensentwicklung von Valley Energy, Kalifornien, auf einer Solarindustrie-Konferenz in San Diego gesagt.

Starke Konkurrenz in der Branche habe einige Unternehmen aus dem Markt geschoben oder sie gezwungen, zurück zu skalieren. Eines der größten Dach-Solar-Unternehmen, Sungevity, habe in diesem Jahr Konkurs angemeldet.

“Vor zwei Jahren habe ich gedacht, dass ich ein brillanter Vermarkter war. Heute suche ich nach Antworten”, sagte laut Business Insider Kathi McCalligan, Direktorin des Marketing für den Installateur Baker Electric, San Diego, auf der Konferenz. Die Veranstaltung konzentrierte sich auf Fragen der Kundenakquisition. Sie wurde von der Solar Energy Industries Association ausgerichtet.

Rooftop Solar, vor wenigen Jahren ein Neuling, hat in den letzten Jahren ein außerordentlich hohes Wachstum erlebt, darunter einen Anstieg der Installationen um 66 Prozent zwischen 2014 und 2015. Diese Wachstumsrate sei im vergangenen Jahr auf 19 Prozent gesunken, und der Trend habe sich im Jahr 2017 deutlich verschlechtert.

Gesunkene Nachfrage

Nicht nur, dass SolarCity in den vergangenen zwei Jahren ihre schlimmsten vierteljährlichen Solareinsatzbeiträge vorgelegt habe, nach staatlichen Angaben war die Nachfrage in Kalifornien im Januar und Februar 2017 um 35 Prozent gesunken. Kalifornien macht etwa die Hälfte des Wohn-Solarmarktes aus.

Starke Regenfälle in diesen Monaten seien wahrscheinlich der Grund für den Rückgang, heißt es, aber Industrie-Insider sagen, die Installationen hätten sich nicht so wie erwartet in diesem Frühjahr erholt.

Aber auch Verbraucherbeschwerden über aufdringliche Verkaufstaktiken seien laut Regierungs- und Privatagenturen auf dem Vormarsch. Sie sagen, dass aggressive Haustür-Anfragen und Telemarketing einige Solar-Kunden verärgert haben, ebenso Online-Anzeigen mit dem Versprechen “free solar”.

Als Antwort auf den Anstieg der Beschwerden haben Verbraucherschutzorganisationen in Florida und Kalifornien Anfang dieses Jahres eine Kampagne zum Schutz der Solarkunden gestartet. Wall Street Journal berichtete dass Bundesregulierungsbehörden untersuchen, ob die großen Installateure Sunrun Inc und SolarCity ihre Vertragsstornokosten vollständig offengelegt haben.

Ergebnisse weiterer Solarunternehmen folgen

Andere große Solarunternehmen, einschließlich SunPower Corp, Sunrun und Vivint Solar Inc werden ihre vierteljährlichen Ergebnisse in der nächsten Woche vorlegen.

Quellen:

Foto: sferrario1968, pixabay


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Michel Limburg/Fred F. Mueller/Arnold Vaatz

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

Versand kostenfrei.
Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfacher, auch für Laien leicht verständlicher Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)
Felix Letkemanns kommentiert Harald Lesch

Gut erklären können, reicht nicht, es muss auch stimmen. Eine Antwort an Harald Lesch

Gut erklären können, reicht nicht, es muss auch stimmen. Das gilt auch für den Allrounder Prof. Harald Lesch, der es den Zuhörern leicht macht, ihm zu folgen. Felix Letkemanns kommentiert ein Video von Harald Lesch zum Thema Flüssigsalzreaktor. Er stellt Lesch als Verbreiter von Falschinformationen zur Rede.

“Gibt es eine Möglichkeit, Atomkraft komplett ohne Risiko zu erzeugen?”

Etwas schwieriger ist der Nachweis in Fragen der Kernenergie nicht nur deshalb, weil die Materie kompliziert ist, sondern vor allem deshalb, weil die vereinten Kräfte aus Politik, Nicht-Regierungsorganisationen und Kirchen der modernsten aller Energieformen nahezu den Garaus gemacht haben. Aber es gibt sie, die aufmerksamen Beobachter, die die Verbreiter von Falschinformationen zur Rede stellen. Aber es ist unwahrscheinlich, dass sie von Harald Lesch eine Antwort auf ihre Fragen erhalten.

“Gibt es eine Möglichkeit, Atomkraft komplett ohne Risiko zu erzeugen?” fragt Harald Lesch und stellt in dem Video den Flüssigsalzreaktor vor. “Eine sehr interessante Idee …”, sagt er.

Felix Letkemanns kommentiert Harald Leschs Vortrag mit folgenden Worten: “Harald Lesch hat ein Video zum Flüssigsalzreaktor gemacht und dort mit alternativen Fakten um sich geworfen. Deshalb eine Antwort, in der ich ein paar (nicht alle!) Sachen richtigstelle. Ich habe Herrn Lesch bereits vor ein paar Monaten eine Mail zu diesem Thema geschrieben, allerdings gab es damals nur eine automatische Antwort.”

Wie gefährlich das Tritium ist, mag man daran sehen, dass es bei Amazon käuflich erworben werden kann:  http://amzn.to/2m7jx0N

Kritik an Harald Lesch

Auch von anderer Seite kam Kritik an Leschs Video. Weil es keine “Atomlobby” gibt, kümmert sich ein privater Verein (Nuklearia) darum, dass das Wissen über die Kernenergie in Deutschland nicht gänzlich verloren geht. Rainer Klute kritisiert Harald Lesch in drei Punkten:
“1. In Hamm-Uentrop hat man einen Thorium-Hochtemperaturreaktor gebaut, aber – anders als Lesch behauptet – keinen Flüssigsalzreaktor, sondern einen Kugelhaufenreaktor. Der Kernbrennstoff befand sich in tennisballgroßen Kugeln. Dieses Reaktorkonzept hat China aufgegriffen und errichtet gerade eine Anlage, die 2018 in Betrieb gehen soll.
2. Weder der Thorium-Hochtemperaturreaktor in Hamm noch irgendein Thorium-Flüssigsalzreaktor ist ein Schneller Brüter, auch wenn Lesch das behauptet. Übrigens eignet sich ein Schneller Brüter – genauer: ein Schneller Reaktor – sehr wohl dazu, aus Atommüll Strom zu machen. Russland zeigt uns, wie das geht: http://nuklearia.de/2016/12/09/strom-aus-atommuell-schneller-reaktor-bn-800-im-kommerziellen-leistungsbetrieb/
 .
3. Lesch erklärt die Selbstregulierung eines Thorium-Flüssigsalzreaktors, als ob es ein völlig neuartiges Konzept wäre. Ist es aber nicht, denn das macht bereits jeder herkömmliche Kernkraftreaktor so, Stichwort: negativer Reaktivitätskoeffizient. Eine Ausnahme ist der russische RBMK-Reaktor (Tschernobyl-Typ), von dem leider noch 11 Blöcke laufen.”

Schlussfolgerung

Es liegt auf der Hand, dass die Schlussfolgerungen Harald Leschs nicht stimmen können, wenn er grundlegende Dinge nicht weiß – oder nicht wissen will.

Ein neuartiges Konzept für einen Flüssigsalzreaktor (Dual Fluid Reaktor) stellt das Institut für Festkörper-Kernphysik, Berlin, vor: http://dual-fluid-reaktor.de/index.php/technik

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.
Versand kostenfrei.

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 2.5/5 (4 votes cast)
Wasserkraft

Kaliforniens Staudammkrise erinnert an die tödliche Geschichte der Wasserkraft

Staudämme galten in den 1960er und 70er Jahren als Symbole des Fortschritts, des Wachstums – und der Macht erinnert “Planet Wissen” den Leser. Es habe Zeiten gegeben, da haben Staudämme amerikanischen Präsidentschaftskandidaten zum Wahlsieg verholfen. Die Befürworter Erneuerbarer Energien verbinden diese Quelle kohlenstofffreier Energie, die Wasserkraft, mit der Hoffnung, dass sie dazu beitragen können, Kohle- und Kernenergie abzulösen. Sie ignorieren, dass es eine absolute Sicherheit bei keiner Art der Energiegewinnung gibt und jede Art Verluste nach sich zieht.

Die Funktion der Staudämme wird von Planet Wissen kurz beschrieben. “In den Dämmen fällt das gestaute Wasser auf Turbinen, die nichts anderes sind als moderne Wasserräder. Bloß treiben sie keinen Mühlstein an, sondern Generatoren, die die Rotationsenergie schließlich in elektrische Energie umwandeln. In Strom, den alle Volkswirtschaften brauchen.” Planet Wissen erinnert aber auch daran, dass der Boom der Staudammprojekte nicht frei von den Interessen vor allem für die westlichen Industrien war, die die Riesenturbinen geliefert und gute Geschäfte gemacht hätten.

Kaliforniens Staudammkrise bei Oroville

Kaliforniens Staudammkrise bei Oroville habe die tödliche Geschichte der Wasserkraft wieder ins Bewusstsein gerufen, sagt Dave Mosher.

Die USA erhalten durch Staudämme etwa 6 Prozent ihrer Energie. Aber, sagt Dave Mosher, diese Woche veranschauliche die Staudamm Krise in Oroville, Kalifornien, dass die hydroelektrische Energie-Technologie an ein großes, wenngleich seltenes Risiko gekoppelt sei: Katastrophaler Zusammenbruch und Überschwemmungen.

Zählen Staudämme zu den riskanteren Stromquellen der Welt?

Dave Mosher verweist auf eine Datenanalyse des Reporters Phil McKenna in New Scientist im März 2011. Das Magazin griff auf Daten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Organisation for Economic Cooperation and Development), der Internationalen Energieagentur (International Energy Agency) und anderer Quellen zurück. Ihnen zufolge können Dämme zu den riskanteren Stromquellen der Welt zählen.

Phil McKennas analysierte die unmittelbaren und späteren Todesfälle, die für zehn Terrawattstunden (TWh) der weltweit erzeugten Energie auftraten – weltweit werden etwa 20.000 TWh Strom pro Jahr produziert.

Diesen Daten zufolge gebe es Todesfälle für jede Art der Energiegewinnung, in der Rangliste sei Wasserkraft tödlicher als Kernenergie und Erdgas:

  • Kernenergie: 0,2 bis 1,2 Todesfälle pro 10 Milliarden KWh (am wenigsten tödlich)
  • Erdgas: 0,3-1,6 Todesfälle je 10 Milliarden KWh
  • Wasserkraft: 1.0-1.6 Todesfälle pro 10 Milliarden KWh
  • Kohle: 2,8 bis 32,7 Tote pro 10 Milliarden KWh (tödlichste)

Trotz des Kraftwerksunfalls in Tschernobyl, der schätzungsweise 9.000 Krebstodesfälle verursacht habe, sei die Kernkraft eine der sichersten Möglichkeiten zur Stromerzeugung (im Gegensatz zum Volksglauben).

Quelle: https://www.newscientist.com/article/mg20928053.600-fossil-fuels-are-far-deadlier-than-nuclear-power/

Kohle gelte wegen der Todesfälle, die sie durch Luftverschmutzung verursacht, als das tödlichste Risiko.

Schätzungen der Zahl der Todesfälle pro Terawattstunde, die auf Daten der Weltgesundheitsorganisation und der Arbeitsschutzstatistik basieren, gehen davon aus, dass fossile Kraftwerke zu weit mehr Todesfällen beitragen als Windenergie, meint mediamatters.org, ignoriert jedoch, dass die Windenergie wegen ihrer zufallsabhängigen Stromproduktion kein Ersatz für herkömmliche Kraftwerke sein kann.

27.3.2013 – mediamatters.org

 

Zusammenbruch von Chinas Banqiao-Staudamm

Falls die Todesfälle, die durch den tragischen Zusammenbruch von Chinas Banqiao-Staudamm verursacht wurden, in die Berechnungen einbezogen würden, könne Wasserkraft als eine der gefährlichsten Stromquellen betrachtet werden, sagt Dave Mosher. Am 8. August 1975 zerstörte ein ungewöhnlicher Taifun, der alle Niederschlags-Rekorde brach, den Staudamm. Er schickte eine Wasserwand von fast zwanzig Metern Höhe und 12 Kilometern Breite flussabwärts. Darüber berichtet der investigativen Journalist Dai Qingin seinem Buch “Der Flussdrache ist gekommen!” (The River Dragon Has Come!)

Die Sturzflut zerstörte andere Dämme entlang des Flusses und tötete schätzungsweise 85.000 Menschen. Bei der Berücksichtigung späterer Todesfälle durch Hochwasserkrankheiten und Hungersnöte könne die Zahl der Todesfälle bei 220.000 bis 230.000 Menschen liegen.

Dieses verheerende Unglück hebe das statistische Risiko von Staudämmen auf 54,7 Todesfälle pro 10 TWh – ein etwa 46 Mal höheres Risiko als durch die Kernenergie. Die Zeitschrift Business Insider, in der der Artikel von Dave Mosher zuerst veröffentlicht wurde, kontaktierte die National Hydropower Association und bat um einen Kommentar, welche Gefahr durch Staudämme in den USA drohe, erhielt aber keine umgehende Antwort.

Die Chinesen haben 1993 den Banqiao-Damm wieder aufgebaut und die Lehren aus der Tragödie gezogen, sagt Dave Mosher. Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Ereignissen sei, dass die Behörden in den USA in der Lage gewesen seien, mehr als 180.000 Menschen in dieser Region von Kalifornien sofort zu evakuieren. Es bleibe abzuwarten, ob der Oroville-Stausee tatsächlich zusammenbrechen wird. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines Artikels (13.2.2017) hatte er sich stabilisiert.

Aussichten für Oroville

18.02.2017: Das Wetteramt in Los Angeles sprach vom heftigsten Niederschlag, der den Südwesten Kaliforniens «seit sechs Jahren und vielleicht sogar seit Dezember 2004 und Januar 1995» am 17.2.2017 treffen könnte. Im Norden von Kalifornien überwachten Einsatzkräfte den maroden Oroville-Staudamm, der in den vergangenen Tagen bereits viel Wasser abgefangen hatte. Dessen Abflusskanäle befinden sich in Reparatur. Behördenvertreter zeigten sich zuversichtlich, dass das Reservoir auch erneute Regenmassen bewältigen könne. Einwohner in den unter den Stausee gelegenen Orten durften inzwischen wieder in ihre Häuser zurückkehren, sitzen dort aber angesichts des kommenden Regens auf gepackten Sachen. Ihnen sei mitgeteilt worden, dass die Anordnung zur erneuten Räumung von einem Augenblick auf den anderen kommen könnte, berichtet bluewin.ch.

 

Quellen:

  • http://www.planet-wissen.de/kultur/architektur/staudaemme/index.html
  • http://www.businessinsider.com.au/dam-safety-statistics-risk-of-death-2017-2?r=US&IR=T
  • http://www.sciencealert.com/california-s-dam-crisis-highlights-the-surprisingly-deadly-history-of-hydroelectric-power
  • https://www.newscientist.com/article/mg20928053.600-fossil-fuels-are-far-deadlier-than-nuclear-power/
  • https://weather.com/de-DE/wetter/ausland/news/erste-tote-kalifornien-droht-der-hefigste-sturm-seit-22-jahren
  • https://www.bluewin.ch/de/news/vermischtes/2017/2/17/regenfront-erreicht-kalifornien—alarm-am-oroville-stausee-.html


Titelfoto: Real Thing TV


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

Versand kostenfrei

Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfacher, auch für Laien leicht verständlicher Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

“Die Energiewende, die Umstellung unserer Stromversorgung auf sogenannte “Erneuerbare Energien” wird in eine Katastrophe führen, wirtschaftlich ebenso wie technisch. Obwohl das Konzept technisch nicht machbar ist, wurden hierfür bereits mehr als 500 Milliarden Euro ausgegeben. Dieses Geld wird unserer Volkswirtschaft bitter fehlen, wenn sie darangehen muss, den künftigen Scherbenhaufen zusammenzukehren. Hier erklären zwei ausgewiesene Fachleute, warum.”

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Teure Hinterlassenschaften – Die Rückbaukosten von Windrädern

Windkraftanlagen sind nach Angaben von Herstellern und Planungsbüros auf eine Lebensdauer von etwa 20-25 Jahren ausgelegt. “Ausgelegt” heißt aber nicht, dass sie dieses Alter auch erreichen. Nicht berücksichtigt sind zum Beispiel Faktoren, die die Lebenszeit einer Anlage von vornherein durch ihre Position im Verbundsystem eines Windparks reduzieren.

Ein Windrad, das aus der Windrichtung gesehen in der ersten Reihe eines Windparks liegt, wird selbst unter günstigen Bedingungen im Durchschnitt nur 15 Jahre alt. Die hinter der ersten Reihe liegenden Windkraftanlagen werden je nach Entfernung zur ersten Reihe im Durchschnitt zwischen 5 und 12 Jahre alt. Die Folgen für die Ertragsberechnungen von Windkraftanlagen in nicht optimalen Windgebieten liegen auf der Hand: sie müssen häufiger ausgetauscht oder stillgelegt werden, als erwartet. Die Stilllegung zieht hohe Kosten und auch Umweltprobleme nach sich.

Stillgelegte Windenergieanlagen müssen zurückgebaut werden

Stillgelegte Windenergieanlagen müssen zurückgebaut werden und dürfen nicht als Ruine in der Landschaft stehen bleiben. Dies schreibt das Baugesetzbuch vor (§ 35 Abs. 5 Satz 2 BauGB). Um eine Betriebsgenehmigung zu erlangen, müssen Anlagenbetreiber (bzw. Vorhabenträger) eine Verpflichtungserklärung zum Rückbau der Anlage samt der Beseitigung von Bodenversiegelungen abgeben. Dies ist eine zusätzliche Genehmigungsvoraussetzung gemäß § 6 BImSchG für Windvorhaben im Außenbereich. Diese bodenrechtliche Regelung dient der “größtmöglichen Schonung des Außenbereichs”. Der Rückbau bedeutet den “vollständigen Abriss aller baulichen Anlagen, die dem privilegierten Vorhaben gedient haben, einschließlich Beseitigung von Bodenversiegelungen, die mit diesem Vorhaben in einem funktionalen Zusammenhang gestanden haben.“ (Außenbereichserlass, Rückbauverpflichtung). So weit, so gut.

Aber es gibt keine Sicherheit dafür, dass der Rückbau auch tatsächlich durchgeführt wird, wie dieses Foto aus Oldenburg/Bensersiel zeigt. Das alte Fundament der sogenannten „Zeiger-Mühle“ betrachten verärgerte Landschafts- und Naturschützer als ein „Denkmal“ der verfehlten Entsorgungspolitik im Landkreis Wittmund.

Fundament der nach einem Gerichtsurteil versetzten „Zeiger-Mühle“ in Oldendorf/Bensersiel, LK Wittmund. Im Hintergrund die versetzte Anlage, Foto (C): Manfred Knake

Die Verpflichtungserklärung zum Rückbau der Anlage ist kein vollstreckbarer Titel. Um zu verhindern, dass ein Verpächter oder eine Gemeinde im Fall einer Insolvenz des Betreibers oder bei einem Betreiberwechsel auf den Rückbaukosten sitzen bleibt, müssen finanzielle Rücklagen und Bürgschaften für den Rückbau bereitgestellt werden. Damit sichergestellt wird, dass die Verpflichtung auch tatsächlich eingehalten wird und der Verursacher die Kosten für den Rückbau trägt, muss der Anlagenbetreiber oder Vorhabenträger bis spätestens zum Baubeginn eine finanzielle Sicherheitsleistung beibringen, in der Regel eine selbstschuldnerische Bankbürgschaft, sodass im Falle einer Insolvenz die eingebrachte Rücklage zum Tragen kommen kann.  In einer Nebenbestimmung kann außerdem zum Beispiel geregelt werden, dass bei einem Betreiberwechsels eine neue Bankbürgschaft vorgelegt werden muss. Eine Sicherheit für den Grundstückseigentümer/Verpächter oder die Gemeinde besteht dennoch nicht.

Gigantisches Volumen

Die moderne E 126 erreicht eine Gesamthöhe von fast 200 Metern. Sie benötigt ein Fundament von 1.500 Kubikmetern Beton, der mit 180 Tonnen Stahl armiert ist. Auf dem runden Fundament, das 3.500 Tonnen wiegt, steht der Turm aus konischen Stahlbeton-Segmenten, der 2.800 Tonnen auf die Waage bringt. Das auf dem Turm sitzende Maschinenhaus mit Generator wiegt 340 Tonnen, die Nabe mit den Rotorflügeln aus glasfaserverstärktem Kunststoff noch einmal 320 Tonnen. Damit der Boden das Gesamtgewicht von über 7.000 Tonnen tragen kann, muss er zuvor mithilfe von Schottergranulat, das in 30 Meter tiefe Bohrlöcher gepresst wird, verdichtet werden.

Wie teuer ist der Rückbau einer Windkraftanlage?

Der Windenergie-Erlass NRW sieht vor,  dass die Sicherheitsleistung „den Rückbau der Windenergieanlage einschließlich des den Boden versiegelnden Fundaments am Ende der voraussichtlichen Lebensdauer der Anlage vollständig abdecken“ muss (Windenergie-Erlass NRW, Ziffer 5.2.2.4). Danach sind 6,5 Prozent der Gesamtinvestitionskosten des Vorhabens als Sicherheitsleistung anzusetzen, je nach Hersteller und Bautyp auch höher oder niedriger. Die Einschätzung übernimmt ein Fachunternehmen (z. B. Abbruchunternehmen). Die zuständige Genehmigungsbehörde hat einen Ermessensspielraum, sie muss den zukünftigen finanziellen Aufwand für den Rückbau prognostisch abschätzen.

NRW nennt ein Beispiel: Betragen die Gesamtinvestitionskosten für eine Anlage zwei Millionen Euro so ist eine Sicherheitsleistung in Höhe von 130.000 Euro je Anlage (6,5 Prozent) nachzuweisen (z. B. Bankbürgschaft), sofern keine hiervon abweichenden Kosten festgestellt werden.  Für alle bis zur Novelle des Baugesetzbuches im Sommer 2004 errichteten Windenergieanlagen greifen diese Regelungen aufgrund des Bestandsschutzes nicht in dieser umfassenden Form. Es gibt lediglich bauordnungsrechtliche Möglichkeiten, den Rückbau im Falle der Betriebsaufgabe behördliche anzuordnen. Dies bedeutet aber einen finanziellen Aufwand, den man dadurch zu umgehen versucht, dass “finanzielle Anreize” geschaffen wurden, um die alte Anlage durch eine neue, effizientere Anlage zu ersetzen (Repowering).

Auf die brandenburgischen Richtwerte beruft sich auch beruft sich auch klimaretter.info. Zehn Prozent der Rohbausumme, die wiederum mit 40 Prozent der Herstellungskosten angesetzt wird, für den Rückbau kalkuliert werden müssen – am Ende seien  das also vier Prozent der Baukosten. Das Onlinemagazin lässt einen Sprecher des Bundesverbandes Windenergie zu Wort kommen, der sagt, dass man in der Praxis von etwa 30.000 Euro pro Megawatt installierter Kraftwerksleistung ausgehen könne. Dieser Wert entspreche “den heutigen Erkenntnissen”. Auf die Windenergieanlage Enercon WKA E-126 umgerechnet betrüge der notwendige Rückstellung rund 60.000 Euro pro Megawatt installierter Kraftwerksleistung, insgesamt 440.000 Euro.

Ob damit die Rückbaukosten wirklich abgedeckt sind, ist fraglich. Und ob tatsächlich 6,5 Prozent der Gesamtinvestitionskosten des Vorhabens als Sicherheitsleistung angesetzt werden, unterliegt einem Ermessensspielraum der Genehmigungsbehörde.

Aus Frankreich liegt der Kostenvoranschlag einer Abbruchfirmen im Departement Aisne vor. Er kommt auf rund  345.000 Euro pro Windrad, ohne Mehrwertsteuer. Dabei ist das Gelände frei zugänglich.

Was gehört zum Rückbau einer Windkraftanlage?

Die Verpflichtung zum Rückbau des gesamten Vorhabens beinhalte die Beseitigung der baulichen Anlagen einschließlich Nebenanlagen, Leitungen, Wege und Plätze und der durch die Anlagen bewirkten Bodenversiegelung. Ziel sei es dabei, den ursprünglichen Zustand mit der entsprechenden Bodenqualität wiederherzustellen. Diese Erläuterung erhielt der CDU-Abgeordneten Steeven Bretz, Brandenburg, auf eine kleine Anfrage. Er wollte wissen:

“Welche Auflagen sind mit dem Rückbau von Windkraftanlagen – insbesondere im Hinblick auf eine vollständige Beseitigung und Entsorgung der Stahlbetonfundamente, der Türme und Turbinen sowie der Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes im Bereich der Zuwegung und der von den Windkraftanlagen genutzten Fläche – verbunden?”

Der Umfang der Beseitigungspflicht wird nicht generell, sondern nur im Einzelfall festgelegt. Der zuständigen Behörde muss im Falle der dauerhaften Nutzungsaufgabe von Windkraftanlagen ein Konzept für die Beseitigung der Anlage vorgelegt werden. Die unteren Bauaufsichtsbehörden sind nach § 74 Abs. 1 BbgBO ermächtigt, Beseitigungsanordnungen zur Herstellung rechtmäßiger Zustände zu erlassen.

Die Behörde entscheidet über den Umfang der Rückbaumaßnahmen. Wie detailliert müssen der Abbau der Anlage einschließlich Fundament, die Beseitigung der Nebenanlagen (z.B. Trafostation), die Beseitigung der Wege und sonstiger versiegelter Flächen (z.B. Kranstellflächen), die Beseitigung von Anpflanzungen und die anschließende Rekultivierung aufgeführt werden? Wenn die Behörden bei der Genehmigung unterschätzt haben, werden sie Nach-Forderungen stellen können?

Die Berechnung der Rückbaukosten

Bei der Berechnung der Rückbaukosten wird von der Öffentlichkeit häufig nur dem Abbau der Rotorblätter, der Gondel und des Schaftes Beachtung geschenkt, vielleicht noch der Zuwegung, den Kabeln und Trafohäuschen, weniger dem Fundament. Und das hat, wie man sieht, gute Gründe.

Das erste Video zeigt den spektakulären Rückbau von insgesamt drei Windkraftanlagen auf der Hornisgrinde, die durch eine einzige, größere Anlage ersetzt wurden (Repowering).  Es handelt sich um zwei Seewind Modelle, ein Modell 20/110 mit 110 kW und ein Modell 25/132 mit 132 kW, ersetzt durch eine Enercon E-70. Die Beseitigung der beiden Fundamente wird nicht gezeigt.

Das zweite Video dokumentiert die Beseitigung des Fundaments einer relativen kleinen Windkraftanlage (Nordex N50, am Standort Kirchberg Jagst in Kleinallmerspann). Das Fundament wird vollständig entfernt. Die Arbeit gibt  eine Vorstellung von dem Aufwand, der bei größeren Anlagen getrieben werden muss.

Das Fundament einer 200 m hohen und 7.000 Tonnen schweren Enercon WKA E-126 wiegt 3.500 Tonnen und besteht aus 1.400 Kubikmetern hochfestem Beton. Völlig zu Recht bemerkt ein Youtube-Nutzer, dass so ein Rückbau von Windkraftanlagen wirklich zeitaufwändig sei , wenn er sich dieses Video ansehe. Ihn interessiere, wie lang es dann dauern würde, bis man ein Fundament von zum Beispiel einer Enercon E-126 vollständig entfernt habe?

Berechnungen der Rückbaukosten weichen extrem stark voneinander ab. Bei der Planung kann in einem ersten Schritt ein Steuerberater einer Gemeinde oder einer Bürgerinitiative für eine Wirtschaftlichkeitsberechnung von Windkraftanlagen hilfreich sein, wie Johann Richter zeigt. Er setzte 2011 für eine Rückbaurückstellung jährlich einen Betrag von € 12.500 an (€ 250.000 in 20 Jahren) an und empfahl wegen der extremen Unterschiede bei Gewinn- und Verlustberechnungen, seine Berechnungen von einem neutralen Gutachter überprüfen zu lassen.

Die Baukosten der E-126 zum Beispiel betragen 11 Mio €. Ein Rückbau kann bei 6,5 % der Baukosten in 20 Jahren, wie laut Windenergie-Erlass NRW vorgesehen, nicht nur € 700.000, sondern ohne weiteres auch eine Million Euro und mehr kosten.

Keine detaillierte Aufschlüsselung für den Rückbau erforderlich

In der bereits erwähnten kleinen Anfrage wollte der Abgeordnete Steeven Bretz, CDU-Fraktion Brandenburg, wissen: “Wie hoch sind die Kosten für den Rückbau erfahrungsgemäß?” Er bat um eine detaillierte Aufschlüsselung nach Rückbau der Zuwege und genutzten Flächen, nach Rückbau und Entsorgung des Turmes und der Turbine in Abhängigkeit zur Größe des Windrades und nach Rückbau und Entsorgung des Betonfundamentes in Abhängigkeit zur Größe des Windrades.

Das Bundesland Brandenburg antwortete, es setze bei der Ermittlung der Rückbaukosten und nach der Verwaltungsvorschrift zur BbgBO (Nr. 67.3.3.7) 10 Prozent der Rohbaukosten an. Bei Windenergieanlagen seien als fiktive Rohbausumme 40 Prozent der Herstellungskosten gemäß § 4 Absatz 2 Satz 3 der Brandenburgischen Baugebührenordnung (BbgBauGebO) zu berücksichtigen und kommt damit für eine Enercon WKA E-126 auf einen  Rückstellungsbetrag von € 440.000.

Eine detaillierte Aufschlüsselung erhielt der Abgeordnete allerdings nicht. Begründung: “Sonstige Erfahrungswerte zu den Rückbaukosten liegen nicht vor.”

Der Teufel steckt im Kleingedruckten

Das Neumarkter Landratsamt hatte 2013 den Betreiber eines großen Windrades vor der Errichtung oder Inbetriebnahme der Anlage zu einer Sicherheitsleistung in Form einer „selbstschuldnerischen“ Bankbürgschaft in Höhe von 770.00 Euro verpflichtet. Die Sicherheit sollte dazu dienen, dass am Lebensende einer Windmühle nicht eine Ruine in der Landschaft stehen bleibt, sondern dass der uralte Stromerzeuger „rückgebaut“, spurlos beseitigt werden kann — auch dann, wenn vielleicht der Betreiber dafür nicht aufkommen kann, weil er längst insolvent ist.  Das Landratsamt geht von einer Lebensdauer derAnlagen von zwei oder drei Jahrzehnten aus. Nach seiner Darstellung ist dieses Verhalten bei den Rückstellungen für den Abbau nicht bei allen Investoren gegeben: „Zum Teil werden die Rückbaukosten zu niedrig angesetzt“, sagt Jürgen Schreiner von der Landkreisbehörde. Die Bürgschaften dienten dazu, dass die öffentliche Hand im Notfall das Geld hat, um eine ausgemusterte Anlage beseitigen zu lassen — wobei die Gemeinden und Kreise trotz der möglichen „Ersatzvornahme“ nie Eigentümer der Windräder werden.

Doch der Teufel steckt in allerlei Kleingedrucktem — vor allem für die Grundstückseigentümer. Denn in zahlreichen Fällen verkaufen die Land- und Forstwirte jene 2000 bis 3000 Quadratmeter pro Windrad nicht an die Investoren, sondern verpachten sie langfristig und bleiben Eigentümer. Für die könnte es tatsächlich eng werden, wenn der Betreiber längst in einer Insolvenz untergegangen ist. Denn nach Angaben des Landratsamtes haftet zuerst der Grundstückseigentümer notfalls aus der Privatschatulle; die von den Genehmigungsbehörden erwirkte Bankbürgschaft sei da „nachrangig“, erklärt Jürgen Schreiner.

Für eine dynamische Anpassung der Rückbaukosten gibt es keine rechtliche Handhabe

Der Bayerische Bauernverband (BBV) und der Landkreis als Genehmigungsbehörde beklagen gleichermaßen: Eine Anpassung der zu erwartenden Rückbaukosten sei nach einem gewissen Zeitablauf durch Gutachten und Neubewertung nur möglich, wenn sich der Investor kooperativ zeige und diese freiwillig vereinbare. BBV-Geschäftsführer Bayerl fordert hier unmissverständlich eine Absicherung „von Amts wegen“. Doch Jürgen Schreiner vom Landratsamt bedauert: „Wir sind uns des Problems bewusst, aber es gibt keine rechtliche Handhabe, eine Dynamisierung einzubauen.“

Die Windkraftlobby erzählt den Bürgern gerne von den hohen Rückbaukosten der Kernkraftwerke. Die Rückbaukosten der Windräder bleiben bleiben entweder unerwähnt oder werden sehr niedrig angesetzt.

In Zusammenhang mit der Wirtschaftlichkeitsberechnung lohnt es sich für Ratsmitglieder eine kritische Schrift über „Kommunale Windparks“ der Gemeinde Weisenheim, über die wir 2014 berichtet haben, nachzulesen.

Versteckte Rückbaukosten, Rosstäuscher  – alles ganz easy!

“Windräder erzeugen umweltfreundlichen Strom, können jederzeit wieder demontiert werden ohne strahlende Erde zu hinterlassen und sie helfen die CO 2 Problematik zu entschärfen.” So oder ähnlich werben die Hersteller von Windkraftindustrieanlagen, aber auch die Anhänger der Erneuerbaren Energien. Die Rotorblätter, die Gondel und der Generator werden per Kran vom Turm gehievt und anschließend in ihre Einzelteile zerlegt. Das Kupfer aus den Kabeln oder der Stahl aus den oberen Turmsegmenten lässt sich wiederverwenden. Der Betonturm wird vor Ort zersägt oder gesprengt. Das Material lässt sich für den Straßenbau verwenden. Die Rotorblätter würden in der Regel geschreddert und als Brennmaterial in der Zementindustrie genutzt. Vieles davon lasse sich wiederverwerten. So einfach stellt topagrar der Rückbau dar. Er koste nach Angaben des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH), auf das sich topagrar beruft, zwischen 20.000 und 30.000 Euro pro Anlage. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe seien dabei schon eingerechnet.

Die Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe lassen sich nicht beziffern. Es gibt keine Möglichkeit, die Menge der Rotorblätter, die in den nächsten Jahren anfallen wird, ohne schwerwiegende gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung zu entsorgen.  Die Realität der Energiewende sieht so aus: Windkraftanlagen sind SONDERMÜLL! Seit 2005 bleibt nur die thermische Beseitigung und Verwertung der Rotorblätter, vorrangig in Müllverbrennungsanlagen und Zementwerken oder der Export oder die Deponierung. Nach dem Recycling, falls es denn stattfindet, bleiben schätzungsweise an die 20 Prozent nicht wiederverwertbaren Abfalls zurück. Radioaktivität zerfällt, die nuklearen Abfälle aus Kernkraftwerken lassen sich recyclen, Sondermüll bleibt ewig giftig.

Der Rückbau von Windkraftanlagen ist nicht nur aufwändig, sondern auch teuer, und die Kosten für den Sondermüll sind unkalkulierbar. Der Rückbau einer einzigen Anlage kann für den Grundstückseigentümer/Verpächter/die Gemeinde den wirtschaftlichen Ruin bedeuten. Die Untertreibung der Kosten durch topagrar ist schlichtweg ein Skandal.

Demontage-Unternehmen warten auf Aufträge. Aber eine Gewähr, dass die Windkraftanlagen im großen Stil demontiert werden können, dass es sich für die Abbaufirmen und Windparkbetreiber überhaupt lohnt, gibt es nicht. Bekannt ist lediglich, dass sich die bisherige Demontage-Strategie nicht mehr lohnen werden, meinen die Mitarbeiter am IPH. Es gibt Überlegungen dazu, mehr nicht. “Müsste”, “könnte” – die üblichen Konjunktive der Erneuerbaren Industrie.


James Lovelock ist einer der Gründerväter der grünen Bewegung. Berühmt wurde er für seine Erfindung der “Gaia-Theorie”. Er hat seine Verzweiflung zum Ausdruck gebracht, dass die ursprünglichen Absichten der Bewegung missverstanden worden seien, als Lizenz, unser “unbezahlbares ökologisches Erbe” beiseite zu schaffen. In einem Brief an eine örtliche Planungsbehörde schrieb James Lovelock:

“Wir müssen dafür Sorge tragen, dass die sich drehenden Windmühlen nicht wie die Statuen auf den Osterinseln werden – Denkmäler einer gescheiterten Zivilisation.”


Quellen:

  • http://www.nordbayern.de/region/neumarkt/ruckbau-von-windradern-finanziell-riskant-1.3268766
  • http://www.energiedialog.nrw.de/rueckbau-von-windenergieanlagen-eine-ungeloeste-problematik/
  • http://www.bi-greinereck.de/images/document/869592/Wirtschaftlichkeit_von_Windkraftanlagen-Vortrag-1.pdf
  • http://www.wattenrat.de/2015/02/03/rueckbau-von-windkraftanlagen-wer-entsorgt-die-fundamente/
  • http://www.nordbayern.de/region/neumarkt/ruckbau-von-windradern-finanziell-riskant-1.3268766
  • http://www.steeven-bretz.de/image/inhalte/file/KA%2064%20Antwort.pdf
  • http://www.klimaretter.info/energie/hintergrund/19919-wenn-windraeder-zu-alt-werden
  • https://www.topagrar.com/news/Energie-Energienews-So-soll-der-Rueckbau-von-Windkraftanlagen-gelingen-2832044.html
  • http://www.stop-eolien02.fr/2016/11/demantelement-le-cout-reel.html
  • http://www.wind-turbine-models.com/turbines/392-nordex-n-50
  • http://www.windenergie-im-binnenland.de/foundations.php
  • http://www.epenportal.de/web/datapool/storage/files101784/ENERCON_Entsorgungskosten.pdf
  • http://www.windenergie-im-binnenland.de/foundations.php
  • http://ruhrkultour.de/wp-content/uploads/2017/01/Windrad-Demontage-Fundamente.pdf

Fotos:
Windräder Silhouette: https://pixabay.com/de/wind-windpark-landschaft-licht-sun-374904/
Osterinseln: MattJP, “tongariki sunrise visitors”, © www.piqs.de


Ruhrkultour Leseempfehlung:

etscheit_

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 3.0/5 (2 votes cast)

Großwindanlagen: Die Verbrechen der Saubermänner

Prof. Michael Elicker, Staatsrechtler, schildert in einem Beitrag die Möglichkeiten, mit Mitteln des Strafrechts gegen Windkraft-Großprojekte vorzugehen. Er nennt Beispiele für strafbares Verhalten der Vertreter von Windkraftunternehmen, Kommunen und Genehmigungsbehörden. Sie können Betroffenen helfen, Straftaten zu erkennen und den kriminellen Akteuren durch entsprechende Anzeigen das Handwerk zu legen.

Großwindanlagen:
Die Verbrechen der Saubermänner

Oder: Immer Ärger mit JUWI

Foto: bugdriver

Bürger- und naturschutzfreundliche Vorgaben des Europarechts und insbesondere der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes zum Klagerecht im Bereich des Naturschutzes wurden von der Bundesrepublik Deutschland bisher unzureichend umgesetzt. Auch halten die meisten deutschen Verwaltungsgerichte entgegen des Europarechts an einer äußerst restriktiven Umgrenzung des Personenkreises fest, der zu Klagen gegen die Industrialisierung unserer Naturräume durch Großwindanlagen befugt sein soll. Natur und viele Bürger werden dadurch im Ergebnis weitgehend (rechts-)schutzlos gestellt. Es kann noch so illegal in den Wäldern gewütet werden – dem vor den Verwaltungsgerichten klagenden Bürger wird in der Regel schon auf der Ebene der Zulässigkeit gesagt, dass ihn das alles nichts angehe.

Neben dem fortdauernden juristischen Kampf um die Durchsetzung des bürgerfreundlichen europäischen Rechts muss daher eine weitere Möglichkeit der Abwehr in den Vordergrund treten, um eine Art von Waffengleichheit zwischen betroffenen Anwohnern und Natur auf der einen Seite und den so vielfach von Staat und Kommunen begünstigten Windkraft-“Investoren” auf der anderen Seite herzustellen: Das “scharfe Schwert” des Strafrechts. Aus persönlicher Erfahrung kann ich berichten, dass die meisten erfolgreichen Abwehrkämpfe gegen entsprechende Großprojekte auch eine strafrechtliche Komponente hatten.

Dieser Beitrag soll Beispiele für strafbares Verhalten der Vertreter von Windkraftunternehmen, Kommunen und Genehmigungsbehörden geben, die Betroffenen helfen können, Straftaten zu erkennen und den kriminellen Akteuren durch entsprechende Anzeigen das Handwerk zu legen. Nicht von ungefähr hat es in jüngster Zeit mehrere juristische Veröffentlichungen zu strafrechtlichen Fallstricken und kriminellem Verhalten sowohl aufseiten der Unternehmen der Branche als auch aufseiten der öffentlichen Hand gegeben.

 

Teil 1: Ausgangssituation, Verbrechen (!) des banden- und gewerbsmäßigen Betruges

Auf die harte Tour lernen mussten es viele Kommunen oder auch Kleinanleger, die sich als Betreiber an “Windpark”-Projekten beteiligt haben, dass die Gewinne jedenfalls im Bereich des Binnenlandes in Projektierung, Aufstellung und Vertrieb von Anlagen liegen, nicht aber im Betrieb der Räder. Deshalb bemühten und bemühen sich die Initiatoren ja gerade stets darum, “Dumme”, d.h. vor allem Kommunen und Bürger zu finden, die den undankbaren Part des Betreibers übernehmen und ihr Geld damit verbrennen.

Bitte lesen Sie hier weiter: https://deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2016/2016_02_03_dav_aktuelles_grosswindanlagen.html


Ruhrkultour Leseempfehlungen: 

elicker

Versand kostenfrei

etscheit_

 

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)