Pellworm

Pellworm – Das Ziel der Autarkie wurde verfehlt

Deutschlands Hierro heißt Pellworm

Der Traum von einer autarken „grünen“ Energieversorgung ist auch für die Insel Pellworm in Deutschland ausgeträumt. Sie ereilt ein ähnliches Schicksal wie die Insel Hierro, die mit ihren etwa 7.000 Einwohnern als “grüne Trauminsel der Zukunft“ auserkoren war. Wie Fachleute vorausgesagt hatten, entpuppte sich die Idee als Alptraum für Hierro, sagte Fred F. Mueller. Nicht viel anders dürfte es den 1.200 Einwohnern auf der Nordseeinsel Pellworm ergehen, eine der zehn ärmsten Gemeinden Schleswig-Holsteins.

 

“Pellworm wird energieautark”

Etwa zeitgleich mit dem Projekt auf Hierro startete ein Pilotprojekt in Deutschland, das dazu dienen sollte, die Möglichkeit der Selbstversorgung mit Strom nachzuweisen. Nicht nur die “grünbewegten” Medien reagierten überschwänglich und mit Vorschusslorbeeren auf die Pläne.

“Pellworm wird energieautark”, lautete 2013 eine verheißungsvolle Überschrift sogar im wichtigsten Fachblatt der Ingenieure, das an dem Gelingen offenbar keinen Zweifel hegte.

Wind und Sonne liefern den Strom nicht gleichmäßig zu den Zeiten, wenn er gebraucht wird. “An jedem Tag bleiben auf Pellworm rein rechnerisch für 43 Minuten die Lichter aus oder die Melkmaschinen stehen”, schreibt die Welt. Manchmal für längere, manchmal für kürzere Zeit, aber nie berechenbar.

Die Insulaner brauchen noch Strom vom Festland und sind abhängig von Stromlieferungen über zwei 20‐Kilovolt‐Seekabel vom Festlandnetz. Der auf der Insel produzierte Strom, der nicht gleich verbraucht werden kann, lässt sich nicht vollständig speichern. Um das zu ändern, sollten Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen mit Großspeichern, Haushaltsspeichern und einer intelligenten Messtechnik ein intelligentes Stromnetz bilden, das die Menschen auf der Insel zu Selbstversorgern machen sollte.

Die nordfriesische Insel Pellworm sei ein Energiewunder, schrieb das Blatt. Auch das “Energiewunder” Feldheim, ein Ortsteil der Stadt Treuenbrietzen in Brandenburg, etwa 30 km südlich von Potsdam gelegen, zog Pellworm Besucher aus ganz Deutschland und der Welt an, um sich die Technik erklären zu lassen. Erstaunlicherweise ist Feldheim bis Heute der erste und auch nach Jahren immer noch einzige energieautarke Ort Deutschlands. In dem Dorf wird das Hundertfache des selbst verbrauchten Stroms produziert.

Pellworm produziert mit dem Bürgerwindpark, der Biogasanlage und der Fotovoltaikanlage dreimal so viel Energie, wie die 1200 Bewohner verbrauchen. Aber die dreifache Überproduktion reicht nicht aus, und den Strombedarf der Insel zu decken. Es fehlen für eine zuverlässige Stromversorgung drei Prozent. Nur drei, aber entscheidende Prozent.

 

Optimale Bedingungen auf Pellworm

Die Insel Pellworm wurde als ein idealer Standort für den Aufbau und den Betrieb eines intelligenten Stromnetzes ausgewählt. Dort bläst nicht nur ein kräftiger Wind. Auch die Bevölkerung stehe hinter dem Projekt. Sie unterstütze zu 75 Prozent die erneuerbaren Energien und den dafür notwendigen Ausbau des Stromnetzes, sagt ingenieur.de. Die Insel habe schon 1983 den damals größten Solarpark Europas gebaut. Die Erweiterung durch Windräder habe 1989 das europaweit größte Hybridkraftwerk geschaffen, das die Energie aus Sonne und Wind nutzt.

Als Knackpunkt der Energie-Selbstversorgung Pellworms nennt die Welt ein Problem, das in einem kürzlich veröffentlichten Ergebnispapier nur nebenbei erwähnt wurde. Demnach werden nur 97 Prozent des Verbrauchs auf Pellworm aus vor Ort erzeugter Erneuerbarer Energie gedeckt.

Das Gelingen der autarken Energieversorgung schien nur an einer rechnerischen Kleinigkeit von drei Prozent zu scheitern. Und so kamen clevere Geschäftsleute und Ingenieure, unterstützt vom Bürgermeister der armen Gemeinde, auf die Idee, mit Hilfe von Smart Grids und einem Finanzierungsvolumen von 12 Millionen Euro die lokalen Stromspeicher, Großspeicher und Haushaltsspeicher miteinander zu vernetzen, damit Pellworm energieautark werden konnte. Das Projekt erhielt den Namen “SmartRegion”, eines von Dutzenden Forschungsprojekten seiner Art im Land.

Vorsichtiger und offenbar vorausschauender als die begeisterten Politiker und Medien formuliert aktuell der Projektpartner HanseWerk AG, E.on-Tochter und einer der größten regionalen Energiedienstleister in Deutschland, das Ziel des Projekts auf seiner Homepage: “Das Projekt wird zeigen, inwieweit die Abhängigkeit von Festlandstrom gesenkt werden kann.”

 

Das Ziel der Autarkie wurde verfehlt

Trotz optimaler Bedingungen scheint das Projekt SmartRegion ein vorzeitiges Ende gefunden zu haben. Das Ergebnis des Versuchs lautet kurz und bündig: Das Ziel der Autarkie wurde verfehlt. E.on habe das Projekt abgeschlossen und werde bald weiterziehen, berichtet die Welt. Zurück bleibe eine Insel, der große Hoffnungen und Versprechungen gemacht wurden, die sich ganz und gar nicht erfüllt haben.

 

12,5 Millionen für das Projekt Pellworm – ein Werbeschlager

Die Initiative „Deutschland – Land der Ideen“ wählte das Projekt SmartRegion in einem bundesweiten Voting zum Publikumssieger 2014. Ein Filmteam der Initiative hat Pellworm besucht und ein Interview mit dem Projektleiter Dieter Haack gedreht.

 

Insgesamt flossen nach Angaben von Hansewerk mehr als 12 Millionen Euro in das Projekt SmartRegion Pellworm. Rund ein Drittel bezahlte das Bundeswirtschaftsministerium. Das Projekt sollte neue Wege für eine umweltfreundliche und marktorientierte Elektrizitätsversorgung aufzeigen. In politisch korrekter Förderantragssprache heißt es, dass auf Basis erneuerbarer Energien und mit Hilfe hybrider Speichertechnologie gezeigt werden soll, dass deutlich mehr von der vor Ort erzeugten, CO²-freien Energie auch vor Ort verwendet werden kann.

Zu den Projektpartnern gehören: Hansewerk (E.on-Tochter), Schleswig-Holstein Netz AG, Fachhochschule Westküste, Fraunhofer-Institut, Saft Group, IFHT RWTH Aachen, Gustav Klein, Gemeinde Pellworm.

 

Die Ausführung

Der Energiekonzern E.On und die Schleswig-Holstein Netz AG sollten ein Speichersystem errichten und sämtliche Stromanschlüsse der Insel über Datenverbindungen mit den Windkraft- und Photovoltaikanlagen koppeln. Auf diese Weise sollte der zu viel erzeugte Strom direkt in große Speicher mit Lithium-Ionen- und Redox-Flow-Batterien oder dezentrale Haushaltsspeicher fließen. Regelbare Ortsnetz-Transformatoren sollten die spezielle Leistungselektronik und das Energiemanagementsystem steuern. Das Energiesystem sollte besser genutzt werden und dadurch leistungsfähig sowie bezahlbar bleiben, erklärt Matthias Boxberger, Vorstand der Schleswig-Holstein Netz AG, gegenüber dem Informationsdienst Bine.

Die Träume reichten weit. Selbst der in den Batterien von Elektromobilen gepeicherte Strom sollte laut ingenieur.de mit Hilfe der Vernetzung ins Netz eingespeist werden können.

 

Was blieb den Pellwormern außer einer Desillusionierung?

Die Pellwormer stellten für das Projekt ein Grundstück zur Verfügung. Sie ließen in ihren Häusern Strommessgeräte, Stromspeicher und Stromzähler einbauen, die inzwischen wieder abgebaut wurden. E.on hat sich bei den Kunden recht herzlich bedankt – das war’s für Pellworm. Kein einziger Arbeitsplatz ist für die Inselbewohner entstanden. Die Handwerksarbeit wurde während des Projekts an Betriebe auf dem Festland vergeben, berichtet die Welt. Die Softwareentwicklung und Auswertung der Messdaten hätten beteiligte Projektpartner etwa an der Universität in Aachen oder im Fraunhofer-Institut übernommen.  Über die zukünftige Nutzung der weißen Batteriecontainer wollen die HanseWerk-Manager erst Ende des Jahres entscheiden.

Die Insel drohe auszusterben, sagt Bürgermeister Feddersen. In seiner Verzweiflung träume er von der Energiezukunft seiner Insel. Zum symbolischen Preis von einem Euro würde die Gemeinde die Batterieanlage übernehmen, sagt er der Welt. Gemeinsam mit der Fachhochschule im benachbarten Heide möchte er dann an einer wirklich autarken Energieregion forschen.

 

Die Karawane zieht weiter

Das auf Hierro realisierte Projekt betrachtet der Wissenschaftsjournalist Fred F. Müller als typisch für so viele Vorhaben, die von angeblich „grünbewegten“ Geschäftemachern mit reichlich zur Verfügung gestellten öffentlichen Geldern durchgezogen und von ihren Handlangern in den Medien über den grünen Klee gelobt werden. “Es werden große Versprechungen gemacht, satte Förderungen eingestrichen und wunderschön anzusehende nagelneue Installationen in die Landschaft geklotzt.” Die Initiatoren erhalten reichlich Gelegenheit, sich und ihre Rolle bei dem Vorhaben effektvoll in Szene zu setzen, sagt er. Und nachdem alles abgegrast und der Zweck erfüllt ist, zieht die Karawane weiter. Das weiß spätestens jetzt auch Pellworm.

 

Quellen:

Foto: http://www.smartregion-pellworm.de


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Versand kostenfrei. Der Ingenieur Michael Limburg und der Wissenschaftsjournalist Fred F. Mueller erklären in einfachen, auch für Laien leicht verständliche Weise, wie unser Stromversorgungssystem funktioniert.

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12 commenti su “Pellworm – Das Ziel der Autarkie wurde verfehlt

  1. Liebe(r?) Pinja,

    mit den Realitäten der Lebensmittelversorgungund des Betriebs von Kühlhäusern hatten Sie augescheinlich noch nie tun. Das, was Sie wiedergeben, sind weltfremde Utopien grüner Schwätzer, die heutzutage in Endlosschleife in allen möglichen Medien und Blogs ständig wiederholt werden. Deswegen werden sie aber nicht wahrer.

    Kostenfaktor Nr. 1 bei den Sachkosten eines Kühlhauses sind die Stromkosten für die Kühlaggregate, welche die ständigen Wärmeverluste ausgleichen müssen. Diese steigen mit jedem Grad, das man unterhalb der Umgebungstemperatur liegt, ganz erheblich an. Jeder Kühlhausleiter versucht deshalb aus Kostengründen, seine Lagertemperatur so dicht wie möglich an der Vorschriftengrenze zu halten. Ein dauerhafter “Kältpuffer”, von dem er nicht weiss, wann er ihn einsetzen kann, wäre viel zu teuer (und reine Energieverschwendung).

    Noch problematischer ist die Kühlkette bei der Distribution, sprich Kaufhaus. Auch hier muss die Kühlkette IMMER gewährleistet sein, das ist im Lebensmittelrecht verankert. Das Volumen einer Kühltheke ist zu klein, um einen nenneswerten “Kältepuffer” für einen längerzeitigen Stromausfall vorzuhalten.Wird die Ware für einen nicht bekannten Zeitraum nicht sicher innerhalb des geforderten Temperaturfensters gehalten, dann darf sie nicht mehr verkauft werden. Die Gewähr muss im Prinzip für den gesamten Inhalt der Theke gelten, d.h. auch für Ware, die an ungünstigen Stellen in der Kühltheke liegt. Die Türen bzw. Deckel einer Kühltheke weisen keine nennenswerte Isolation auf, weil der Kunden ja Klarsicht auf den Inhalt haben will. D.h., die Ware in diesem Bereich wird bei Stromausfall sehr schnell zu warm werden.

    Mfg

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  2. Ich verstehe ehrlich gesagt das Problem nicht. Man ist doch nicht wegen 3% gescheitert. Die Leitung zum Festland existiert doch immer noch, würde mich wundern, wenn man tatsächlich immer wieder den Strom ausfallen lässt… Und ein Energienetz lebt doch von der Größe und der Vernetzung mit anderen Regionen, um lokale Schwankungen auszugleichen. Über das Vorgehen bei Installation, Betrieb und Demontage kann ich nicht urteilen. Aber man sollte nicht vergessen, dass seit 2013 insbesondere die Batteriespeicher und Solarmodule deutlich im Preis gesunken und in der Leistung gestiegen sind. Und ich kann mir zumindest vorstellen, dass da nicht mehr viel fehlen kann. Evtl könnte man ja später durch Repowering von Windkraftanlagen die fehlenden 3% holen.
    Insofern behaupte ich mal, dass man dort eine beachtliche Leistung erreicht hat und die (wirtschaftlichen) “Nachteile” der Lösung mit der Zeit nur geringer werden.

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    • Lieber Michael,

      ich glaube, dass es sich hier einfach um einen Mangel an Phantasie bei Ihnen handelt. Das Jahr hat 8760 Stunden, 3 % hiervon sind rund 263 Stunden. Was im Haushalt vielleicht nur ärgerlich ist, z.B. wenn die Dusche plötzlich kalt wird, ist bei einer Fabrik schon viel ernster, denn nach auch nur 5 min Stromausfall muss die Produktion oft über Stunden mühselig wieder angefahren werden. Es gibt z.B. Schmiedepressen, die mehrere 1000 Schmiedeteile pro Stunde herstellen. Das funktioniert aber nur, wenn die Aufheizung es Materials immer exakt gleichmässig erfolgt. Nach einem auch nur kurzen Stillstand muss der Prozess abgebrochen und sehr langsam und vorsichtig bis zur vollen Leistung wieder hochgefahren werden, was Stunden dauert. Ein Stromausfall von einigen Stunden in den Kühlregalen eines Kaufhauses bedeutet, dass die gesamten darin enthaltenen Lebensmittel nicht mehr die erforderliche ununterbrochene Kühlung erhalten haben und deshalb nicht mehr verkauft werden dürfen. Usw Usw. Jetzt hat Pellworm zwar keine Industrie, aber was man schon dort nicht hinkriegt, wird auf der Ebene einer hoch industrialisierten Nation erst recht nicht funktionieren. Und mit Batteriespeichern lässt sich das auch nicht auffangen, das zu erkennen genügt ein Taschenrechner.
      Also: Es wurde nicht etwa eine “beachtliche Leistung” erreicht, sondern im Gegenteil nachgewiesen, dass es selbst bei einfachen Vorgaben – eine Insel mit viel Wind und wenigen Einwohnern ohne Industrie – nicht funktioniert. Daran werden auch Fortschritte bei Batterien oder noch stärkere Windmühlen nichts ändern.

      Mfg

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      • Gerade Kühlhäuser könnten die Stromnachfrage dem Stromangebot anpassen, da die Kühlungen keineswegs ununterbrochen laufen. Die Temperatur muß sich nur in einem definierten Bereich bewegen.
        Im übrigen könnten die fehlenden 3% durch Gaskraftwerke gedeckt werden. Bisher produzieren auch Biogasanlagen den Strom nicht nach Bedarf, sondern unabhängig davon. Eine Erweiterung der Gaslagerkapazitäten wäre daher ein Schritt zu 100%. Pumpspeicherwerke, die es auf Pellworm ebenfalls nicht gibt, können zur Netzstabilisierung eingesetzt werden. Leider stehen viele aber aufgrund der niedrigen Strompreise still.
        Die Geschichte erinnert mich an GoWiAn. Die Großwindanlage im Kaiser-Wilhelm-Koog wurde Mitte der 80er still gelegt und das Projekt Windenegie als gescheitert erklärt.

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  3. Der Beitrag klingt leider sehr negativ. Klar, wenn man ein gestecktes Ziel verfehlt, kann das als negativ ausgelegt werden. Aber jedes halbleere Glas ist auch halb voll . Und 97 % Autarkie ist für meine Begriffe ein tolles Ergebnis. Und die Zukunft wird hier die letzte Lücke schließen. Da bin ich mir sicher.

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    • Lieber Herr Werner, die Pellwormer sehen das so negativ. Sie müssen das Experiment ausbaden. Bei der Stromversorgung geht es nicht um Rekordzahlen, sondern um Zuverläsigkeit. Rechnerisch fällt an 11 Tagen und Nächten der Strom aus. Und niemand kann sagen, wie oft und wie lange. Für die Versorgung von Menschen und Tieren ist das nicht akzeptabel. Also greift man wieder auf fossile Energie zurück. Das hat auch Südaustralien nach Abschaltung des letzten Kohlekraftwerks lernen müssen, und auch die Schweiz plant nach einem Ausstieg aus der der Kernenergie den Bau von Gaskraftwerken. Mit Umweltschutz hat die Energiewende wenig zu tun.
      Die Bedingungen auf Pellworm waren optimal, ebenso auf Hierro. Beide waren im wahrsten Sinne des Wortes Insellösungen, untauglich als Modell für das Festland, und beide sind gescheitert.

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    • Lieber Hr. Werner,
      Optimismus ist eine schöne Eigenschaft. Sie sollte jedoch den Realismus ergänzen, nicht ersetzen. Pellworm ist grandios gescheitert, OBWOHL ES KEINE INDUSTRIE HAT. Das gleiche gilt auch für El Hierro. Eine moderne Industrienation können Sie mit Wind und Sonne allein nicht betreiben. Und gerade Hightech-Industrien brauchen noch mehr Strom als low-tech. Roboter, Automatiken, Computer, Internet fressen unglaublich hohe Energiebeträge.
      Hinzu kommt, dass die Speicherfrage, das A und O bei der EE-Nutzung, nicht einmal ansatzweise lösbar ist. Genau das war auch des Problem auf Pellworm. Selbst wenn Sie 200 % des Jahresbedarfs an EE-produzieren: Ohne Speicherung ist das alles sinnlos, wenn Ihnen bei Dunkelflaute mangels Speicher die Intensivpatienten in den 3 % Ausfallzeit wegsterben. Was wollen Sie dann den Angehörigen sagen?

      Mfg

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      • Bei der Dunkelflaute im Dezember 2016 haben wir immerhin noch 10% unserer Energieproduktion exportiert. Frankreich kann sich mit seinen unflexiblen Atomkraftwerken nämlich nicht bedarfsgerecht selbstversorgen.

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  4. 12 Millionen Euro für 1200 Inselbewohner – das ist relativ viel Geld, 10.000 €/Einwohner. Günstiger ist es, wie Feldheim in Brandenburg zeigt, größere Überkapazitäten zu schaffen. Solaranlagen kosten nur noch ca.1 €/Watt, mit 10 KW(peak) je Einwohner könnte jede Familie locker ihr privat gekauftetes E-Mobil jeden Sonnentag in wenigen Stunden aufladen und parallel Wäsche Waschen, das Wasserbett und das ganze Haus vorheizen (“Tagspeicheröfen”) etc..

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