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Rolls Royce plant eine neue Generation von Mini-Kernreaktoren auch für den Export

Mit einer neuen Generation von Mini-Kernreaktoren könnte Großbritannien 40.000 hoch qualifizierte Arbeitsplätze schaffen und für die britische Wirtschaft Hunderte von Milliarden durch den Export generieren, sagt Rolls-Royce. Die britische Regierung hatte einen Wettbewerb mit über  250 Millionen Pfund unterstützt, um “kleine modulare Reaktoren” (SMRs) zu entwickeln. Außer Rolls-Royce nahmen die amerikanische NuScale Power, der französische EDF und das chinesische Nuklearunternehmen CNNC an dem Wettbewerb teil, berichtet The Telegraph.

Mini-Kernkraftwerke – Small and Medium Sized Reactors (SMRs)

Die Regierung vertrete die Auffassung, dass diese Mini-Kernkraftwerke lebenswichtig für die Sicherung der zukünftigen Energieversorgung in Großbritannien sein könnten, ebenso für die Ziele des Klimawandels, berichtet The Telegraph. Ihre Größe betrage etwa ein Zehntel der Größe eines konventionellen Kernkraftwerks, also etwa zehn Fußballfelder.

Rolls-Royce hat seit über 50 Jahren Erfahrung mit Nuklearantrieben für U-Boote der Marine und leitet ein Konsortium von etwa einem Dutzend Unternehmen, die sich für die Entwicklung der Technologie entschieden haben. 2012 hatte der Technologie-Konzern vom britischen Verteidigungsministerium einen Milliarden-Auftrag zum Bau der nächsten Generation britischer Atom-U-Boote erhalten.

Harry Holt, Leiter des Nukleargeschäftes von Rolls-Royce, sagte laut The Telegraph, dass ihr Vorschlag sehr stark an britischen Interessen ausgerichtet sei. Man rede hier von hochwertigem geistigem Eigentum, und der britische Inhalt sei sehr hoch. Dies treffe nicht auf britische Unternehmen zu, die niedrigwertige Arbeit wie das Gießen des Betons für die Bauarbeiten verrichteten.

Die Herkunft der Wettbewerber könnte ein entscheidender Faktor für die Wahl des Gewinners sein, meint The Telegraph. Das riesige Kernkraftwerk Hinkley Point in Somerset werde von EEF mit finanzieller Unterstützung aus China gebaut, wobei der Einsatz von ausländischem Know-how und Geld politisch umstritten sei.

Die Reaktoren von Rolls sollen um 220 Megawatt (MW) Leistung erzeugen und bis 440MW skaliert werden können. Im Vergleich dazu werden von Hinkleys traditionellem Design um 3,2 Gigawatt (GW) Leistung erwartet.

Brexport

Rolls schätzt die britische Nachfrage nach SMRs auf  7GW und die des globalen Marktes zwischen 65GW und 85GB in den nächsten zwei Jahrzehnten ein. Der Gesamtwert der Anlagen liege zwischen 250 Milliarden und 400 Milliarden britische Pfund.

Die Regierung unterstütze diese Technologie, und dies sei eine Gelegenheit, um das gesamte Paradigma der Technologie von der Einfuhr von Know-how nach Großbritannien bis zu seinem Export in andere Länder zu ändern, sagte Holt. Er habe hinzugefügt, dass die Technologie bei den meisten wichtigen Märkten für KMU außerhalb Europas ein wichtiger Teil jeder “Brexport” -Kampagne sein könnte, um Handelsbeziehungen zu Ländern außerhalb der EU zu gewährleisten.

Geringe Kosten durch Massenfertigung

Das Rolls-Royce Konsortium geht davon aus, dass es 1,2 Milliarden Pfund kosten werde, um die SMR-Technologie vollständig zu entwickeln, und weitere 1,7 Milliarden, um den ersten SMR zu starten. Die Kosten werden dann voraussichtlich fallen, da sie modular in “Blöcken” in Fabriken gebaut und dann vor Ort montiert werden.

Dies bedeutet, dass sie schneller gebaut werden können, als herkömmliche “maßgeschneiderte” Designs wie Hinkley und billiger sind, da sie im Vergleich zu Hinkley Massenprodukte sind. Ihr niedriger Preis werde auch die Finanzierung erleichtern, sagt Rolls Royce.

Hinkley Point werde frühestens 2025 Strom erzeugen. Der erste SMR von Rolls-Royce könnte bis 2028 an das Energienetz angeschlossen sein, abhängig davon, wen die Regierung als Gewinner des Wettbewerbs auswählt, sagte Holt. Die Entscheidung könnte schon in diesem Herbst fallen.

Quellen: 

Foto: O Palsson, “The Atomium (2)”, © www.piqs.de

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