Unfallrisiko Windrad

Nicht nur die Hersteller von Windkraftanlagen schwärmen von ihren Produkten, sie erhalten an manchen Orten auch Unterstützung durch Vereine. Der Verein „Pro Windkraft Niedernhausen“ beispielsweise stellt sich auf seiner Homepage als ein bürgernaher, neutraler Zusammenschluss von Einwohnern dar. Er strebe “eine objektive Diskussion der Möglichkeiten, Grenzen und berechtigten Einwände” an. Allerdings legt er von vornherein fest: “Im Ergebnis soll eine Akzeptanz bei den Bürgern für einen sozial- und umweltverträglichen Ausbau der Windenergie erreicht werden.”

Risiken durch Windkraftanlagen passen nicht zu diesem Ziel. Pro Windkraft Niedernhausen: “Die Nutzung der Windenergie birgt im Gegensatz zur Nutzung der Atomkraft keine elementaren Gefahren für den Menschen und für die Umwelt. Auch verursacht sie keine Gesundheitsgefährdung oder Beeinträchtigung des Wohlbefindens durch den Ausstoß von Stäuben und Gasen wie die Nutzung fossiler Energieträger. Eine schädliche Veränderung der Erdatmosphäre durch Windenergie findet nicht statt.” [0]

Eine Liste von Unfällen an Windkraftanlagen in Deutschland und Österreich zeigt, dass diese Behauptung nicht den Tatsachen entspricht. Es gibt außerdem genügend Hinweise auf Umwelt- und Gesundheitsschäden, wie zum Beispiel beim Abbau von Neodym, bei der Beseitigung des Sondermülls, mögliche Auswirkungen auf Mikroorganismen, auf die Erhöhung der Temperaturen im Umkreis von Windkraftanlagen, gesundheitliche Schäden durch Infraschall, Tötung von Vögeln und Fledermäusen usw., um sie ernst zu nehmen, aber sie wurden bisher noch nicht systematisch untersucht.

Im laufenden Jahr wurden bei Wikipedia drei Unfälle in Deutschland registriert: 06.02.14 Hohen Pritz (Brand), 21.02.2014 Möhnesee-Echtrop (Brand) und am 13.12.2014 Koßdorf (50Tonnen Windrad umgefallen).
Drei weitere Unfälle wurden jedoch nicht erfasst: 03.01.14 Donnersbergkreis (Rotor abgerissen) [2], 03.02.14 Großenkneten (Absturz einer Gondel) [3], 13. Juli Seehausen (Brand) [4]

Die Unfälle an Windkraftanlagen werden, so weit sie überhaupt bekannt werden, von Windkraftgegnern statistisch erfasst. Eine Linksammlung zu diversen WKA-Unfällen [5] gibt einen genaueren Überblick über die Unfallrisiken von Windkraftanlagen. Die Zahl der Störfälle ist letztlich nicht sicher bekannt, und es fehlt an einer wissenschaftlich fundierten Störungsforschung. Es bestehe keine Meldepflicht für Schadensfälle, weder nach Baurecht noch nach Produktsicherheitsgesetz, gestand der Umweltminister Niedersachsens ein. [6]

“Tausende Windräder überall im Land dürfen sich derweil weiterdrehen, obwohl schon bei ersten Untersuchungen an der beschädigten Anlage gravierende Materialfehler entdeckt wurden. Bei auch nur annähernd vergleichbaren Gefährdungen durch fehlerhafte Teile in Kraftfahrzeugen oder an Haushaltsgeräten kommt es zu spektakulären Rückrufaktionen”, kritisieren Windkraftgegner. [7]

Die bis zu 200 m hohen Windkraftanlagen stehen in der Nähe von Häusern, an Wanderwegen, Straßen, Autobahnen, überall dort, wo sich Menschen aufhalten. Die Gleichgültigkeit der Politik gegenüber den Risiken von Windkraftanlagen ist für ein Land, das Vorreiter in Sachen Erneuerbarer Energien sein will, eigentlich unvorstellbar.  Sie schadet nicht nur dem Ruf der Gewissenhaftigkeit deutscher Ingenieure, sondern auch dem Ansehen des Wissenschaftsstandortes Deutschland.

Bei dem zuletzt bekannt gewordenen Unfall, im Windpark Koßdorf, ist am 10.12.14 ein Windrad in etwa 30 Meter Höhe abgebrochen. [8]

 

[0] http://www.prowindkraft-niedernhausen.de/niedernhausen/umwelt/unfallgefahr-brandschutz

[1] Wikipedia
[2] http://www.rhein-zeitung.de/region_artikel,-Rotor-abgerissen-Vorzeige-Windrad-loest-jetzt-Schrecken-aus-_arid,1088734.html#.VI_AaCuG82A
[3] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[4] http://www.retter.tv/de/feuerwehr.html?ereig=-Seehausen-Feuerwehr-bei-Brand-einer-Windkraftanlage-&ereignis=25864
[5] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/[6] http://www.weser-kurier.de/region_artikel,-Unfallgefahr-durch-Windraeder-_arid,768904.html
[6] http://www.gegenwind-vogelsberg.de/informationen/unfall/statistik/
[7] http://www.vernunftkraft.de/windkraftanlagen-bergen-handfeste-gefahren/
[8] http://www.lr-online.de/regionen/elsterwerda/Windrad-gebrochen-viele-Fragen;art1059,4842666

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1 Kommentar auf “Unfallrisiko Windrad

  1. Im Video sieht man neben den Korrosionsspuren (Rostfärbung) am Verschraubungsflansch, dass im Zwischenboden Verbindungsbolzen mit Mutter und Unterlegscheiben liegen. Auffällig ist hier, dass die Muttern einzeln vorkommen. Keine der abgebildeten Muttern hat ein Schraubenreststück im Inneren. Es scheint, als seien die Gewindeenden der Schrauben durch die Mutter hindurch gezogen worden. Auffällig ist auch, dass die Korrosion nur in Hauptlastrichtung aufgetreten ist. Dies spräche für ein Auslegungsproblem der Verbindungsstelle.
    Man kann nicht genau erkennen, ob auf der Mutternseite der Verbindung auch Unterlegscheiben verwendet worden sind. Was man aber sagen kann, dass es im Korrosionbereich der Mastverbindung zur Spaltkorrosion an der Verschraubung gekommen ist. Ebenfalls liegt die Vermutung nahe, das die Schrauben- und Mutternfestigkeitsklasse falsch gewählt worden sind und das Versagen der Schraubverbindung ursächlich für das Systemversagen anzusehen ist.

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