COP25 beschließt geschlechtergerechte Klimalösungen

Nach fast zweiwöchigen Verhandlungen bei den COP-25-Klimaverhandlungen in Madrid (Spanien) haben die Regierungen einen neuen 5-Jahres-Aktionsplan für Gleichstellungsfragen verabschiedet. Im Mittelpunkt des Aktionplans stehen „geschlechtergerechten Klimalösungen„. Der Beschluss ist offenbar der einzige Erfolg, den 27.000 Klimatouristen bei COP25 vorweisen können. Ob damit die immensen Kosten für den Klimazirkus und die zusätzlichen CO2-Emissionen für den Flug nach Madrid zu rechtfertigen sind, ist zu bezweifeln.

Frauen- und Geschlechterkreis

Die Women Gender Constituency (Frauen- und Geschlechterkreis, WGC) ist jedenfalls zufrieden. Geschlechtergruppen seien bei der UNFCCC „einschließlich Forderungen nach einer stärkeren Fokussierung auf die Umsetzung und Erweiterung von geschlechtergerechten Klimalösungen“ berücksichtigt worden, heißt es.
Die WGC ist eine der neun Interessengruppen des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC).

Festzustellen ist: COP25 in Madrid war ein beachtlicher Erfolg, weil 27.000 Klimatouristen es fertigbrachten, einen neuen 5-Jahres-Aktionsplan für Gleichstellungsfragen zu verabschieden.

Geschlechtsspezifische Technologielösungen

Der Beschluss biete der WGC die Möglichkeit, neue Aktivitäten und Kapazitäten aufzubauen. Damit könne man die Umsetzung geschlechtsspezifischer Klimaschutzmaßnahmen auf allen Ebenen sinnvoll voranzutreiben. Dazu zählt die Frauenorganisation beispielsweise auch die „Förderung geschlechtsspezifischer Technologielösungen“ und den „Schutz lokaler Ureinwohner und traditionelle Kenntnisse und Praktiken in verschiedenen Sektoren“, sagte Ndivile Mokoena, GenderCC – Frauen für Klimagerechtigkeit im südlichen Afrika.

Müssen sich tatsächlich 27.000 Menschen im fernen Madrid treffen, damit Frauengruppen Förderungen verlangen können?

Die Vereinten Nationen haben zugestimmt, das Geschlecht häufiger zu erwähnen. Sie wollen mehr Geld für den Transport von Frauen zu künftigen COPs ausgeben, Orte für Frauen zum Zweck von Besprechungen vorsehen und sinnlose Programme in Betracht ziehen. Na, also. Alles wird gut.

Die Weltklimakonferenz in Madrid COP25 sei enttäuschend verlaufen, im Grunde habe es keine Fortschritte gegeben, keine wirklichen Ergebnisse, fast alle seien frustriert nach Hause gefahren. Dies behauptet der WDR 5 in der Sendung „Neugier genügt“ am 18. Dezember. Eine Ausnahme sei die Delegation aus Brasilien. Deren Freude erklärt der Moderator Achim Schmitz-Forte damit, dass in Brasilien zurzeit ein rechtsradikaler Präsident regiere. Weil die Kombination „Klimawandelleugner“ und „Rechtsradikale“ Herz und Hirn des WDR dominiert, hat der Journalist doch tatsächlich die Freude der WGC über den Beschluss zu „geschlechtergerechten Klimalösungen“ übersehen! Traurig, traurig, traurig.

Faina Faruz

Gender ist ein Begriff in den Sozialwissenschaften, der auch im deutschsprachigen Raum benutzt wird. Er beschreibt den historisch veränderbaren, sozialen und kulturellen Aspekt unabhängig von der biologischen Ausstattung des Menschen.

Titelfoto: imagored, pixabay

Ausschnitt aus dem Film „Der Musterknabe“ (1963)

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