Die Waldbesetzer melden sich zurück

Die Waldbesetzer im Hambacher Restwald melden sich zurück, nachdem es einige Zeit etwas stiller um sie geworden war. “Beinahe wäre es der Allianz aus Staat und NGOs gelungen, das Projekt so sehr für sich zu vereinnahmen, dass das Projekt Hambacher Forst auf den Kampf um die Bewahrung eines Stückchen FFH Richtlinien geschützter Natur reduziert worden wäre”, sagen die Anarchisten.

Der eigentliche Hauptaugenmerk, das Ende des Braunkohleabbaus, sei in den Hintergrund geraten. “Es muss also um mehr als Naturschutz für ein paar Hektar Wald gehen. Es geht um die klimazerstörende Braunkohle.” Das Projekt der Besetzung sei in seinen sieben Jahren auch immer ein anarchistisches Projekt gewesen. Es werde ein solches bleiben, “das neben den konkreten Kämpfen gegen die Braunkohlegrube auch immer ein Versuch war, sich gegen Herrschaft und Kapitalismus zu organisieren und real utopische Alternativen des zusammen Lebens und zusammen Kämpfens zu schaffen und zu erproben.”

Die Waldbesetzer denken über ihre Kampf-Strategien nach und ziehen Bilanz ihrer bisherigen Aktionen – “ohne Sprecher*innen, ohne NGOs”, wie sie sagen.

Militante Aktionen

“Mit dem Text wollen wir einen kleinen Überblick über militante Aktionen rund um den Hambi geben, da diese oft kaum Öffentlichkeit bekommen und von vielen im Herbst als Aktionen von Provokateur*innen abgetan wurden. Doch auch militante Taktiken sind seit Jahren ein Teil des Kampfes gegen den Hambacher Tagebau und die Klimakatastrophe. Um darauf hinzuweisen und zu zeigen, dass es in diesem Kontext viele militante Aktionen gibt, wie die Polizei dagegen vorgeht und wie es vielleicht weitergehen kann, haben wir diesen Text geschrieben”, heißt es in dem bei Indymedia veröffentlichten Statement.

Is Hambi a threat again? Rückblick auf einen militanten Jahreswechsel, 5. Juli 2019

Die “Klimakatastrophe”

Parteien der Regierungskoalition, Umweltverbände, Gewerkschaften, Kirchen, die verschiedenen “… for Future”-Gruppen teilen mit den Gewalttätern die Ideologie der Klimakatastrophe. Insofern ist die Einschätzung der Waldbesetzer richtig: Sie sind Teil einer Bewegung, die “in vielen Stimmen und mit vielen verschiedenen Meinungen” das Ziel verfolgt, den Klimawandel zu bekämpfen.

Die Gemeinsamkeit und die Nähe der Parteien und bürgerlicher Organisationen, wie zum Beispiel die Kampagnenverbände BUND und Greenpeace, zu Verbänden, wie etwa “Ende Gelände”, “Interventionistische Linke” und “Antifa”, verleiht den kriminellen Aktivitäten der anarchistischen Szene den Schein legalen “zivilen Ungehorsams” – im Handlungsspektrum der Anti-Kohlebewegung zwar weit außen, aber scheinbar legal und legitim.

Sämtliche Aufrufe von Politikern gegen Hass im Internet verblassen vor dieser geballten und ungesühnten Darstellung von Verachtung gegenüber der Menschenwürde und Menschenrechte, von Gewalt gegen Mitarbeiter von RWE und die Polizei, wie sie in der Chronik der Waldbesetzer stolz aufgeführt werden. Und sie zeigt eine erschreckende Ohnmacht des Staates, der den Propheten der “Klimakatastrophe” auf den Leim gegangen ist oder die Ideologie vom “menschengemachten Klimawandel” selbst mitentwickelt hat.

Die realitätsferne Forderung nach einem sofortigen und gleichzeitigen Ausstieg aus der Kohle und Kernkraft, die durch Beschlüsse zum “Klimanotstand” noch weiter verstärkt wird, ist die Grundlage für weiter anwachsende Hysterie und Gewalt, die mit einem “Klimaschutzgesetz” kein Ende, sondern erst die richtige Nahrung finden wird.

Faina Faruz

Foto: geralt, pixabay

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