Warnung der Europäischen Akademien vor Geo-Engineering

Geo-Engeneering erfüllt seine Funktion vor allem als Drohung des öko-industtriellen Komplexes. Danach kommen für den Fall, dass nicht alle erdenklichen Maßnahmen zur Senkung der CO2-Emissionen ergriffen werden, nur zwei Lösungen in Frage. Entweder werden chemisch-technische Mittel eingesetzt, um den Klimawandel zu stoppen. Oder, wenn Geo-Engineering sich als zu gefährlich erweist, wird die Erde in Folge der Tatenlosigkeit den Hitzetod sterben. In diesem Szenario ist auch der Bericht des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademien (EASAC) zu verstehen. Der Beirat fordert zur energischen Bekämpfung von Emissionen in Bereichen wie Industrie, Verkehr oder Gebäuden auf.

Die Hypothese vom menschengemachten Klimawandel wird nicht thematisiert. Sie wird als Wahrheit  vorausgesetzt. Eine Diskussion über die Verhältnismäßigkeit der Mittel, die eingesetzt werden, um die angeblich durch Menschen verursachte Erderwärmung zu verhindern, findet folglich auch nicht statt. Letztlich ist der Klimaschutz Staatsziel aller autokratisch orientierten Regierungen. Dieses Staatsziel wurde für Deutschland im Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) 2011 manifestiert.

In diesem Zusammenhang ist auch der Bericht des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademien (EASAC) vom 01. Februar 2018 zu verstehen.

 

EASAC lehnt “Geo-Engineering” ab, um den Klimawandel zu stoppen

In seinem Bericht vom 01. Februar 2018 [1] fordert der Wissenschaftliche Beirat der Europäischen Akademien (EASAC) die Länder auf, sich auf die Bekämpfung von Emissionen in Bereichen wie Industrie, Verkehr oder Gebäuden zu konzentrieren. Die Versäumnisse im Klimaschutz können nach Ansicht des EASAC nicht durch die sogenannten Negativen Emissionen (negative emission technologies – NETs) ausgeglichen werden. Die Technologien, die das aktive Entfernen von CO2 aus der Atmosphäre vorsehen, etwa durch Aufforstung, Wettermanipulation oder unterirdische Kohlendioxid-Speicher, könnten sogar “ernste Folgen für künftige Generationen haben”, warnt der EASAC-Bericht. Der EASAC repräsentiert den Konsens zwischen den nationalen Wissenschaftsakademien in den 28 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen und der Schweiz und verleiht seinen Stellungnahmen eine große Autorität in der wissenschaftlichen Gemeinschaft.

Mehrere Medien, darunter auch der Deutschlandfunk [2] und WDR 5 [3], greifen das Thema Geo-Engeneering  auf. Zur Sendung Leonardo, vom 01. Februar 2018, erläutert der WDR 5: “Die ehrgeizigen Klimaziele von Paris basieren auch auf der Annahme, dass wir mithilfe von Technologie CO2 aus der Atmosphäre entfernen können. Diese Annahme halten Forscher einer aktuellen Studie für naiv bis gefährlich.” Der Wissenschaftsredakteur beim WDR (“ARD-Klimaexperte”), Detlef Reepen, kommentiert den EASAC-Bericht:

 

Schweizer Forscher sprechen sich für geotechnische Lösungen aus

Die EASAC-Studie stellt die Ergebnisse von Forschern aus der Schweiz in Frage, die letztes Jahr sagten, die Zeit sei bereits abgelaufen, um eine gefährliche globale Erwärmung zu verhindern. Die in der Schweiz ansässigen Forscher sprachen sich für geotechnische Lösungen aus, um den Klimawandel zu stoppen. “Mit unseren Modellannahmen ist eine Begrenzung der globalen Temperatur auf 1,5 ° C nur bei direkter Luftaufnahme möglich”, schreiben sie in einer Studie für das Climatic Change Journal. (“Direkte Luftaufnahme – DAC – ist eine Technologie, die Emissionen direkt aus der Atmosphäre entfernt und zu negativen CO2-Emissionen beiträgt.”)

 

Geo-Engineering hat in den letzten Jahren eine stärkere Beachtung gefunden

Trotz der Risiken katastrophaler Nebeneffekte (“catastrophic side-effects”) durch Geo-Engineering sind die Autoren mehrerer britischer Studien überzeugt, dass die Forschung fortgeführt werden müsse, falls der Wärmeanstieg keine andere Option offen lasse. Geo-Engineering hat in den letzten Jahren eine stärkere Beachtung gefunden, weil sich die internationalen Bemühungen um die Verringerung der Treihausgasemissionen immer deutlicher als erfolglos erweisen.

Erstmals befassten sich britische Wissenschaftler der Universitäten Leeds, Bristol und Oxford in einer gemeinsamen Studie 2014 eingehend mit Hightech-Strategien, Geo-Engineering, die das Weltklima künstlich beeinflussen sollen. Das Ergebnis der drei Projekte, IAGP, SPICE und CGG, wurde anlässlich einer Veranstaltung der Royal Society, London, am 26 November 2014 veröffentlicht. Darüber berichtete der österreichische Sender ORF am 27.11.2014. In Deutschland nahm davon kaum jemand Notiz.

Einen Schwerpunkt der britischen Studien bilden Ideen, die Wüsten, Meere und Wolken stärker reflektieren zu lassen, so dass einfallende Sonnenstrahlen nicht die Oberfläche erreichen. Die Methoden werden als “Sonneneinstrahlung Management” (“solar radiation management”) bezeichnet. Die Vorschläge der Wissenschaftler beinhalten unter anderem ein Abdunkeln der Sonne, die „Düngung“ von Meerwasser, die Durchmischung der Luft mit Nanopartikeln. ORF: “Die Vorschläge … klingen utopisch. Die Forscher sind jedoch überzeugt, dass angesichts der rapiden Verschlechterung des Weltklimas bald keine anderen Möglichkeiten als das künstliche „Klima-Tuning“ bleiben werden – auch wenn es das Angesicht der Erde nachhaltig verändern und Millionen Menschen in Katastrophen stürzen wird.”

 

Geo-Engineering bleibt eine Option

Die Warnung des Wissenschaftlichen Beirats der Europäischen Akademien wird nicht genügen, um die 196 Nationen, die den Pariser Klimaschutzvertrag unterschrieben haben, zur Kündigung des Vertrags zu bewegen. Sie müssten, wie dies der US-amerikanische Präsident Donald Trump getan hat, den Klimawandel als Schwindel eingestehen und auf das etrem erfolgreiche politische Steuerungsmittel verzichten.

Bernd Fischer

 

Quellen:

[1] https://easac.eu/press-releases/details/negative-emission-technologies-will-not-compensate-for-inadequate-climate-change-mitigation-efforts/https://easac.eu/press-releases/details/negative-emission-technologies-will-not-compensate-for-inadequate-climate-change-mitigation-efforts/

[2] http://www.deutschlandfunk.de/klimaschutz-negative-emissionen-ueberbewertet.2850.de.html?drn:news_id=846013

[3] https://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/wdr5-leonardo-top-themen/audio-was-bringt-geo-engineering-fuers-klima-100.html

[4] https://www.euractiv.com/section/climate-environment/news/scientists-dismiss-geo-engineering-to-stop-climate-change/

Titelfoto: elenlackner

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