Endzeitstimmung in der Windkraftbranche?

Die Windbranche jammert wegen des massiven Einbruchs beim Neubau von Windkraftanlagen, berichtet das Handelsblatt. Nicht mehr als 86 Anlagen seien neu dazugekommen. Dies sei ein Rückgang von 82 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Grund für den massiven Einbruch ist laut Bundesverband Windenergie (BWE) der Genehmigungsstau für die Zulassungen zum Bau von Windrädern und eine zunehmende Klageflut. “Bundesweit werden aktuell mehr als 300 Windräder beklagt. 1000 weitere Anlagen stehen auf der Kippe, weil sie nach Auffassung der Flugsicherung ein Funkfeuer beeinträchtigen könnten. Gegen 900 Windräder hat wiederum die Bundeswehr verschiedene Vorbehalte. Das geht aus einer Umfrage der Fachagentur Windenergie an Land hervor. Gegenüber der letzten Erhebung vor drei Jahren hat sich die Zahl der betroffenen Projekte bundesweit verdoppelt.”

Auch im Januar 2011 hat der Bundesverband Windenergie (BWE) wegen eines Rückgangs beim Bau von Windkraftanlagen gejammert. Damals nannte die Lobby Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen als Grund. Sie hätten einen effizienten Ausbau der Windenergie an Land verhindert, hieß es.

Die Rettung kam am 11.03.2011 durch einen für die Öko-Industrie glücklichen Zufall: ein Tsunami in Japan führte zum Reaktorunfall in Fukushima. Er zerstörte die Anlage, kostete aber niemanden das Leben. Claudia Roth (Grüne) schrieb dennoch die Todesopfer dem Reaktorunfall zu. Die Massenmedien übernahmen die Falschmeldung.

In dem Eintrag zum Fukushima-Jahrestag schrieb Claudia Roth auf ihrer Facebook-Seite 2013 wörtlich: „Heute vor zwei Jahren ereignete sich die verheerende Atom-Katastrophe von Fukushima, die nach Tschernobyl ein weiteres Mal eine ganze Region und mit ihr die ganze Welt in den atomaren Abgrund blicken ließ. Insgesamt starben bei der Katastrophe in Japan 16 000 Menschen, mehr als 2700 gelten immer noch als vermisst.“ Daran anschließend fordert Roth, den Ausstieg aus der „Hochrisikotechnologie Atom“ nun „so schnell wie möglich umzusetzen“, berichtete der Focus 2013. Die Formulierung sei mindestens missverständlich, die bekannten Todesopfer seien im Zusammenhang mit Erdbeben und Tsunami zu beklagen. “Von Strahlenopfern ist jedoch nichts bekannt”.

Die Medien verbreiteten 2011 die Falschbehauptung Roths und schürten im weit entfernten Deutschland zur Verwunderung der Welt Angst. Angela Merkel beschloss eigenmächtig den Ausstieg aus der Kernenergie – und der Boom des öko-industriellen Komplexes nahm wieder Aufschwung.

Der Protest gegen Windkraftanlagen wurde von der Windlobby und Politikern viele Jahre verschwiegen. Heute lassen sich über 1000 Bürgerinitiativen gegen die Industrialisierung der Landschaft nicht mehr ignorieren. Und mit einem neuen Tsunami ist nicht zu rechnen.

Foto: pixel2013, pixabay

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