Stellungnahme des Aachener Diözesanrats gegen Braunkohle

Diözesanrat der Katholiken im Bistum Aachen gegen Braunkohleabbau

In einer Stellungnahme des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen forderte der Vorsitzende, Lutz Braunöhler, ehemaliger Richter an einem Oberlandesgericht, am 1. Oktober den sofortigen Stopp der Abholzung eines Teils des Restwaldes Hambacher Forst.  Er führte rechtliche, ethische und politische Gründe dagegen an, dass angesichts des nahenden nationalen Ausstiegs aus der Kohleverstromung ein weiterer Abbau im Rheinischen Revier vorangetrieben werde. Er sagt: „Der Hambacher Forst ist zum politischen Symbol geworden, die Auseinandersetzung um dieses Symbol eskaliert.“
Die politische Eskalation und Symbolpolitik nutzt der Diözesanrat zur Einmischung in den Konflikt und urteilt über die geplante, 2016 vom rot-grünen Landtag als unumgänglich anerkannte und beschlossene Rodung. Die geplante Baumfällung im 100 ha großen Restwald sei, sagt dagegen der Katholikenrat, „eine Maßnahme ohne Zukunftsperspektive, die zudem die Menschen vor Ort schädigt und in Gefahr bringt, aus christlicher Sicht verwerflich und menschenverachtend ist.“ (Große Worte, die vom Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche ablenken sollen?) 


Kirchen im politischen Netzwerk

2016, als die Grünen noch zur Landesregierung NRW gehörten, war der Rodungsbeschluss für den Hambacher Forst weder verwerflich noch menschenverachtend. Verwunderlich ist die Stellungnahme des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen jedoch nicht. Er ist schließlich Mitglied der politischen Klima-Allianz Deutschland, ein Netzwerk aus 115 Mitgliedsorganisationen aus den Bereichen Umwelt, Kirche, Entwicklung, Bildung, Kultur, Verbraucherschutz, Jugend und Gewerkschaften, dem auch der BUND – Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) und auffällig viele Organisationen der evangelischen und katholischen Kirche angehören. Ein Mandat für politische Stellungnahmen haben die Organisationen von ihren Mitgliedern nicht.
 

Das Klimaschutz-Netzwerk

Die Klima-Allianz wurde 2007 gegründet und dient dem Umweltministerium zur Durchsetzung ihrer höchst eigenwilligen Klimapolitik. Seine Aufgabe sieht das Netzwerk darin, “dass u.a. politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, die eine völlige Vermeidung der menschenverursachten Treibhausgasemissionen in Deutschland, Europa und weltweit bewirken.” 
Dass “eine völlige Vermeidung der menschenverursachten Treibhausgasemissionen” nur möglich ist, wenn die Menschheit komplett vernichtet wird, fällt den Eiferern der ethisch argumentierenden Klimaschützer offenbar nicht auf.
Screenshot, 14.10.2018
Die Symbolpolitik der Klima-Allianz vertritt vor Ort Antje Grothus. Sie wurde 2017 von der Klima-Allianz eingestellt und als Koordinatorin Kohlepolitik NRW (Büro NRW) freigestellt. 
Auffallend ist, dass die Klima-Allianz sich nicht eindeutig von den Gewalttätigkeiten im Hambacher Forst distanziert.

Verwerflich und menschenverachtend

Nicht die Nutzung der Braunkohle zur Gewinnung von Strom, mit dem wahrscheinlich auch die Mitglieder des Diözesanrats der Katholiken im Bistum Aachen ihre Räume beleuchten, und die sinnvolle Arbeit der im Braunkohletagebau tätigen Menschen ist verwerflich und menschenverachtend, sondern der Fanatismus der Klimaschützer. Es gibt keinen Konsens in der Wissenschaft über den Anteil der Menschen am Klimawandel, nicht einmal darüber, ob die CO2-Emissionen der Erderwärmung folgen oder umgekehrt. Fanatiker haben sich zu allen Zeiten entweder auf Gott oder die Wissenschaften berufen, die sie selbst kontrollieren. Auf der Strecke blieben immer die Menschen, die sich der verkündeten “Wahrheit” nicht unterwerfen wollten. Die Häretiker von Heute sind “Klimaleugner”, Kohle- und Kernkraft-Befürworter und jetzt sogar die Mitarbeiter in den Braunkohletagebauen, denen wir alle Strom und Wohlstand verdanken.
Obwohl die Grünen 2016 der Rodung des Hambacher Forstes zugestimmt haben, bilden sie neben dem BUND und Greenpeace die Spitze der Hetzkampagne gegen Mitarbeiter und Befürworter der Verstromung von Braunkohle. Die Braunkohle wird allerdings wegen des beschlossenen Ausstiegs aus der Kernenergie noch Jahrzehnte gebraucht werden.
Die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen NRW, Monika Düker, hat sich auf ihrer Homepage für die Assoziation Mitarbeiter im Braunkohletagebau und Nazis entschuldigt, aber die Verleumdung hat ihr Ziel erreicht, der Keim ist gesät und die Hexenjagd geht weiter. 
Als „erschreckend und enttäuschend“ betrachten Mitarbeiter von RWE die Einstellung des Diözesanrats zu ihrer Arbeit. Sie kündigen ihren Kirchenaustritt an. „Ohne Arbeitsplatz auch keine Kirchensteuer.“
Faina Faruz
Titelfoto: herbert2512

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