Vince Ebert: Luft anhalten für das Klima

“Erhitzte Gemüter verschmutzen das wissenschaftliche Diskussionsklima”, findet Vince Ebert, in deutscher Kabarettist und Autor, und schreibt eine “kleine Einführung in die Klimadebatte”. Er meint damit allerdings die Gesamtheit aller an einem Ort möglichen Wetterzustände. Es ärgert ihn, dass Klimaschützer
“vor lauter Weltretterei die Menschen vergessen. Weil sie von einer Gesellschaftsordnung träumen, in der nicht der Mensch, sondern das Klima an erster Stelle steht. Und weil sie eine Ideologie vertreten, die als grundsätzliche Ursache für die Probleme der Welt allein die Verbreitung des Homo sapiens sieht. Ich habe bis zum heutigen Tage nicht verstanden, warum das einen Friedensnobelpreis wert ist.” (“Luft anhalten für das Klima”, Schweizer Monat, Ausgabe 992, Dezember 2011)

Eberts Meinung zum Kyoto-Protokoll: “Das Kyoto-Protokoll basiert im wesentlichen auf der Idee, zwei Billionen Euro für Massnahmen auszugeben, die dafür sorgen, dass Bangladesch nicht 2050 absäuft – sondern erst fünf Jahre später. Das ist nicht nur ökonomischer Irrsinn, sondern schadet letztlich genau denjenigen, die durch den Klimawandel die grössten Probleme haben werden. Laut UN-Schätzungen könnte man für die Hälfte der Kosten von Kyoto die schlimmsten Probleme der Welt dauerhaft lösen: Trinkwasser, Sanitärhygiene, Gesundheitsversorgung, Bildung. Investitionen also, die sofort Leben retten würden.”

Den sogenannten Emissionshandel sieht er als Abbild des mittelalterlichen Ablasshandels: “Wenn ich an einer Stelle CO2 verbrauche, kann ich mich von der Sünde freikaufen, indem ich es an anderer Stelle wieder einspare. Angenommen also, Sie haben einen Porsche Cayenne und fahren im Monat 1000 km. Damit blasen Sie etwa 400 kg CO2 in die Luft. Diese immense Menge können Sie ganz leicht wieder einsparen und zwar durch – Atmung! Ich hab’s ausgerechnet: Wenn ich 35 Minuten lang die Luft anhalte, kann ich dafür mit einem Cayenne CO2-frei zum Bäcker fahren. Man muss eben auch mal kleinere Brötchen backen.”

>>> “Luft anhalten für das Klima”, Schweizer Monat, Ausgabe 992, Dezember 2011

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