Zensur

Corona-Zensur im Internet

Die Zensur in Internet beschränkt sich nicht auf die sozialen Medien, wie zum Beispiel Facebook, Twitter und Youtube. Damit haben viele User, auch wir, einschlägige Erfahrungen gemacht. Die Abschaltung der Homepage von Dr. Wolfgang Wodrag durch Jimdo ist ein weiterer Schritt zur Einschränkung der Meinungsfreiheit im Internet. Jimdo ist ein Komplettanbieter für Websites, Onlineshops, Logos, Domains, Hosting und SEO.

Frühwarnsystem der EU-Kommission

Es begann 2019 mit einem von der EU-Kommission installierten Frühwarnsystem zur Abwehr von „Fake News“. Dieses System wird zurzeit wegen der Coronavirus-Epidemie erstmals angewendet, berichtete heise.de am 05.03.2020. EU-Kommissions-Vizepräsidentin Věra Jourová habe mit Vertretern von Online-Plattformen wie Google, Facebook, Twitter und Microsoft sowie des Branchenverbands Edima über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Verbreitung von Desinformationen und Verschwörungstheorien rund um den Ausbruch des neuartigen Erregers gesprochen.


Facebook will keine Verbreitung von falschen Informationen und Verschwörungstheorien über das neuartige Coronavirus zulassen. Das Online-Netzwerk werde sie entfernen.

WHO entscheidet über Wahr und Falsch

Facebook-Gründer und Chef Mark Zuckerberg kündigte an, Facebook werde den Einschätzungen globaler Gesundheitsorganisationen folgen. Laut heise.de bekommt die Weltgesundheitsorganisation WHO unterdessen so viel kostenlosen Anzeigenplatz bei Facebook wie benötigt. Und auch andere Organisationen würden unter anderem mit Gutscheinen für Werbung unterstützt. Forscher erhielten Zugang zu anonymisierten und verallgemeinerten Facebook-Daten, um die Ausbreitung der Infektionen besser zu verstehen.


Mit der WHO setzte sich 2017 arte in einer Dokumentation auseinander. „Wer genau nimmt Einfluss auf die höchste Instanz der Weltgesundheit? Wie? Und was muss sich ändern, damit das aufhört?“, lautete die Frage. Ein Jahr lang haben die Filmemacherinnen Jutta Pinzler und Tatjana Mischke recherchiert, um diesen Fragen nachzugehen. Am 4. April 2017 war das Ergebnis in einer 90-minütigen Dokumentation auf ARTE zu sehen: „Die WHO – Im Griff der Lobbyisten?“


Es seien die Verwicklungen zwischen Konzernen und der WHO, die den Film spannend machen – und von denen er noch weitere zu bieten hat, beurteilte die ZEIT den Film. Eine der wichtigsten Fragen lautet: „Käme die WHO ohne Gates‘ Geld aus?“

Die Agenda der WHO werde immer mehr von privaten Spendern bestimmt, vor allem von Bill Gates, sagt David McCoy, einer der führenden Experten im Bereich Weltgesundheit. „Würde die Bill & Melinda Gates Foundation aufhören, jährlich Millionen US-Dollar nach Genf zu schicken, würde die WHO womöglich in sich zusammenfallen. Entsprechend großen Einfluss habe der Milliardär auf das inhaltliche Programm.“ Die ZEIT fügt hinzu: „Und die WHO konzentriert sich in der Tat auffällig stark auf das, was Bill Gates sich wünscht: impfen zum Beispiel.“ Und kommentiert: „Aber Impfungen allein halten Menschen nicht gesund. Viel wichtiger ist, dass die Gesundheitsversorgung eines Landes gut funktioniert und die Umwelt, in der Menschen leben, sie nicht krank macht – auf diese Wunde innerhalb der WHO legt die Dokumentation ihren Finger.“

Sand im WHO-Getriebe: Dr. Wolfgang Wodarg

Dass ausgerechnet Dr. Wolfgang Wodarg der Bannstrahl der WHO, der EU und des Anbieters von Internet-Dienstleistungen, Jimdo, triftt, liegt nicht an dessen „gefährlichen Falschinformationen“ (Spiegel) oder „wirren Thesen“ (Focus), sondern an dem Renommee des Lungenfacharztes.

Über den Werdegang kann man sich (noch) bei Wikipedia informieren. Es lohnt sich, über ihn zu lesen, um den antidemokratischen Abgrund zu begreifen, der sich inzwischen auftut, wenn nicht systemkonform argumentiert wird.

Auch Correctiv widmet sich in einem Beitrag der Auffassung Wodargs. Wodarg unterstellt den Wissenschaftlern finanzielle Interessen. „Wissenschaftler wollen mitschwimmen, weil sie Geld brauchen für ihre Institute. Sie wollen wichtig werden.“ Erstaunlicherweise verzichtet Correctiv auf das übliche negative „Fazit“. Aber ein leiser Vorwurf geht an die Adresse des Arztes, mit dem Correctif telefonierte: „Versteht er, dass in der aktuellen Situation die Menschen Diskussionen über die mangelnde Validität von Testverfahren und angebliche Verschwörungen durch chinesische Politiker und Wissenschaftlern nicht auseinanderhalten können?“ Im Moment picke sich jeder raus, was er will, habe Wodarg eingeräumt. Aber wäre das ein ausreichender Grund, um zu schweigen? Oder die Internetseite des Arztes zu sperren? Nein, das sind nicht die Mittel von Demokratien, sondern von Diktaturen.

Die Website wodarg.com von Dr. Wodarg bei Jimdo wurde am 06.04.2020 gesperrt. Jimdo arbeitet mit Amazon Web Services zusammen. Zweck der Verarbeitung von Daten aller Jimdo Nutzer ist laut Datenschutzerklärung von Jimdo: Speichern und Ausliefern von Benutzerinhalten, DNS, Javascript Code, Stylesheet Dateien, Bestandsdaten, Inhaltsdaten, Verkehrsdaten. Generell setze das Unternehmen EU-Dienstleister für bestimmte Dienste oder Dienstleistungen ein. Jimdo erklärt jedoch: „Wir möchten aber ehrlich sein. Für viele Dienste, die wir nutzen, gibt es derzeit keine Anbieter bzw. die vorhandenen Anbieter stellen keine akzeptable Alternative dar. Wir setzen daher eine ganze Reihe von Dienstleistern außerhalb der Europäischen Union und insbesondere aus den USA ein.


Die Website von Dr. Wodarg bei Jimdo wurde am 07.04.2020 erneut gesperrt.
https://www.wodarg.com/

Faina Faruz

(Bitte beachten Sie unseren Datenschutzhinweis.)

Karl Lauterbach: Wolfgang Wodarg erzählt „blanken Unsinn“ zu Corona – das sind Fake News!

(Bitte beachten Sie unseren Datenschutzhinweis.)

Virologe Prof. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn, kritisiert bei Lanz Corona-Maßnahmen

(Bitte beachten Sie unseren Datenschutzhinweis.)

Titelfoto: dimitrisvetsikas1969, pixabay


In eigener Sache

Amazon ist einer der größten Profiteure der Corona-Krise. Kleinere Buchhandlungen müssen ihre Läden schließen, viele von ihnen dauerhaft. Es ist wenig bekannt, dass kleine, stationäre Buchhandlungen Bücher auch online anbieten. Zu denselben Konditionen. Wer den Steuerflüchtling Amazon nicht mehr länger fördern möchte, ist bei Storchmann Medien gut aufgehoben. Die Zusammenarbeit mit einem der größten Zwischenbuchhändler Deutschlands bietet Ihnen höchste Professionalität. Durch den Kauf von Büchern, Hörbüchern, eBooks und anderen Produkten des Buchhandels unterstützen Sie auch Ruhrkultour. Wir freuen uns, wenn Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.
Ihr Team von Ruhrkultour

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

11 − zehn =

6 Gedanken zu “Corona-Zensur im Internet”