Bundesumweltbroschüre

Kafkaeske im Fake-State

Halbwahrheitsministerien und Halbwahrheits-Opium fürs Volk

Eine „Bundesumweltbroschüre“ auf dem Röntgentisch

Jörg Rehmann

„Durch Energieerzeugung, Industrie, Landwirtschaft und Verkehr gelangen Treibhausgase wie Kohlendioxid, Methan oder Lachgas in die Luft und reichern sich dort an. Die rapide Zunahme von Treibhausgasen in der Atmosphäre führt zur Erwärmung des Klimas. Wenn es nicht gelingt, diese Emissionen entscheidend zu mindern, wird sich das Klima innerhalb kurzer Zeit stark ändern.“

Jedem halbwegs vernünftigen Menschen dürfte einleuchten, dass diese Darstellung zumindest weitestgehend glaubwürdig ist. Den meisten Menschen weltweit dürfte inzwischen auch klar sein, dass sich um die Klimadebatte ein Konflikt entwickelt hat. Und wie immer bei Konflikten gibt es meist eine „Kernzone“ von Fakten, die unstreitig sind. Doch die Gefahr liegt in der Mischung unstreitiger Fakten, die jeder überprüfen kann, – und im Zusatz unsicherer Behauptungen. Agenten und V-Leute lernen diese Methode vor allem, wenn es darum geht, eine glaubwürdige Legende für einen verdeckten Ermittler aufzubauen. Die Praxis mit „halben Wahrheiten“ ist gängiger Bestandteil bei der Einführung verdeckter Ermittler in Zielgruppen. Wenn die Zielperson, auf die ein Agent angesetzt ist, einige objektiv überprüfbare Fakten über dessen Glaubwürdigkeit erkennt, schenkt sie anderen Aspekten weniger Beachtung – und fällt auf den „falschen“ Ermittler rein. So ist es auch beim Konflikt um die Klimatheorie.

 

Ausgerechnet ein „linker“ Filmemacher enttarnt die Klima-Halbwahrheit

Der Filmemacher Marijn Poels hat auf der Berlinale 2017 einen bemerkenswerten Film vorgestellt. In „The Uncertainity has settled“ hat Poels die führenden Wissenschaftler unter anderem zum Thema Klimatheorie befragt. Sehr deutlich beschreibt darin unter anderem der deutsche Klimaforscher Prof. Hans von Storch das Dilemma. Es gibt einen Kern von Erkenntnissen, die wirklich weithin als gesichert gelten und weder von Befürwortern noch Kritikern der Klimatheorie angegriffen werden. Sie sind unstreitig. Danach gibt es tatsächlich eine signifikante Klimaerwärmung seit Beginn der Aufzeichnungen vor etwa 150 Jahren. Doch schon bei der Frage, wie groß der Anteil des Menschen an diesem Phänomen ist, fällt die Reihe der Fachmeinungen deutlich auseinander. Allein die Zeitspanne der menschlichen Aufzeichnungen von 150 Jahren ist für die sichere Einschätzung globaler Phänomene viel zu kurz. Doch Hans von Storch macht ganz klar, dass es nicht um die Frage „Verleugnung oder Zustimmung“ gehen kann, denn die Folgen der Erwärmung sind ebenso unstreitig mess- und feststellbar. Es bestünde also Handlungsbedarf, denn die menschliche Spezies verbrauche ganz eindeutig mehr Ressourcen, als der Planet durch Regeneration wiederherstellen könne. Eine Zwischenbilanz dieses Szenarios wäre also: der Kern der Klimatheorie ist sicher, und außen herum gibt es noch Unsicherheiten, divergierende Meinungen, Forschungs- und Diskussionsbedarf. – So what?

 

Wie Demokratieabbau mit Klima funktioniert

Seit Jahrhunderten betreiben Menschen Forschung, und der Umgang mit Hypothese, These, Gegenthese, Beweis und Gegenbeweis ist weltweit beste wissenschaftliche Praxis. Warum also verläuft die Auseinandersetzung um die Klimatheorie so vehement? Nicht erst der Filmemacher Marijn Poels hat herausgefunden, dass vor allem wirtschaftliche Interessen dafür verantwortlich sind, dass mit gelenkten Informationen Märkte manipuliert werden. Der Kampf um wirtschaftliche Ressourcen und Absatzmärkte wird auch mit der Waffe der Deutungshoheit betrieben. Eine Methode ist die Umwandlung eines Fachdiskurses in ein ideologisches Postulat durch die Politik und ihre lobbyistischen Hintermänner. Die erste Stufe dieser manipulativen Metamorphose ist die Umdefinition der Klimatheorie, so wie sie einige Fachorganisationen für sich reklamieren, in eine bindende Wahrheit. Das Dogma ist geschaffen, es ist die zweite Stufe. Wer es hinterfragt, wird als Häretiker verfolgt. Damit ist auch die erste Voraussetzung geschaffen, um den so ideologisch „gestylten“ Umgang mit der Klimatheorie in eine neue Form pseudoreligiöser Staatslehre zu überführen. Was wäre aber eine Staatsreligion ohne disziplinarische Mittel, um sie auch durchzusetzen?

 

Längst beschlossen: die Klima-Inquisition

Damit ist das Vorgehen in der dritten Stufe angekommen: die Inquisition. Wer nicht der Staatslehre folgt, wird marginalisiert, denunziert, wie ein Aussätziger vor die Tore der Stadt gejagt und am Ende existenziell bestraft. Unwahr? Keineswegs!

Im Jahr 2013 hat das Bundesumweltamt eine Broschüre über den Klimawandel initiiert. Darin stellt das Amt seine Sicht der Klimadebatte dar. Wer diese Debatte verfolgt hat, der erkennt schnell, dass diese Sicht genau den „Hardlinern“ der wirtschaftlich polarisierten Lobbyisten nahekommt. Das allein wäre noch zu verkraften, wenn nicht bereits die Praxis der Inquisition auf dem Fuße folgt. In Kapitel 11 verkündet das Amt den offiziellen Weg, wie seiner Meinung nach mit „Klimaskeptikern“ umzugehen ist. Im Folgenden werden dann wissenschaftliche Fachorganisationen und teils renommierte Fachautoren namentlich genannt und unter vernichtender Kritik als „Klimaskeptiker“ diffamiert. Allein schon die Tatsache, dass Kritiker hier zu „Skeptikern“ umdefiniert werden, stellt einen unseriösen und beleidigenden Akt dar. Da werden beispielsweise ein „Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)“ sowie Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender des Deutschen Wildtierstiftung, als Skeptiker tituliert. Die Autoren des Bestsellers „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, Fritz Vahrenholt und Sebastian Lüning,  wagen es, „grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung“ infrage zu stellen. Das alles seien „Thesen, die dem wissenschaftlichen Konsens widersprechen“ – Ein „Konsens“, der den Diskurs kategorisch ausschließt.  Indem aber die Verallgemeinerung in der pauschalen Zuweisung „Klimaskeptiker“ gipfelt, ist ein Stigma geschaffen. Ihm werden alle suspekten Personen und Widersacher zugeordnet. Die Zwangs-Staatsreligion ist damit perfekt.

Seit Menschengedenken müssen sich Lehren mit Gegenlehren, Thesen mit Gegenthesen und muss sich Willen mit Widerwillen auseinandersetzen. Na und? Spätestens hier muss doch auffallen, dass das staatliche Bundesumweltamt auf dem Wege ist, eine elementare wissenschaftlich-fachliche Praxis der kultivierten Divergenz zu kriminalisieren. Mit Potsdam-Institut und diversen Stiftungen hat sich die politische „Elite“ längst ihre willfährigen Ratgeber gezogen.  Gefüttert mit üppigen Etats eifern sie bis hin zum Papst, der folgerichtig pariert und das „Papamobil“ klimafreundlich elektrifiziert. Dafür werfen ihm die Kardinäle nun Distanzlosigkeit vor. Wie ärgerlich für die Klimapropheten, war die Eroberung des Papstes doch ein gelungener Coup. Dass aber Wissenschaft und fachlicher Diskurs auch vielfach frei und legitim durch Wirtschaft und Bürger gefördert werden, missfällt den so genannten Eliten. Deren Bestreben ist eindeutig: mit dem pauschalen Verweis auf „grundlegende Erkenntnisse der Klimaforschung“, womit natürlich nur die politisch gewollten Erkenntnisgeber gemeint sind, sollen alle anderen Meinungen geblockt werden. Mehr noch: allein schon eine kritische Frage scheint nach der Lektüre des ministeriellen Pamphlets verboten zu sein.

 

Als Journalist Opfer ministerieller Denunziation

Eine noch härtere Qualität nimmt der Broschürenautor mit folgendem Satz an: „Auch in Zeitungen und Zeitschriften, Rundfunk und Fernsehen tauchen mitunter Beiträge auf, die nicht mit dem Kenntnisstand der Klimawissenschaft übereinstimmen. Bekannt für derartige Beiträge sind die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch.“ Hier wird nicht nur darauf hingewiesen, dass selbst Rundfunk und Fernsehen Fehler bei der vorgegebenen Auslegung der Klimalehre passieren können. Vielmehr werden die Journalisten und Publizisten Dirk Maxeiner und Michael Miersch persönlich als „bekannt für derartige Beiträge“, also sinngemäß und pauschal als bekannt für Falschheiten dargestellt.

Damit hat das Bundesumweltamt zwei freie Journalisten und Autoren öffentlich verfemt, nur weil sie fachliche Auffassungen zur Klimatheorie anders interpretieren, als dies regierungsamtlich gewünscht ist.
In seiner abschließenden Bewertung resümiert das Amt,

  • dass „… ein Konsens über die anthropogene Klimaerwärmung besteht“;
  • dass „die Argumente der „Klimawandelskeptiker“ nicht mit diesem Konsens übereinstimmen“ und „nicht haltbar“ seien;
  • dass „häufig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fremder Disziplinen und ohne Fachwissen“ mit „klimaskeptischen“ Thesen in der Öffentlichkeit auftreten.

Die Botschaft ist klar: wer kritisiert, ist fachfremd, unwissenschaftlich und als Person unhaltbar.

 

Die verfemte Demokratie

An dieser Stelle sei festgestellt, dass es dem Autor dieses Textes primär nicht um die Klimatheorie und die Schlüssigkeit der widerstreitenden Gruppen zu diesem Thema geht. Es geht um die Art, wie eine staatliche Stelle in einer beispiellosen, autoritären und im Übrigen einfach anmaßenden Diktion festlegt, was offizielle Denkrichtung zu sein hat und was „Journalisten und Publizisten“ zu erwarten haben, wenn sie es wagen, andere Meinungen zu vertreten oder auch nur über alternative Interpretationen des wissenschaftlichen Diskurses öffentlich nachzudenken. Das genau ist es, was das Bundesumweltamt will: das Nachdenken soll verhindert werden, weil es ja dazu führen könnte, die vorher festgelegte Wahrheit anzuzweifeln.

An dieser Stelle zeigt sich, in welchem Ausmaß dieses Bundesumweltamt die Basis unserer demokratischen Verfassung schon verlassen hat: denn ein solches Amt ist Ausführungsorgan politischen Willens, und der ist nicht zuletzt geprägt von parteipolitischen Interessen. Diese aber unterliegen gerade bei dem Milliardengeschäft „Energiewende“ starken Einflüssen von Lobbyisten. Ohne dies kriminalisieren zu wollen, muss doch darauf verwiesen werden, dass Nachdenken und geistig-inhaltliche Auseinandersetzung über die Ausflüsse politischen Willens erlaubt sein muss – ohne hinterher durch ein Ministerium diffamiert zu werden! Beispiellos auch die Borniertheit, mit der das Amt pauschal die „wachsende Zahl von Natur-, Geistes- und Wirtschaftswissenschaftlern, Ingenieuren, Publizisten und Politiker“ diffamiert und kriminalisiert, die ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Interpretation wissenschaftlicher Themen wahrnehmen. Und – auch das muss einmal gesagt werden: jeder Mensch hat auch das Recht, für letztlich absurde Überzeugungen einzutreten und zu irren, ohne deswegen vom Staat existenziell geschädigt zu werden. Die Autoren Maxeiner und Miersch sind jedoch weit entfernt davon.

 

Verbissenheit als Folge politischen Scheiterns

Nun gilt ein gewisses Recht auf Meinungsäußerung ja auch für das Bundesumweltamt höchstselbst. Da aber macht auch der Ton die Musik. Warum hat man nicht zu anderen Formulierungen gefunden? Warum kann man nicht mit bescheidenen Worten klären, dass die Bundesregierung nach reiflicher Prüfung zu einer Überzeugung gekommen ist und ein bestimmtes Vorgehen favorisiert? Warum hat man nicht erklärt, weshalb man sich für die einseitige Zusammenarbeit mit einer ganz bestimmten Gruppe Fachleute rund um das Potsdaminstitut für Klimafolgenforschung festgelegt hat? Warum geht man nicht gelassen damit um, dass es in jeder Disziplin auch andere, durchaus seriöse Fachinstitute gibt, die eben zu teilweise anderen Erkenntnissen kommen? Ja, warum lässt man nicht zu, dass in der Vielfalt von Meinungen, die unsere Demokratie bereichern sollten, Gewinn und Chance liegen?

An dieser Stelle wird deutlich, dass das diskussions- und ehrabschneidende Vorgehen der Bundesregierung in Sachen Klimadiskussion gewollt ist und insofern System hat. Schon längst krähen die Spatzen die Folgen einer völlig verfehlten Klima- und Energiewendepolitik von allen deutschen Dächern. Schon längst sind auch im Wust vieler überzogener Energiewende-Kritiken jene Wahrheiten unübersehbar, die das Scheitern und die kopflose, rein ideologische Steuerung der Energiewende demaskieren.

Die unübersehbare Zahl fundierter Pressepublikationen hat längst offenkundig gemacht, dass die Energiewende ein Desaster wurde. Sie ist das größte Betrugsprojekt deutscher Weltverbesserungspolitik nach dem 2. Weltkrieg. Schon längst hat die Mehrheit der Bürger kapiert, dass die Kritik des Sachverständigenrates der Bundesregierung und des Bundesrechnungshofes an der deutschen Energiewende- und Klimapolitik keine Peanuts mehr sind. Und man muss auch nicht Fritz Vahrenholt, Dirk Maxeiner oder Michael Miersch heißen, um deutlich zu sehen und gültig hinzuweisen, dass mit dem Pamphlet des Bundesumweltamtes eine gescheiterte Bundesregierung mit heruntergelassener Hose ihre eigene, offenkundige Schweinerei zu beschönigen und mit Diffamierungen einzudämmen sucht.

 

Systemkritik bewirkt Existenzbedrohung

Die Autoren Dirk Maxeiner und Michael Miersch haben gegen die öffentliche Verfemung ihrer Arbeit und ihrer Personen geklagt. Dirk Maxeiner musste auf halbem Weg aufgeben, weil zum verursachten Imageschaden noch der Rechtsstreit seine wirtschaftliche Existenz bedrohte. Michael Miersch hat Berufung eingelegt und – verloren. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg hat für Recht erkannt, dass das Bundesumweltamt durchaus missliebige Journalisten öffentlich bloßstellen dürfe. Was für ein fragwürdiger Erfolg für die Demokratie?! Er zeigt, dass das Krebsgeschwür einer binnen weniger Jahre weithin durch die Politik ideologisierten und indoktrinierten Gesellschaft der Verteilungskämpfe mittlerweile bis in die Justiz gewuchert ist. Von den zahllosen Versuchen der Parteien, bestimmte Personen in Richterstellen zu lancieren, brauchen wir erst gar nicht reden.

 

Die Wahrheit der Profiteure

In dem Programmpapier „Vielfalt statt Gleichwertigkeit“ des Berlininstituts für Bevölkerung und Entwicklung wird die Enteignung und Aufgabe ländlicher Gebiete zu Gunsten der Erneuerbare-Energien-Profiteure als Beitrag zu mehr Vielfalt schöngeredet. Dort heißt es: „Wenn akzeptiert würde, dass nicht alle Regionen Deutschlands unter den gleichen Standards leben können, bedeutete das nicht weniger, sondern mehr Vielfalt – also auch mehr wohl verstandenen Reichtum.“ Hier wird also einer Energiewende das Wort geredet, welche die Landbevölkerung unterwirft, subtil enteignet und verdrängt. Das alles geschieht unter dem Beifall des Bundesumweltamtes im Namen des Klimaschutzes, verbunden mit der Erwartung von „mehr Reichtum“. Für wen eigentlich? Auch müsste die dort geforderte Aufhebung des grundgesetzlichen Gleichheitsgebotes stutzig machen: sie wird als „Hinwendung zu mehr Vielfalt und Reichtum“ zurechtgebogen. Ein „Reichtum“, der im Namen von Klimalehre und Energiewende die Enteignung der Landbevölkerung, die Ausbeutung heimischer Naturlandschaften für Energieüberfluss und die industrielle Tötung geschützter Tierarten durch Unmassen von Windrädern propagiert?

Der Umgang des Bundesumweltamtes mit kritischen Journalisten und Wissenschaftlern demaskiert diese neue Art „Reichtum“ als Ausfluss einer „Energiewende“, welche die schändliche Umverteilung kleiner Einkommen nach oben sowie den Ausverkauf heimischer Landschaft gegen Kritiker mit Verfemung bewehrt.
Immer wieder wird, nicht ohne pointierte Kritik, von regierungsamtlicher Seite auf das Medienverhalten der Bürger angespielt. Ein Anlass, einen Blick auf die Geisteswelt des Bundesumweltamtes und anderer Ministerien in den sozialen Netzwerken zu richten.

So fragt UBA-Amtsleiter Jochen Flasbarth am 16. Februar, ob denn eine umweltfreundliche Landwirtschaft möglich wäre (die unsägliche Kampagne des Bundesumweltministerium mit den diffamierenden „Neuen Bauernweisheiten“ liegt erst kurz zurück!). Hier wird noch einmal verallgemeinernd auf die Landwirte draufgehauen, um dann süffisant von „Dialog Landwirtschaft“ zu sprechen.

Jochen Flasbarth, Twitter, 16. Februar

Am 14. Februar „sorgt“ man sich demonstrativ um „tieffrequentem Lärm“, – die Klagen der Tausenden Bürger gegen 24-stündige Dauerbeschallung durch Windräder tut man als Lappalie ab.

UBA, Twitter, 14. Februar

Am 8. Februar sorgt sich UBA-Präsidentin Krautzberger über die „gute Trinkwasserqualität“. Währenddessen wurde das Flora-Fauna-Habitat Greinereck gegen jeden Naturschutz-Standard zum Industriegebiet umgewandelt und es flossen – ganz nebenbei – angeblich 4000 bis 5000 Liter Ölgemisch ins Naturschutzterrain. Die Verwaltung mauert. Kein Wort dazu vom UBA.

UBA, Twitter, 8. Februar

Am 8. Februar erkennt das UBA, dass Tempo 30 in Wohngebieten wirklich der Umwelt dient. Die Forschung des physikalischen Instituts der Universität Heidelberg (Dubbers et al.), derzufolge Temporeduzierung auf Autobahnen mehr fürs Klima bringt als alle Windräder zusammen, will das UBA postfaktisch nicht zur Kenntnis nehmen.

UBA, Twitter, 8. Februar


Am 18. Januar fordert das UBA, dass Agrar-Subventionen für Landwirte „sozialer“ werden sollen. Von der extrem ungerechten, sozialen Verwendung der Energiewende-Subventionen sowie der Erhebung der EEG-Umlage spricht das UBA nicht.

UBA, Twitter, 18. Januar


Am 13. Januar fordert das UBA mehr Gewässerschutz ein. Die Auswirkungen von Vermaisung und Biogasanlagen für heimische Vorfluter und Gewässer werden negiert, entsprechende Publikationen als „Panikmache“ kleingeredet.

UBA, Twitter, 13. Januar


Am 5. Januar erkennt das UBA, dass „57 Milliarden umweltschädliche Subventionen“ in Verkehr dem Klimaschuz zuwider laufen. Dass mehr als 500 Milliarden Euro Deutschland dem erklärten Klimaziel keinen Millimeter weiterbrachten, wird verschwiegen.

UBA, Twitter, 5. Januar


Am 28. Februar will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks baurechtliche Normen abschaffen, – dass schlechte wirtschaftliche Rahmenbedingungen eine der Hauptursachen für mangelnden Wohnungsbau sind, bleibt unbeachtet.

UBA, Twitter, 28. Februar


Am 26. Februar lobt das Bundesumweltministerium die Umwandlung ehemaliger militärischer Sperrgebiete in Biotope. Dass immer mehr Biotope, FFH-Gebiete, Biosphärenreservate und heimische Naturlandschaften zu „Sperrgebieten“ wegen Windrädern und Rotoren-Eiswurf werden, bleibt unerwähnt.

UBA, Twitter, 26. Februar


Am 24. Februar rümpfen „kritische Bürger“ die Nase über ein angebliches Ernährungsdiktat in der Kantine des Bundesumweltministeriums. Zweifellos erfolgte der Dialog im gesellschaftlichen Kontext steter Forderungen von Bündnis90/Grünen nach Erziehungsmaßnahmen für die Essgewohnheiten der Deutschen. Doch ohne Zögern wird die Bürgerkritik mit flapsigen Kommentaren plattgebügelt.

UBA, Twitter, 24. Februar


Am 22. Februar retweetet das Bundesumweltministerium ein Posting des Bundesamtes für Naturschutz. Darin ist von der Sorge um die in Bedrängnis geratenen Seevögel die Rede. Doch ungeachtet dessen wird die flächendeckende Windkraft-Verspargelung an den Nord- und Ostküsten direkt in den Jagd- und Rückzugsgebieten der Seevögel hingenommen. Keine Frage: die ist ja für den „guten Zweck“ der regierungsamtlich abgesegneten „Energiewende“, auch wenn sie wissenschaftlich erwiesen gar nichts wendet.

UBA, Twitter, 22. Februar


Am 19. Februar wiederum freut sich Bundes-Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth über einen „eindrucksvollen Film über unser Nationales Naturerbe“. Für den flächendeckenden Niedergang deutscher Naturlandschaften im Namen einer insuffizienten Energiewende-Klimapolitik findet er kein Wort. Vielmehr muss man in dem Rückzug auf ausgewiesene „Naturschätze“ die Strategie vermuten, das deutsche Naturerleben auf wenige „Naturmuseen“ zu reduzieren, um die Fläche ländlicher Regionen hemmungslos zu Energie-Sonderzonen umzuwandeln.

UBA, Twitter, 19. Februar


Am 19. Februar beklagt sich gar eine Susanne Günther, dass der @Bauerholti vom Lesen der ministeriellen Twitter-Absonderungen des BMUB abgeschnitten wurde. Doch da zeigt das Ministerium Gnade, nicht ohne oberlehrerhafte Zurechtweisung.

UBA, Twitter, 19. Februar]


Am 21. Februar mokiert sich das vielfach politisch gemobbte (weil angeblich konservative) Internetportal „Achse des Guten“ über irritierende Schriftzeichen des Bundesfamilienministeriums. Die höchstselbst regierungsamtliche Antwort verweist auf „Menschen mit Lernschwierigkeiten und Leseschwächen…“.

UBA, Twitter, 21. Februar


Dieser Exkurs ließe sich beliebig fortsetzen und irgendwann keimt auch in dem wohlmeinendsten Leser die Frage auf, ob bürgerliche FakeNews vielleicht nicht Ursache, sondern Auswirkung regierungsamtlicher Desinformation sind. Außerdem nähren diese Administrationen die Frage, auf welcher Seite des Regierungstisches da wirklich „Menschen mit Lernschwierigkeiten und Leseschwächen“ sitzen.

Das Resümee ist bei alledem schlicht. Die Regierung und ihre Administrationen haben erkannt, dass es einen Hauptfeind gibt, den es in Schach zu halten gilt: den Bürger, vor allem den mündigen. Mit dem Urteil gegen den Journalisten und Autor Michael Miersch ist jetzt Tür und Tor geöffnet, um missliebige Geister durch amtliche Pamphlets zu diffamieren und zu schädigen. In der politischen Riege sind es teilweise dieselben, die #FreeDeniz zur Befreiung des WELT-Korrespondenten Deniz Yükcel fordern, und gleichzeitig die Niederschlagung jeglicher Manöverkritik an der ideologischen Klima- und Energiewendepolitik. Das Magdeburger Urteil ist ein Pyrrhussieg für die politischen Administratoren. Die Wehrhaftigkeit gegen jegliche politisch gesteuerte Indoktrination wird sich durchsetzen.

© Jörg Rehmann – All rights reserved

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Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.

Und der Ertrag all dieser Verwüstungen? Es brauchte die gesamte Fläche des Saarlandes, um gerade einmal 20 % unseres Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Dabei gäbe es einfachere Mittel, eine Energiewende zu verwirklichen: Allein die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 8 % könnte alle derzeit aktiven Windräder überflüssig machen. Ein überfälliges Debattenbuch!

Autoren sind u.a. Georg Etscheit, Martin Flade, Erich Gassner, Gottfried Knapp, Hans Kratzer, Johannes Müller-Franken, Enoch zu Guttenberg, Harry Neumann, Werner Nohl, Niko Paech, Jörg Rehmann, Kunibert Wachten, Hubert Weinzierl, Nikolai Ziegler.

Georg Etscheit ist Beirat im VLAB. http://www.landschaft-artenschutz.de/

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Strom

Der deutsche Strom war im Jahr 2016 fast zehnmal schmutziger als Frankreichs

Der deutsche Strom war nach einer neuen Analyse des Umweltprogresses (EP) fast zehnmal schmutziger als Frankreichs im Jahr 2016. Environmental Progress (EP) bezeichnet sich als eine Forschungs- und Politikorganisation. Sie ist eine kanadische Graswurzel-Bewegung, die nach eigenen Angaben “für saubere Energie- und Energiegerechtigkeit kämpft, um Natur und Wohlstand für alle zu erreichen”.

Schmutziger Strom in Deutschland, im Musterland der Erneuerbaren Energien

Environmental Progress stellt fest: “Im Jahr 2016 erzeugte Deutschland 545 Terawattstunden (TWh) Strom mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 560 Gramm Kohlendioxid pro kWh. Im Gegensatz dazu erzeugte Frankreich 530 TWh Strom mit einem durchschnittlichen Anteil von ca. 58 Gramm Kohlendioxid pro kWh. Bei den Kohlendioxidemissionen aus der Elektrizität bedeutet dies, dass Deutschland fast genau zehnmal so viel wie Frankreich – über 300 Millionen metrische Tonnen – ausstößt.”

Als Quelle der Analyse gibt EP die deutschen Stundensatzdaten des Fraunhofer ISE und der RTE-France am 6. Februar 2017 an. Deutschlands Gesamtemissionen seien im Jahr 2016 gestiegen, als das Land seine Kernkraftwerke geschlossen und durch Kohle und Erdgas ersetzt habe. Die Emissionen in Deutschland hätten sich verringert, wenn kein Kernkraftwerk abgeschaltet worden wäre.

Die neue Sonnen- und Windenergie habe die verlorene Kernenergie nicht ausgleichen können. EP weist darauf hin, dass darüber hinaus der Anteil des Solar- und Windstroms 2016 im Vergleich zu 2015 trotz neuer und umfangreicher Kapazitätserweiterungen gesunken sei.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD):
“Der globale Siegeszug der Erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam”

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat eine eigene Sicht der Dinge. Die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) teilte am 25.1.2017 auf ihrer Facebookseite den Lesern mit: “Der globale Siegeszug der Erneuerbaren Energien ist unaufhaltsam – jetzt geht es vor allem darum, dass Deutschland seine Spitzenposition nicht aufs Spiel setzt, sondern den Umbau der Energieversorgung konsequent vorantreibt und gleichzeitig sozialverträglich gestaltet. Und genau das wollen wir mit dem Klimaschutzplan 2050 erreichen: Er zeigt die Grundzüge für einen wirtschaftlich erfolgreichen Übergang zu einer modernen und weitgehend treibhausgasneutralen Gesellschaft bis Mitte dieses Jahrhunderts auf!”
Ihre vollständige Rede auf der der Jahrestagung des Handelsblatt zur Energiewirtschaft kann nachgelesen werden: www.bmub.bund.de/N53940

Greenpeace verteidigt das Pariser Klimaabkommen

US-Präsident Donald Trump drohe, das Pariser Klimaabkommen zu kündigen. Greenpeace ist empört. “Was heißt das für den Kampf gegen die globale Klimaüberhitzung”?, fragt die Nichtregierungsorganisation. Deren Mitgründer Patrick Moore hat bereits vor vielen Jahren Greenpeace verlassen. Sein Hauptgrund war der Wandel der Organisation von einer wissenschaftlich-analytischen zu einem politischen Lobbyverband. Greenpeace verweigert den Blick auf die Realität. Er wäre sicher geschäftsschädigend für die Spendeneinnahmen und für Greenpeace Energy, unter dessen Namen in Deutschland acht Windparks betrieben  werden.

 

Quellen:

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Arbeitsplatzkiller Elektroauto

Aufhalten lässt sich der Wandel hin zur Elektromobilität nach Einschätzung von Stefan Wolf, Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, nicht mehr.

Im September 2016 arbeiteten in der Automobilzulieferindustrie insgesamt 305.000 Menschen, laut Zahlen des Verbandes der Automobilindustrie. Viele dieser Arbeitsplätze stehen zur Disposition. Bei ElringKlinger, einer der größten Autozulieferer und Weltmarktführer im Segment Zylinderkopfdichtungen, hingen 95 Prozent der Arbeitsplätze vom Verbrennungsmotor ab, das seien 8.000 von 8.500 Mitarbeitern, sagt Wolf.

Aber das Unternehmen stellt sich wie die meisten anderen auf die politischen Vorgaben ein. „Die Hersteller haben nun einen ziemlich geordneten Blick, nachdem anfangs eine hohe Dynamik vorhanden war“, zitiert das Handelsblatt Stefan Wolf. „Sie haben nun klare Strategien in Bezug auf Elektrofahrzeuge, wann welche in den Markt kommen sollen.“ Eine klare Strategie in Bezug auf Elektrofahrzeuge die Deutschland zugute kommen wird? Das ist allerdings schwer vorstellbar.

Die Hersteller müssten stattdessen ein Batteriemodul entwerfen, das sich absetzt – zum Beispiel, indem es eine Reichweite von 700 Kilometern habe. „Sie differenzieren sich derzeit auch über den Motor“, so Wolf. „Wenn sie dieses Merkmal verlieren, ist das Auto schnell beliebig.“

Der Verlust der Arbeitsplätze wird nicht durch andere Industriearbeitsplätze kompensiert werden können, die Energiewende treibt die Deindrustrialisierung voran. Die Strompreise, die zweithöchsten in Europa, werden weiter steigen, und eine Wunderbatterie zu erschwinglichen Preisen ist nicht in Sicht. Und selbst wenn der große Wurf gelingen sollte, dann wird der aus Wind- und Solarkraft gewonnene Strom nur für eine geringe Anzahl an Elektrofahrzeugen ausreichen, wenn überhaupt. Fred F. Mueller hat Illusionen über Elektromobilität unter der ironischen Überschrift “Das deutsche Energiewende-Wunder: Elektromobilität ganz ohne Strom” entmystifiziert. Der Strom aus Erneuerbaren Energien reicht nicht für alle.

ElringKlinger hat die Konkurrenz aus Asien natürlich im Blick. Das Dettinger Unternehmen ist bereits seit 1993 in China aktiv. Am 06.06.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in Suzhou ein. Während man in den ersten Jahren in China ausschließlich Zylinderkopf- und Spezialdichtungen produzierte, wird heute das komplette Produktprogramm hergestellt. Am 18.11.2016 weihte der Automobilzulieferer ein neues Werk in der Türkei ein.

Das Ziel der Grünen, den Verbrennungsmotor ab 2030 zu verbieten, hält der Firmenchef für unrealistisch, sagte er dem Handelsblatt. Die Frage ist nur, ob auch die Grünen, die gemeinsam mit der SPD und der Linken zurzeit ein mögliches Bündnis ausloten, das ebenfalls wissen.

 


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Eine Anti-Windkraft-Demo am 01.12.2016 – zum 70. Geburtstag Hessens

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Hessen bereitet sich seit einigen Monaten mit zahlreichen Veranstaltungen auf seinen 70. Geburtstag vor. Am Donnerstag, den 1. Dezember 2016, endet die Veranstaltungsreihe mit einer Geburtstagsparty und einem Feuerwerk in Wiesbaden. Der Festakt im Staatstheater Wiesbaden hat eine besondere Symbolik, weil in dessen Räumen Hessens Geschichte geschrieben und maßgeblich beeinflusst wurde. Das Theater war 1946 Tagungsort des Beratenden Landesausschusses, der die Weichen für den demokratischen Aufbau des neuen Bundeslandes stellte. Zur Erinnerung daran, dass es Bürgerpolitik nur mit dem Willen der Bürger und nicht gegen sie geben kann, findet vor dieser historischen Kulisse am 1. Dezember 2016 eine Demo hessischer Bürgerinitiativen statt, die gegen die Zerstörung der hessischen Landschaft durch Windkraftindustrieanlagen protestieren werden.

Bis zur Geburtstagsparty am 1. Dezember wird nach dem Willen der Landesregierung im Jubiläumsjahr 2016 auf mehr als 150 Veranstaltungen gezeigt worden sein, “was das Land und seine Menschen ausmacht.” Zu den gravierendsten Veränderungen, die in Hessen zurzeit stattfinden, gehört der Ausbau von Windkraftanlagen. Den hält die Landesregierung Hessens für notwendig, um bis 2050 die Energie Bundeslandes zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen beziehen zu können, zeigt sich aber gegenüber Einwänden taub.

Um auf die drohende Zerstörung der Lebensgrundlagen aufmerksam zu machen, werden Mitglieder aus über 100 hessischen Bürgerinitiativen am Donnerstag, den 1. Dezember 2016, mit einer Kundgebung bei den Abschlussfeierlichkeiten dabei sein. Der hessischen Landesregierung soll unmissverständlich vermittelt werden, dass die Bürger mit der planlosen Ausrichtung der Energie- und Umweltpolitik der Bundes- und der hessischen Landesregierung nicht einverstanden sind.

Dem Windkraftausbau in Schwachwindgebieten haben die Bürgerinitiativen wichtige Argumente entgegen zu setzen. Sie halten ihn für sinnlos, Subventionen würden missbraucht und Steuergelder (EEG-Umlage) verschwendet, Wald-, Feucht-, Naturschutz und Wasserschutzgebiete zerstört, sagen sie. Es gebe keinen plausiblen Grund, die Gesundheit der Bevölkerung durch Infraschall und optische Bedrängung zu gefährden, den Werteverfall von Grund, Boden und Eigentum, die Zerstörung von Naherholungsgebieten in naturnahen Landschaften und die willkürlich festgelegten Abstände hinzunehmen. Die Demonstration richtet sich auch “gegen die bewusste Täuschung der Bürger und gegen Desinformation.”

Den hessischen Bürgerinitiativen geht es um mehr, als um die fragwürdige Methode, mögliche Einnahmen für die Kommunen zu generieren. Sie wollen der hessischen Landesregierung am 1. Dezember zeigen, was sie unter Verantwortungsbewusstsein verstehen. Anstatt auf unsichere Geldeinnahmen zu spekulieren, verteidigen sie den Erhalt ihrer Lebensgrundlage. Eine “intelligente Energiewende” lehnen sie nicht ab, sofern sie nicht das zerstört, was sie und die nächsten Generationen zum Leben brauchen: „Lebensräume für Mensch und Natur“.

 

Einen Hauch von Selbstkritik zeigt die hessische Landesregierung – ohne Konsequenzen

Beim Beteiligungsverfahren 2014 waren allein beim Regierungspräsidium Darmstadt 30.000 Stellungnahmen eingegangen. Der Ministerpräsident Hessens, Volker Bouffier, hatte sich davon nicht beeindrucken lassen. Im Interview mit dem Darmstädter Echo (Ausgabe vom 24. Juni 2014) kommentierte er die Flut an Stellungnahmen zur Windkraft mit den Worten: “Wenn Sie große Vorhaben planen, haben Sie häufig tausende von Einwendungen.” Er spielte die Bedeutung der Proteste nicht nur herunter, sondern stellte die Einwendungen als gewollt dar: “… es entspricht genau dem, was wir wollten: eine frühzeitige und ausführliche Bürgerbeteiligung, um dann in einem offenen und transparenten Prozess zu entscheiden.” Für die Bürger ist aber nicht entscheidend, dass sie ihrem Ärger Luft machen dürfen, sondern dass das Ergebnis stimmt oder, wie Volker Bouffier über Windkraftanlagen bemerkte: “Das Entscheidende ist für mich nicht die Anzahl, sondern welche Leistung erzielt wird.”

Ginge es tatsächlich nach der Leistung, würde vermutlich keine einzige Windkraftindustrieanlage gebaut. Aber es existiert ein politischer Beschluss auf Bundesebene, zu dem den meisten Landes- und Kommunalpolitiker nichts besseres einfällt, als Gesprächskreise anzubieten und zu versuchen, wie Volker Bouffier sagt, “einen Konsens zu finden”. Zur Unterstützung bietet die Landesregierung den betroffenen Kommunen Beratung und Mediation an. Das Ergebnisses des Konsenses steht allerdings von vornherein fest (Energie zu 100 Prozent aus “erneuerbaren” Quellen bis 2050, dafür stehen zwei Prozent der Landesfläche zur Verfügung). Die Protestspitzen sollen geglättet werden, aber der Ausbau soll weiter voranschreiten, dann eben an einem anderen, weniger umstrittenen Ort.

Der Ministerpräsident Hessens räumte ein, dass Interessengegensätze häufig entstünden, wenn die Gemeinden hofften, mit Windkraftanlagen Geld zu verdienen. Er sieht hier ein generelles Problem: “Die Gemeinden hoffen, Geld zu verdienen. Da bin ich ohnehin schon vorsichtig. Wenn die Förderkulisse sich ändert, ist das vielleicht auch weg.” Die wirtschaftliche Katastrophe droht allerdings nicht nur bei einer Änderung der “Förderkulisse”, sondern auch bei geringerem Windaufkommen als vorausgesagt und anderen finanziellen Risiken, die tabuisiert werden. Die technisch und kaufmännisch meist unerfahrenen Mitglieder von Gemeinderäten sind dem Druck großer Investoren meist hilflos ausgeliefert.

Volker Bouffier sieht auch, dass Windkraftanlagen zu Streitigkeiten zwischen den Kommunen führen: “Sie bauen die Windräder dann vorzugsweise hinter den Hügeln vor dem Wohngebiet der Nachbargemeinde. Da frage ich immer: Warum tut ihr euch nicht zusammen? Wenn die Erträge auch in die Nachbargemeinde kommen, ist die Diskussion vielleicht schon ein bisschen anders.” Welche Erträge? Die Erträge, die der Ministerpräsident selbst in Zweifel gezogen hat? Es ist sicher, dass es in Zukunft für viele Kommunen keine Erträge geben wird und sie sich durch unsinnige Energieprojekte immer weiter verschulden werden oder verwahrlosen. Sicher ist jedoch: Das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) hat Zwietracht zwischen vielen Kommunen gesät und Erfolg oder Misserfolg vom Wind abhängig gemacht.

 

Der Kampf um die Zukunft

Den hessischen Bürgerinitiativen geht es um den Erhalt der Lebensgrundlagen für alle Menschen, um die Heimat und Zukunft der Kinder und Kindeskinder, die sie bedroht sehen. Durch Mediation kann diese Bedrohung auch nicht hinweg geredet werden, weil Windkraftanlagen sehr häufig bewirken, was ein großer Teil der Bevölkerung befürchtet: Die Zerstörung ihrer Lebensgrundlagen. Gilt dies als ein besonders schweres Verbrechen? Sollten die Lebensgrundlagen leichtfertig in Gefahr gebracht werden, sagen die Bürgerinitiativen, frei nach Berthold Brecht, müssten: „WIR eines Tages nicht nur die Worte und Taten der Politiker bereuen, sondern auch das furchtbare Schweigen der Mehrheit.“

Deutlicher wird die hessische Landesverfassung. Schwarz auf weiß steht in Artikel 21:  Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, kann er “bei besonders schweren Verbrechen (…) zum Tode verurteilt werden”. Die Todesstrafe ist in Deutschland seit Jahrzehnten abgeschafft, Bayern hat sie per Volksentscheid 1998 aus dem Gesetzestext gestrichen, in Hessen ist bislang kein Volksentscheid geplant. In Hessen existiert diese Art der Strafmaßnahme noch.

Im Unterschied zu Bundes- und Landespolitikern können Kommunalpolitiker persönlich angeklagt und belangt werden. Aber um ihr Leben müssen sie nicht fürchten, denn kein hessischer Richter kann sich auf Artikel 21 berufen, weil das Grundgesetz die Todesstrafe längst abgeschafft hat.


Folgender Ablauf der Kundgebung ist vorgesehen:

10:45 Treffpunkt auf dem Kaiser-Friedrich-Platz gegenüber vom hessischen Staatstheater
11:00 Start der Kundgebung mit verschiedenen Sprechern
Ca. 13:00 Ende der Kundgebung (Luftballons aufsteigen lassen!)

…nach Abschluss der Kundgebung ist der Besuch des Weihnachtsmarktes auf dem Schlossplatz möglich.

Alle weiteren Informationen über Anfahrt, Parkmöglichkeiten, Kontaktadressen usw. gibt es
HIER: Einladung zur Demo

 

Die Zeichnungen comic-hessenland stammen von Daniel Niedick, www.dn-grafik.de
demo_011216

 


Ruhrkultour Leseempfehlung:

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Erst ab November im Buchhandel!

Die Energiewende soll unser Klima retten – doch sie zerstört die Natur und die letzten halbwegs unberührten Landschaften. Flächendeckend wird das Land mit Windrädern vollgestellt, Vögel und Fledermäuse verenden elendiglich in den Rotoren der riesigen Windkraftwerke. Mais und Raps, großflächig als Energiepflanzen angebaut, laugen die Böden aus und zerstören die Brutstätten ohnehin gefährdeter Vogelarten.
Und der Ertrag all dieser Verwüstungen? Es bräuchte die gesamte Fläche des Saarlandes, um gerade einmal 20 % unseres Stroms durch Windkraft zu erzeugen. Dabei gäbe es einfachere Mittel, eine Energiewende zu verwirklichen: Allein die Reduktion des Kraftstoffverbrauchs im Verkehr um 8 % könnte alle derzeit aktiven Windräder überflüssig machen. Ein überfälliges Debattenbuch!

 

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Landschaftsschutz gehört zum “öffentlichen Interesse” – Urteil des VG Koblenz vom 14.07.016

Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Koblenz zum Landschaftsschutz vom 14. Juli 2016 könnte ein Meilenstein zum Erhalt von Natur- und Kulturlandschaften sein. Dies sei der Tatsache zu verdanken, dass ein Gericht den Mut gehabt habe, dem Dammbruch einen Riegel vorzuschieben, indem es die Baugenehmigung für zwei Windenergieanlagen durch die Genehmigungsbehörde in einem Landschaftsschutzgebiet nahe der Mosel bei Cochem verweigert hat. Darüber berichtet die Internetseite www.windwahn.de

Das VG Koblenz hat die Genehmigung für zwei Windenergieanlagen in Kail wegen Beeinträchtigung der Reichsburg Cochem und der Burg Coraidelstein in Klotten versagt.

Nach Auffassung des Verwaltungsgerichts sind die Windkraftanlagen nicht genehmigungsfähig, da planungsrechtliche Vorschriften entgegenstehen. Sie stehen nicht im Einklang mit den Zielen der Raumordnung, die festgelegt habe, “dominierende landschaftsprägende Gesamtanlagen mit erheblicher Fernwirkung vor optischen Beeinträchtigungen zu bewahren.” Mit der Aufstellung der beiden Windräder entstünden “neue Dominanzpunkte in der Landschaft”.

In der Pressemitteilung des VG Koblenz v. 29.07.2016 heißt es: “Von bedeutsamen Blickpunkten aus seien die Rotoren der beiden Windenergieanlagen über der Hangkante zu sehen und wirkten in den Hangbereich hinein. Dies bedeute eine für die Landschaft in ihrem bisherigen Bestand neue und fremdartige technische Überformung, die gleichsam von oben nach unten in den Hang hineinwirke und die Sichtbeziehung auf die Burgen und deren Umgebung störe. Die in exponierter Solitärlage errichteten Burgen seien nur noch gemeinsam mit den Windenergieanlagen wahrnehmbar. Durch deren Dominanz verlören die Burgen ihre visuelle Anziehungskraft, die bei drehenden Rotoren noch mehr zurücktrete. Zugleich verändere sich die Maßstäblichkeit der Landschaft und der Burgen, die gegenüber den Windenergieanlagen als technischen Bauwerken zurückträten, während sie ursprünglich die Großbauten in der Landschaft darstellten.”

Das Gericht habe wegen der grundsätzlichen Bedeutung des Rechtsstreits die Berufung zum OVG Koblenz zugelassen.

Quellen:

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EnBW: “Versorgungssicherheit und Klimaschutz” – nur durch Kernkraftwerke?

Energie Baden-Württemberg (EnBW),  landeseigener Energiekonzern, plant zwei 230 Meter hohe Windkraftanlagen in Adelberg, ein Gebiet östlich von Stuttgart, das von Rotmilanen bewohnt wird. Sie könnten sterben, gibt EnBW in einem Antrag an das Regierungspräsidium Stuttgart zu. Der Antrag liegt der “Welt am Sonntag” vor. Aus ihm geht hervor, dass EnBW den Tot der Rotmilane für die Energiewende und das Geschäft mit der Windkraft in Kauf nehmen wolle.

Wenn das Schule mache, könnte das den Ausverkauf des Naturschutzes in Deutschland und des europäischen Artenschutzes zugunsten der Windindustrie einleiten, befürchten Naturschützer und Vogelkundler, wie zum Beispiel Harry Neumann, Wolfgang Epple und Fritz Vahrenholt. Sie warnen vor einen Präzedenzfall.

Im Windwahn: EnBW beantragt “Lizenz zum Töten”

EnBW Energie Baden-Württemberg AG, ein Energieversorgungsunternehmen, das mehrheitlich dem grün-rot regierten Land Baden-Württemberg und den Oberschwäbischen Elektrizitätswerken – einem kommunalen Zweckverband – gehört, “will Lizenz zum Töten” von Rotmilanen, die Bauplänen für Windkraftanlagen im Wege sind. So oder ähnlich wie die Überschrift in der Bild lauten die Titel in verschiedenen Tageszeitungen.

Der “Welt am Sonntag” liegt ein Antrag von EnBW an das Regierungspräsidium Stuttgart vor, in dem EnBW selbst einräume, dass die Windkraftanlagen möglicherweise in einem “regelmäßig frequentierten Flugkorridor” von zwei Rotmilan-Brutpaaren stünden. Ein “signifikant erhöhtes Tötungsrisiko” lasse sich “nicht gänzlich ausschließen”. EnBW fordere deshalb das Regierungspräsidium auf, für Adelberg das gesetzlich verankerte Tötungsverbot für den Rotmilan aufzuheben – weil das “öffentliche Interesse” überwiege. Als öffentliches Interesse habe EnBW Arbeitsplatzsicherheit, Netzstabilität und Versorgungslücken durch die Abschaltung der Atomkraftwerke Philippsburg und Neckarwestheim angeführt, berichtet die “Welt am Sonntag”.

Eine Versorgungslücke hätte weder in Baden-Württemberg noch in einem anderen Bundesland entstehen müssen, sie wurde durch einen Beschluss der Bundesregierung absichtlich herbeigeführt. Dafür hat EnBW selbst den besten Beweis.

EnBW hat die Alternative: Kernkraftwerke

Auf seiner Homepage hebt EnBW auch heute noch die Vorteile der Kernenergie hervor. Zur “Versorgungssicherheit und Klimaschutz” sagt EnBW:

EnBW, 22.08.2016

EnBW, 22.08.2016

Es geht um nur zwei Kernkraftwerke, die zu bezahlbaren Preisen zuverlässig, Tag und Nacht, ein Drittel des gesamten Stromverbrauchs in Baden-Württemberg abdecken können und noch viele Jahre laufen könnten. Die Frage, ob sich Arten- und Klimaschutz miteinander vereinbaren lassen, stellt sich bei Kernkraftwerken nicht. Das Problem ist durch die Nutzung der Kernenergie gelöst.

Aber es stellt sich die Frage, wem wir die Abkehr von dieser vernünftigsten aller Möglichkeiten zur Stromerzeugung zu verdanken haben? Die Verantwortlichen der EnBW-Homepage betonen den Vorteil der Kernenergie, obwohl EnBW an anderer Stelle seine absicht bekundet, in den kommenden Jahren weitere Milliardensummen in den „Maschinenraum der Energiewende“ zu investieren und den Ausbau der erneuerbaren Energien zu forcieren. Der Unterschied zwischen Sinn und Wahnsinn wird in diesen Sätzen der EnBW deutlich:

EnBW 22.08.2016

EnBW 22.08.2016

Diktat der Politik

Foto: EnBW

Foto: EnBW

EnBW gehört wir zu den größten Energieversorgungsunternehmen in Deutschland und in Europa. Der Energieversorger steht, wie auch RWE, Eon und Vattenfall, unter dem Diktat der Politik. Es sieht vor, die zuverlässige, erprobte und kostengünstige Energieversorgung durch ein angeblich besseres System zu ersetzen. Beweise dafür gibt es nicht. Eines der wesentlichen Werbeversprechen der Politik ist die “dezentrale und selbstverantwortete Energieversorgung”. Ein Slogan, den auch EnBW wiederholt, aber wie sieht die Realität aus?

Kann man die Energieversorgung von über 5 Millionen Bürgern und Unternehmen als dezentral bezeichnen? EnBW ist über Stromnetze mit sämtlichen Energieerzeugern in Baden-Württemberg, Deutschland und Europa verbunden, und kann sich, wie jedes andere Bundesland und jedes andere Dorf nicht durch Windräder vor einem Blackout schützen, wenn die Stromnetze, entweder in einem Krieg, der zurzeit herbeigeredet wird, oder durch den Zufallsstrom der Windindustrieanlagen, ein realistisches Szenario, zerstört werden sollten. Es gibt keine dezentrale Energieversorgung, sofern die zu versorgenden Einheiten (Bauernhöfe, Dörfer, Städte) nicht komplett autark sind, das heißt von den überregionalen Stromnetzen dauerhaft und endgültig abgeschnitten sind. Das Unternehmen EnBW zollt einem unsinnigen Gesetz Gehorsam, will den Ausbau der erneuerbaren Energien forcieren, und zerstört mit dem Verzicht auf Kernkraft ein Stromversorgungssystem in Deutschland, das allen anderen Formen der Stromerzeugung überlegen und weltweit, auch in Fragen der Vereinbarkeit von Arten- und Klimaschutz, vorbildlich war.

Rotmilan – Der NABU und der Vogelschutz

Der NABU Hessen wählte den Rotmilan im Jahr 2000 zum “Vogel des Jahres” und bestätigte seine “außergewöhnlich hohe Verantwortung”. Der Weltbestand betrage maximal 25.000 Paare, davon lebe mehr als die Hälfte in Deutschland. Sein Bestand habe gebietsweise deutlich abgenommen. Der Rotmilan sei besonders durch Intensivlandwirtschaft gefährdet, hier vor allem durch die vermehrte Anwendung von Pestiziden, besonders Rodentiziden (Rückgang an Nagetieren, aber auch direkte Vergiftungen). “Es hat sich außerdem gezeigt, dass er sehr viel häufiger als andere (Greif-)vögel an Windkraftanlagen verunglückt, in deren Nähe er offenbar bevorzugt nach Beutetieren sucht.” Der Rotmilan wurde 2002 in die Vorwarnliste der neuen Rote Liste gefährdeter Brutvögel in Deutschland aufgenommen.

Unternehmen wie EnBW müssen sich Gesetzen beugen, wenn sie den rechtzeitigen Widerstand zur  Verhinderung eines unsinnigen Gesetzes verpasst haben. Dieses Problem haben Naturschutzorganisationen nicht. Sie stehen für den Schutz der Natur und nicht der Industrie ein. NGOs bekämpfen Recht und Gesetze mit allen legalen Mitteln, in der Anti-Atomkraftbewegung und bei Besetzungen von Braunkohle-Tagebauten auch mit illegalen, weil für sie das eigene Ziel Priorität hat. Das unterschied bisher NGOs von Industrielobbyisten.

hendricksNGOs sind aber in die Ministerien vorgerückt und betreiben Bundespolitik. Die Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit dankt ihnen dafür.

Die Führungsspitzen der großen Naturschutzverbände wie BUND und NABU und auch andere NGOs haben einen Pakt mit der Regierung und der Industrie geschlossen. Nicht allein mit den Energieversorgern und der Öko-Industrie, sondern mit allen Großkonzernen. Der Pakt, den sich beispielsweise der NABU Hessen ausgedacht hat, sieht einen faulen Kompromiss vor. Die naturräumlichen Lebensbedingungen von Arten wie beispielsweise dem Rotmilan könnten durch den weiteren Ausbau der Windenergienutzung nachhaltig beeinträchtigt werden, sodass “ein Konzept für die Raumgestaltung in der Umgebung von Windkraftanlagen” Schadensbegrenzung beinhalten muss, räumt der NABU Hessen ein. Aber an der Illusion von einem “einträchtigen Miteinander von Greifvögeln und Windkraftanlagen” hält er fest  – zum Wohle der Windindustrie und ihrer wenigen Profiteure, zum Nachteil der Natur, der Vögel und Menschen.

Reinhold Messner: “Alternative Energien sind sinnlos,
wenn Sie genau das zerstören, was man durch sie schützen will: Die Natur”.

Titelfoto: EnBW


Ruhrkultour Leseempfehlung:

Georg Etscheit

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VLAB – Verein für Landschaftspflege & Artenschutz in Bayern: “Der 19. September war ursprünglich vom Heyne-Verlag geplant, musste jedoch aus redaktionellen Gründen – viele Fachautoren mit komplexen Themen – auf den 24. Oktober verschoben werden. Dann erscheint das Buch, auf das wir uns schon sehr freuen.”
Georg Etscheit ist Beirat im VLAB. http://www.landschaft-artenschutz.de/

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Elektromobilität ganz ohne Strom

Wie man das Volk für dumm verkauft

Das deutsche Energiewende-Wunder: Elektromobilität ganz ohne Strom

Deutschlands Regierung hat sich im Bereich der Verkehrspolitik eindeutige Ziele gesetzt: Spätestens ab 2050 sollen im Pkw-Bereich nur noch sogenannte Nullemissions-Fahrzeuge (Zero-Emission-Vehicles, ZEV) zugelassen werden [ZEV], und auch im Nutzfahrzeugbereich will man entsprechende Anstrengungen unternehmen. Dies entspricht auch den Planungen der Regierung bezüglich des „Klimaschutzes“, in deren Rahmen die Emission angeblicher „Treibhausgase“ im gleichen Zeitrahmen um 80 bis 95 % reduziert werden soll. Damit ist das Todesurteil für nahezu die gesamte deutsche Kfz-Industrie, wie wir sie heute kennen, gesprochen, denn es gibt im Prinzip nur eine einzige ZEV-Technologie: Den Elektroantrieb.

Mit der Unterzeichnung des „Klimaschutzabkommens“ von Paris (COP 21) hat sich die Bundesregierung ehrgeizige Zeile gesetzt, was die Reduzierung von CO2-Emissionen und die damit verbundene „Dekarbonisierung“ der Volkswirtschaft angeht. Wie schwer dies fallen dürfte, kann man daran ermessen, dass es trotz zahlreicher seit Jahren massiv betriebener politischer Maßnahmen – Stichwort Energiewende – nicht gelungen ist, die deutschen CO2-Emissionen von ca. 1051 Mio. t im Jahre 1990 weiter als bis auf ca. 800 Mio. t/ Jahr zu senken. Bild 1 zeigt, dass man hier offensichtlich an eine „harte“ Grenze gestoßen ist, die sich nicht so ohne weiteres überwinden lässt. Zumindest dann nicht, wenn man sich als Regierung dem Erhalt von Arbeitsplätzen und dem Wohlstand des Volkes verpflichtet sieht.

Abb_1

Bild 1. Trotz großer politischer und finanzieller Anstrengungen erwies es sich bisher als nicht möglich, die CO2-Emissionen dauerhaft unter die Marke von ca. 800 Mio. t/ Jahr zu senken. Gelb: Zielmarke 2020, Blau: Obergrenze für 2050, Schwarz: Untere Zielmarke für 2050

Allerdings hat Deutschland eine Regierung, die diesbezüglich offensichtlich anders gestrickt ist. Mit Unterzeichnung des COP21-Abkommens hat man sich verpflichtet, die deutschen CO2-Emissionen bis 2050 auf maximal 210 Mio. t/ Jahr, möglichst sogar auf nur noch 53 Mio. t/ Jahr zu reduzieren. Jetzt gibt es in diesem Zusammenhang einen Entwurf zu einer Neuauflage der deutschen Nachhaltigkeitsstrategie, der im Herbst dieses Jahres verabschiedet werden soll [SUDE]. Das wird nur mit brutalem Zwang gehen. Beispielsweise durch weitgehende Vernichtung der deutschen Industrie, allen voran der Autobranche, an der noch 2015 rund 800.000 Jobs hingen [AUBE]. Denn die aktuellen Planungen der Regierung beweisen, dass der Stab über das Auto bereits gebrochen ist und selbst eine Umstellung auf E-Mobile diese Branche nicht mehr retten dürfte.

Abb_2

Bild 2. Diese Festlegungen laufen darauf hinaus, dass im Verkehrssektor bis auf Flugzeuge und Schiffe keine Verbrennungsmotoren mehr zulässig sein werden

Kaum Interesse an Elektroautos

Dieser Kurs dürfte selbst angesichts der bereits jetzt erkennbaren Probleme unverändert beibehalten werden. Auch hierbei zeigt sich, dass unseren Regierenden Ideologie alles und praktische Daseinsvorsorge nichts bedeutet. Wenn man den Straßenverkehr in Deutschland komplett auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umstellen will, dann sollte man als verantwortliche Regierung eigentlich auch dafür sorgen, dass hierdurch auch die Mobilitäts- und Transportbedürfnisse der Bevölkerung in gleichwertiger Weise abgedeckt werden können wie bisher. Dies ist beim derzeit verfügbaren Stand der Technik nicht der Fall.
Die Zahl der in Deutschland fahrenden reinen Elektrofahrzeuge ist mit rund 25.500 Zulassungen bis Ende 2015 [AUBI] im Vergleich zu den erklärten Zielen (1 Mio. bis 2020 und sechs Mio. bis 2030) geradezu lächerlich niedrig. Trotz intensiver Fördermaßnahmen ist die diesbezügliche Politik bisher kläglich gescheitert. Auch die ab Juli 2016 gewährte Prämie von bis zu 4000,- € beim Kauf eines E-Fahrzeugs wurde im ersten Monat lediglich 1.791 Mal abgerufen [PRAE]. Die Fahrzeuge werden in der Breite der Bevölkerung nicht angenommen, weil sie zu unpraktisch und zu teuer sind. Zu den größten Hindernissen zählen die geringen Reichweiten, die langen Ladezeiten, die geringe Batterielebensdauer und die hohen Wertverluste.

Abb_3

Bild 3. Auch massive Fördermaßnahmen konnten bisher dem E-Auto in Deutschland nicht zum Durchbruch verhelfen

Stromer-Pkw brauchen Strom…

Es gibt allerdings noch einen weiteren wichtigen Nachteil, der wegen der geringen Zahl zugelassener Elektroautos im öffentliche Bewusstsein bisher keine Rolle gespielt hat: Den Strombedarf der E-Mobile. Immerhin beträgt der aktuelle Pkw-Bestand in Deutschland rund 45 Mio. Stück [STPK], und ihre durchschnittliche Jahresfahrleistung liegt nach Erkenntnissen des Kraftfahrtbundesamtes [JAFA] bei 14.260 km. Die Frage muss daher zunächst lauten, wieviel Strom für die vollständige Elektrifizierung benötigt wird.
Hierzu gibt es zahlreiche geschönte Angaben der Hersteller. Zum Glück gibt es realistische Zahlen von unabhängiger Seite. Im Rahmen einer sehr ausführlichen Studie des Instituts für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der Technischen Universität Wien vom Oktober 2012 [OEST] wurde festgestellt, dass der durchschnittliche Energiebedarf eines typischen Elektro-Automobils mit üblichem Nutzerprofil (Stadt- und Landfahrten, 15.000 km/ Jahr) bei 25,5 kWh/ 100 km liegt. Hinzu kommen allerdings noch Lade-/ Entladeverluste von 24,7 % sowie Leitungsverluste zwischen Kraftwerk und Anschlusspunkt von knapp 6 % [VERL]. Wird dies korrekt berücksichtigt, so benötigt ein typisches E-Automobil eine Energiebereitstellung ab Kraftwerk von 36 kWh/ 100 km. Für die komplette Umstellung der deutschen Pkw-Flotte ergibt sich demnach bei Annahme ansonsten konstanter Verhältnisse ein Gesamtbedarf an elektrischer Energie ab Kraftwerk von 231 Terawattstunden (TWh) pro Jahr.

…und strombetriebene Lkw ebenso

Angesichts der klaren Regierungsvorgaben bezüglich der Reduktion von verkehrsbedingten CO2-Emissionen wäre es unrealistisch zu erwarten, dass man bei Nutzfahrzeugen etwas anderes als 100 % Strombetrieb zulassen würde. Da es in diesem Bereich kaum repräsentative Untersuchungen zum Bedarf an elektrischer Energie gibt, ist es für eine entsprechende Abschätzung am einfachsten, wenn man dabei den Umweg über die Flottenverbräuche wählt. So beziffert eine Studie der Deutschen Energieagentur für das Jahr 2010 den Energiebedarf der deutschen Pkw-Flotte mit 1.441 PJoule (PetaJoule), während Nutzfahrzeuge und Busse zusammen auf 669 PJoule kamen [DENA]. Das Verhältnis lag demnach bei 0,46/1. Bei Umstellung aller Lkw und Busse auf E-Antrieb würden diese demnach im Jahr rund 106 TWh an elektrischer Energie benötigen. Zusammen mit dem Pkw-Bereich wären für eine vollständige Elektrifizierung dieser Sektoren demnach 337 TWh/ Jahr bereitzustellen.
Selbstverständlich gelten diese Annahmen nur unter der Voraussetzung mehr oder weniger konstanter Verhältnisse. Bei Projektionen über derart lange Zeiträume sind erhebliche Veränderungen zu erwarten. Aufgrund dieser Unsicherheiten müssen die oben errechneten Relationen zwischen Pkw und Nutzfahrzeugen als reine Anhaltswerte für grobe Abschätzungen genügen. (Mathematiker vertreten in solchen Situationen häufig die Ansicht, es sei besser, ungefähr richtig als genau falsch zu kalkulieren).

Gleichzeitig soll die Stromproduktion sinken

Natürlich ergibt sich aus diesen Überlegungen als nächstes die Frage, wo dieser zusätzliche Strombedarf herkommen soll. Im Prinzip müssten bereits jetzt Planungen anlaufen, um bis zum Jahre 2050 zusätzliche Kapazitäten für die geplante „Elektrifizierung“ des Straßenverkehrs zu schaffen. Bis dahin, so die normalerweise naheliegende Schlussfolgerung, müssten ja voraussichtlich zusätzlich zum aktuellen Stromverbrauch von ca. 510-524 TWh/ Jahr [AGEB] weitere 337 TWh/ Jahr für den Verkehrssektor erzeugt werden.
Wer jedoch so denkt, gehört anscheinend zur megaveralteten Denkkategorie der „schwäbischen Hausfrau“. Stattdessen will die Bundesregierung übergeordneten Aspekten der Klima- und Planetenrettung Priorität einräumen und legt sich unter dem Motto „Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und moderner Energie“ [SUVA] auf eine massive Verringerung fest, Bild 4. Da der Verbrauch 2008 bei 524 TWh lag, dürften nach diesen Planungen im Jahre 2050 nur noch 393 TWh erzeugt werden.

Abb_4

Bild 4. Die Regierung hat sich darauf festgelegt, bis 2050 den Gesamt-Stromverbrauch von 524 TWh/ Jahr auf 393 TWh/ Jahr zu senken. Das reicht nicht einmal ansatzweise für die angeblich angestrebte Elektrifizierung des Verkehrssektors, für die allein 337 TWh/ Jahr benötigt würden.

Die wundersame Stromvermehrung

Damit geht die deutsche Regierung bezüglich des künftigen Stromverbrauchs nochmals deutlich über die Reduktionsziele einer Studie des Umweltbundesamtes aus dem Jahre 2010 mit dem Titel „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ [UMBA] hinaus. Dort war für 2050 noch von insgesamt 468,4 TWh Stromverbrauch ausgegangen worden, davon 396,7 TWh für Haushalte, Gewerbe, Dienstleistungen und Industrie sowie immerhin 71,7 TWh für den Verkehrsbereich. Selbst diese zusätzlichen 71,7 TWh für den elektrifizierten Straßenverkehr hat die Bundesregierung im jetzt vorliegenden Entwurf [SUDE], der noch im Herbst dieses Jahres verabschiedet werden soll, gestrichen. Ausweislich dieses offiziellen Dokuments scheint man davon auszugehen, dass für den 2050 nahezu vollständig auf E-Mobilität umzustellenden Verkehrssektor gar keine Stromerzeugung erforderlich sein wird. Es ist demnach völlig egal, ob es der Industrie in den nächsten Jahren gelingen wird, Wunderakkus zu entwickeln, welche eine Speicherdichte wie Benzin bieten, ewig halten und selbst an den Polen ohne Beheizung eingesetzt werden können: Wo kein Strom ist, kann auch nichts geladen werden. Helfen könnte dann nur noch ein Wunder, das selbst die aus der Bibel überlieferte wundersame Brotvermehrung Jesu weit in den Schatten stellen würde. Doch auch hier gilt der Spruch unserer höheren Pfarrerstochter: „Wir schaffen das“.

Fred F. Mueller

narrenschiff

 

Quellen:

[AGEB] Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. Auswertungstabellen zur Energiebilanz Deutschland 1990–2014 Stand August 2015. http://www.ag-energiebilanzen.de/
[AUBE] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/30703/umfrage/beschaeftigtenzahl-in-der-automobilindustrie/
[AUBI] http://www.autobild.de/artikel/kaufpraemie-fuer-elektroautos-update-8535657.html
[DENA] Verkehr. Energie. Klima. Alles Wichtige auf einen Blick. Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena). ISBN: 978-3-9813760-7-4
[EINH] http://www.ag-energiebilanzen.de/33-0-Energieeinheitenumrechner.html
[JAFA] http://www.auto-motor-und-sport.de/news/pkw-fahrleistung-in-deutschland-2013-9730895.html
[OEST] Geringer, B.; Tober, W. K.: Batterieelektrische Fahrzeuge in der Praxis. Kosten, Reichweite, Umwelt, Komfort (2. erweiterte und korrigierte Auflage). Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik, Technische Universität Wien, Oktober 2012.
[PRAE] http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/kaufpraemie-fuer-elektroautos-floppt-a-1106201.html
[STPK] http://de.statista.com/statistik/daten/studie/12131/umfrage/pkw-bestand-in-deutschland/
[SUDE] Bericht der Bundesregierung zum High-Level Political Forum on Sustainable Development 2016. 12 Juli 2016.
[UMBA] Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen. Umweltbundesamt. 2010. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/energieziel-2050
[VERL] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragungsverlust
[WIVE] https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%9Cbertragungsverlust
[ZEV] http://www.zevalliance.org/


Leseempfehlung:

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Setzt der BUND bei der Fokussierung auf den Klimawandel falsche Prioritäten?

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Der BUND setzt falsche Prioritäten

Die Schlussfolgerung, dass der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) mit seiner Fokussierung auf den Klimawandel falsche Prioritäten setzt, liegt nahe, wenn man das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie aus Australien betrachtet.

Der Klimawandel sei eine Herausforderung für Natur und Mensch, sagt der BUND: “Neben der Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen beeinträchtigt auch der Klimawandel die biologische Vielfalt.”

Es ist jedoch der BUND, der gemeinschaftlich mit den meisten anderen großen Naturschutzverbänden und vielen NGOs die Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen vorantreibt. Er fordert und fördert den massiven Ausbau von Windkraftindustrieanlagen, die das Klima retten sollen, aber zusammenhängende Waldgebiete auseinanderreißen, Menschen und Tiere aus ihrer angestammten Heimat verjagen, Vögel und Fledermäuse zu Hunderttausenden töten.

Die australische Studie nährt den Verdacht, dass es sich bei der Energiewende lediglich um den weltumspannenden, gigantischen Versuch handelt, das kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftssystem vor dem Kollaps zu bewahren und dazu dem öko-industriellen Komplex mit seinen Vorstellungen von einer neuen Gesellschaftsstruktur (NWO) an die Macht zu verhelfen. Dies würde auch die Duldung der verheerenden Auswirkungen auf die Ökologie erklären, die auf grünen Facebookseiten wie Klimaschutznetz, Deutsche Umweltstiftung oder Franz Alts Sonnenseite nicht thematisiert werden dürfen, ohne dass dies zur Löschung von Kommentaren und zum baldigen Ausschluss führt.

Australische Wissenschaftler äußern in einem Beitrag im Fachjournal “Nature” ihre Befürchtung, dass die Fokussierung auf den Klimawandel dazu führen könne, dass Prioritäten beim Artenschutz falsch gesetzt werden.

Die Gefährdungen der Artenvielfalt durch den Klimawandel steht erst an siebter Stelle

Eine neue Studie von Wissenschaftlern an der University of Queensland in Brisbane, Australien, bestätigt, dass die weltweite Artenvielfalt derzeit weniger von Klimaveränderungen als von Gefahren wie der Übernutzung von Ressourcen und der Landwirtschaft bedroht ist. Momentan stünden Gefährdungen durch den Klimawandel erst an siebter Stelle der Ursachenliste, sagen die Forscher. Sie bezogen fast 8700 Spezies in ihre Analyse ein, die auf der Roten Liste bedrohter Arten der Weltnaturschutzunion (IUCN) stehen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass 72 Prozent von ihnen durch die Übernutzung von Ressourcen bedroht sind. Diese betreffe entweder die jeweilige Art selbst oder Teile ihres Lebensraums. So seien allein mehr als 4000 Spezies durch Waldrodungen bedroht, schreiben die Forscher. An zweiter Stelle stehe die  Landwirtschaft, weil die dafür genutzten Flächen als Lebensraum verlorengingen, an dritter Stelle stehe die Urbanisierung.

Der Klimawandel könne zwar künftig eine große Gefahr für die Artenvielfalt darstellen, dringlicher sei es aber momentan, die “alten Feinde” zu bekämpfen. Dabei könne die Aufrechterhaltung einer intakten Fauna und Flora helfen, künftige Gefahren durch den Klimawandel zu entschärfen, sagen die Forscher.

Quellen:

 

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Brauchen die Alten Belehrungen von Grünschnäbeln beim Umweltschutz?

Brauchen die Alten Belehrungen von Grünschnäbeln beim Umweltschutz? Von einem Mädchen, das vielleicht noch nicht einmal das Wechselgeld heraus geben kann, ohne die elektronische Kasse zu befragen? Zum Weiterlesen bitte auf das Bild klicken > Politik und Zeitgeschehen

Foto: Politik und Zeitgeschehen

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Ließen sich “Klimaleugner” durch US-Kohleunternehmen finanzieren?

Der britische The Guardian ist begeistert. Er glaubt, endlich eine Spur gefunden zu haben, die den Erfolg der “Klimaleugner” erklärt. Das größte US-Kohleunternehmen habe Dutzende von Gruppen finanziert, die den Klimawandel in Frage stellen. Die Belege sind allerdings mehr als dürftig.

dealPeabody Energie, Amerikas größtes Bergbauunternehmen, das im April 2016 Insolvenz angemeldet hat, soll mindestens zwei Dutzend Gruppen finanziert haben, die Zweifel an den vom Menschen verursachten Klimawandel hegten und Umweltschutzbestimmungen widersprechen. Belege über Zahlungen gibt es nicht, aber die Dokumente legten angeblich nahe, sagt The Guardian, dass Peabody Dutzende von Gruppen unterstützt hat, die gemeinsam die USA und globale Maßnahmen gegen den Klimawandel behindert haben.

Im gleichen Sinn wie The Guardan vertritt auch Wikipedia die Auffassung von einer “organisierten Leugnung des Klimawandels“. Wikipedia: “Im Zuge der Insolvenz kam ans Tageslicht, dass Peabody eine wichtige Rolle bei der organisierten Leugnung des Klimawandels spielte.” Wahrscheinlich nicht unbeabsichtigt, erinnert die Formulierung an “organisierte Kriminalität”.

Die Frage nach dem Erfolg der “Klimaleugner” ist aus Sicht der Ökolobby durchaus berechtigt, denn ihre außerordentlich hohen Investitionen in PR-Maßnahmen haben offenbar nicht den gewünschten Erfolg. Dabei genießen die “Klimabefürworter” in den USA und Europa die Unterstützung nahezu sämtlicher Umweltschutzverbände. Über organisierte Kriminalität kann man sich sehr unterschiedliche Gedanken machen. Zum 50. Gründungsjubiläum des WWF hatte der WDR hinter den Kulissen des renommierten, weltweit agierenden Umweltverbandes recherchiert und in einer brisanten Dokumentation gezeigt, “wie tief sich der Verband in Interessenssphären der Wirtschaft und ihrer Milliardengewinne verstrickt hat.” Allein der World Wide Fund For Nature (WWF) verfügte 2015 für seine Kampagnen über ein Gesamtnettovermögen von 337 Millionen US-Dollar, Greenpeace Deutschland zum Beispiel über rund 60 Millionen Euro.

Was haben die “Klimaleugner” den “Klimabefürwortern” finanziell entgegenzusetzen?

Die von Peabody finanzierten Gruppen seien “kollektiv das Herz und die Seele der Klimaleugnung”, sagte Kert Davies, Gründer des Climate Investigation Center. Er hat 20 Jahre damit verbracht, die Finanzierung der “Klimaleugner” aufzuspüren. Bei Peabody habe er die umfangreichste Liste eines Unternehmens vorgefunden, die er je von einer Firma gesehen habe, “die so viele Netzknoten in der Leugnungs-Maschinerie finanziert.” Die Breite der Gruppen mit finanziellen Verbindungen zu Peabody sei außergewöhnlich. Denkfabriken, Prozessgruppen, Klimaforscher, politische Organisationen, Dutzende von Organisationen hätten Maßnahmen gegen den Klimawandel mit Hilfe der Förderung aus der Kohleindustrie blockiert “, sagt Nick Surgey, Forschungsdirektor des Center for Media and Democracy. Belege für Ihre Behauptungen können weder Davies noch Surgey vorweisen.

The Guardian nennt eine Zahlung des zweitgrößten Kohleunternehmens des Landes, Arch Coal Inc., die Anfang des Jahres im Zuge der Insolvenzanmeldung des Unternehmens bekannt wurde. Dabei geht es um die Finanzierung einer Gruppe, die eine, allerdings erfolglose, Klage gegen den Klimaforscher Michael Mann führte. Es ging um eine Spende in Höhe von $ 10.000 im Jahr 2014 an das Energy and Environment Legal Institute (E&E).

Die Wahrheit sei, sagt Eric Worrall in Watts Up With That?, dass nur sehr wenige Klimaskeptiker Fördermittel erhalten. Er habe zum Beispiel nie einen Cent für das erhalten, was er tue. “Wir tun, was wir tun, weil wir glauben, durch unsere Anstrengungen dazu beizutragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.” Er denkt, dass es gut bezahlten grünen Führungskräften von heute schwer fällt zu akzeptieren, dass die Menschen, die ihrer Klimapropaganda entgegentreten, meist Freiwillige sind.

 

Lesetipp:

huismann

 

 

 

 

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