Umweltsau

WDR, wer ist denn hier die "Umweltsau"?

Die Mädchen vom WDR Kinderchor Dortmund präsentierten am 27.12.2019 zum Jahreswechsel ein altbekanntes Lied mit neuem Text. Der Titel lautet: „Meine Oma ist ne alte Umweltsau“. Nach wenigen Stunden wurde das Video wegen massiver Proteste aus der WDR-Mediathek entfernt. Was aber einmal im Internet ist, kann nicht einfach wieder zurückgenommen werden, es kursiert. Das von Mädchen des Kinderchors Dortmund gesungene Lied hat viele Menschen erschreckt. Es ist ein weiteres Puzzlestück im Menschenbild von Menschenhassern und Volkserziehern.

„Meine Oma ist ne alte Umweltsau“

Der Text lautet wie folgt:

„Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad. Das sind tausend Liter Super jeden Monat. Meine Oma ist ne alte Umweltsau!

Meine Oma sagt: „Motorradfahren ist voll cool.“ Sie benutzt das Ding im Altersheim als Rollstuhl. Meine Oma ist ne alte Umweltsau!

Meine Oma fährt im SUV beim Arzt vor, überfährt dabei zwei Opis mit Rollator. Meine Oma ist ne alte Umweltsau!

Meine Oma brät sich jeden Tag n Kotelett, weil Discounterfleisch so gut wie gar nichts kostet. Meine Oma ist ne alte Umweltsau!

Meine Oma fliegt nicht mehr, sie ist geläutert. Stattdessen macht sie jetzt zehn Mal im Jahr ne Kreuzfahrt. Meine Oma ist doch keine Umweltsau!

We will not let you get away with this!”

„We will not let you get away with this!”

„Es gibt viel, was an diesem Video gruselig ist, zum Beispiel das konformistische Rebellentum, aber besonders hervor stechen die letzten Sekunden, wenn die Kinder drohend auf englisch in die Kamera sagen: „Wir werden Euch damit nicht davon kommen lassen!“, sagt Gerd Buurmann („Tapfer im Nirgendwo“).

„We will not let you get away with this!” – „Wir werden Euch damit nicht davon kommen lassen!“ sagte Greta Thunberg mit dosiertem Hass am 23.09.2019 auf dem Klimagipfel der Vereinten Nationen in New York.

Das Video „Greta Thunberg to World Leaders: ‚How Dare You!'“ wurde von Bloomberg Markets and Finance hochgeladen. Das sechsmal jährlich herausgegebene Magazin gehört zu Bloomberg L.P., ein von Michael Bloomberg im Jahre 1981 gegründetes Informationsdienstleistungs-, Nachrichten- und Medienunternehmen, dessen Umsatz 10 Milliarden USD beträgt. Es wendet sich an globale Finanzprofis und veröffentlicht Artikel über Menschen und Themen im Zusammenhang mit den globalen Finanzmärkten. Der Demokrat Michael Bloomberg hat am 24.11.2019 angekündigt, dass er gegen Donald Trump zur Präsidentschaftswahl antreten werde.

Greta Thunberg to World Leaders: „How Dare You!“

Die Greta-Rede gefiel 7.686 mal, 13.123 mal gefiel sie nicht.

Der Kinderkreuzzug richtet sich nicht gegen Erwachsene im Allgemeinen, sondern gegen bestimmte Erwachsene und auch, worüber die Medien allerdings nicht sprechen, auch gegen bestimmte Gleichaltrige, die sich der Botschaft von der bevorstehenden Klimakatastrophe nicht unterordnen.

Der Kinderkreuzzug wurde von Erwachsenen geschrieben, inszeniert und produziert – und vom Dortmunder Kinderchor des WDR gesungen. „Erwachsene Menschen haben Kinder benutzt, um eine politische Botschaft zu produzieren, die von staatlich eingetriebenen Beiträgen finanziert wurde“, sagt Gerd Buurmann. Er fügt hinzu: „Mir fehlen die Worte.“

WDR Kinderchor Dortmund

Der WDR berichtet, das sich der WDR Kinderchor in der Saison 2017/2018 erstmals dem Publikum vorstellte. Die 9- bis 13-jährigen Kinder und Jugendlichen aus dem gesamten Ruhrgebiet stehen unter der Leitung von Željo Davutović. Zusammen mit der Chorakademie des WDR Rundfunkchores e. V., die sich um Berufsanfänger im Fach Chorgesang kümmert, entstehe hier ein Ausbildungskonzept von „klein auf“. Die 2002 gegründete Chorakademie Dortmund ist inzwischen die größte Singschule in Europa.

Das Ausbildungskonzept ist durch den Kinderchor jetzt ins Zwielicht geraten. Im Oktober 2019 flog der Kinderchor nach Südkorea. Der WDR jubelte: „Für ein paar Tage waren sie der Dauerbrenner im südkoreanischen Fernsehen“. Nachhaltig im Sinne des Klimaschutzes war der Flug nach Südkorea sicher nicht.

Gefördert wurde die Konzertreise durch Südkorea von der Wilo-Foundation, die auf ihr langjähriges finanzielles Förderengagement der Kinderchöre der Chorakademie Dortmund verweist.

Die Dortmunder Wilo-Foundation ist Mehrheitsgesellschafterin der WILO SE, eines international tätigen Pumpen- und Pumpensystemherstellers. Das Unternehmen umfasst heute über 60 Tochtergesellschaften und Vertriebsniederlassungen und beschäftigt über 7.000 Mitarbeiter weltweit. Umsatz 2018: 1,464 Milliarden EUR.

Generationenhetze mit öffentlichem Geld

Zwar ist das Video von der WDR Mediathek nicht mehr online, aber die Diskussion darüber, dass zwangsweise eingetriebene Gebühren von Steuerzahlern dazu benutzt werden, Hörer zu indoktrinieren, nimmt weiter Fahrt auf. Dazu ein Kommentar zum Video des Kinderchors:

  • Mar Cla: „Der staatliche Rundfunk hat das ja mittlerweile gelöscht! Diese Indoktrinierung von Kindern für ideologische und zerstörerische Ideologien kennt man sonst nur von Nazis und der DDR. Diese Propaganda ist allerdings Zwangsgebühren finanziert durch einen angeblich politisch neutralen ÖRF. Dieser ist mittlerweile zu einem linksideologischen, parteidiktatorischen durch Zwanggebühren aufgeblasenen antideutschen Staatsfunk verkommen. Keinen Pfennig mehr für diese erbärmliche linke Staatpropaganda verbreitenden Sender!!“

Der WDR erklärte via Facebook, dass „die Mutmaßung, WDR 2 hätte die Kinder des Chores instrumentalisiert, für die Redaktion unerträglich ist.“

Boris Reitschuster kommentiert das Lied des Kinderchores auf seinem Blog mit folgenden Worten: „Dass öffentlich-rechtliche Sender ältere Menschen verhöhnen (wofür die selbst noch per Gebühren bezahlen müssen), könnte man als Satire abhaken – wenn es nicht tiefere Probleme unserer Gesellschaft mit Älteren offenbaren würde. Wäre in unserer Gesellschaft alles zum Besten im Umgang mit älteren – man könnte es als Scherz abtun und nicht allzu wichtig nehmen. Aber es ist symptomatisch – wie der tweet er FFF-Bewegung mit dem „nicht mehr erleben zeigt“, sagt Reitschuster. Vor diesem Hintergrund wirke das Lied auf ihn „weniger als Satire, denn als Indoktrination von Kindern, und darauf, ihnen den Respekt vor älteren Menschen zu nehmen. Und über die Gebühren müssen sie das auch noch selbst bezahlen.“

Die Bösartigkeit dieser Satire fällt Reitschuster vor allem deshalb auf, „weil die gleiche öffentlich-rechtliche Humorproduktion die Hohepriester des linksgrünen Zeitgeistes in und außerhalb der Regierung eher mit Samtschuhen anfasst.“

„Die sind doch eh bald nicht mehr dabei“

Wenige Tage vor der Präsentation des WDR Kinderchores war Fridays for Future Germany wegen eines generationenfeindlichen Tweets in die Kritik geraten. Die Jung-Aktivisten haben den Tweet nicht gelöscht. Darin sprechen den Großeltern, denen sie ihr Leben und das Aufwachsen im Luxus verdanken, das Recht auf freie Meinungsäußerung und Teilnahme am demokratischen Leben ab.

Wenige Stunden nach Veröffentlichung des Tweets entschuldigten sich die angehenden Monster: „Wir möchten uns aufrichtig bei allen entschuldigen, die sich durch unseren satirisch gemeinten Tweet heute Morgen verletzt gefühlt haben. Auch die tolle Unterstützung unzähliger Großeltern wollen wir nicht geringschätzen.“

Als Satire geht der Generationenhass nicht mehr durch. Die Antworten auf die Entschuldigung zeigen, dass die Bewegung Fridays for Future an Glaubwürdigkeit eingebüßt hat. Dazu einige Beispiele:

  • Marco: „Niemand glaubt euch die im Nachhinein panisch zusammengereimte Story von der „Satire“. Der Tweet steht immer noch, trotz „Entschuldigung“. So fischt man weiter auf beiden Seiten die Likes ab.“

Fridays for Future Düsseldorf antwortet auf die Kritik: „Die Idee war, die Frage aufzuwerfen, ob die Entscheidungsmacht in unserer Gesellschaft bei Fragen der Klimakrise eigentlich gerecht verteilt ist. Auch wenn die Formulierung unglücklich und falsch war – die Frage bleibt. Frohe Weihnachten an alle.“

Wenn Fridays for Future die Unterstützung unzähliger Großeltern nicht geringschätzen wollen, heißt das nicht, dass sie es nicht tun. Die ältere Generation, die ihr die Unterstützung versagt, darf sich der Geringschätzung dieser Jugendlichen jedoch sicher sein. Der Zenit der Lobbykids scheint jedoch überschritten zu sein, denn die Kritiker mehren sich, Zustimmung gibt es kaum:

  • Carla: „Heutzutage macht man Fehler und sagt es sei Satire gewesen, anstatt zu seinem Fehler zu stehen. Schämt euch FFF.“
  • Simon: „Angesichts der Reaktionen ist wohl ziemlich deutlich geworden, dass der Tweet eben nicht automatisch so zu verstehen war. Ein populistisches „Wir-gegen-Die“ dann am Ende als satirisch zu deklarieren ist dann auch sehr durchsichtig.“
  • Leopold: „Ich wünsch Euch ein paar Augenblicke Nachdenken. Darüber, was unsere Welt und uns als Menschheit im Innersten zusammenhält. Und darüber, wie Demokratie funktioniert. Und was Politik von Religion unterscheidet.“
  • Marita: „Nicht mal Satire könnt ihr; geht lieber freitags in die Schule!“

Falsche Freunde

Simone Peter gehört zur Generation der Großeltern, die sich bei den Schulschwänzern anbiedern. Und sie hat ein starkes Motiv. Simone Peter ist Präsidentin des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Zuvor war sie bis 2018 Bundesvorsitzende der Grünen und hat 2018 nahtlos den Bundesvorsitz mit dem Job als Präsidentin des BEE getauscht. Simone Peter denkt nicht daran, die kleine Revolutionsgarde zu ermahnen, sondern fordert sie auf, weiterzukämpfen:

Den Interessen der Lobbyisten für Erneuerbare Energien nutzt die Spaltung der Gesellschaft in Jung gegen Alt und auch die Panik, die eine verantwortungslose Elite durch die Drohung vor einer Klimakatastrophe herbeiführen will. Auch Simone Peter steht hinter dem paranoiden Wunsch nach Panik. Erstmals hatte Greta, die Ikone für Fridays for Future, diesen Wunsch auf dem Weltwirtschaftsforum am 25.01.2019 in Davos geäußert.

Greta: „I want you to panic“, 25.01.2019

Die gerade erst 16 Jahre alt gewordene Schwedin Greta Thunberg durfte beim Weltwirtschaftsforum die Erwachsenen erschrecken. Sie möchte nicht, dass die Erwachsenen der Jugend Hoffnung geben. Sie will Veränderung. Jetzt. Zwölf Jahre bleiben, um zu handeln, sagt sie. Sie fordert, dass die Lösung der Klimakrise oberste Priorität wird.

Die Panik wünscht sich die grüne Lobbyistin Simone Peter, allerdings nicht für sich, denn mit Panik kann man keine Geschäfte machen. Sie twitterte am 5. Mai 2019: „Ich wünsche mir mehr Panik, damit wir uns endlich von Kohle, Öl und Gas verabschieden.“

Menschen, die in Panik versetzt werden, sind für Informationen nicht mehr zugänglich. Sie folgen einem Überlebenstrieb, in dem alle, die sich ihnen in den Weg stellen, wie bei einer tierischen Stampede niedergetrampelt werden. Den Ausdruck Stampede gibt es nicht für Fluchtbewegungen von Tierherden, sondern auch für Massenbewegungen von Menschen.

Mit dem Mädchen Kinderchor hätte der WDR den Klimawahn vielleicht weiter stärken können. Nur dem massiven Widerspruch von Hörern ist es zu verdanken, dass dieser Versuch, den Klimakrieg noch tiefer in die Gesellschaft hineinzutreiben, misslang.

Titelfoto: congerdesign, pixabay

Nachtrag 01.01.2020: Vorstand Chorakademie Dortmund distanziert sich vom WDR

Der Vorstand Chorakademie Dortmund distanziert sich vom Inhalt des Beitrages des WDR-Kinderchor. Er sei vom WDR sowie dem zuständigen Chorleiter des WDR-Kinderchores zu verantworten. „Dieser hätte die Anfrage des WDR ablehnen müssen, da der Beitrag weder inhaltlich noch qualitativ dem Zweck und Anspruch der Chorakademie gerecht wird“, heißt es in der Mitteilung der Chorakademie. Der Vorstand bedauert es sehr, wie er sagt, dass es zu diesem nicht mit der Chorakademie abgestimmten Beitrag gekommen sei. Er entschuldigt sich im Namen der Chorakademie ausdrücklich bei den betroffenen Kindern und ihren Eltern und wird noch gesondert mit ihnen in Kontakt treten. Der Vorstand fügt hinzu: „Wir gehen davon aus, dass primär der WDR als verantwortlicher Sender diesen verunglückten Programmbeitrag mit seinen Hörern aufarbeiten wird.“ http://www.chorakademie.de/stellungnahme-vorstand-wdr.php

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