UNO-Klimaschutzbericht – Unsinn radikaler Alarmisten?

Die Vereinten Nationen (UNO) erstellen jedes Jahr kurz vor dem jährlichen Klimagipfel (dieses Jahr zum COP 25 in Madrid) einen Klimaschutzbericht. Der Emissions Gap Report 2019 (UNEP 2019) enthalte “düstere Zahlen”, berichteten die Medien nach seiner Veröffentlichung. Die globalen Treibhausgas-Ausstoß stiegen ungebremst. Um die Paris-Ziele einzuhalten, müssten die Länder dem Bericht zufolge ihre Anstrengungen um das Fünffache steigern und ihre Emissionen ab 2020 um knapp acht Prozent senken – jedes Jahr. Ein unmögliches Ziel, sagt David Wojick. Seine Schlussfolgerung lautet: “Die UNO sagt klar, dass wir die Gesellschaft umstrukturieren und den Energiefortschritt umkehren müssen, um ein unmögliches Ziel zu verfolgen.”

Die Emissionslücke im UNO-Bericht

Die Emissionslücke sei groß, heißt es in dem Umweltbericht der UNO von 2019, der vom Umweltprogramm der UNEP (englisch United Nations Environment Programme) vorglegt wurde.

Im Jahr 2030 müssten laut Bericht die jährlichen Emissionen um 15 Milliarden Tonnen CO2 unter den derzeitig geltenden Vereinbarungen für das 2° C-Ziel und um 32 Milliarden Tonnen CO2 für das 1,5° C-Ziel liegen. Durch den ungebremsten Anstieg der Emissionen werde die Lücke (gap) noch größer. Mit “Lücke” ist die Differenz gemeint, die zu überbrücken wäre, wenn man die Erderwärmung, wie im Paris-Abkommen vereinbart, auf ein noch beherrschbares Ausmaß begrenzen will.

Die Grafik der UNEP soll zeigen, dass 2030 die Emissionen 32 Milliarden Tonnen geringer sein müssten. Nur so sei das 1,5-Grad-Ziel einzuhalten.

UNEP 2019 – Global GHG emissions under different scenarios and the emissions gap by 2030

Für das 1,5-Grad-Limit müssten dem UNEP Bericht zufolge die weltweiten Emissionen von 2020 bis 2030 jährlich um 7,6 Prozent sinken.

Diesmal haben sich die UN-Grünen selbst übertroffen, sagt David Wojick in einem Artikel bei Committee For A Constructive Tomorrow (CFACT). Aber es sei nicht gut für sie. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen habe einen Bericht erstellt, der anschaulich zeige, warum das, was sie wollen, unmöglich ist.

Eine “unmögliche Pyramide”

Wojick bezeichnet die Grafik als eine “unmögliche Pyramide”. Sie zeige, dass die CO2-Emissionen stark angestiegen sind. Ab 2020 müssten sie plötzlich aufhören und dann schnell sinken.

Tatsächlich gebe es drei rechte Seiten der unmöglichen Pyramide, von denen jede schnell nach unten abfällt, jedoch mit unterschiedlichen Steigungen. Sie entsprechen den Angaben der Vereinten Nationen, um die Erwärmung auf 1,5° C, 1,8° C und 2,0° C zu begrenzen.

“Dieser Unsinn ist unmöglich – politisch, sozial, wirtschaftlich und sogar physisch”, sagt Wojick. “Bedenken Sie vor allem, was der rasche Aufstieg bedeutet. Es sind Milliarden von Menschen, die mit Dingen wie Elektrizität und mechanischem Transport ihr Leben erheblich verbessern. Licht, Wärme, fließendes Wasser, Computer und Fernsehen, Motorroller, Autos, Traktoren und vieles mehr. Auf keinen Fall wird dieser dramatische Fortschritt plötzlich aufhören und sich umkehren.”

“Der Unterschied zwischen der linken und der rechten Seite dieser Pyramide ist keine Lücke und es so zu nennen, täuscht sehr. Wir sprechen über die Umkehrung des menschlichen Fortschritts.” (Hervorh. vom Verf.)

UNO fordert Beschleunigung der Transformation

Inger Andersen, die in diesem Jahr das Amt als UNEP-Chefin übernahm, fordert jedoch eine Beschleunigung des Umkehrprozesses. Sie sagt: “Unser kollektives Versagen, frühzeitig und entschlossen zu handeln, führt dazu, dass wir jetzt viel tiefere Einschnitte bei den Emissionen vornehmen müssen.”

Inger Andersen, Exekutivdirektor der UNEP

Inger Andersen wurde im Februar 2019 von UN-Generalsekretär António Guterres zum Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) ernannt.

Frau Andersens Bildungshintergrund umfasst einen BA der London Metropolitan University North und einen MA der School of Oriental and African Studies der University of London mit Spezialisierung auf Entwicklungsökonomie.

Von 2015 bis 2019 war Frau Andersen Generaldirektorin der Internationalen Union für Naturschutz (IUCN).

Vor 2015 hatte Frau Andersen verschiedene Führungspositionen bei der Weltbank und den Vereinten Nationen inne. Zuletzt war sie Vizepräsidentin für den Nahen Osten und Nordafrika bei der Weltbank.

Während ihrer 15-jährigen Karriere bei der Weltbank konzentrierte sich Frau Andersen auf Wasser, Umwelt und nachhaltige Entwicklung mit besonderem Schwerpunkt auf Afrika und dem Nahen Osten.

https://www.unenvironment.org/people/inger-andersen

Damit die weltweiten Emissionen von 2020 bis 2030 jährlich um 7,6 Prozent sinken, müsste laut UN-Umweltprogramm das Ambitionsniveau der nationalen Klimabeiträge, die die Länder für das Paris-Abkommen eingereicht haben, um mindestens das Fünffache steigen. Auch für die Klimareporter “eine schier astronomische Zahl.”

Die national festgelegten Beiträge werden von den Vertragsstaaten des Pariser Übereinkommens ständig aktualisiert. Die Staaten müssen durch Klimaschutzmaßnahmen zur Umsetzung der national festgelegten Beiträge beitragen. Völkerrechtlich verbindlich sind die Klimaschutzziele nicht. Dass die CO2-Reduktion zur Temperatursenkung führt, ist nirgendwo belegt.

Radikale Alarmisten in der UNO

Die UNEP-Chefin Andersen drängt zur Eile. “Die Länder können nicht einfach bis Ende 2020 warten”, sagt sie, dann sei es zu spät. “Wir müssen die Jahre aufholen, die wir vertrödelt haben.” Angesichts der zeitlichen Verzögerung zwischen politischen Entscheidungen und damit verbundenen Emissionsreduzierungen werde es zu spät sein, bis 2025 zu warten, um die große Emissionslücke von 2030 zu schließen.

Das Ergebnis der Vereinten Nationen unterscheide sich nicht von dem “Unsinn der radikalen Alarmisten“, sagt Wojick. Keine größere Regierung sei bereit, diese absurden Schritte zu unternehmen. Tatsächlich zögen sich die meisten von neuen kurzfristigen Emissionsreduktionsverpflichtungen zurück.

Gesellschaftspolitische Ziele in UNEP 19

Der UNO-Report verlangt ausdrücklich soziale Eingriffe. Einige Aspekte der “sozialen Revolution” sind aus der Sicht David Wojicks auf Seite X der Zusammenfassung zu finden und “so schön wie möglich formuliert”. Daraus gehe klar hervor, dass die UNO die Gesellschaft umstrukturieren will. Danach “müssen wir den Energiefortschritt umkehren, um ein unmögliches Ziel zu verfolgen.”
Als Merkmale der sozialen Revolution nennt der UNO-Report:

Dekarbonisierung der Weltwirtschaft

“Die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft erfordert grundlegende strukturelle Veränderungen, die darauf abzielen sollten, den Menschen und den globalen Fördersystemen vielfältige Vorteile zu verschaffen.”

Transformation der Gesellschaften in allen Bereichen

“Klimaschutz- und Anpassungsinvestitionen werden zur Voraussetzung für Frieden und Stabilität und erfordern beispiellose Anstrengungen zur Transformation von Gesellschaften, Volkswirtschaften, Infrastrukturen und Regierungsinstitutionen. Gleichzeitig erfordern tiefgreifende und rasche Dekarbonisierungsprozesse grundlegende strukturelle Veränderungen in Wirtschaftssektoren, Unternehmen, Arbeitsmärkten und Handelsmustern.”

Planwirtschaft und Rationierungen

“Dies wird notwendigerweise tiefgreifende Veränderungen in der Nachfrage und Bereitstellung von Energie, Nahrungsmitteln und anderen materialintensiven Dienstleistungen durch Regierungen, Unternehmen und Märkte bewirken.”

Indoktrination, Gehirnwäsche (WBGU: “Mainstreaming”)

“Diese Versorgungssysteme sind mit den Vorlieben, Handlungen und Anforderungen der Menschen als Verbraucher, Bürger und Gemeinschaften verknüpft. Tief verwurzelte Veränderungen von Werten, Normen, Konsumkultur und Weltanschauungen sind unausweichlich Teil der großen Nachhaltigkeitstransformation.”

Gleichschaltung, Ausbau des Kontrollsystems

“Die Legitimität der Dekarbonisierung erfordert daher eine massive soziale Mobilisierung und Investitionen in den sozialen Zusammenhalt, um Ausgrenzung zu vermeiden und Widerstand gegen Veränderung.
Gerechte und rechtzeitige Übergänge in Richtung Nachhaltigkeit müssen entwickelt werden, wobei die Interessen und Rechte von Menschen, die anfällig für die Auswirkungen des Klimawandels sind, von Menschen und Regionen, in denen die Dekarbonisierung strukturelle Anpassungen erfordert, sowie von zukünftigen Generationen zu berücksichtigen sind.”

Fadenscheinige Versprechungen

“Glücklicherweise kann eine tiefgreifende Transformation zur Schließung der Emissionslücke zwischen den Trends auf der Grundlage der aktuellen Politik und der Erreichung des Pariser Abkommens so gestaltet werden, dass die Systeme zur Unterstützung der Menschheit und der Planeten von mehreren Vorteilen profitieren. Diese reichen zum Beispiel von der Verringerung der Luftverschmutzung, der Verbesserung der menschlichen Gesundheit, der Einrichtung nachhaltiger Energiesysteme und industrieller Produktionsprozesse, der effizienteren und ausreichenden Gestaltung von Verbrauch und Dienstleistungen, der Anwendung weniger intensiver landwirtschaftlicher Praktiken und der Milderung Verlust der biologischen Vielfalt für lebenswerte Städte.”

Vorschläge für Europa

Der UNEP-Report nennt “ausgewählte aktuelle Möglichkeiten zur Verbesserung der Ambitionen von sieben G20-Mitgliedern im Einklang mit ehrgeizigen Klimaschutzmaßnahmen und -zielen”. Für Europa hat die UNO folgendes anzubieten (Hervorh. vom Verf.):

● Verabschiedung einer EU-Verordnung, um Investitionen in die Infrastruktur für fossile Brennstoffe, einschließlich neuer Erdgasleitungen, zu unterlassen
● Definieren Sie einen klaren Endpunkt für das EU-Emissionshandelssystem (EHS) in Form einer Obergrenze, die zu null Emissionen führen muss
● Passen Sie die Rahmenbedingungen und Richtlinien an, um eine 100-prozentige kohlenstofffreie Stromversorgung zwischen 2040 und 2050 zu ermöglichen
Verstärkte Anstrengungen zum Ausstieg aus Kohlekraftwerken
● Definieren Sie eine Strategie für emissionsfreie Industrieprozesse
● Reform des EU-EHS zur wirksameren Reduzierung der Emissionen in industriellen Anwendungen
Verbot des Verkaufs von Autos und Bussen mit Verbrennungsmotoren und / oder Festlegung von Zielen, um in den kommenden Jahrzehnten einen Anteil von 100 Prozent am Neuwagen- und Busabsatz von Fahrzeugen ohne CO2-Emissionen zu erreichen
● Umstellung auf eine stärkere Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Einklang mit den ehrgeizigsten Mitgliedstaaten
● Erhöhen Sie die Renovierungsrate für intensive Nachrüstungen bestehender Gebäude

Irrationale Vorstellungen

Der UNO-Bericht erwähnt zwar einige technologische Ansätze, aber in den nächsten zehn Jahren könnte nichts in dieser Größenordnung getan werden. “Wir konnten nicht einmal die Fabriken so schnell bauen, und die Kosten der Revolution würden lähmen”, sagt David Wojick.

Die Zahlen im UNO-Report seien (zusammen mit dem Begriff „Lücke“) ebenfalls äußerst irreführend. Jedes Ziel enthalte bereits die angenommenen 1,0° C der Erwärmung in der Vergangenheit in den letzten 100 Jahren “oder so”. “Daher sind diese Ziele, für die wir unsere Energieversorgung opfern und die menschliche Gesellschaft umstrukturieren sollen, nur 0,5° C, 0,8° C und 1,0° C der zukünftigen Erwärmung. Dies sind winzige Mengen der globalen Erwärmung, das Gegenteil von katastrophal.”

Die einfache UN-Grafik (s.o.) sagt dem Analysten Wojick alles: “Regierungen mögen reden, aber sie werden nicht diesen Weg gehen. Ich finde das ziemlich beruhigend, bis auf den Lärm.”

Experiment Deutschland als Mustervorlage

In Deutschland herrscht leider nicht nur Lärm, hier werden auch Tatsachen geschaffen. Sie zeugen von einem unbeugsamen Willen zur Unterwerfung unter die ideologischen Ziele der Klimaalarmisten.

Mit Hilfe der Obama- und der Merkel-Regierung entwickelte sich Deutschland zum Großlabor für sogenannte Erneuerbare Energien und als Vorreiter für die “Große Transformation”. Die Vorreiterfunktion bezieht sich einerseits auf die Einschränkung der technischen Mittel zur Umsetzung der Klimaziele durch sogenannte Erneuerbare Energien und gleichzeitigem Verzicht auf die Kernenergie. Andererseits bietet der deutsche Musterknabe sein Wirtschafts- und Sozialmodell der UNO zugleich als Erfolgsmodell an, damit es der UNO als Vorlage und Druckmittel gegenüber anderen Nationen dienen kann.

Die Bundesregierung ist sich dieser Vorreiterfunktion bewusst, wie ihre Erklärung zum Klimaschutzgesetz zeigt: “Bis 2030 will Deutschland den Treibhausgasausstoß um mindestens 55 Prozent verringern. Dafür hat die Bundesregierung ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht und damit als erste Regierung weltweit ihr nationales Klimaschutzziel verbindlich festgeschrieben. Dem bereits im Oktober vom Kabinett beschlossenen Gesetz hat nun auch der Bundestag zugestimmt.” (Hervorh. vom Verf.)

Deutschland hat ein Klimaschutzgesetz verabschiedet, das der Regierung ab sofort ermöglicht, das Land per Notverordnungen und Einschränkung bürgerlicher Freiheiten zu regieren und das Parlament sukzessive zu entmachten.

Aber auch in Deutschland wird keine Rechnung ohne den Wirt gemacht. Der Wirt sind die Wähler.

Faina Faruz

Quellen:

Titelfoto: BDougherty, Eisbär – Churchill, Kanada

Emissions Gap Report 2019, Executive Summary

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