Lesch, Harald / Kamphausen, Klaus: “Die Menschheit schafft sich ab”

LeschHarald Lesch / Kamphausen, Klaus: Die Menschheit schafft sich
ab € 14,99

Harald Lesch, Astrophysiker und Philosoph, ist aus den Weiten des Weltalls zurück. Es geht ihm jetzt um die Heimat des Menschen, der in einer bisher nie gekannten Hybris den Ast, auf dem er sitzt, absägt. Seit 4,5 Milliarden Jahren zieht die Erde ihre Bahn um die Sonne. Das Leben gesellte sich später dazu und seit rund 160.000 Jahren der aufrecht gehende Homo sapiens, der Mensch. Mit Ackerbau und Viehzucht, Rodungen und Bewässerung griff errund um den Globus in die Natur ein, vermehrte sich und besiedelte selbst entlegenste Gegenden.
Immer tiefere Spuren hinterließ das “Anthropozän”, das Menschenzeitalter, in den letzten 2.000 Jahren.
Wissenschaft und Technik nahmen seit der Industrialisierung die Erde in den Griff. Sei es die Ausbeutung der Bodenschätze, die Verpestung der Lufthülle, die Veränderung des Klimas, Wasserverschmutzung bis zur Kernspaltung und einer Wohlstands-Verschwendungssucht.
Energiehunger und virtuelles Kapital treiben einen zerstörerischen Kreislauf an.
Harald Lesch, Astrophysiker und Philosoph, ist aus den Weiten des Weltalls zurück.
Es geht ihm jetzt um die Heimat des Menschen, der in einer bisher nie gekannten Hybris den Ast, auf dem er sitzt, absägt.

Ruhrkultour Kommentar:

Der Titel des Buches von Harald Lesch lehnt sich an Sarrazins Buch “Deutschland schafft sich ab” an. Ein populistischer Versuch, seinem Buch Aufmerksamkeit zu verschaffen?

In der Buchbeschreibung des Verlags (Komplett-Media) werden die Ausbeutung der Bodenschätze, die Verpestung der Lufthülle, die Veränderung des Klimas, Wasserverschmutzung und eine Wohlstands-Verschwendungssucht in einem Atemzug mit der Kernspaltung genannt. Die Kernspaltung, ebenso die Kernfusion sind physikalische Reaktionen. Während die Kernfusion ein Zukunftsprojekt ist, wird die Kernspaltung seit über 60 Jahren erfolgreich zur Stromerzeugung genutzt.  Sie ist die sauberste, sicherste und kostengünstigste Form der Stromerzeugung.

Atome sind die kleinsten Teilchen, in die alles Existierende zerteilt werden kann. Im Kern jedes Atoms gibt es zwei Arten von Teilchen, Neutronen und Protonen, die miteinander verbunden sind. Die Kernenergie ist die Energie, die Neutronen und Protonen zusammenhält, sie ist die im Atomkern gespeicherte Energie. Um die Kernenergie zur Erzeugung von Elektrizität verwenden zu können, muss sie zuerst freigesetzt werden. Dabei verliert sie Masse, die in eine große Menge thermischer Energie umgewandelt wird. Diesen Vorgang hat Albert Einstein in seiner berühmten Gleichung E = mc2 beschrieben.

Es wäre die Pflicht eines Hochschullehrers und Wissenschaftsjournalisten wie Harald Lesch, diesen Vorgang der Kernspaltung zu erklären und nicht zu verdammen. Im Verdammen haben die Kirchen Erfahrung, und manche Wissenschaftler haben sich bis heute noch immer nicht aus der kirchlichen Tradition der Gegnerschaft zur Atomlehre, die vor 2500 Jahren durch Demokrit begründet wurde, gelöst.

Die ideologische Sichtweise Harald Leschs ist nicht überraschend, denn Harald Lesch hat sich als Lobbyist und Aktivist zur Ökoenergie- und Klimaschutzbranche bekannt.

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4 Gedanken zu „Lesch, Harald / Kamphausen, Klaus: “Die Menschheit schafft sich ab”

  1. Hr. Dr. Gehde,

    jeder Mensch ist eine Quelle radioaktiver Strahlung, die direkt im Körper entsteht, z.B. durch das Kalium40, das wir zwangsläufig schon über die Plazenta und die Muttermilch aufnehmen. Pro Person sind das etwa 7000 bis 9000 Bequerel. Diese Strahlung entsteht da, wo sie am wirksamsten schädigt, nämlich direkt in den Zellen. Dafür hat die Natur seit Beginn der Evolution Gegenmassnahmen entwickelt, darunter das Eiweiss p53, das geschädigte Zellen bei der Reparatur von Gendefekten unterstützt – und sie bei Fehlschlag sicherheitshalber gleich in den Tod schickt.

    Das müssten Sie als Mediziner doch wissen. Und auch, dass wir im Verkehr seit Bestehen der BRD mehr als 1/2 Mio. Tote hatten, aber keine direkt der Kernkreaft zuzuordnenden Todesfälle. Mitarbeiter in dieser Branche sind sogar weniger gefährdet als ander Bevölkerungsgruppen.

    Mfg

  2. Lieber Dr. med. Gehde, wer Gefahren übertreibt, verfolgt stets eine Absicht. Harald Lesch verdient damit nicht nur Geld, sondern auch Anerkennung bei seiner atomfeindlichen Peergroup. Da kann es schon mal passieren, dass die Relationen zu den tatsächlichen Lebensrisiken nicht mehr stimmen. Die Kernkraftgegner juckt das nicht. Jährlich sterben bis zu 40.000 Menschen in Deutschland in Folge menschengemachter Probleme durch Krankenhauskeime. Das sind 40.000 mal mehr Tote als durch den Reaktorunfall in Fukushima.
    Es geht nicht darum, Risiken der Kernenergie herunterzuspielen, sondern um den Verlust des Realitätsbezuges, der einsetzt, sobald jemand “Atom” sagt. Rund 1.700 Menschen starben in Japan nicht an den Strahlen des Unglücksreaktors, sondern aus Angst vor einer Verstrahlung und durch Stress bei der Evakuierung. Sie hätten bei guter Betreuung vermutlich nicht sterben müssen.
    Berechnet auf die Leistung der Kraftwerke gilt die Kernenergie auch Heute noch als die sicherste Form der Energieerzeugung.
    Flugangst ist therapierfähig, warum sollte das nicht auch für Radiophobie möglich sein, zum Beispiel durch Wissensvermittlung?

  3. Sehr geehrter Herr Gehde,
    da Sie von Energieerzeugung schreiben, fehlt es Ihnen offensichtlich an physikalischen Grundkenntnissen.
    Vielleicht können Sie einmal verträglichere und sichere Formen der Stromerzeugung aufführen. Ob Sie das “naturwissenschaftliche Denkvermögen” eines Harald Lesch beurteilen können mag ich auch betweifeln.
    Sagen Sie uns bitte einmal, durch welche Kraftwerke die Stromerzeugung der abgeschalteten KKWs ersetzt hat und wer die im Jahr abgeschalteten 10 GW KKW-Leistung ersetzen wird? Es wäre interessant von Ihnen etwas dazu zu lesen.

  4. Die Atomenergie als ökologisch verträglichste und sicherste Form der Energieerzeugung darzustellen, wie es hier nach Fukushima etc. unverfroren von einem offensichtlichen Kernenergie-Enthusiasten behauptet wird — das wäre ein Verrat am naturwissenschaftlichen Denkvermögen, das Harald Lesch zum Glück nie nie gefehlt hat.

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