Querdenker

Merkel, Greenpeace und die Querdenker

„Sie werden auch weiterhin gebraucht, herzlichen Dank!“ Mit diesen Worten schloss Bundeskanzlerin Merkel ihre Gratulation zum Greenpeace-Jubiläum. Greenpeace wird gebraucht, Querdenker stören nur. Das erscheint zunächst befremdlich, denn Greenpeace-Aktivisten richten Schäden an, Querdenker demonstrieren friedlich für den Erhalt der Grundrechte. Verdienten nicht die Querdenker das Lob, und müsste nicht Greenpeace bestraft werden?Es verhält sich jedoch umgekehrt.

Greenpeace – das Ende der Rebellen

In jüngerer Zeit attackierten die Aktivisten von Greenpeace einen zentralen Berliner Verkehrsknotenpunkt, über den sie gelbe Farbe verschütteten. Sie schadeten dadurch der Umwelt, gefährdeten Verkehrsteilnehmer und verursachten einen fünfstelligen Betrag für die Reinigung. Auf das Konto von Greenpeace gehen Hausfriedensbruch, versenkte Granitblöcke in einem maritimen Schutzgebiet, um legale Fischerei zu verhindern und die Beschädigung der weltberühmten Nazca-Linien in Peru, wodurch der Verein einen diplomatischen Konflikt heraufbeschwor. Greenpeace ließ ein bemanntes Fluggerät in einem Fußballstadion niedergehen. Bei der missglückten Landung wurden mehrere Zuschauer verletzt und in Lebensgefahr gebracht.

Das alles sei legitimer „ziviler Ungehorsam“, sagen die „Meister des sanften Würgegriffs„. Geschadet haben die Aktionen dem Verein nicht, im Gegenteil.

Der Verein hat Fördermitglieder hinzu gewonnen. Deren Zahl erhöhte sich 2020 auf rund 630.000 (2019: 608.000). Zudem engagierten sich rund 7.000 Ehrenamtliche. Die Spenden stiegen auf rund 80 Millionen Euro (2019: 71 Millionen Euro). Die Verbrüderung mit der Regierung scheint sich für die Organisation auszuzahlen. Greenpeace gehört zu den großen Umweltverbänden, die auf Einladung der Regierung an politischen Entscheidungen beteiligt werden. Rebellen, wie zum Beispiel Extinction Rebellion (XR), sind Löwen im ausbruchssicheren Zoo der Regierung. (Das Bundesumweltministerium antwortete XR 2019 auf Facebook: „Liebe Extinction Rebellion Berlin, wir hören euch! Wir kämpfen für dieselbe Sache – nämlich für mehr und besseren Klimaschutz.“)

Die WEF-Family

Greenpeace wird 50 Jahre, und die Politik überschlägt sich mit Gratulationen. Bundeskanzlerin Angela Merkel anerkennt die Arbeit des Vereins. Sie sei „spektakulär und umstritten“ und sorge stets für Aufsehen. Merkel schloss ihre Gratulation zum Greenpeace-Jubiläum mit den Worten: „Sie werden auch weiterhin gebraucht, herzlichen Dank!“

Angela Merkel ist nicht nur die Bundeskanzlerin einer der größten Wirtschaftsnationen der Welt. Sie ist auch engstens mit dem Weltwirtschaftsforum (WEF) verbunden. Merkel gehört ebenso wie Bill Gates zu den ersten Mitgliedern der 1992 neu gegründeten Nachwuchsorganisation des WEF. Damals war Merkel Umweltministerin, und die Young Global Leaders (YGL) des Forums nannten sich noch „Global Leaders of Tomorrow“.

Zu denen, die 2005 die Mitgliedschaft der umbenannten „Kaderschmiede des World Economic Forum“ (Ernst Wolff) erhielten, gehört auch der gegenwärtige Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Ihn berief 2006 Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Finanzpolitik im Bundeskanzleramt. 2011 gab Angela Merkel seine Nachfolge als Präsident der Deutschen Bundesbank bekannt.

Deutschlands aktueller Gesundheitsminister Jens Spahn und das Nachwuchstalent Annalena Baerbock, die Kanzlerkandidatin der Grünen, sind ebenfalls Mitglieder des elitären Kreises der Young Global Leaders.

Die Führungskräfte der Wirtschaft und Politik sind mit dem Weltwirtschaftsforum engstens verbunden, ebenso die Nicht-Regierungsorganisationen, die von der Politik finanziert und hofiert werden. Die Illusion der Nicht-Regierungsorganisationen, zwischen ihnen und dem WEF bestehe eine gleichwertige Partnerschaft, zerrann 2019 mit einem Paukenschlag. 240 Organisationen forderten in einem offenen Brief an den UN-Generalsekretär, die Kooperation der UN mit dem WEF zu stoppen. Sie befürchteten, dass die Unternehmen ihren exklusiven Zugang nutzen würden, um sich für gewinnbringende Lösungen globaler Probleme einzusetzen und zugleich echte und im öffentlichen Interesse liegende Verfahren zu untergraben. Der Brief wurde ignoriert. Greenpeace gehörte nicht zu den Unterzeichnern.

„The Great Reset“

Die Antwort des WEF auf die globale Krise des Kapitalismus ist ein „Great Reset„. Das ideologische Konstrukt stammt von Klaus Schwab, dem Gründer und geschäftsführenden Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums. Kommende Generationen werden dem Gesellschaftsentwurf des WEF die Beachtung schenken, die es heute haben müsste. Es beinhaltet eine Neugestaltung der Gesellschaft unter Beibehaltung der kapitalistischen Wirtschaft zu Gunsten der rund 1.000 internationalen Umsatz-Milliardäre des WEF. Ihnen kommt die Politik zur Bekämpfung der sogenannten Corona-Pandemie zugute, nicht dem Mittelstand, der durch diese Politik endgültig vernichtet wird. Der „Great Reset“ wird in großen Bereichen bereits vollzogen.

„Da wir in ein einzigartiges Zeitfenster eintreten, um den Aufschwung zu gestalten, wird diese Initiative Erkenntnisse bieten, die all jenen helfen, die den zukünftigen Zustand der globalen Beziehungen, die Richtung der nationalen Volkswirtschaften, die Prioritäten der Gesellschaften, die Art der Geschäftsmodelle und die Verwaltung der globalen Gemeingüter bestimmen. Die Initiative „Great Reset“ stützt sich auf die Vision und das umfangreiche Fachwissen der in den Gemeinschaften des Forums engagierten Führungskräfte und hat eine Reihe von Dimensionen, um einen neuen Gesellschaftsvertrag zu schaffen, der die Würde jedes Menschen achtet.“

„As we enter a unique window of opportunity to shape the recovery, this initiative will offer insights to help inform all those determining the future state of global relations, the direction of national economies, the priorities of societies, the nature of business models and the management of a global commons. Drawing from the vision and vast expertise of the leaders engaged across the Forum’s communities, the Great Reset initiative has a set of dimensions to build a new social contract that honours the dignity of every human being.“

Pandemie und Klimawandel

Der Bayerische Rundfunk (BR) verurteilt jegliche Kritik am „Great Reset“ als eine Verschwörungstheorie von Corona-Leugnern. Aus der Sicht des gebührenfinanzierten Rundfunks liefert das Weltwirtschaftsforum unter dem Titel „The Great Reset“ lediglich Vorschläge für eine nachhaltigere Neugestaltung der Wirtschaft nach der Corona-Pandemie.

Die Bücher von Klaus Schwab „Die vierte industrielle Revolution„, „The Global Reset: The Case for Stakeholder Capitalism“ und „COVID-19: Der Grosse Umbruch“ sind jedoch ideologische Manifeste, die nicht der Philanthropie, sondern dem Erhalt der Machtstrukturen einer Elite im kapitalistischen System gewidmet sind. Kritiker beurteilen das gedankliche Konstrukt des „Great Reset“ als das zweite aus Deutschland stammende ideologische Grundlagenwerk für den Umbau der Gesellschaft nach Hitlers „Mein Kampf“.

Die Verluste des abgewirtschafteten kapitalistischen Systems schreibt das WEF einem Virus zu, das Atemwegserkrankungen auslöst. Es nutzt die Umetikettierung einer Epidemie zur Pandemie durch die WHO und stellt der verängstigten Bevölkerung das Risiko, an der Erkrankung zu sterben, als eine Bedrohung für die gesamte Menschheit dar. Die Verunsicherung der Menschen schafft diese „einzigartige Zeitfenster“, von dem Klaus Schwab spricht, um die Machtstrukturen der Elite durch einen „Great Reset“ zu festigen. Zugleich nutzt die Elite die Möglichkeit, die Pandemie für die wachsende Armut und die sozialen Risse in den Gesellschaften rund um den Globus verantwortlich zu machen. Diese Strategie geht aus einer der Kernaussagen des im Januar 2021 veröffentlichten Weltrisikoberichts des World Economic Forum (WEF) hervor.

Das größte langfristige Risiko bleibt aber nach Einschätzung des WEF allerdings nicht die Pandemie, sondern die fehlende Bereitschaft, entschieden genug gegen den Klimawandel vorzugehen. Die Auffassung des WEF haben sich die meisten Politiker und Nicht-Regierungsorganisationen weltweit längst zu eigen gemacht.

Greenpeace – tief vernetzt

Auch Greenpeace gehört zu den Vorreitern einer staatlich gelenkten „Großen Transformation“ oder eines „Great Reset“. Beide Programme sollen zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen der öffentlichen Hand und privaten Unternehmen dienen. Die Realität sieht anders aus.

Die internationale Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan sagte bei der 50-Jahresfeier laut WELT: „Das neoliberale Wirtschaftssystem ist kaputt“, und die Pandemie habe das überdeutlich gemacht. Der Verein kämpfe „gegen dieses System.“ Die Ambition teilt Greenpeace mit Klaus Schwab und dem WEF.

Jennifer Morgan, US-Amerikanerin, arbeitete während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 im Beratergremium der Bundesregierung unter der Leitung des Klimaforschers Hans Joachim Schellnhuber. Sie war Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung der deutschen Bundesregierung und 2010–2017 Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK).

Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des PIK, wurde 2006 von Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Klimaberater der Bundesregierung ernannt. Von 2009 bis 2016 war Schellnhuber Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU). Unter seiner Leitung wurde das 420 Seiten umfassende Grundlagenwerk für die „Große Transformation“ verfasst. Es wurde 2011 veröffentlicht, zwei Tage nach dem Unglück des Kernkraftwerks in Fukushima Daiichi. 2020 empfahl Schellnhuber der Öffentlichkeit Annalena Baerbock als „politisches Riesentalent“, das vielleicht gar eine neue Angela Merkel werden könne.

Es ist möglich, dass „zwischen einigen Grundwerten der CDU und Greenpeace eine gewisse Diskrepanz“, besteht, wie die WELT vermutet, aber nicht zwischen den Kernzielen der Kader von Greenpeace, den Grünen, Angela Merkel und dem WEF, das zum Kampf gegen den Klimawandel zurzeit noch auf Wind- und Solarkraft setzt.

Verankert im Mainstream der Medien

Bei den Mainstream-Medien hebt sich insbesondere der Tagesspiegel durch seine Boshaftigkeiten gegenüber Kritikern der Coronapolitik und den Demonstrationen hervor. Dies könnte mit der Einbindung des Blattes in die Interessen des Weltwirtschaftsforums zusammenhängen. Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung Die Zeit und des Berliner Tagesspiegels, dessen Mitherausgeber er außerdem ist, ist laut Tagesspiegel Mitglied der Young Global Leaders.

An einer der vielen Fronten des Weltwirtschaftsforums entlädt sich in den Medien, was das Forum im Innersten zusammenhält: Die Durchsetzung der totalitären Führerschaft, so lange wie möglich mit diplomatischen Mitteln.

Tagesspiegel, 30. Juli: „Verbot von Querdenker-Demos in Berlin. Bei Corona-Leugnern hilft kein Reden mehr.“

Audiatur et altera pars – Man höre auch die andere Seite

Die diplomatischen Mittel zur Sicherung der Macht erweisen sich bei Kritikern der Coronapolitik als wirkungslos. Die Bewältigung der Pandemie gehört jedoch zu den zentralen strategischen Aufgaben des WEF.

Beim Einsatz von Unterdrückung und Gewalt gegen die eigene Bevölkerung gehen Neuseeland und Australien zurzeit voran. In Neuseeland ist der landesweite Lockdown wegen drei Dutzend neuer positiver PCR-Tests verlängert worden. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern ist Mitglied der Young Global Leaders des WEF.

Australien gilt zurzeit als extremstes Beispiel für eine faschistoide Entwicklung der ehemaligen Demokratie. Dies geht aus zahlreichen Quellen hervor, nicht zuletzt durch die Schilderungen von „Bernie from Australia“ beim Corona-Ausschuss.

Auf zunehmende Polizeigewalt in mehreren Ländern hatte auch der UN-Sonderberichterstatter für Folter und andere grausame, unmenschliche oder erniedrigende Behandlung, Nils Melzer, hingewiesen. Er war nach der Demonstration gegen die Corona-Gesetze am 1. August in Berlin tätig geworden. Sein Eindruck war, „dass in mehreren Fällen Anlass genug für eine offizielle Intervention meinerseits bei der Bundesregierung besteht.“

eingeschenkt.tv hat versucht, die Demonstrationen in Berlin, am 28. und 29 August, in 35 Minuten Film zu packen. Machen Sie sich selbst ein Bild.

Der Greenpeace-Mitgründer Patrick Moore warf seinem Verein eine zunehmende Politisierung und politische Angepasstheit vor. Als ein echter Querdenker verließ Moore die Gruppe – bereits vor 25 Jahren.

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Querdenker – Wortbedeutung/Definition:

Person, die sich in ihrem Denken nicht an die üblichen Denkweisen hält.

Unangepasste Querdenker

Im April 2020 entstand in Deutschland eine soziale Bewegung gegen Lockdowns, Masken- und Impfzwang, die sich den Namen „Querdenker“ gab. Die Graswurzel-Bewegung macht in vielen Städten Deutschlands durch friedliche Demonstrationen auf sich aufmerksam. Sie lehnt Bevormundungen durch den Staat ab und setzt sich für die Verteidigung der Grundrechte ein. Auf dieser Grundlage entstand im Sommer 2020 die Partei „Die Basis„, die sich an den Bundestagswahlen im September 2021 beteiligt.

Seit Mitte Juli 2020 untersucht der Corona-Ausschuss in mehrstündigen Live-Sitzungen, warum die Bundes- und Landesregierungen im Rahmen des Coronavirus-Geschehens beispiellose Beschränkungen verhängt haben und welche Folgen diese für die Menschen hatten und haben. Der Corona-Ausschuss tagt wöchentlich, in dieser Woche zum 69. Mal. Den Corona-Ausschuss haben vier Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte gegründet. Ihnen und den Wissenschaftlern, Ärzten, Juristen und Psychologen, die sie informieren, sind Diffamierungen und Ausgrenzungen durch Politik und Medien gewiss. Das kann Greenpeace nicht passieren. Denn sie werden weiterhin gebraucht.

Faina Faruz

Titelbild: Video, Chris Much


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