Herbede – ein Stadtteil für Edeka?

Mittlere Meesmannstrasse

Mittlere Meesmannstrasse

Es ist an der Zeit, Herbede wieder einmal zu erwähnen. Was ist aus einem der schönsten Stadtteile des Ruhrgebiets geworden?

Überregional bekannt wurde der flächenmäßig größte Wittener Stadtteil, rund 14.000 Einwohner, vor einigen Jahren durch den “Dorfmeister Herbede“. Das Projekt war eine Idee des Bürgerkreises Herbede und wurde durch seine Mitglieder und mit Hilfe von Sponsoren finanziert. Zwei Jahre lief es erfolgreich, wurde aber von einigen Kaufleuten, die eng mit der Lokalpolitik verwoben waren, nicht verstanden und abgelehnt. Dadurch war das Projekt zum Scheitern verurteilt, obwohl die Industrie- und Handelskammer es begleitet hatten. Für das Scheitern gibt es Gründe. Dies ist vermutlich der wichtigste: Seit fast 20 Jahren bemüht sich die Wittener Verwaltung, den Stadtteil Herbede mit einem Discounter zu beglücken, zunächst außerhalb des Orstkerns, seit etwa 15 Jahren in Ortskernnähe, aber, durch eine stark befahrene Straße getrennt, außerhalb des gewachsenen Stadtteilzentrums. Der Bürgerkreis setzte dagegen auf eine Stärkung des Stadtteilzentrums und den Verbleib des Lebensmittelsupermarktes im Zentrum.

Den Lokalpolitikern, mit Ausnahme des Bürgerforums, und den Investoren ist es nach langen Auseinandersetzungen mit den Kaufleuten gelungen, die Werbegemeinschaft zu kapern und mit Unterstüzung einer beispiellosen Allianz von ortsansässigen Industriebetrieben, SPD, CDU, Grünen und WBG, dem Schützenverein und der Gewerkschaft, den Großinvestoren den Weg zu bereiten. Der Bau des neuen Lebensmittelsupermarktes hat jetzt begonnen.
Zahlreiche Geschäfte in der Meesmannstraße (Hauptstraße) haben mittlerweile geschlossen, weil sie keine Perspektive mehr für ihr Unternehmen sahen. In Erwartung des Umzugs wurde seit vielen Jahren nicht mehr in den Edeka-Lebensmittelsupermarkt im Zentrum investiert.

Der Gewinner des langjährigen Streites mit Herbeder Bürgern ist Edeka. Der derzeitige Betreiber des Edeka-Marktes im Stadtteilzentrum ist zugleich auch Vorsitzender der Werbegemeinschaft (im Bild links).

 

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3 commenti su “Herbede – ein Stadtteil für Edeka?

  1. Dem Weg des weiteren Verkommens von Herbede sind jetzt endgültig die Weichen gestellt. Als Hochburg des neuen Würdenträgers wird Herberde genannt! Daran erkennt man, dass sich ein Großteil der Bürger von Herbede einen Scheiß darum kümmert, was aus dem Gerberviertel deren Bewohnern und den Geschäftsleuten in der Meesmannstraße wird! Hurra, tausende Artikel, die wir nicht benötigen aber bald bewundern können. Ach wie schön ist es, bald direkt vor dem Regal parken zu können und ja keinen Meter laufen zu müssen. Danach würde man ja gerne in die Meesmannstraße, aber warum soll ich die Geschäftsleute dort noch unterstützen, wo es meinen Markt jetzt gibt! Gleichgültigkeit, Parteischergen, Lügen, Beziehungen, alles das ist, was heute noch zählt. Und sollte der Bau der neuen Altenwohnungen, direkt neben dem Serionenfreundlichen Supermarkt, mit Rollatorparplätzen, trotz der Immissionswerte und der angrenzenden Industrie genehmigt werden, so denkt mal nach liebe Bürger, was in unserem Dorf so alles schief läuft. Ich wohne 42 Jahre hier, und es war immer ein schönes Dorf, bis die Falschen kamen.

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  2. Eine positive Ausnahme im Ruhrgebiet? Da sei die SPD davor! Verrückt gewordene, geldgeile Provinzpolitiker und Investoren haben das Stadtteilzentrum Herbede unter Beihilfe einer politikhörigen Werbegemeinschaft (!) geopfert. Und wofür? Für eine “10 Meter lange Wursttheke”! (VonvomDach). Folge dem Geruch der Wurst- und Speckzipfel und der Spur des Geldes. Aber durch Dummheit ist das alles noch zu toppen!

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  3. Diesen Kommentar hatte Sascha ursprünglich zu einem anderen, älteren Beitrag von 2012 (“Erwiderung auf die Meinung “Viel Gerede – und nichts passiert”) geschrieben. Weil er hier zum Thema passt, haben wir ihn kopiert:
    Ich lese im “Lokalkompass”, dass die Werbegemeinschaft Herbede noch attraktiver machen möchte! Da wird davon geredet, ein Hinweisschild am Schleusenwärterhäuschen aufzustellen, das Radfahrer nach Herbede locken soll. Ob dieses Schild vielleicht blau und gelb ausfallen wird, weiß wohl keiner! Die 6 Fotos, die die Meesmannstraße zeigen sollen, zeigen nur den oberen Teil mit viermal Edeka auf dem Foto. Der Rest der Meesmannstraße wird gar nicht erwähnt.
    Auch dass der zukünftige Pächter des neuen Marktes ständig die Abrissarbeiten beobachtet und sich wie der König von Herbede fühlt, weil Er und die verlogene Politik ihr Vorhaben durchgesetzt haben, ist schon bedenklich. Dies und die ganzen Lügen mit dem nicht unterschriebenen Kündigungsschreiben, lassen es mich umso trauriger stimmen, dass eins bewiesen ist: Politik macht der, der Geld und Vitamin B hat. Nicht der Bürger und schon gar nicht die Leute, die zu recht gegen den Bau dieses Marktes gewesen sind. Ich beschreibe den Bau des Marktes mal: Nimmt man alle Lügen und den Schutt des Abrisses des Gerberviertels und türmt es zu einem Haufen und verwandelt diesen in eine braune stinkende Masse und setzt oben drauf den Markt, hat man genau das, was keiner braucht. Einen riesen Haufen Sche……
    Es macht einen einfach nur wütend, wie vor der Realität die Augen verschlossen und für Lügen geöffnet werden.

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