Appell an den Bundespräsidenten

“Machen Sie bitte bitte endlich reinen Tisch. Bleiben Sie in Herrgottsnamen gerne weiter im Amt, wenn es Ihnen da so gut gefällt, aber bitte nur nach einer Erklärung, die keine weiteren Fragen offen lässt. Halten Sie eine Rede, die uns alle mit einem Ruck aus dieser Endlosschleife befreit! Wenn Sie das nicht können, dann treten Sie bitte zurück. So oder so, aber schnell. Nur auf diese Weise können Sie den Dachschaden vom deutschen Volk vielleicht noch abwenden… Geben Sie sich einen Ruck, Herr Präsident. Wir sind auch nur Menschen.” (Stefan Kuzmany, www.spiegel.de, 09.01.2012)
Ob Kuzmany Recht hat?

Stellungnahmen einiger Wittener Bürger und Leserkommentare in: “Wulff hat in Witten noch Kredit”, WAZ, 04.01.2012

  • “Im übrigen ist bisher immer deutlich geworden, dass Herr Wulff aus seinem Amt weder selbst Vorteile gezogen hat, noch Freunden durch das Amt Vorteile verschafft hat. Seine Unbestechlichkeit kann also ernsthaft keiner anzweifeln.” 
  • “Scheinbar darf man in Deutschland als Politiker keine privaten Freunde mehr haben, muss in Sack und Asche gehen und sich durch die Presse fast alles gefallen lassen.”
  • Eine 18-jährige, die Wulffs Versuch, den Artikel der Bild-Zeitung über sein Privat-Darlehen mit einem Drohanruf zu verhindern, nachvollziehen kann: „Ich würde auch nicht wollen, dass so etwas von mir öffentlich wird“. „Das Ganze wird meiner Meinung nach übertrieben in die Medien gezogen. Wulff ist doch auch nur ein Mensch.“
  • Ein CDU-Ratsmitglied: „Die Ansprüche an Politiker dürfen nicht so hoch sein, dass sie keine privaten Freunde mehr haben dürfen. Denn dann ist es kein Wunder, dass wir in der Kommunalpolitik keine Leute mehr finden.“

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3 Gedanken zu „Appell an den Bundespräsidenten

  1. Wie aus manipulierten Umfragen (unter anderem bei zwei CDU-Ratsmitgliedern – also unkritischen Mitgliedern der Fangemeinde Wulffs)bei wenigen Leuten eine Headline wie “Wulff hat in Witten noch Kredit” gemacht wird, ist heute in der WAZ sehr schön nachzuvollziehen. Das ist keine objektive Berichterstattung, sondern Meinungsmanipulation. So ergibt die aktuelle FOCUS-Online-Umfrage ein ganz anderes Bild. Dort sind 90,9 % der Befragten für den Rücktritt. Interessanter wäre es doch in diesem Zusammenhang, wenn die beiden WAZ-Journalisten einmal der Frage nachgingen, warum Menschen trotz gegenteiliger Informationen und Faktenlage immer noch am Verbleib von Herrn Wulff im Amt festhalten. Vielleicht sind es Individuen, wie sie Adorno in seinen Studien über den autoritären Charakter beschrieben hat, die die Gelegenheit nutzen, mit paternalistischem Gestus dem Alphatier großzügig eine Verfehlung zu verzeihen.

  2. Demokratie ade! Wir haben inzwischen eine Diktatur der Medien.
    Da sind leider schon zu viele selbsternannte Moralapostel und Stimmungsmacher,
    welche von einer Hetzjagd zur Nächsten hasten.
    In ihrer hehren Selbstgerechtigkeit wird jedes Maß übersehen. Hauptsache die Quoten stimmen.
    Jedoch wer könnte oder sollte denn den ersten Stein werfen.
    Ich frage mich weiterhin, wer ist dann der Nächste im Visier dieser Selbstgerechten.
    Wobei ich da Selbstgerecht als gerechte Gagen für sich selbst sehe.
    Medienarbeit halte ich für Informationsarbeit und nicht als Stimmungsmache.
    Leider ist in einigen Ländern die Pressefreiheit zu sehr eingeschränkt.
    Jedoch kann es auch das Gegenteil geben und zwar der Missbrauch der Freiheit.
    Nun noch ein Populismus:
    „Alles was mit „zu“ anfängt ist verkehrt, z.B. Zuviel oder Zuwenig, außer „Zufrieden“

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