Cops

"Fick die Cops" – Hass im ÖRR

Das „Chor-Experiment zur Reportage „Fick die Cops“ galt bereits 2018 als gründlich misslungen. Es liegt fast zwei Jahre zurück, aber durch neue Skandale im öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) wurde das Video in den Sozialen Netzen wieder virulent. Auf die Missgriffe des ÖRR folgt immer nachdrücklicher die Forderung nach einem Ende der Rundfunkabgabe.

STRG_F-Reporter Johannes Edelhoff traf sich mit Rappern, Fans und Polizisten. Danach entstand ein Video (23 Minuten), das am 27.03.2018 bei Youtube hochgeladen und inzwischen 850.651 mal aufgerufen wurde. Es gefiel 15.962 Hörern, 1.983 gefiel es nicht.

„Fick die Cops“ – Wieso hassen Rapper die Polizei? | STRG_F

STRG_F kommentiert das Video mit den Worten: „187 Straßenbande, Kollegah und Co. – seit Aggro Berlin Gangsterrap in Deutschland etablierte, gibt es ein Hauptziel: Die Polizei. In den Texten etlicher Hip-Hop Songs wird gegen die Cops gerappt. Aber woher kommt dieser Hass eigentlich? STRG_F-Reporter Johannes Edelhoff geht auf die Straße, trifft sich mit Rappern, Fans und Polizisten.

Chor-Experiment zur Reportage „Fick die Cops“

Am 28.03.2018, einen Tag nach der Veröffentlichung der Reportage veröffentlichte STRG_F unter dem Titel „Polizistenhass: Chor-Experiment zur Reportage „Fick die Cops“ den Chorgesang als „STRG_F Extra“.

Das Video hat bis zum heutigen Tag 300.166 Aufrufe. Es gefiel 4.984 Hörern, 5.372 gefiel es nicht.

Das niederschmetternde Ergebnis deuten die Videomacher als Missverständnis der Zuschauer. Arrangiert hat das Video Gerrit Netzlaff mit einem „Projektchor aus Studenten“.

„Offenbar haben viele von euch unser Video missverstanden. Sorry dafür!“, sagt STRG_F. Das Video sei Teil einer Reportage (s. erstes Video). „Darin zeigen wir das Gegenteil von dem, was uns gerade vorgeworfen wird. Wir haben die Rap-Texte einfach anders arrangiert, damit ihr euch einmal auf den Inhalt und nicht auf die Musik konzentrieren könnt.“

Welche Wirkung versprechen sich die Arrangeure von dem Video?

Polizistenhass sei ein altes Genre im Rap und gebe es schon in der Generation vorher, erklärt STRG_F. Eine dubiose Begründung. Selbstkritik weisen die Videomacher von sich. Sie reflektieren nicht, dass sie auf ihre Weise dazu beitragen, den Polizistenhass salonfähig zu machen, als gehöre er, dargebracht als klassische Musik, zum guten Ton. Der Hinweis auf eine Playlist soll einen Überblick über das „Phänomen“ geben, das inzwischen ein Millionenpublikum erreiche, sagt STRG_F.

So und nicht anders hört sich eine Rechtfertigung von Unbelehrbaren an, die möglicherweise nur einem Millionenpublikum nachjagen.

Ein Lernprozess kommt nicht automatisch dadurch in Gang, dass Hasstexte von ihrer Melodie befreit und mit einer neuen Melodie unterlegt werden. Das ist alter Wein in neuen Schläuchen. Im Gegenteil, Hasstexte gegen bestimmte gesellschaftliche Gruppen, insbesondere gegen Polizisten und politisch nicht konforme Zeitgenossen werden bis tief in den Staat hinein toleriert.

Eine kritische Auseinandersetzung mit der angeblichen und insbesondere von den Medien beklagten Zunahme von Hass und Gewalt im Internet gibt es nicht. Wenn einer der Ihren betroffen ist, hebt allerdings ein großes Wehklagen an.

Woher kommt dieser Hass eigentlich?

Die Frage, woher der Hass kommt, lässt sich nicht mit wenigen Worten und einem Besuch auf der Straße beantworten. Entscheidend ist die Politik, die Menschen bewusst gegeneinander aufhetzt: Linke gegen Rechte, Klimaaktivisten gegen Klimaskeptiker.

Ein erschreckendes Beispiel für ihre Nähe zu Extremisten lieferten der damalige Justizminister Heiko Maas und der amtierende Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, beide SPD.

Drei Textpassagen aus dem Lied „Wut“ von Feine Sahne Fischfilet zeigen, dass sich Gewaltphantasien mit allerhöchsten Empfehlungen austoben dürfen, wenn sie nur in die vermeintlich richtige politische Richtung zeigen:

  • „Helme warten auf Kommando, Knüppel schlagen Köpfe ein, Wasser peitscht sie durch die Straßen, Niemand muss Bulle sein! Und der Hass – Der steigt! Und unsere Wut – Sie treibt! Unsere Herzen brennen, unsere Herzen brennen!“
  • „Verweis mich aus der Stadt, Ich scheiß drauf was du sagst, Wer kein Rückgrat hat, der wird vereidigt auf den Staat. Lieber Hartz 4 beziehn, im Bett bis um 4 liegen, Bier trinken, Weed dealen, Speed ziehn, Als Geld im Staatdienst verdien.“
  • „Polizist sein heißt das Menschen mit Meinungen Feinde sind, Ihr verprügelt gerade wieder Kinder als wärens eure Eigenen. Ich trag lieber ein pinkes Designerhemd, Bettle am Bahnhof für ein paar Cent. Zieh lieber eine Line Zement als Down zu sein mit Rainer Wendt. Ich mach mich warm weil der Dunkelheitseinbruch sich nähert, Die nächste Bullenwache ist nur einen Steinwurf entfernt. Und der Hass – Der steigt! Und unsere Wut – Sie treibt!“

Im Song „Staatsgewalt“ (2011) heißt es: „Wir stellen unseren eigenen Trupp zusammen und schicken den Mob dann auf euch rauf. Die Bullenhelme – sie sollen fliegen. Eure Knüppel kriegt ihr in die Fresse rein und danach schicken wir euch nach Bayern, denn die Ostsee soll frei von Bullen sein.“

Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) wirbt für Feine Sahne Fischfilet

So bewarb zum Beispiel Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (SPD) ein Konzert mit den Punkrockern aus Mecklenburg-Vorpommern, die über Jahre im Verfassungsschutzbericht des Landes wegen „linksextremistischer Bestrebungen“ und „Gewaltbereitschaft“ aufgeführt wurden.

Bundesjustizminister und jetziger Außenminister Heiko Maas (SPD) lobt Feine Sahne Fischfilet

Zwei Jahre zuvor, 2016, hatte sich der damalige Bundesjustizminister und jetzige Außenminister Heiko Maas (SPD) unter anderem Feine Sahne Fischfilet in einem Tweet gelobt: „Tolles Zeichen gegen Fremdenhass und Rassismus. Danke #Anklam. Danke #Feine Sahne Fischfilet…“, schrieb Maas, der heute Außenminister ist. Über eine Kritik von Maas an den umstrittenen Punkrockern ist nichts bekannt.

Was haben die „Künstler“ und „Satiriker“ zu verlieren, wenn Liedersänger wie Feine Sahne Fischfilet von Politikern hofiert werden? Das Millionenpublikum kann ungestört wachsen, wenn auf dem Etikett „gegen rechts“ steht.

Viel Geld verdient

STRG_F sagt zu den Texten, die vom Studentenchor gesungen werden: „Mit solchen Texten wird seit Jahrzehnten viel Geld verdient. Ein echtes Problem!“

Ein echtes Problem ist, dass linke Parteien, SPD, Linke, Grüne und die verlinkste CDU ihre Wähler aus dem Bodensatz der Gesellschaft rekrutieren wollen. Karl Marx nannte diese soziale Schicht „Lumpenproletariat“. Sie hat nichts mit Armut, sondern eher etwas mit der Käuflichkeit verkommener städtischer Subjekte zu tun. Ein Merkmal der Verkommenheit ist auch die Sprache. Anstatt dagegen zu halten, schleicht sich der ÖRR in diese fatale Entwicklung ein.

Lumpenproletariat

„Das Lumpenproletariat, dieser Abhub der verkommenen Subjekte aller Klassen, der sein Hauptquartier in den großen Städten aufschlägt, ist von allen möglichen Bundesgenossen der schlimmste. Dies Gesindel ist absolut käuflich und absolut zudringlich. Wenn die französischen Arbeiter bei jeder Revolution an die Häuser schrieben: Mort au voleurs! Tod den Dieben! Und auch manche erschossen, so geschah dies nicht aus Begeisterung für das Eigentum, sondern in der richtigen Erkenntnis, dass man vor allem sich diese Bande vom Hals halten müsse. Jeder Arbeiterführer, der diese Lumpen als Garde (=Kerntruppe) verwendet oder sich auf sie stützt, beweist sich schon dadurch als Verräter an der Bewegung.“ F. Engels, Bauernkrieg, MEW 7, 536. (Zitate in: Marx-Forum)

„Das Lumpenproletariat, diese passive Verfaulung der untersten Schichten der alten Gesellschaft wird durch eine proletarische Revolution stellenweise in die Bewegung hineingeschleudert, seiner ganzen Lebenslage nach wird es bereitwilliger sein, sich zu reaktionären Umtrieben erkaufen zu lassen.“ (K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 472)

Mächtig ist auch das Problem, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk offensichtlich bestrebt ist, das Lumpenproletariat zu pampern.

Wer ist STRG_F?

Die Einblendung „Funk ist Teil des deutschen öffentlich-rechtlichen Rundfunks“ wird automatisch von Youtube hinzugefügt.

STRG_F ist eine Reihe von Dokumentationen, die der NDR für funk produziert und außerdem über YouTube veröffentlicht. (Wikipedia) „Sie behandeln politisch oder gesellschaftlich relevante Themen für junge Menschen in ihrer Lebenswelt. Das Redaktionsteam bestand im August 2019 aus Salome Zadegan, Lutz Ackermann, Dietmar Schiffermüller sowie den Autoren Patrizia Schlosser, Tobias Zwior, Christian Deker, Alena Jabarine, Nino Seidel, Barbara Schmickler, Han-Ul Park und Carla Reveland.“

Als e-Mail-Adresse gibt STRG_F eine NDR-Adresse an: strg_f@ndr.de

funk ist laut Wikipedia ein deutsches Online-Medienangebot und Content-Netzwerk der ARD und des ZDF für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren. ARD und ZDF sind gemeinsam Träger und gleichberechtigte rundfunkrechtliche Veranstalter des Angebots. Die Federführung liegt beim Südwestrundfunk (SWR).

Wikipedia notiert folgende Ehrungen:

2018 Deutscher Wirtschaftsfilmpreis des BMWi: Kategorie „Wirtschaft gut erklärt“ für CFD-Trading: Wer sind die YouTube-Typen, die dich reich machen wollen?
2018 Juliane-Bartel-Preis: Platz zwei für Was Pornos mit uns machen
2019 Goldene Kamera Digital Award: Kategorie „Best of Information“
2019 Medienprojektpreis der Otto Brenner Stiftung

Kein Missverständnis

„Offenbar haben viele von euch unser Video missverstanden. Sorry dafür!“, sagt STRG_F. Was war daran misszuverstehen? Im Nachhinein auf die gute Absicht zu pochen, die von anderen verkannt wird, ist mittlerweile Standard für Menschen mit einem überhöhten Moralanspruch. Er verleiht ihnen Flügel und ein Gefühl der Überlegenheit.

Missverstanden fühlen sich beim WDR auch diejenigen, die das Oma-Lied des WDR Kinderchores als Satire verteidigen. Pauschal wurden Omas als „Umweltsäue“ tituliert. Der Sack wurde geschlagen, aber der Esel war gemeint: Menschen, die Verbrenner und SUV fahren, Discounterfleisch essen und mit dem Flugzeug fliegen. Mit einem Wort der Rechtgläubigen: „Klimawandelleugner“.

Die WDR-kritischen Reaktionen in den Sozialen Medien auf das Oma-Lied zeigen, dass die „Satire“ nicht missverstanden, sondern als Schmähung richtig verstanden wird. Deutlich wird auch, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr als je zuvor ins Blickfeld gerückt ist. Zu einseitig und staatsfreundlich versucht der ÖRR in den Augen seiner Kritiker die gesellschaftlichen Debatten zu lenken. Die Forderung nach Streichung der GEZ-Gebühren wird mit jeder „Satire“ des ÖRR massiver.

Zum guten Schluss noch einen kurzen Hinweis auf die dpa

NDR und WDR sind Gesellschafter bei dpa und halten für die ARD insgesamt 7,7 Prozent des Stammkapitals. Die dpa hat von Facebook den Auftrag, die Verbreitung von „Falschnachrichten“ zu ahnden. Was falsch ist, bestimmt die dpa. Zurzeit sorgt sie dafür, dass inhaltlich missliebige Beiträge, die zum Beispiel Kritik an der Hypothese vom menschengemachten Klimawandel beinhalten, zur Einschränkung der Reichweite bei Facebook führen. Darüber hinaus wird der Blog im Presseportal an den Pranger gestellt. Wir berichteten darüber.

Wer immer noch an Missverständnisse im Zusammenhang mit dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk beim Thema Klimawandel glaubt, irrt sich. Es ist das zentrale Thema der etablierten Parteien in Deutschland und für Bundeskanzlerin Angela Merkel, die den Klimawandel als „Schicksalsfrage“ versteht. Die Unterhaltungsindustrie wird die angeblich drohende Klimakatastrophe zu jeder Gelegenheit wohlfeil in Szene setzen.

Titelfoto: Screenshot Video „Fick die Cops“.

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